Gorch Fock: Etwas Interessantes über Rituale…

Etwas über den Zusammenhang von Bundeswehr und Dschungelcamp. Lasst den Soldaten die Rituale, fordert der Seefahrer-Blogger:

http://seefahrer.blog.de/2011/01/28/marinesoldat-holt-raaaaauuuuus-10449967/

Ein Friesenpraktikum

Freiwilliges Soziales Halbjahr Kultur bei der Ostfriesischen Landschaft

Broschüre über Ostfrieslands Bräuche für Kurzentschlossene

Die Ostfriesische Landschaft in Aurich bietet jungen Menschen im Alter von 16 bis 27 Jahren die Möglichkeit, sich vom 1. März 2011 ein halbes Jahr lang für die Kultur zu engagieren. „Wir Strassenboßeln_Hochformat bieten für Kurzentschlossene die Möglichkeit einer Mitarbeit an der Broschüre „Ostfrieslands traditionelle und moderne Bräuche , so Katrin Rodrian, Leiterin der Kulturagentur. Wer sich gerne in der Kulturagentur bei einem sehr spannenden neuen Projekt mit einbringen will, ist herzlich willkommen“, so Rodrian weiter. Es wurden bereits alle Heimat- und Geschichtsvereine der Region um inhaltliche Unterstützung für die Erstellung der Broschüre angefragt und die Rückmeldungen dazu sind sehr hoch. Die Bewerber sollen bei der Auswahl von Themen und Bildern, der Erstellung der Texte und der grafischen Gestaltung aktiv mit eingebunden sein. Bedingung für eine Teilnahme bei der Ostfriesischen Landschaft ist eine abgeschlossene Schulausbildung sowie Freude am Umgang mit Menschen und Interesse an den Bräuchen und Besonderheiten der Ostfriesen.

Bewerber melden sich unter: unter: 0 49 41 -17 99 – 57 oder

kultur@ostfriesischelandschaft.de

Essen – fressen – messen. Etwas zur Grünen Woche

Ein Lesetipp: Essen – fressen – messen. Etwas zur Grünen Woche.

 

Ausstellung Hein Bredendiek

Am Sonntag, 6. Februar, um 11.30 Uhr wird im Schlossmuseum Jever die Ausstellung

Hein Bredendiek – summa summarum

eröffnet. Mit der Ausstellung will das Schlossmuseum an den zehnten
Todestag von Hein Bredendiek, Ehrenbürger der Stadt Jever, erinnern.Prof. Dr. Antje Sander wird die Gäste begrüßen, ebenso wie die Bürgermeisterin
Angela Dankwardt. Jörg Michael Henneberg, stellvertretender
Geschäftsführer der Oldenburgischen Landschaft, wird die Einführung übernehmen. Angela Dohmen wird diese Eröffnung musikalisch umrahmen.

Zum 10. Todestag von Hein Bredendiek: Summa summarum, 6. Februar bis 1. Mai

Für den Maler und Dichter Hein Bredendiek (1906-2001) war das „Unterwegssein“ wohl eines der herausragendsten Kennzeichen seines künstlerischen Schaffens. Eng verbunden mit seiner Heimat Jever schloss jedoch die Breite seiner klassischen Bildung und die Begeisterung für die mediterane Welt eine enge regionale Fixierung oder gar Heimatümelei immer aus. In der Retrospektive aus Anlass seines Todestages, der sich 2011 zum 10ten Mal jährt, stellt die Ausstellung die wichtigsten Seiten seines OEvres zusammen: die Landschaftsbilder, die liebevoll seine norddeutsche Heimat zeigen, die ungegenständlichen Bilder, die von Experimentierfreude und Schaffenslust zeugen, die fast meditativ anmutendenen Stilleben und seine einfühlsamen Illustrationen. Ergänzt werden die Bilder durch Zeugnisse seiner Dichtkunst und literarischer Kostbarkeiten.

Wer war Hein Bredendiek? Ein Porträt:  https://friesenblog.wordpress.com/2011/01/21/erinnerungen-an-hein-bredendiek/

Lions Club Jever will junge Ehrenamtler ehren

Aus Anlass des 40-jährigen Bestehens wird ein mit 500 Euro dotierter Preis ausgelobt. Nominiert werden können engagierte junge Leute bis 22.

