Filmfest mit Blick nach Nordwesten

Preise und Premieren – 23. Internationales Filmfest Emden-Norderney nominiert 21 Filme für den  Wettbewerb

BühneLichtstimmung Emden – Die Wettbewerbsnominierungen des 23. Internationalen Filmfests Emden-Norderney stehen fest: 21 Spiel- und Dokumentarfilme aus Deutschland und dem nordwesteuropäischen Raum gehen in das große Rennen um die vier Langfilm-Preise, den DGB-Filmpreis für den besten gesellschaftlich engagierten Film, den NDR-Filmpreis für den Nachwuchs, den AOK-Filmpreis für gesundheitsbezogene Themen und, allen voran, den Bernhard-Wicki-Preis für den besten Kinofilm. Vier Filme von den britischen Inseln, drei belgische, zwei französische und zwei norwegische sowie eine niederländische Produktion sind in den Wettbewerben vertreten, mit neun Beiträgen stellt Deutschland in diesem Jahr das größte Kontingent. Insgesamt werden auf dem Festival 93 Filme aus 13 Ländern präsentiert. Davon sind 55 Produktionen abendfüllende Langfilme und 38 Kurzfilme.

Der Blick vom Deich aufs Wattenmeer geht in Ostfriesland meist nach Nordwesten. Der Ruf des hier beheimateten Internationalen Filmfests Emden-Norderney als führendes Publikumsfestival für nordwesteuropäische Filme beruht nicht nur auf dieser geografischen Gegebenheit – er hat auch viel mit der Mentalitätsverwandtschaft zu den ebenfalls meist Tee trinkenden Nachbarn zu tun. Schon seit 20 Jahren versteht man sich hier als Schaufenster des britischen und irischen Films. Hinzu kamen mit den Jahren auch immer mehr Filmproduktionen von den direkten Nachbarn aus den Niederlanden, Belgien und Frankreich, aber auch aus Norwegen, wo – ebenfalls an der Küste – Emdens Partnerfestival Haugesund beheimatet ist.

Britisches Kino at its best

Das Feinste des britischen und irischen Kinos findet zum Festival seinen Weg nach Emden. Wo sonst könnte die Zombie-Tragikomödie „Harold’s Going Stiff“ (Regie: Keith Wright) entstanden sein, in der merkwürdige Typen kuriosen Krankheitserregern den Kampf ansagen? Wohin würde das schräge Familienpsychogramm „Black Pond“ (Regie: Tom Kingsley u. Will Sharpe), das gekonnt mit filmischen Konventionen bricht, besser passen? Das Resozialisierungs-Drama „Will Bill“ von Dexter Fletcher wird das Publikum ebenso begeistern wie die typisch britische nostalgisch-romantische Komödie „In Love With Alma Cogan“ (Regie: Tony Britten), in der es nicht nur um die Rettung eines alten Theaters, sondern auch um die Rettung einer alten Freundschaft geht.

Starke Filme aus Belgien

„Hasta la vista“, die berührend-witzige Geschichte dreier behinderter junger Männer auf der Suche nach dem „ersten Mal“ (Regie: Geoffrey Enthoven) entpuppt sich in Belgien gerade als absoluter Kassenmagnet und “Germaine“ von Regisseur Frank van Mechelen erzählt aus der Perspektive eines Mädchens von einem der längsten Streiks Belgiens. Außerordentlich beeindruckend auch „Time Of My Life“ (Regie: Nic Balthazar), eine Geschichte von Liebe, Freundschaft und dem Recht auf ein selbstbestimmtes Leben – und Sterben.

Neues aus Frankreich

Mit zwei herausragenden Filmen präsentiert sich Frankreich im Wettbewerb. In „Dans la tourmente“ (Regie: Christophe Ruggia) wird aus einem Sozialdrama um Entlassungen rasch ein waschechter Polit-Thriller und in „On Air“ (Regie: Pierre Pinaud) spielt die großartige Karin Viard eine Radiomoderatorin mit Geheimnissen in ihrer eigenen Vergangenheit.

Norwegische Filme: komisch und skurril

„King Curling“ von Ole Endresen erzählt ebenso witzig wie dramatisch von dem Versuch eines psychisch erkrankten Spitzensportlers, Geld für die Operation eines Freundes aufzubringen und „Sons Of Norway“ (Regie: Jens Lien, Eröffnungsfilm Haugesund Filmfestivalen 2011) ist eine spannende und humorvolle Geschichte über Rebellion und Punkrock – mit einem Gastauftritt von Johnny Rotten.

