Ende einer Seefahrt …

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Christa Marxfeld stellt im Lokschuppen aus

Wilhelmshavener Künstlerin zeigt Collagen

Von Alexander Langkals

Christa Marxfeld. Foto (c): Helmut Burlager

Jever – Fotos, Kopien, Annoncen, Plakate, Zeitungen Zeichnungen, Bilder: geschnitten, gerissen und neu arrangiert – die Collage, die sich bildlicher und textlicher Aussagen bedient, sie aus ihren ursprünglichen Zusammenhängen löst und zu neuen Aussagen zusammenfügt, blickt auf eine erfolgreiche Geschichte in verschiedenen Kunststilen seit dem Kubismus zurück.

In dem eigenen, über Jahrzehnte entstandenen Werk von Christa Marxfeld-Paluszak nimmt die Collage einen großen Platz ein. Unter dem Ausstellungstitel: Collage – Phasen in Jahren stellt die Wilhelmshavenerin vom 11. November bis 9. Dezember 2012 in der Galerie im Lokschuppen des Künstlerforums Jever, Moorweg 2,  aus.  Eröffnet wird die Ausstellung am 11. November um 15 Uhr.

Meist in Phasen über die Jahre verteilt, hat Christa Marxfeld sich immer wieder mit gesellschaftlich relevanten Themen auseinandergesetzt und nicht davor zurückgeschreckt, auch eigene Bilder für Collagen zu „opfern“. Von Haus aus mit einem großen sozialen Gefühl gesegnet, engagiert sie sich nicht zuletzt durch die Gründung des Vereins ChaKa 2008 für benachteiligte und misshandelte Kinder und Jugendliche, wobei sie auch dort vorgefundene Missstände in ihrer Kunst thematisiert.

In der Ausstellung  in der Galerie im Lokschuppen zeigt die Künstlerin einen Querschnitt ihrer Collagen, deren Aussagen sich für sie nicht im Bereich der Bildenden Kunst erschöpfen, sondern stets einem höheren Sinn von Aufklärung und Bewusstbarmachung dienen.

In einer der jüngsten Collagen, Kunst trifft Kunst – bedingungslos, treffen bekannte Gestalten aus der Kunstgeschichte auf unbekannte Personen. Gemeinsam sind diese Vertreter unterschiedlicher Zeitepochen in eine irreale Umgebung eingebunden, in der selbst Versatzstücke der Wilhelmshavener Südzentrale zu entdecken sind.

In ein großes unbekanntes Gesicht blickt der Betrachter in Einer ist oft zu zweit von 1992. Die dunkle Tönung des Blattes verweist auf den nach innen gekehrten Blick eines sich mit dem eigenen Ego befassenden Menschen. Klein und ohne Details spiegeln sich in seinem Antlitz zwei Personen, die miteinander im Dialog stehen. Die übermalten Textfragmente aus Zeitungen verweisen zudem auf eine Selbstreflexion, in der häufig die Einschätzung eines Außenstehenden miteinbezogen wird.

Wenn nicht mit dir, dann mit Geschenkpapier stammt aus einer Reihe von 1993, die einen entschiedenen formalen Schritt in die Abstraktion gegangen ist. Hier formuliert die Künstlerin eine zunehmende gesellschaftliche Sprachlosigkeit, die durch ein mediales Überangebot hervorgerufen ist. Die häufige Substanzlosigkeit neugefundener „Ersatz“-Inhalte wird durch die Verwendung von aufgeklebtem, gebrauchtem Geschenkpapier ausgedrückt. In der Ausstellung kann sich der Besucher von der großen inhaltlichen wie künstlerischen Sprachmächtigkeit der Collagen von Christa Marxfeld-Paluszak überzeugen.

Fakten:

Künstlerin: Christa Marxfeld-Paluszak

Ausstellungstitel: Collage – Phasen in Jahren

Ausstellungsort: Galerie im Lokschuppen, Kulturzentrum am Bahnhof, Moorweg 2, Jever

Ausstellungsdaten: 11. November bis 9. Dezember 2012

Ausstellungseröffnung: 11. November, 15.00 Uhr

Einführung: Alexander Langkals M.A., Landshut/Wilhelmshaven

Armut nachhaltig bekämpfen

„Die Möglichkeit zu sparen, Geld zu überweisen und Kredit aufzunehmen ist eine entscheidende Voraussetzung, um Armut nachhaltig zu bekämpfen.“ Das hat der Vorstandsvorsitzende der Sparkassenstiftung, Heinrich Haasis, auf einer Tagung anlässlich des 20-jährigen Bestehens der Stiftung gesagt. Finanzdienstleistungen als Entwicklungsmotor

