Tag 334 | Teppich

Auf dem Weihnachtsmarkt in Jever ist übrigens lange nicht mehr so viel los gewesen wie an den letzten drei Tagen seit seiner Eröffnung. Was so ein roter Teppich doch ausmacht…

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Tag 333 | Mellum

21_Mellum_Umschlag_1.inddAm Rande des Weser-Elbe-Dreiecks liegt eine Insel, die den Vögeln gehört: Mellum. Neben den rund 40 Vogelarten, die hier leben, brüten oder für den Zug gen Süden ihre Kräfte sammeln, gibt es auf dem kleinen, unberührten Eiland nur einige Seehunde, Spitzmäuse und zeitweise ein paar Ornithologen. Seit 1921 steht die Insel unter besonderem Schutz. Betreten werden darf sie nur von Wissenschaftlern und im Rahmen seltener Exkursionen.

Es ist ein einsames Leben, das die Forscher hier führen. Aber die Vielfalt der Fauna und die Möglichkeit, die Entwicklung einer Insel zu erleben, die ganz den Kräften der Gezeiten überlassen ist, locken alljährlich neue Gesichter und alte Bekannte nach Mellum.
Eines dieser neuen Gesichter war im Juni 2013 Christoph Heilscher. Der Journalist und Naturliebhaber hat mehrere Wochen in der Vogelwarte Mellum verbracht und seine Erlebnisse auf der Insel in eindrucksvollen Bildern und stimmungsvollen Texten festgehalten. Entstanden ist eine lebendige Lese-Reise zur einsamen Insel „nebenan“.
Christoph Heilscher wurde 1958 geboren und leitet die Lokalredaktion der Kreiszeitung Wesermarsch in Nordenham. Außerdem ist er Autor diverser Bücher und verschiedener Beiträge zur Region zwischen Weser und Jade. Für Christoph Heilscher ist der Gesang der Feldlerche ein Stück Lebensqualität, der Lärm der großen Vogelkolonien auf Mellum Musik in seinen Ohren.
Christoph Heilscher: Mellum. Die einsame Insel nebenan. Carl Schünemann Verlag 2014, 128 farbige Seiten, Klappenbroschur, 12,90 Euro, ISBN 978-3-944552-21-7

Tag 332 | Für Tugce

heike pohl

Innerhalb eines Fragebogen-Interviews bin ich vor einiger Zeit gefragt worden, unter welchen Umständen ich bereit wäre, einem anderen Menschen in Not zu helfen. Die Frage zielte ab auf das aus traurigen Gründen zurzeit sehr aktuelle Thema „Zivilcourage“.

Die Frage nach den Umständen, unter denen ich bereit wäre zu helfen, setzt voraus, dass ich ein klares Bild davon vor Augen habe. Dass diese Art der Nächstenhilfe und Nächstenliebe eine Frage des Verstandes, der Überlegung und der Abwägung ist.
In der Theorie macht es wohl Sinn, über mögliche Schritte nachzudenken, die man in einer Notsituation – möglichst der Reihe folgend – „abarbeiten“ soll.
Wer zum Beispiel als Erster an einen Unfallort gelangt, der ist gut beraten, nicht in Panik zu verfallen. Es gibt Erste-Hilfe-Kurse, die man absolvieren kann. Oder man liest sich schlau und ist dann (theoretisch) gerüstet für den Fall der Fälle, von dem man sich und anderen wünscht, er…

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Tag 330 | Berufung

Screenshot 2014-11-26 07.55.57Der Beruf des Tages, den ZEIT ONLINE heute vorstellt, klingt für einen Ostfriesen ja eher nach Berufung: Teetester!

Schlürfen, ausspucken, schlürfen

Tag 329 | Pommes Majo

In der Hochschule für angewandtes Leben gibt es in der Kantine kein Gemüse und keinen Salat, sondern: Schnitzel mit Pommes! Sehr sympathisch.

Jasper von Altenbockum in der FAZ

Tag 328 | Kollegial

Screenshot 2014-11-24 17.55.18Vor Norderney ist heute früh eine Barge (das ist ein flaches Arbeitsschiff) gesunken, die beiden Besatzungsmitglieder kamen ums Leben. Hier der Bericht der DGzRS. Eine wirklich traurige Sache.  Redaktionen müssen das trotzdem professionell angehe. Ziemlich schwierig, ein Aufmacherfoto von einem Schiffsunglück zu bekommen, wenn das Schiff untergegangen ist. Da bleiben nur Fotos von dem (in diesem Fall leider vergeblichen) Rettungseinsatz drumherum. Viel Brauchbares gab es da nicht, aber dann half uns der Kollege vom „Norderneyer Morgen“ mit einem Bild vom Marinehubschrauber weiter, der die beiden Schiffbrüchigen entdeckt hat. Erster persönlicher Kontakt mit den Leuten vom „NoMo“, und gleich kollegiale Hilfsbereitschaft. So gehört sich das unter Journalisten. Und dann gehört es sich natürlich auch, Danke zu sagen und den Link zum Norderneyer Morgen weiterzugeben. Allzu oft möchte man solche Hilfeleistungen in Katastrophenfällen allerdings nicht in Anspruch nehmen.

