Der Ötzi von Ostfriesland

Hat mal eben jemand 250.000 Euro übrig? „Bernie“, die Moorleiche von Bernuthsfeld, die im Ostfriesischen Landesmuseum in Emden aufbewahrt und ausgestellt wird, braucht dringend eine Kur. Über den Ötzi von Ostfriesland berichtet Radio Bremen.

Screenshot 2015-01-25 15.24.21

Advertisements

Gröschler-Haus jetzt online

Das Gröschler-Haus – Zentrum für Jüdische Geschichte und Zeitgeschichte der Region – in Jever hat jetzt eine eigene Internet-Seite. Sie versteht sich als Informationsplattform über die Aktivitäten des Hauses, aber auch anderer zeitgeschichtlicher Anbieter der Region. Unter den Rubriken Archiv und Veranstaltungen finden sich Fotos, PDF-Dokumente, Video- und Audiodateien über die Zeitgeschichte. Zum Beispiel sind die Zeitzeugenberichte ehemaliger jüdische Bewohner Jevers, die 1984 Jever besuchten, im Audio-Archiv abrufbar oder der polnische Militärfim „Droga do Wilhelmshaven“ kann in deutscher Übersetzung angeschaut werden. Die gegenwärtig im GröschlerHaus präsentierte Ausstellung „Zur Geschichte der Juden Jevers“ kann jetzt auch im Netz studiert werden. Es handelt sich nach Angaben des Leiters der Einrichtung, Hartmut Peters, noch um eine Grundaustattung, die laufend erweitert werden soll.

Homepage Gröschler-Haus

Jever: Gedenken an Auschwitz-Befreiung

Von der Synagoge in Jever, die in der Pogromnacht zerstört wurde, blieb ein Gedenkstein, eingemauert in ein kleines Denkmal auf dem jüdische Friedhof im Ortsteil Schenum. Foto: Helmut Burlager
Von der Synagoge in Jever, die in der Pogromnacht zerstört wurde, blieb ein Gedenkstein, eingemauert in ein kleines Denkmal auf dem jüdische Friedhof im Ortsteil Schenum. Foto: Helmut Burlager

Vor 70 Jahren, am 27. Januar 1945, wurde das Vernichtungslager Auschwitz von der Roten Armee befreit. Seit 1996 ist dieser Tag ein offizieller Gedenktag der Bundesrepublik Deutschland (Holocaust-Gedenktag). In Jever sind zwei Veranstaltungen zur Erinnerung an den Jahrestag der Befreiung geplant.

Das Gröschler-Haus, die Bibliothek des Mariengymnasiums, die Kino-Freunde Friesland,  die Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Oldenburg und der Jeverländische Altertums- und Heimatverein laden dazu ein.
Am Dienstag, 27. Januar, um 19.30 Uhr wird Hartmut Peters in der Aula des Mariengymnasiums den bebilderten Vortrag „Die Ermordung der Juden aus Jever“ halten. Anschließend werden die Teilnehmer zum Gedenken am Mahnmal für die Ermordeten Juden in der Fräulein-Marien-Straße gehen.
Am Donnerstag, 29. Januar, wird in der „Film-Palette“ Jever um 19.30 Uhr der Spielfilm „Im Labyrinth des Schweigens“ gezeigt. Zur Einführung spricht Volker Landig über „Die deutsche Justiz und die Verfolgung von NS-Verbrechern“.

NDR-Diskussion über Streit um das Bismarck-Denkmal in Wilhelmshaven

NDRDer Leiter des Gröschler-Hauses – Zentrum für die Zeitgeschichte der Region –  in Jever, Hartmut Peters, hat vorgeschlagen, den Bismarckplatz in Wilhelmshaven umzubennen, statt dort wie geplant ein Bismarck-Denkmal aufzustellen. Peters war Teilnehmer einer Diskussion über den Denkmalstreit, die am Dienstagabend vom NDR aufgezeichnet wurde und heute (Donnerstag, 15. Januar 2015) ab 19 Uhr auf NDR 1 Niedersachsen gesendet wird.

Auf dem Podium waren außerdem Werner Bohlen-Janßen (Ratsherr, CDU), Reiner Beckershaus (Club zu Wilhelmshaven) und Ursula Aljets (Arbeitskreis Banter Geschichte). Zu Wort kamen auch  der ehemalige Oberbürgermeister Eberhard Menzel, der frühere Landtagsabgeordnete Wilfrid Adam und der Initiator der Denkmalssetzung,  Drehorgelspieler August Desenz.

