Tag 28 | Monözie

Mein persönliches Wort des Jahres steht schon fest, es ist die „Einhäusigkeit“. Laut Duden ist das die „Mo|n|ö|zie, die; – <griech.> (Bot. Einhäusigkeit, Vorkommen männl. u. weibl. Blüten auf einer Pflanze)“. Verwendet wurde es jetzt anlässlich einer Pressekonferenz der Stadt Wilhelmshaven, und es ging dabei nicht um den Botanischen Garten, sondern um die Krankenhäuser in der Stadt. Zwei gibt es davon, ein städtisches und ein katholisches, und die beiden sollen in den nächsten Wochen fusionieren. Das ist ja auch so eine Art gleichgeschlechtlicher Vereinigungsvorgang mit nachfolgenden Geburtswehen. Jedenfalls ziehen die beiden Krankenhäuser im Sommer dann unter ein Dach, anders ausgedrückt in ein Haus, oder um es mit den Worten der Klinikchefin und des Oberbürgermeisters auszudrücken: Es kommt die Einhäusigkeit. Welch ein schönes Wort. Ich sehe meinen Arbeitskollegen vor mir, der demnächst mit seiner Freundin zusammenziehen will, wie er sie an einem romantischen Abend bei Kerzenschein fragt: „Könntest Du Dir für unsere Zukunft eine Einhäusigkeit vorstellen?“ Und sie haucht: „Ja, ich habe schon lange von Monözie geträumt!“

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