Tag 327 | Totensonntag

Heinz Hinichs (Foto: Sigrid Kasdorf)
Heinz Hinrichs (Foto: Sigrid Kasdorf)

Das ist, was Heike Pohl zu meinem Blogeintrag von gestern (Respekt) geschrieben hat:

„Das war eben ein merkwürdiger Moment. Als ich den Post sah, dachte ich: Den Mann kennst du. So nachhaltig kann sich ein Gesicht einprägen, zu dem man „lediglich“ eine kleine Geschichte kennt. Das Buch ist einfach schön und hat einen Ehrenplatz bei mir, auch in den Gedanken. Damit habt ihr für ein bisschen Unsterblichkeit gesorgt. Das wussten sicher auch die beiden alten Menschen.“

Und Debora Dgh schrieb:

„Eine schöne Serie mit so vielen interessanten Menschen. Gut, dass die mittlerweile Verstorbenen so noch vielen Menschen in Erinnerung bleiben!“

 

Tag 326 | Respekt

Fast zwei Jahre sind vergangen, seit unsere preisgekrönte Zeitungsserie „Respekt“ zu Ende ging. Die Porträts von 53 alten Menschen aus dem Jeverland sind anschließend als Buch erschienen. Die Auflage ist inzwischen nahezu vergriffen. Es liegt in der Natur der Sache, dass, wenn man über so viele betagte und hochbetagte Menschen schreibt, nach einiger Zeit die ersten nicht mehr am Leben sind. Das „Respekt“-Team ist jedesmal traurig, wenn es Todesanzeigen von den bemerkenswerten Männern und Frauen liest, die in der Serie aus ihrem Leben berichtet haben. In den vergangenen Tagen sind wieder zwei der Porträtierten gestorben, die mir persönlich besonders nah standen, die eine familiär, der andere beruflich. Hier kann man die Lebensgeschichten der beiden noch einmal nachlesen:

Gerdine Rogalla – „Was Vater sagte, war Gesetz“

Gerdine Rogalla (Foto: Sigrid Kasdorf)
Gerdine Rogalla (Foto: Sigrid Kasdorf)

Heinz Hinrichs – „Ich kannte jede Schraube“

Heinz Hinichs (Foto: Sigrid Kasdorf)
Heinz Hinrichs (Foto: Sigrid Kasdorf)

Tag 325 | Heimat

Ein Almanach (mittelniederl. almanag aus mittellatein. almanachus = (astronomisches) Jahrbuch von der arabischen Wurzel منح manaḥa) ist eine periodische, meist einmal im Jahr erscheinende Schrift zu einem thematisch abgegrenzten Fachbereich. Der Duden unterscheidet zwischen einem (früheren) Gebrauch mit einem Kalender verbundene bebilderte Sammlung von Texten aus verschiedenen Sachgebieten wie der Belletristik, Theater, Mode, Reisen und ähnlichem sowie einem aus besonderem Anlass oder aus Werbegründen veröffentlichter Querschnitt aus der Jahresproduktion eines Verlages.

rectangle_heimatkalenderDas war Wikipedia. Ostfriesisches Almanach nennt sich im Untertitel der Harlinger Heimatkalender, und aus der Wikipedia-Definition darf man sich in diesem Fall herausgreifen, dass es sich um eine „mit einem Kalender verbundene bebilderte Sammlung von Texten aus verschiedenen Sachgebieten“ handelt. Im 66. Jahrgang erscheint das Kalendarium aus dem Brune-Mettcker-Verlag in Wittmund inzwischen. Und neben kalendarischen Informationen, die man nicht überall findet, zum Beispiel dass der 15. Oktober der Gedenktag der Hedwig von Schlesien ist, bietet der Heimatkalender wieder eine Vielzahl historischer Informationen. Karl-Heinz de Wall hat „Historische Notizen“ aus der Gemeinde Friedeburg beigesteuert, Gerd Rokahr schribt über Sinti und Roma in Esens, Ude Hangen über 250 Jahre Friedrichsgroden und Friedrichsschleuse. Ein kleines Porträt des ostfriesischen Politikers Jann Berghaus verfasste Martin Stolzenau. Axel Heinz erinnert an untergegangene Marschendöfer im Watt vor Bensersiel. Einen Kunstschatz in der Burg Edenserloog, nämlich einen Fayence-Kachelofen, beschreibt Ulrich Cramer. Rainer Hinrichs stellt das Neudorfer Grashaus bei Buttforde vor und Rolf Adert erzählt, wo das „Alte Tief“ durch Wittmund verlief. Detlef Kiesé, der den Kalender auch redigiert,hat über die fast vergessene Industrie der Muschelkalkwerke in Ostfriesland geforscht und beschreibt das Muschelkalkwerk in Esens. Der Erste Weltkrieg, der vor hundert Jahren den Kontinent erschütterte, hatte seine Auswirkungen bis in die einsamsten ostfriesischen Dörfer. Davon berichtet Rainer Hinrichs.

Ein besonderes Nachschlagwerk beschließt den Kalender. Von Landkreis, Städten und Gemeinden über Schulen, Kirchen und Gerichten bis zu Vereinen und Verbände im Harlingerland und darüber hinaus sind Namen, Anschriften, Telefonnummern und etliche weitere Informationen über die wichtigsten Institutionen der Region aufgelistet. Das erspart manche schwierige Suche in Telefonbuch, Adressbuch oder im Internet. Dass der Heimatkalender traditionell mit dem Trächtigkeitskalender endet, unterstreicht seine Bedeutung für eine sehr ländliche Region.

Der Kalender kostet 5,95 Euro, bestellen kann man ihn hier (zuzüglich 4  Euro Versandkosten). Es gibt ihn auch in den Geschäftsstellen des Anzeiger für Harlingerland und des Jeverschen Wochenblatts sowie im regionalen Buchhandel.