Wolfgang Menge ist tot

Karl-Heinz Wocker, Marianne Koch und Wolfgang Menge in der Talkshow „3nach9“. Damals ging es noch richtig zur Sache, es wurde gestritten, geraucht und getrunken. Foto (c): Radio Bremen

Da war noch was los im Deutschen Fernsehen: Karl-Heinz Wocker, Marianne Koch und Wolfgang Menge in der Talkshow „3nach9“. Das war ein anderes Kaliber als die flauschigen und politisch korrekten Sofarunden heute. Am Donnerstag teilte Radio Bremen mit, dass der Fernsehautor und Mitbegründer der Talkshow „3nach9“ Wolfgang Menge, gestorben ist. Er hatte 1974 die Sendung mit aus der Taufe gehoben und acht Jahre lang moderiert. Nach Auskunft eines Angehörigen starb Menge am Mittwoch, 17. Oktober, im Kreis seiner Familie. Menge wurde 88 Jahre alt.

Radio Bremen-Intendant Jan Metzger würdigte Menge als eine prägende Persönlichkeit des deutschen Fernsehens: „Er war ein Autor und Moderator, der für das Fernsehen handwerkliche und moralische Maßstäbe gesetzt hat. Er hat das Publikum ernst genommen und gefordert. Bei ihm durfte man mitdenken und wurde gleichzeitig auch noch gut unterhalten. Auch wie er unsere kleine Talkshow moderiert hat, war große Kunst.“

„3nach9“ war 1974 die erste Talkshow ihrer Art im deutschen Fernsehen. Gemeinsam mit Marianne Koch und Gert von Paczensky, später Karl-Heinz Wocker, moderierte Menge 3nach9 – „drei Moderatoren um kurz nach 9“ –, hatte großen Erfolg und fand viele Nachahmer. Es war die wilde Zeit der Talkshows: Es wurde geraucht, getrunken und mit großer Leidenschaft gestritten. Unvergesslich sind vielen Zuschauern Menges originelle und manchmal lakonisch gestellten Fragen an die Studiogäste und sein staubtrockener Humor.

Menge absolvierte nach dem Zweiten Weltkrieg ein Volontariat beim German News Service, aus dem später die Deutsche Presse Agentur wurde. Nach Stationen als Assistenz-Korrespondent in London und Reporter beim Hamburger Abendblatt ging er für Die Welt nach Asien. Schon in dieser Zeit arbeitete Menge auch für Radio und Fernsehen. Unter anderem stammten die Drehbücher von „Strafbataillon 999“ und „Polizeirevier Davidswache“ aus seiner Feder. Einer seiner größten Erfolge war das visionäre Fernsehereignis „Das Millionenspiel“ und die Satire „Ein Herz und eine Seele“, die in den siebziger Jahren lief. Immer wieder gelang es ihm, mit satirischem Blick Politik beziehungsweise das politische Geschehen medial aufzuarbeiten – so auch mit der Serie „Motzki“. Für diese Leistung erhielt er unter anderem den Ernst-Reuter-Preis, den Grimme-Preis, den Ernst-Schneider-Preis, den Bambi und 2002 den Deutschen Fernsehpreis für sein Lebenswerk.

In einem Nachruf auf seinen 3nach9-Moderatorenkollegen Karl-Heinz Wocker schrieb Menge einmal: „Man bleibt zurück, ist häufig betrübt, wenn man an die Verstorbenen denkt. Bei einigen jedoch stimmt die Abwesenheit nicht lediglich melancholisch. Sie fehlen. Ein paar Tote hinterlassen Lücken, die nie mehr geschlossen werden können.“ Zu diesen Menschen gehört für Radio Bremen auch Wolfgang Menge.

Sein größter Erfolg war übrigens nicht „3nach9“, sondern ohne Zweifel wohl „Ein Herz und eine Seele“. Die Figur von „Ekel Alfred“ bleibt unsterblich.

Quelle: Radio Bremen

Mit Kleinkrediten heraus aus dem Elend

Gaeten Dery macht die Arbeit von Opportunity International anschaulich

Jever – „Leute, das wird kein Urlaub hier!“ Ein Bankberater, der ein Gespräch bei uns so anfangen würde, wäre seine Kunden und seinen Job ziemlich schnell los. „That’s no holiday here“, genau so beginnt Gaeten Dery in der Volksbank Jever sein Treffen mit einer Kreditnehmergruppe. Und so geht es auch weiter: Dem Kunden, der seine Rate nicht zahlen kann, weil sein Kind krank war, gibt er mit auf den Weg, dann werde es Zeit, dass er sich eine Police der nationalen Krankenversicherung besorgt. Dem anderen, der einen höheren Kredit möchte, veranschaulicht er drastisch, was passieren wird, wenn er sein Geschäft zu schnell aufbaut und den Überblick verliert. Gaeten Dery ist ein Mann der klaren Ansage, er redet eindringlich, er gestikuliert, er wirkt bestimmend, wie ein strenger Lehrer. Aber er lächelt und überhaupt, er kann auch anders: Der Frau, die Schwierigkeiten hat, ihr Kind unterzubringen, wenn sie arbeitet, verspricht er: Bis zum nächsten Mal hab ich eine Lösung.

