Humor mit hintergründigen Zwischentönen

Gerd Brandt, Albertus Akkermann und Werner Jürgens beleuchten in ihren Live-Programm bekannte und weniger bekannte Facetten aus dem Leben von Hannes Flesner

Hannes Flesner in den 80er Jahren.  Bild: Privatarchiv Flesner.
Hannes Flesner in den 80er Jahren.
Bild: Privatarchiv Flesner.

Ostfriesland. Musik und Döntjes rund um Hannes Flesner lautet das erfolgreiche Konzept ihrer Live-Show. Die beiden Folk-Musiker Gerd Brandt (Gitarre & Gesang) und Albertus Akkermann (Akkordeon & Gesang) werden bald wieder gemeinsam mit dem Autor der Flesner-Biografie „Gröön-Bohnen-Rock’n’Roll“ Werner Jürgens unterwegs sein, um ihrem Publikum in Gesprächen und Liedern bekannte und weniger bekannte Seiten des bis heute unvergessenen ostfriesischen „Schgangsongjees“ nahe zu bringen. Das Programm verspricht einen kurzweiligen biographischen Rückblick mit viel Humor, aber auch einigen überraschend hintergründigen Zwischentönen. Letztes Jahr spielte das Trio unter anderem vor ausverkaufter Kulisse im Leeraner „Kulturspeicher“. Für den September 2013 stehen jetzt weitere Termine an.

„Wir nennen unser Programm Radio-Show“, erläutert Brandt. „Das haben wir uns ein bisschen aus den USA abgeguckt. Im Kern geht es darum, dass wir in einer lockeren Abfolge von Talkrunden und Musikeinlagen das Leben von Hannes Revue passieren lassen wollen. “ Und die Vita des 1984 im Alter von nur 55 Jahren verstorbenen urigen Barden war durchaus facettenreich. Neben seinen plattdeutschen „Schgangsongs“ wie „Bottermelk-Tango“ oder „Genever Marie“ hat Flesner darüber hinaus ebenfalls für andere renommierte Künstler Schlagertexte geschrieben; so zum Beispiel für Rex Gildo, Nana Mouskouri, Lisa Fitz, Trude Herr, Lale Andersen, Willy Millowitsch, Henry Vahl, um nur ein paar Namen zu nennen. Manche seiner Titel, die er zumeist unter dem Pseudonym Peter Buchenkamp verfasste, erreichten gar Spitzenplatzierungen in den Hitparaden.

Ursprünglich war Hannes Flesner gelernter Journalist. Bis Mitte der 60er Jahren arbeitete er als Feuilleton-Chef bei der „Bild“-Zeitung. Dort hielt er in einer eigenen Musikkolumnen die Leser regelmäßig über die neuesten Trend auf dem Laufenden. In dem Zusammenhang war der Ostfriese einer der wenigen, die bereits frühzeitig das Potenzial der ersten Beatles-Platte mit Tony Sheridan erkannten. Als Flesner 1965 Pressechef der Plattenfirma Philips wurde, leistete er dann wichtige Schützenhilfe für den deutschen Karrierestart von späteren Superstars wie z.B. Abi & Esther Ofarim, Alexandra, Black Sabbath, Genesis, Kraftwerk, um wiederum nur ein paar Namen zu nennen. Bis heute sind auf vielen Platten-Covern und CD-Heftchen Texte zu finden, die aus der Feder des Ostfriesen stammen.

Ab den 70er Jahren rückte Hannes Flesner schließlich selber ins Rampenlicht. „Die meisten haben ihn auf die Rolle des Spaßmachers reduziert“, sagt sein Biograph Werner Jürgens. „Das wird ihm jedoch nicht gerecht. Denn Hannes hat sich in seinen Liedern auch immer wieder mit ernsten gesellschaftspolitischen Themen wie Umweltverschmutzung, Konsumzwang oder Entfremdung beschäftigt. Zudem war er im Kontext der damaligen Liedermacherbewegung definitiv der erste und lange Zeit auch der einzige Künstler, der konsequent auf die plattdeutsch Sprache gesetzt hat.“

Gut zwei Stunden dauert das Live-Programm, mit dem Gerd Brandt, Werner Jürgens und Albertus Akkermann ihren Zuschauern diese zahlreichen Facetten von Hannes Flesner nahe bringen werden. Die Tickets kosten 12 Euro an der Abendkasse oder 10 Euro zzgl. 10 % Gebühr im VVK. Online-Kartenbestellungen unter info@artychoke.de.