Jever/Friesland. Dr. Peter Pietsch und Martin Schadewald wissen, wovon sie sprechen, wenn es um das Thema Ehrenamt geht. Der eine ist bei der DLRG in höchsten Ämtern aktiv, der andere beim MTV Jever, und beide zusammen engagieren sie sich beim Lions Club Jever. Beide wissen auch, wie schwer es ist, andere für ehrenamtliche Arbeit zu gewinnen und dafür, sich für verantwortungsvolle Positionen zur Verfügung zu stellen. Genau diese Bereitschaft zu fördern und für das Ehrenamt zu werben, ist Ziel einer Ausschreibung, die der Lions Club Jever gestern gestartet hat. Gesucht wird der „Ehrenamtler des Jahres“, und zwar unter jungen Leuten.

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Anlass der Ausschreibung des Ehrenamtspreises ist das Clubjubiläum des LC Jever, der 40 Jahre alt ist und dies am 1. April im Lokschuppen in Jever feiert. An diesen Abend soll der neue Preis dann auch erstmals verliehen werden – und fortan jährlich, wenn sich die Sache bewährt.

Ohne Ehrenamt geht es nicht, das gilt auch und gerade für die Jugendarbeit. Zahlreiche Vereine und Gruppen engagieren sich für das Gemeinwesen, und auch junge Leute sind dort unentgeltlich aktiv. Dieses Wirken jüngerer Menschen soll gewürdigt und hervorgehoben werden, ob es im sozialen, im sportlichen oder im kirchlichen Bereich passiert, im politischen, im kreativen oder bei der Feuerwehr. „Viele sind da ganz im Stillen tätig und werden nie herausgestellt. Das möchten wir mit dem Preis ändern“, so Dr. Peter Pietsch. „Und wir wollen bewusst keine Leute ehren, die schon seit 30 Jahren etwas machen, dafür gibt es andere Auszeichnungen. Wir möchten junge Menschen herausstellen, die erst am Anfang ihres Engagements stehen. Es muss auch mit keinem Amt im Verein verbunden sein“, erläuterte Martin Schadewald

Nominiert werden können junge Leute, die ab dem 1. April 1988 geboren wurden und ihre ehrenamtliche Tätigkeit im Landkreis Friesland ausüben. Voraussetzung ist, dass das Ehrenamt mit gewissem zeitlichen und persönlichen Aufwand seit mindestens drei Jahren ausgeübt wird. Nominiert werden kann bis zum 10. März 2011. Eine Jury aus Mitgliedern des Lions Clubs Jever trifft dann die Auswahl. Der Ehrenamtspreis ist mit 500 Euro dotiert.

Anmeldungen sind an den Lions Club Jever, zu Händen Martin Schadewald, Ludwig-Meinardus-Straße 17, in 26441 Jever zu richten, per E-Mail an
martin.schade-wald@web.de. Nachfragen werden unter 04461/9151570 oder 0173/6047867 beantwortet. Den Nominierungsbogen kann man auch im Internet herunterladen: www.lions.de/jever

Der Beitrag ist dem Jeverschen Wochenblatt vom 25. Januar 2011 entnommen

Erinnerungen an Hein Bredendiek

Jever war seine Lebensform

Der Maler-Schriftsteller starb vor zehn Jahren

Von Helmut Burlager

Jever/Oldenburg. Es sollte ein kurzer Besuch werden, als wir ihn im Frühjahr 2001, das letzte Mal sahen. Hein Bredendiek sei schwach geworden, lange Besuche könne er nicht mehr verkraften, hatten uns Freunde erzählt. Wie immer meldeten wir uns telefonisch an. „Seid mir willkommen. Das ist die beste Idee dieses Wochenendes“, lud er uns mit unverhofft kräftiger Stimme ein. Als wir in der Huntemannstraße 5 a klingelten, kam er wie stets im Sonntagsanzug samt korrekt gebundener Krawatte an die Haustür und strahlte: „Willkommen Jever. Gut, dass Ihr pünktlich seid, ich habe den Tee fertig“, führte er uns in sein gemütliches Wohnzimmer.

Der Besuch, der ein Abschied war, dauerte länger als drei Stunden, und als wir uns bei Einbruch der Dunkelheit voneinander trennen mussten, da spürten wir, dass er gerne noch weiter erzählt hätte. Er war tief eingetaucht in die Vergangenheit, hatte uns die schon oft gehörte Geschichte seines Besuches beim großen Philosophen Karl Jaspers in den fünfziger Jahren in Basel noch einmal vorgetragen, aber auch Neues über seine gerade erschienene CD und vom Treiben seiner Enkelkinder berichtet und uns dann mit der Erzählung überrascht, er habe den betagten Maler Emil Nolde kurz vor dessen Tod im Jahre 1956 einmal in dessen Ruhesitz Seebüll besucht. „Kommt mal mit, ich will Euch etwas zeigen“, leitete er uns in sein Atelier und Bücherzimmer, suchte ein wenig und zog dann ein altes, schon etwas abgegriffenes Büchlein heraus, schlug die Titelseite auf und wies auf eine mit blauer Tinte hingesetzte Unterschrift: Emil Nolde.