Gaeten Dery mit Statisten bei der simulierten Versammlung einer Kreditnehmergruppe. Der Kreditberater redet Klartext. Wer einen Mikrokredit haben will, muss zwar keine Sicherheiten bieten, aber gewisse Ansprüche erfüllen. Der Berater gibt zugleich Lebenshilfe. Foto (c): Helmut Burlager

Um Geld geht es nur am Rande, das ist das Besondere an dieser Art des „Bankings“, die rund 40 Zuschauern im Immobilienzentrum vorgeführt wurde. Eingeladen hatte die Volksbank zu einer Veranstaltung mit der Mikrofinanzorganisation Opportunity International, die auf Spendenbasis mit einem System von Dienstleistungen (Kredite, Sparen, Versicherungen, Bildung) den Ärmsten der Armen in Afrika, Asien und Lateinamerika hilft. Opportunity hat den Besuch von Mitarbeitern aus Ghana genutzt, in einer Reihe von Vor-Ort-Terminen zu zeigen, wie diese ganzheitliche Arbeit praktisch läuft.

Einen Besseren als Gaeten Dery hätten sie dafür kaum finden können. Er hat die positiven Wirkungen der Sozialen Mikrofinanz am eigenen Leibe erfahren. In ärmsten Verhältnissen aufgewachsen, kaum dass die Eltern den Schulbesuch finanzieren konnten, wurde er früh Waise und musste sich selbst durchschlagen. Als Straßenkind von der Hand in den Mund lebend, brachte ihn eine Marktfrau mit Opportunity zusammen. Mit seinem ersten Kleinstkredit kaufte er Telefonkarten und verkaufte sie wieder. Ganz langsam baute er sich so eine Existenz auf, konnte sich Kleidung, ein Zimmer, eine Ausbildung leisten und schaffte es, als einziger Nichtakademiker die Banklaufbahn bei Opportunity einzuschlagen.

Für die Zuschauer beeindruckend wie auch ein wenig befremdlich, wie sehr Menschen wie Gaeten Dery ihren Beruf als Berufung sehen und wie stark die religiösen Motive für ihren Einsatz sind. Am Ende des Rollenspiels, das so harsch begonnen hatte, ein Gebet und ein „God bless you“ – „Gott segne dich!“ Und dann ein befreites Lachen.

„Business in Afrika“, sagt Kai Becker, der die Öffentlichkeitsarbeit von Opportunity
leitet, „ist was anderes als hier.“ (hbu)

Mehr über die Arbeit von Opportunity International erfahren: www.oid.org

Zum dritten Mal Gespannpflügen wie vor 60 Jahren in Wiesedermeer

Gespannpflügen in Wiesedermeer.

Friedeburg – In Wiesedermeer, Kleinwiesedermeerer Weg 5, findet am 14. Oktober von 10 bis 16 Uhr zum dritten Mal das Gespannpflügen wie vor 60 Jahren statt. Angemeldet haben sich bis jetzt elf Gespannführer mit ihren unterschiedlichen Pflügen.

Um 10 Uhr findet wieder ein plattdeutscher Gottesdienst unter freiem Himmel statt, den Pastor Holger Rieken von der Ev.-luth. Kirche Marcardsmoor abhalten wird. Musikalisch begleitet wird der Gottesdienst vom Posaunenchor Marcardsmoor. Schauplatz des Gottesdienstes ist der Garten von Familie Hinrichs, gleich neben dem Grundstück, auf dem gepflügt wird. Im Anschluss werden die Gespanne vorgestellt, die dann zum Pflügen eingesetzt werden. Als Gäste sind aus Wiesmoor die „Freesenmaihers“ mit ihren Sensen und ihrem Dengelwerkzeug dabei. Sie werden wie in alten Zeiten mit ihren Sensen Gras schneiden. Gegen 15 Uhr wird es ein Ponypflügen geben. Gisela Janßen pflügt mit ihren Classic-Ponys mit einem äußerst seltenen Pflug.

Bis in die 50er und Anfang der 60er Jahre wurden die Land- und Feldarbeiten häufig noch mit Zugtieren vorgenommen. Trecker und später schwere Zugmaschinen lösten das Pferd als Arbeitstier ab. In der damaligen Zeit hatten die Bauern ein, zwei, drei oder mehrere Pferde in ihrem Stall. Bei größeren Besitztümern wurden die Pferde wegen der schweren Arbeit sogar täglich oder noch am selben Tag ausgewechselt.