Termine der Flesner-Show in der Übersicht:

Sa. 07. September 2013 Kirche Groothusen (19.30 Uhr)

            VVK: Küster Mulders 04923-7792, Bücherstube Plenter Emden oder 04422-986001

So. 08. September 2013 Hayungshof Dunum (19.30 Uhr)

            VVK: Harlinger, Karl Erdmann 04971-2818 oder 04422-986001

Mo. 09. September 2013 Dorfgemeinschaftshaus Bunde (19.30 Uhr)

VVK: Bürgerbüro und Borus in Bunde, RZ Weener oder 04422-986001

Mo. 23. September 2013 Theater Norderney (20 Uhr)

Veranstaltung im Rahmen der 5. Norderneyer Plattdeutschen Woche

So. 29. September 2013 Dorfgemeinschaftshaus Neustadtgödens (16 Uhr)

            Vorverkauf: Jeversches Wochenblatt und Anzeiger für Harlingerland

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Yard Art. Der Schrottkünstler Diedel Klöver

Affenstark, der Gorilla in Lebensgröße.  Foto (c): Brigitte Meiners
Affenstark, der Gorilla in Lebensgröße. Foto (c): Brigitte Meiners

Rallenbüschen? Muss man auf der Landkarte erst mal finden. Diedel Klöver? Für viele Kunstfreunde im Nordwesten ein Begriff. Der Bildhauer zaubert den Menschen, die seine Kunstwerke betrachten, ein Lächeln ins Gesicht. Aus Schrott schweißt der Künstler großartige Skulpturen zusammen. Besonders gerne Tierfiguren, von Miniaturen bis hin zu lebensgroßen Löwen und Nashörner. Einmal im Jahr stellt er seine neuen Arbeiten vor, bei der Ausstellung „Yard Art“ im weitläufigen Garten seines Elternhauses in Rallenbüschen. Wo war das noch mal? Ein Bericht von Brigitte Meiners. Weiterlesen hier:

Yard Art – der Schrottkünstler Diedel Klöver

Bloß kein Bild mit einem Loser

Minister im Gespräch - aber nicht mit Lokalpolitikern. Foto (c): Helmut Burlager
Minister im Gespräch – aber nicht mit Lokalpolitikern.
Foto (c): Helmut Burlager

Wenn bekannte Politiker kommen, wollen alle mit aufs Bild. Ein bisschen vom Glanz der Präsidenten, Kanzler und Minister soll in Wahlkampfzeiten schließlich abstrahlen auf die örtlichen Kandidaten. Dafür vor allem werden die Promis durchs ganze Land kutschiert und geflogen. Gern stellen sich, wenn sich die Gelegenheit ergibt, auch Kandidaten und Kommunalpolitiker mit aufs Foto, die einer ganz anderen Partei angehören. Weltmeister darin war SPD-Mann Olaf Lies, als er noch nicht Minister war und die CDU-Leute in der Region zur Weißglut trieb, weil er ungefragt immer dabei war, wenn ein Unionsminister nach Friesland kam. Heute lassen sich andere gern mit ihm fotografieren – so ändern sich die Zeiten. Die haben sich auch für Thomas de Maizière geändert. Einst Hoffnungsträger der CDU, ist der Verteidigungsminister infolge der Drohnen-Affäre schwer angeschlagen, plötzlich umgibt ihn die Aura des Verlierers. So lief er auf dem Fliegerhorst Upjever ziemlich alleine durch die Gegend, als er sich vor ein paar Tagen zwei Stunden lang zum Truppenbesuch bei den Objektschützern aufhielt.