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Hein Bredendiek (im Bild  während eines Empfangs zu seinen Ehren im Schloss Jever, mit Bürgermeisterin Margot Lorentzen und Pastor Volker Landig) lebte seine letzten Lebensjahre nicht wie so viele Hochbetagte in der Vergangenheit. Er war bis zuletzt von äußerst klarem Verstand und nahm Anteil an allen Diskussionen der Gegenwart. Aber er lebte in seiner Kunst, und die Wochen und Monate vor seinem Tod verbrachte er zunehmend damit, zu sichten, zu sortieren, zu bewerten und sich noch einmal zu erinnern, Rückschau auf ein langes, erfülltes Leben zu halten, dessen Kreis sich jetzt schloss.

In Jever, Alter Markt 12, wurde er am 18. September 1906 geboren. Wiewohl Hein Bredendiek die Stadt 1954 endgültig verlassen hat, um in Oldenburg als Studiendirektor am Alten Gymnasium Kunst zu unterrichten und am Staatlichen Studienseminar als Fachleiter für Kunst angehende Lehrer auszubilden, blieb er seiner Marienstadt immer treu.Bredendiek als Kind „Es ist ja so, dass man immer wieder heimkehrt“, sagte er, als Bürgermeister Dr. Heinz Behrends ihm 1986 im Auftrag des Rates die Ehrenbürgerschaft der Stadt Jever verlieh. Behrends zitierte damals Karl Veit Riedel mit den Worten: „Jever ist mehr als ein Wohnort, Jever ist eine Lebensform“. Auf wen hätte das mehr zugetroffen als auf Hein Bredendiek, der der Stadt und ihren Menschen in zahlreichen plattdeutschen Erzählungen, mit vielen Zeichnungen und Gemälden und in seinem jahrzehntelangen Engagement für das Schlossmuseum, die Heimatgeschichte und für die regionale Kultur ein bleibendes Denkmal gesetzt hat?

Leben und Arbeiten Bredendieks ging über diese kleine Stadt weit hinaus. Schon Studium und Berufsanfang hatten ihn aus provinzieller Enge herausgeführt, Berlin, Hamburg, Flensburg, Cottbus waren die Stationen, bevor er von 1940 bis 1945 Kriegsdienst bei der Marine leisten musste. Begegnungen seiner Jugendzeit, von Barlach bis Hindemith, von Yehudi Menuhin bis zum erwähnten Karl Jaspers, der seine Wurzeln ebenfalls in Jever hatte, prägten ihn bis zuletzt, doch keiner prägte sein künstlerisches Leben stärker als sein jeverscher Lehrer und väterlicher Freund, der Malerdichter Georg von der Vring, dessen Gedichte noch an seinem Sterbebett lagen.

Hein Bredendiek schrieb in seiner plattdeutschen Muttersprache, kraftvoll wie kaum ein anderer, und weitab von Heimattümelei und Verklärung. „Die plattdeutsche Dichtung muss vor allen Dingen echt und wahr sein, und sie muss einen guten Grund haben und muss jegliches Wortgeklingel vermeiden“, sagte der Schriftsteller einmal, und so war er als Leiter des Schrieverkrings, der Arbeitsgemeinschaft Niederdeutsche Sprache und der Bevensen-Tagungen auch ein kritischer Förderer und Wegbegleiter für viele andere, die Niederdeutsch schrieben. Sein plastisches Plattdeutsch und seine markante Stimme machten ihn auch zu einem beliebten Gast bei Radio Bremen, dessen Sendung „Hör mal’n beten to“ er viele Dutzend Mal mit seinen Beiträgen bereichert hat.

In seinen plattdeutschen Bildbetrachtungen über Breughel, Rembrandt und Barlach schlug er die Brücke zu seiner zweiten Leidenschaft, der Malerei. Hunderte und Tausende von Skizzen, Zeichnungen, Aquarellen, Ölbildern hat er im Laufe seines Lebens geschaffen, seinen Stil dabei oft gewandelt, sowohl gegenständlich als auch abstrakt gearbeitet – auch diese Arbeit von dem „echten und aufrichtigen Ernst geprägt, die Dinge unserer Anschauung zu analysieren und ohne Formgeklingel darzustellen“, wie der Oldenburger Oberbürgermeister Dr. Heinrich Niewerth es bei der Verleihung des Großen Stadtsiegels im Jahre 1986 ausdrückte.