Es ging um die Bewertung von Bismarcks politischem Erbe, den Sinn eines solchen Denkmals und die Art und Weise, wie es durchgesetzt wurde. Natürlich wurde sehr kontrovers diskutiert. Hartmut Peters schlug vor, den Bismarck-Platz in „Platz der Revolution von 1918“  umzubennen und eine Informationsstätte über die Novemberrevolution 1918 und ihre Bedeutung für die erste deutsche Demokratie (Weimarer Republik) zu errichten. Der Aufstand der Arbeiter und Matrosen in der Kriegsmarinestadt sei eine der Initialzündungen zur Demokratie gewesen. Kein obrigkeitsstaatliches Memento, sondern ein Zeichen der republikanischen Tradition würde einer Stadt mit sonst überwiegend negativ besetzter Geschichte guttun und den Beitrag der Region Wilhelmshaven-Friesland zur Demokratiegeschichte verdeutlichen, so Peters.

Hörspiel von Manfred Briese im NDR

Radio„Blömen för Evi“ heißt das zweite plattdeutsche Hörspiel von Manfred Briese, das bei Radio Bremen produziert wurde und am 19. Januar 2015 ab 19.05 Uhr im NDR 1 Radio Niedersachsen zu hören ist. Auch bei Radio Bremen Nordwestradio wird das Hörspiel gesendet, sogar zweimal, und zwar am Sonntag, 25. Januar, ab 17.05 Uhr und an dem folgenden Montag ab 21.05 Uhr.

In Ostfriesland, zwischen Aurich, Wiesmoor und Emden, spielt die Handlung. Brieses langjährige Passion als Kantoreisänger lieferte den Hintergrund für diesen Krimi. Das Geschehen: Der Bachchor studiert Mendelssohns „Hymne“ ein, und wieder betraut der Chorleiter, den sie „Masur“ nennen, die Sopransängerin Fanny mit dem Solo. Darüber ist die Freundin sehr enttäuscht. Evi ist der Meinung, dass sie Fanny in nichts nachsteht und bedrängt diese, ihr zuliebe auf das Solo zu verzichten. Der Konflikt, der sich daraus ergibt, ist Inhalt des Hörspiels. Er endet tragisch.

Als der Redakteur das Skript für dieses Hörspiel gelesen hatte, schrieb er zurück, er fände darin „die Schreibe so schön und den Humor so erfreulich bös“. Eine Schnulze ist demnach nicht zu erwarten.

Bekannte Ensemblemitglieder des Ohnsorgtheaters Hamburg wie Sandra Keck haben die Sprechrollen übernommen, großartige Künstler allesamt, mit eindrucksvollen Stimmen. Von dem Bremer Chor „Plan B“, der die Mendelssohn-Hymne einstudiert hat, sind die musikalischen Anteile eingespielt worden. Die Regie führte Michael Uhl vom Oldenburger Staatstheater.

„Als hätte man in Deutschland Loriot ermordet“

Blumen2Ich habe die letzten Tage darüber nachgedacht, etwas über die Liebe der Franzosen zum Comic zu schreiben. Über die Liebe zur „bande dessinée“, abgekürzt „BD“, die ich schon als Jugendlicher in den siebziger Jahren bei meinen französischen Jugendaustausch-Freunden so bemerkenswert fand. Totlachen konnten sie sich über die „graphic novels“, wie wir sie heute neudeutsch bezeichnen würden, die schon damals weit über Asterix & Co. hinausgingen. Eine ganz besondere Erzählweise, und eine völlig andere Art von Humor, als wir sie kannten. Und obgleich ich in Erinnerung habe, wie sehr sich damals meine Freunde in Dunkerque (Dünkirchen) darüber beömmeln konnten, ohne dass ich sie im Geringsten verstand, und dass meine Micky-Maus- und Donald-Duck-Geschichten nur ein Abklatsch dessen waren, was französische Zeichner zuwege brachten, habe ich keine Worte gefunden, das zu beschreiben. Umso schöner hat Pascale Hugues, Kolumnistin des „Tagesspiegel“ in Berlin, zum Ausdruck gebracht, was ich nie so hätte erzählen könnten. Der Comic, schreibt sie, stehe in Frankreich gleichberechtigt neben Camus und Balzac.

„Als hätte man in Deutschland Loriot ermordet“, ist ihr Beitrag überschrieben. So einen Vergleich muss man erst mal finden…

Für eine Idee sterben

„Wenig Schlaf und kaum trockenes Brot“

09PüttAm Montag nach Heilige Drei Könige begeht Jever Jahr für Jahr ein besonderes Fest, so auch heute: Püttbier. Eigentlich immer eine ausgelassene Feier, stand es vor hundert Jahren unter schlechten Vorzeichen. Seit wenigen Monaten tobte der Weltkrieg. Mancher, der sonst mitgefeiert hätte, kämpfte stattdessen an der Front. So auch Walter Hildebrand. Er schrieb seinen Püttgenossen aus Anlass des Püttbiers 2015 einen anrührenden Brief, zugleich ein Dokument des Leids der Soldaten in jenem ersten Kriegswinter des 1. Weltkriegs, hier nachzulesen: „So Gott will werde ich nächstes Jahr wieder mitfeiern können“