Tag 352 | Trutz, blanke Hans

Für die Deiche an der Küste ist jede Sturmflut eine Bewährungsprobe. Dann stellt sich heraus, ob die Mitarbeiter des Landesbetriebes für Küstenschutz ihre Arbeit gut gemacht haben. Das ganze Jahr über waren die Küstenschützer in Niedersachsen im Einsatz, um die Schäden zu beheben, die das Orkantief „Xaver“ Ende 2013 hinterlassen hat. Tonnenweise wurden auf den Inseln Juist, Wangerooge und Spiekeroog Sandmassen bewegt, um die schadhaften Stellen zu beheben und die entstandenen Lücken zu schließen. Darüber berichtet das NDR-Fernsehen am Dienstag, 23. Dezember, von 18.15 bis 18.45 Uhr in der „NaturNah“-Sendung „Wellen, Wind und Küstenschutz“.

Kioskbesitzer Lars Bücking fürchtet jedes Jahr um seinen Zeltplatz auf Spiekeroog, der direkt hinter der Dünenkette liegt. Bei ihm stand das Wasser nach „Xaver“ fast kniehoch im Verkaufsladen.

Auf Wangerooge wurden 2014 nicht nur die Dünenabbrüche repariert, sondern auch mit dem Neubau eines Deiches begonnen. Da die Insel keinen eigenen Kleiboden hat, musste dieser für den Deichbau notwendige Baustoff mit großem Aufwand vom Festland geholt werden. Zwei Schiffe waren dafür Tag und Nacht im Einsatz, 200. 000 Tonnen Klei wurden auf einen Ponton umgeladen, der im Wattenmeer vor der Insel lag und bei Niedrigwasser von Traktoren angefahren wurde. Damit folgen die Küstenschützer einem Masterplan, den die Landesregierung vor vier Jahren aufgestellt hat. Obwohl ein Anstieg des Meeresspiegels nicht zuverlässig nachgewiesen ist, hat das Land schon vorsorglich die Deiche erhöht. Die für die Planung eines neuen Deiches notwendigen Messdaten lieferten die Mitarbeiter der Forschungsstelle Küste auf Norderney. Regelmäßig bringen sie mit ihrem Forschungsschiff „Burchana“ Messinstrumente ins Wattenmeer oder stellen Pegel auf, um beispielsweise Wellenstärke, -höhe oder Strömungsverhalten zu ermitteln und statistisch aufzubereiten.

Die Dokumentation aus der Reihe „NaturNah“ zeigt die Arbeit der Küstenschützer und die vielfältigen Anstrengungen, die zum Schutze der Menschen hinter den Deichen unternommen werden.

Jeden Dienstag widmet sich das NDR Fernsehen in der Reihe „NaturNah“ norddeutschen Landschaften und Lebensräumen. Kamerateams nehmen sich besonders viel Zeit, um die Natur vor der Haustür in ihrer Vielfalt abzubilden, Tierfilmer legen sich im Auftrag des NDR auf die Lauer, um seltene Szenen aus Norddeutschlands Tierwelt einzufangen. Die Reihe zeigt Veränderungen im Jahreszyklus, begleitet Forschungsprojekte, Naturschutzmaßnahmen und würdigt ehrenamtliches Engagement. Denn Naturschutz in Norddeutschland ist nicht möglich ohne das Engagement der Menschen, die hier leben.

Achim Reichel: Trutz, blanke Hans

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