Die größte Begabung Hein Bredendieks aber war es wohl, auf andere zugehen zu können, bis ins hohe Lebensalter. Befragt nach seinem Rezept fürs Altwerden, sagte der über 90-Jährige, der einen riesigen Freundes- und Bekanntenkreis hatte, einmal: „Das macht der dauernde Umgang mit den Menschen.“

Der Beitrag erschien 2001 in etwas längerer Fassung als Nachruf auf Hein Bredendiek im Jeverschen Wochenblatt.

Das Schlossmuseum Jever zeigt unter dem Titel “Summa summarum” vom 6. Februar bis zum 30. April aus Anlass des zehnten Todestages eine Retrospektive mit Werken des Malers Hein Bredendiek.  Programmvorschau des Schlossmuseums

Wikipedia-Eintrag zu Hein Bredendiek

Kleinkredite werden für große Profite geopfert

 

Ein Beitrag von Friedensnobelpreisträger Muhammad Yunus in der New York Times vom 14. Januar 2011, übersetzt von Stefanie Reichenbach (Opportunity International Deutschland, Köln). Der Originaltext (Sacrificing Microcredit for Megaprofits) ist hier zu lesen: New York Times 

Kleinkredite werden für große Profite geopfert

Von Muhammad Yunus

In den 1970er Jahren, als ich angefangen habe an dem zu arbeiten, was man heute als „Mikrokredit“ kennt, war es eines meiner Ziele, die Kredithaie zu vertreiben, dich sich bereichern, indem sie die Armen ausnutzen. Im Jahr 1983 habe ich die Grameen-Bank gegründet, um kleine Kredite zu vergeben, damit die Menschen, und vor allem arme Frauen, sie nutzen können, um sich selbst aus der Armut zu befreien. Zu dieser Zeit hätte ich mir nie vorstellen können, dass die Mikrofinanzierung eines Tages ihre eigenen Kredithaie hervorbringen würde.

Doch genau das ist passiert. Und das Ergebnis davon ist, dass viele Kreditnehmer in Indien mit der Rückzahlung ihrer Kredite in Verzug geraten, was wiederum dazu führen könnte, dass Kreditgeber aus dem Geschäft gedrängt werden. Die Krise in Indien macht deutlich, dass es dringend notwendig ist, die Mikrofinanzierung wieder auf den richtigen Weg zu bringen.

Die Probleme mit den Mikrokrediten begannen um das Jahr 2005, als viele Kreditgeber nach Wegen suchten, wie sie von den Krediten profitieren können, indem sie ihren Status als Non-Profit-Organisation aufgeben und zu einem kommerziellen Unternehmen werden. Im Jahr 2007 ging Compartamos, eine mexikanische Bank, als erste Mikrokreditbank Lateinamerikas an die Börse. Und im letzten August brachte SKS Microfinance, die größte Bank dieser Art in Indien, bei ihrem Börsengang 358 Millionen US-Dollar auf.

Um sicherzustellen, dass die kleinen Kredite für ihre Anteilseigner profitabel sind, mussten solche Banken die Zinsen erhöhen und aggressive Methoden für das Marketing und die Kredite-Eintreibung anwenden. Das Mitgefühl, das gegenüber den Kreditnehmern einst gezeigt wurde, als die Kreditgeber noch Non-Profit-Organisationen waren, verschwand. Den Menschen, denen Mikrokredite helfen sollten, wurde Schaden zugefügt. In Indien kamen Kreditnehmer zu dem Schluss, dass die Kreditgeber sie ausnutzen, und hörten auf ihre Kredite zurückzuzahlen.

Die Kommerzialisierung war eine schrecklich falsche Wendung für die Mikrofinanzierung, und sie zeigt eine besorgniserregende Kursänderung in der Motivation derer, die den Armen Geld leihen. Armut sollte ausgerottet, nicht als Möglichkeit Geld zu verdienen betrachtet werden.

Es gibt ernste praktische Probleme, wenn Mikrokredite als gewöhnliches Geschäft zur Profitmaximierung behandelt werden. Anstatt große Fonds zu schaffen, die dazu dienen, Geld an Mikrofinanzinstitutionen zu verleihen, wie es Bangladesh getan hat, bringen diese kommerziellen Organisationen größere Summen auf volatilen internationalen Finanzmärkten auf und übertragen die finanziellen Risiken dann auf die Armen.