Als ob er eine ansteckende Krankheit hätte. Keiner fragte nach einem Gruppenbild, niemand strahlte beim Shakehands mit dem Minister in die Kameras,  an der Pressekonferenz nahmen  die örtlichen Politiker anderer Couleur gar nicht erst  teil. Und das am „Gewinnerstandort“ der Bundeswehrreform, wie de Maizière Upjever nannte. Undank ist der Welt Lohn. Und die Friesen waren auch schon mal freundlichere Gastgeber…

Zapp greift Auricher Affäre auf

Das NDR-Medienmagazin „Zapp“ hat am Mittwochabend über den Versuch des Auricher Landrats berichtet, einen missliebigen Redakteur der Lokalzeitung aus dem Verkehr zu ziehen.

 

Anzeigen-Sonntagsblatt wechselt Besitzer

In der ostfriesischen Zeitungslandschaft, nach wie vor eine der buntesten in Deutschland, aber in den vergangenen Jahren bereits durch Fusionen und Übernahmen verändert, tut sich wieder etwas. Die ZGO Zeitungsgruppe Ostfriesland GmbH hat heute mitgeteilt, dass sie den Leeraner Anzeigenblattverlag Sonntags-Report GmbH & Co. Kommanditgesellschaft von der Nordwest Medien GmbH & Co. KG gekauft hat. Die Geschäfte werden der Mitteilung zufolge seit gestern (Mittwoch, 14. August) durch die ZGO übernommen. In der ZGO erscheinen bereits die Tageszeitungstitel Ostfriesen-Zeitung (Leer), General-Anzeiger (Rhauderfehn), Ostfriesische Nachrichten (Aurich) sowie die Anzeigenblätter „Der Wecker“ und „Von Haus zu Haus“. Der anzeigenstarke Sonntags-Report erscheint in Leer, Papenburg und im nördlichen Landkreis Emsland. Er hat eine Auflage von 108 693 Exemplaren. Erstmalig ist der Titel Sonntags-Report am 7. September 1986 erschienen. Der Kauf durch die ZGO Zeitungsgruppe Ostfreisland GmbH wurde der Pressemitteilung zufolge durch eine jüngst beschlossene Veränderung des Pressefusionsrechtes möglich. „Die Kundenbeziehungen werden durch den Sonntags-Report fortgeführt. Alle Mitarbeiter werden übernommen. Über die Höhe des Kaufpreises haben beide Parteien Vertraulichkeit vereinbart“, heißt es weiter.

Sonntagsreport online

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Einmal heile Welt, bitte

Vielleicht sollte man einigen Kommunalpolitikern medienkundlichen Nachhilfeunterricht anbieten. Im Kulturausschuss der Stadt Schortens haben sie sich jetzt kritisch über eine Veranstaltung der NDR-Sommertour geäußert. Nun ist das ja beileibe kein investigatives Sendeformat, aber einigen Politikern ging es dann doch zu weit, wie sehr sich der NDR dem Einfluss der Politik entzogen hat. Dass ein SPD-Politiker bemängelte, „dass die Politik nicht frühzeitig mit ins Boot geholt worden sei“, wie das Jeversche Wochenblatt in seiner Montagausgabe (12.8.) berichtete, hatte zwar eher mit der Finanzierung der Sendung zu tun, zu der die Stadt gut 20.000 Euro beisteuern musste. Doch dann kritisierte eine CDU-Kommunalpolitikerin im Fachausschuss laut Zeitungsbericht, „dass man dem NDR gestattet habe, über das Aqua Toll zu berichten.“ Das Aqua Toll ist ein Spaßbad, in dem die Kommune aktuell ihr Geld versenkt, und ein bisschen kann man den Wunsch der Politikerin deshalb sogar verstehen, wenn sie meint, „solche kritischen Punkte sollten in einem Fernsehbeitrag lieber nicht erwähnt werden.“ Aber manche Wünsche behält man als Politiker eben besser für sich. Irgendwie beruhigend, dass man sich auch für 20.000 Euro beim Fernsehen keine heile Welt bestellen kann.