Tag 168 | Bern

Man kann es drehen und wenden wie man will, die Rückfahrt von Bern nach Jever dauert immer mindestens zehn Stunden, ob mit der Bahn oder mit dem Auto. Irgendwas ist immer… In der schweizerischen Hauptstadt kommt man den Regierenden übrigens viel näher als in Berlin, bei Hitze sogar auf Badehose…

Bundeshaus in Bern mit Wasserspielen. Foto (c): Helmut Burlager
Bundeshaus in Bern mit Wasserspielen. Foto (c): Helmut Burlager

Etwas Kluges über den lieben Gott

Habe heute in der Berner Zeitung ein bemerkenswertes Interview mit dem Schweizer Schriftsteller Peter Bichsel gelesen. Der sagt: “Ich weiß, dass es keinen Gott gibt, aber ich glaube an ihn.”  “Wie geht das?”, fragt die Interviewerin Lucie Machac. Darauf Peter Bichsel: “Nun, auch wenn es einen naturwissenschaftlichen Gottesbeweis gäbe, könnte ich ja immer noch sagen: Aber ich glaube nicht an ihn. Also kann ich auch sagen, es gibt keinen, aber ich mag ihn. Ich halte Religion für etwas Diesseitiges, eine wunderbare, uralte Erfindung von Menschen, und die Bibel für ein großartiges Buch, weil sie sich dauernd widerspricht. Wenn Gott ein Teil der Natur wäre, wäre mir das zu wenig, als Erfindung ist er viel großartiger.”

Peter Bichsel ist 75, er schreibt vor allem Kurzprosa und Kolumnen. Mit den Kurzgeschichten “Eigentlich möchte Frau Blum den Milchmann kennen lernen” gelang ihm 1964 der literarische Durchbruch. Das Interview erschien in der Berner Zeitung, Ausgabe vom 24. Dezember 2011, Seite 14.