Des Weiteren bedeutet das, dass kommerzielle Mikrofinanzinstitute zum Gegenstand von Forderungen nach immer höheren Profiten werden, die nur durch höhere Zinsraten, die von den Armen verlangt werden, durchgesetzt werden können. Dadurch wird der eigentliche Zweck der Kredite zerstört.

Einige Verfechter der Kommerzialisierung sagen, dass dies der einzige Weg ist, um das Geld zu beschaffen, das notwendig ist, um die Verfügbarkeit von Mikrokrediten zu erweitern und das System von der Abhängigkeit von Stiftungen und anderen wohltätigen Gebern zu „befreien“. Doch es ist möglich, Investment in Mikrokredite nutzbar zu machen – und sogar Profit zu erwirtschaften – ohne auf Almosen oder den globalen Finanzmarkt zurückzugreifen.

Die Grameen-Bank, deren Geschäftsführer ich bin, hat 2.500 Filialen in Bangladesh. Sie verleiht mehr als 100 Millionen US-Dollar im Monat, durch Kredite von weniger als 10 Dollar für Bettler in unserem „Struggling Members“ Programm (Programm für Mitglieder, die sich in Schwierigkeiten befinden), bis zu Krediten für Mikrounternehmen von ungefähr 1.000 Dollar. Die meisten Filialen tragen sich finanziell selbst und sind nur von den Spareinlagen gewöhnlicher Bangladescher abhängig. Wenn Kreditnehmer der Bank beitreten eröffnen sie ein Sparkonto. Alle Kreditnehmer haben Sparkonten bei der Bank, viele mit Guthaben die höher sind als ihre Kredite. Und jedes Jahr werden die Gewinne der Bank an die Kreditnehmer – 97 Prozent davon sind arme Frauen – in der Form von Dividenden zurückgegeben.

Mehr Mikrokredit-Institutionen sollten dieses Modell anwenden. Die Gemeinschaft muss die ursprüngliche Definition der Mikrokredite noch einmal bestätigen, die Kommerzialisierung aufgeben und dazu zurückkehren den Armen zu dienen.

Eine strengere Regulierung durch die Regierung könnte hilfreich sein. Der maximale Zinssatz sollte nicht höher sein, als die Kosten für die Finanzierung – also die Kosten, die der Bank entstehen, um das Geld, das verliehen wird, aufzubringen – plus 15 % der Finanzierung. Diese 15 % sollen die Betriebskosten decken und zum Gewinn beitragen. Im Fall der Grameen-Bank betragen die Kosten für die Finanzierung 10 %. Deshalb könnte der maximale Zinssatz 25% betragen. Wir erheben jedoch nur 20% von den Kreditnehmern. Die ideale Spanne zwischen den Kosten für die Finanzierung und dem Zinssatz für den Kredit sollte nahe bei 10 % liegen.

Um eine solche Deckelung durchzusetzen braucht jedes Land, in dem Mikrokredite vergeben werden, eine Regulierungsbehörde. Bangladesh, das die meisten Mikrokreditnehmer pro Quadratmeile in der Welt hat, hat seit mehreren Jahren eine solche Behörde, und sie konzentriert sich darauf, Transparenz bei der Kreditvergabe zu garantieren, und hat übermäßige Zinssätze und Methoden zur Kredit-Eintreibung unterbunden. In Zukunft könnte sie dazu in der Lage sein Mikrofinanzbanken zu akkreditieren. Indien, mit seinem boomenden Mikrokreditsektor braucht eine solche Regulierungsbehörde dringend.

Es gibt immer Leute, die darauf erpicht sind, die Schwachen auszunutzen. Doch Kreditprogramme, die versuchen aus dem Leiden der Armen Profit zu schlagen, sollten nicht als „Mikrokredit“ bezeichnet werden und Investoren, die solche Programme besitzen, sollten nicht vom Vertrauen und dem Respekt, den sich Mikrokreditbanken rechtmäßig erworben haben, profitieren dürfen.

Regierungen sind dafür verantwortlich, solchen Missbrauch zu verhindern. Als im Jahr 1997 die damalige First Lady Hillary Clinton und Sheikh Hasina, die Premierministerin von Bangladesh, mit anderen führenden Politikern der Welt zusammentrafen, um sich zu verpflichten, bis zum Jahr 2005 Mikrokredite und andere Finanzdienstleistungen für 100 Millionen arme Menschen zur Verfügung zu stellen, da sah es aus, als wäre das eine absolut unmögliche Aufgabe. Doch 2006 hatten wir dieses Ziel erreicht. Die führenden Politiker der Welt sollten wieder zusammenkommen und eine mächtige und visionäre Führung anbieten, um zu helfen die Mikrofinanzierung wieder auf Kurs zu bringen.