Niederländischer Beitrag von Paula van der Oest

„Black Butterflies“ in Regie von Paula van der Oest entwirft ein poetisches Portrait der südafrikanischen Dichterin Ingrid Jonker, das bereits in den Niederlanden und in Südafrika ausgezeichnet worden ist.

Alle bisher aufgeführten Filme sind in deutscher Erstaufführung zu sehen.

Deutsche Filme im Wettbewerb stark vertreten

Gleich neun Beiträge in den Wettbewerben kommen aus Deutschland.  Als Uraufführung ist dabei Sheri Hagens sensibles Episodengeflecht „Auf den zweiten Blick“ im Programm, das Menschen mit Sehbehinderungen auf ihren Wegen in neue Beziehungen begleitet. Komödienspezialist Bernd Böhlich präsentiert „Bis zum Horizont, dann links!“, in dem Bewohner eines Altenheims bei einem Rundflug das Flugzeug zum Mittelmeer „umleiten“. Annika Wangards Debüt „Crashkurs“ entdeckt die Banken- und Finanzkrise als Filmthema und in „Schuld sind immer die Anderen“ (Regie: Lars Gunnar Lotz) wird ein jugendlicher Gewalttäter mit einem seiner Opfer konfrontiert. „Werden Sie Deutscher“ von Britt Beyer porträtiert mit viel Humor einen VHS-Integrationskurs, während Cornelia Grünberg in „Vierzehn“ vier sehr junge Frauen auf ihrem schwierigen Weg in die Mutterrolle begleitet. In der quirligen Familienkomödie „Pommes Essen“ (Regie: Tina von Traben) geht es um einen Imbissbuden-Wettbewerb und das Geheimrezept für die weltbeste Currysoße. „Zombies from Outer Space“ von Martin Faltermeier mixt aus den B-Movie-Rezepturen der 50er Jahre den ersten deutschen Science-Fiction-Heimatfilm. Offiziell eröffnet wird das Festival mit „Die Männer der Emden“  von Berengar Pfahl, einem historischen Abenteuerfilm über den legendären Marinekreuzer „Emden“ im ersten Weltkrieg.

Filmgäste

Katharina Thalbach, die mit dem „Emder Schauspielpreis“ geehrt wird, kommt zu diesem Anlass nach Ostfriesland und wird im Rahmen der Preisverleihungsgala die Auszeichnung entgegen nehmen. Aus Großbritannien, Irland, Frankreich, Belgien, Norwegen und den Niederlanden haben sich bereits weitere Filmgäste angekündigt. Rund 70 Schauspieler, Regisseure, Produzenten und Autoren werden zum Festival erwartet, darunter Otto Sander, Sheri Hagen, Geoffrey Enthoven, Pierre Sanoussi-Bliss, Pierre Pinaud, Hans-Erich Viet und  Angelica Domröse.

Galas und Events

Neben den Galaveranstaltungen zur Eröffnung und Verleihung der Filmpreise stehen Talks und Filmgespräche, die feierliche Verleihung des Drehbuchpreises sowie der traditionelle Schiffsausflug mit Beachvolleyball-Turnier für Gäste und Akkreditierte nach Norderney auf dem Programm. Der im letzten Jahr eingeführte Filmtee mit Dorothee Wenner wird aufgrund der großen Resonanz wieder aufgelegt.  Im Mitternachtstalk plaudern Hilke Theessen und Volker Bergmeister in lockerer Runde im Grand Café mit Festivalgästen.

– Festivaleröffnung, Mittwoch 6. Juni, 19.00 Uhr

– Eröffnung auf Norderney, Donnerstag 7. Juni, 19.00 Uhr

– Mitternachtstalk mit Hilke Thessen und  Volker Bergmeister, Donnerstag 7. bis Samstag 9. Juni, 23.30 Uhr

