Tag 104 | Vom (Nicht-) Rauchen

Ich hab ja mein Leben lang nicht wirklich geraucht, nur mal so eine Zigarette ausprobiert, ein Zigarillo, eine Zigarre oder eine Pfeife gepafft, ohne dass es mir geschmeckt hätte und ohne dass mir nach mehr war. Ich ahne aber, wie schwer es für andere ist, damit aufzuhören, und da hat mir Facebook-Freundin Heike gestern einen Beitrag zur Verfügung gestellt, der mich berührt hat. „Mal so nebenbei“, schreibt sie, „meine letzte Zigarette liegt auf den Tag genau drei Monate zurück.“ Lest selbst:

Mal so nebenbei…

Von Heike Pohl

Meine letzte Zigarette liegt auf den Tag genau drei Monate zurück. Jahrelang hab ich es als große persönliche Freiheit empfunden, zu rauchen. Weil ich das will. Weil ich das kann. Was für ein Irrtum. Die Freiheit besteht darin, nicht mehr zur Zigarette greifen zu müssen.

Sie hat zu mir gehört. Und ich habe gerne geraucht. Am liebsten während des Schreibens bzw. der Arbeit, mit mir allein in meinem Kämmerlein. Die Zigarette gehörte zu mir, sie war ein fester Bestandteil meines Lebens. Natürlich hab ich (mit großem Schrecken) gelesen, gesehen und gewusst, welchen negativen Folgen ich mich aussetze. Es muss da einen Mechanismus geben, der einem ins Ohr flüstert: Das passiert alles den anderen. Dir nicht. Diese Augenwischerei ist nicht auf das Rauchen und seine Folgen reduziert. Man begegnet ihr in allen Lebensbereichen. Und bei (fast) allen Menschen. Und man kann sie zulassen. Oder eben nicht.

Nun weiß ich nicht, ob meine Entscheidung für mein Leben vielmehr für meine Gesundheit (noch) rechtzeitig kam. Aber eines weiß ich: Das Glück das ich empfinde, weil ich nicht (mehr) rauche, das hat mir keine einzige Zigarette je beschert. Am Schönsten war eh die, die ich mir angesteckt hab, nachdem ich mich beim Holzhacken fast von meinem Daumen (ab-)getrennt hatte. Schön war auch die nach bestandener Führerscheinprüfung. Und die, die ich geraucht hab, nachdem ich mich von dem Kerl getrennt hatte, der mir das L(i)eben schwer machte, die war auch gut.

Am Allerschönsten aber war und bleibt die vom 13. Januar 2014, als ich dachte: Lass den Scheißdreck sein, Heike.

P.S.: Es war einfacher, als ich befürchtet hatte.

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