In Kleinwiesedermeer wollen die Veranstalter den Besuchern zeigen, dass auch heute noch Pferde in der Lage sind, ein Ackergerät zu ziehen. Das geht zwar nicht von heute auf morgen. Die Pferde müssen langsam wieder körperlich an ihre Zugkraft herangebracht werden, und das kann nur durch tägliches Training geschehen.

Der Gespannführer muss die Last so wählen, dass die Pferde nie ein negatives Erlebnis haben.

Die Zugkraft bringt das Pferd über seine Brust auf, so heißt denn auch das vor der Brust des Pferdes verlaufende Teil des Geschirres „Brustblatt“. Wird das Pferd über das Brustblatt zu sehr beansprucht, so lässt es nicht weiter zu, dass es angespannt wird. Es hat einen Muskelkater.

Das in Kleinwiesedermeer vorgeführte Pflügen bezeichnet man in der Fachsprache als „Schälpflügen“. Der hier benutzte Kartenpflug kann als Schälpflug wie auch als Bestpflug eingesetzt werden.

Gospels erklingen in Jevers Stadtkirche

Benefizkonzert am 17. Oktober mit Janine Wilson und ihrem Heidmühler Gospelchor 

Der Gospelchor Heidmühle, gemalt vor zwei Jahren von Heide und Idda aus der Klasse 4 der Tetta-von-Oldersum-Grundschule in Tettens. Der Erlös des Benefizkonzerts fließt in das Projekt „Klasse 2000“ dieser Schule.

Jever/Tettens – Zum zweiten Mal veranstalten der Lions Club Jever und der Gospelchor Heidmühle unter der Leitung von Janine Wilson ein Benefizkonzert. Konzertkritik: Hier Nach dem erfolgreichen, sehr gut besuchten letzten Gospelabend vor drei Jahren in der St.-Stephanus-Kirche in Schortens wird das zweite Konzert in Jever stattfinden. Geplant war es eigentlich schon 2011, damals musste es sehr kurzfristig abgesagt werden. Nun haben Gospelfreunde Gelegenheit, den beliebten Chor am Mittwoch, 17. Oktober, um 20 Uhr in der Stadtkirche Jever zu hören. Der Eintritt ist frei, am Ende des Konzerts wird um eine Spende für einen guten Zweck gebeten.

Seit 20 Jahren leitet Janine Wilson den Gospelchor Heidmühle, in dem etwa 60 Sängerinnen und Sänger aus der Region sich musikalisch mit der Tradition der christlichen afroamerikanischen Musik des vergangenen Jahrhunderts auseinandersetzen.

Der Begriff „Gospel“ bedeutet „Evangelium“, die Gospelmusik ist im engeren Sinne die Kirchenmusik, wie sie in schwarzen christlichen Gemeinden in Amerika entstand und gepflegt wird und die sich durch Jazz- und Blues-Einflüsse auszeichnet. In seinem Konzert in der Stadtkirche wird der Gospelchor Heidmühle gut eineinhalb Stunden lang eine bunte Auswahl an bekannten und weniger bekannten traditionellen Gospels bieten.

Der Spendenerlös fließt – über den Lions Club Jever – in ein Projekt der Tetta-von-Oldersum-Grundschule in Tettens. Seit mehreren Jahren finanziert der Serviceclub dauerhaft das Programm „Klasse 2000“ für Grundschulen. In diesem Jahr werden wieder Tettenser Kinder an dem Programm teilnehmen. Die Schule hat auch die Vorbereitungen des Gospelkonzerts tatkräftig unterstützt.

„Klasse 2000“ ist das bundesweit größte Programm zur Gesundheitsförderung, Sucht- und Gewaltvorbeugung in der Grundschule. Es begleitet Kinder von der ersten bis zur vierten Klasse, um ihre Gesundheits- und Lebenskompetenzen frühzeitig und kontinuierlich zu stärken. Dabei setzt es auf die Zusammenarbeit von Lehrkräften und externen Klasse-2000-Gesundheitsförderern.

Klasse 2000 fördert die positive Einstellung der Kinder zur Gesundheit und vermittelt Wissen über den Körper. Bewegung, gesunde Ernährung und Entspannung sind ebenso wichtige Bausteine von Klasse 2000 wie der Umgang mit Gefühlen und

Stress, Strategien zur Problem- und Konfliktlösung. So unterstützt Klasse 2000 die Kinder dabei, ihr Leben ohne Suchtmittel, Gewalt und gesundheitsschädigendes Verhalten zu meistern.