– Filmtee mit Dorothee Wenner, Freitag 8. Juni und Samstag 9. Juni, 17 Uhr

– DGB Filmgespräch, Freitag 8. Juni, 14.30 Uhr

– Preisverleihung Drehbuchpreis, Freitag 8. Juni, 19.15 Uhr

– Dünentalk auf Norderney, Samstag 9. Juni, 12.00 Uhr

– Preisverleihung Filmpreise, Sonntag 10. Juni, 20.15 Uhr

Preise und Förderer
Auf der großen Galaveranstaltung am Sonntag sind Preisgelder in Höhe von 51.000 Euro zu gewinnen. Neben dem mit insgesamt 15.000 Euro dotierten, nach Bernhard Wicki benannten, Hauptpreis werden der NDR Filmpreis für den Nachwuchs, der DGB-Filmpreis, der AOK Filmpreis, der Ostfriesische Kurzfilmpreis der VGH und der Emder Schauspielpreis vergeben. Den Emder Drehbuchpreis vergibt die vom Grimme-Institut berufene Jury bereits am Freitag, dem 8. Juni in der Kunsthalle Emden. Der wohl ungewöhnlichste Preis eines deutschen Filmfestivals „Ein Schreibtisch am Meer“ beinhaltet ein zweiwöchiges Kurzstipendium auf Norderney und wird schon am Festivalsamstag auf der Insel vergeben.

Das Festival findet vom 6. bis 13. Juni 2012 statt.  Unter www.filmfest-emden.de steht das vollständige Programm. Aktuelle Informationen auch auf www.facebook.com/filmfestemden.

Quelle: Pressemitteilung des Filmfests Emden

In 25 Jahren Tonnen von Münzen gesammelt

Lions Club Jever unterstützt die DGzRS mit Fremdwährungs-Aktion

Von Dietmar Bökhaus

Jever/Wilhelmshaven – Der Lions Club Jever hat die Möglichkeit, Münzen in ausländischer Währung, die von den Geschäftsbanken nicht eingetauscht werden, in Euro zu tauschen. Diese Aktion läuft seit einigen Jahren in Jever, im Wangerland und Wilhelmshaven mit großem Erfolg. An der Sammlung beteiligen sich auch die Soldaten der Deutschen Marine, die mit ihren Einheiten fast nur noch im Auslandseinsatz sind.

Unserem Fotografen stellten sich unter dem "Eisernen Kreuz" das nur die Fregatte Emden fahren darf, v.l: Hans- Joachim Katenkamp (DGzRS), der symbolisch die Spende von Udo König und Andreas Kreye übernahm. Zeuge des ganzen war der Kommandant der Emden, Fregattenkapitän Jörg- Mchael Horn. Foto: Dietmar Bökhaus

Im Jahr 2010 hat sich so eine Summe in Höhe von 1500 Euro angesammelt, die vor wenigen Tagen an Bord der Fregatte „Emden“ im Marinestützpunkt Wilhelmshaven an die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) übergeben wurde. Udo König und Andreas Kreye vom Lions Club Jever sind sich sicher, das die Retter der DGzRS, die bei jedem Wetter
hinausfahren, um anderen in Seenot befindlichen Menschen Hilfe zu bringen, die Hilfe großzügiger Menschen an Land brauchen. Die Arbeit und das moderne Material der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger kostet Geld, und die DGzRS finanziert sich ausschließlich aus Spenden. Deshalb war es für den Lions Club auch in diesem Jahr klar, dass mit den 1500 Euro die Arbeit der DGzRS unterstützt werden soll. Hans-Joachim Kattenkamp von der DGzRS nahm diese Spende dankend an und meinte: „In dieser schnelllebigen Zeit ist es nicht selbstverständlich, dass sich Menschen langfristig zur Unterstützung von Hilfsorganisationen bereitfinden. In den vergangenen 25 Jahren sind bei der Sammel- und Tauschaktivität der Jeveraner einige Tonnen Fremdwährung zusammengekommen und bisher zu in einem Gesamtbetrag von 46.000 Euro eingetauscht worden.“ Dieser Betrag ist im genannten Zeitraum an die DGzRS übergeben worden.

Für den Kommandanten der „Emden“, Fregattenkapitän Jörg- Michael Horn, und seine Besatzung ist es eine Ehrensache, die harte und gefahrvolle Arbeit der Seenotretter zu unterstützen. Das gleiche gelte für die Besatzungen der  anderen Einheiten der Marine, schob der Kommandant nach.  In díesem Jahr wurde die Fregatte Emden als Übergabeschiff der Spende an die DGzRS ausgewählt, weil sie das Patenschiff der Seestadt an der Emsmündung ist. Vor genau 150 Jahren wurde hier in Emden der „Verein zur Rettung Schiffbrüchiger  in Ostfriesland“ durch Georg Breusing gegründet. Daher passe es gut, diese Bürgerspende auf der Fregatte Emden zu übergeben, sagte der Präsident des Lions Clubs, Andreas Kreye.

Ein schöner Text über Ostfriesland

News.de-Redakteurin Ulrike Bertus über ihre (und meine) ostfriesische Heimat:

Allein mit sich und dem Herzschlag