Übernahme der Wilhelmshavener Zeitung und des Jeverschen Wochenblatts offiziell vollzogen
Jever/Wilhelmshaven – Die im Mai bekanntgegebene und im Juni vom Bundeskartellamt genehmigte Übernahme des Medienhauses BruneMettcker durch die Neue Osnabrücker Zeitung ist jetzt offiziell vollzogen worden. Nach Mitteilung des Verlages, der die Wilhelmshavener Zeitung und die Tageszeitung Jeversches Wochenblatt herausgibt, ist die NOZ/mh:n-Gruppe seit dem 30. Juni mit 50,01 Prozent als Hauptgesellschafter mit an Bord. Der bisherige Alleininhaber Robert Allmers hält demnach noch eine Minderheitsbeteiligung von 49,99 Prozent.

Damit endete nun auch formal die Ära des selbstständigen Medienhauses BruneMettcker, 1999 hervorgegangen aus dem Mettcker-Verlag in Jever und dem Brune-Verlag in Wilhelmshaven, als reines Familienunternehmen. Ende einer Ära.
Aufmerksame Leserinnen und Leser der beiden Zeitungen, die nun zur NOZ-Gruppe gehören, konnten dies schon seit dem 2. Juli am Impressum der Wilhelmshavener Zeitung und des Jeverschen Wochenblatts ablesen, wo seitdem als Herausgeber neben Robert Allmers die NOZ-Verleger Werner Ebke und Jan Dirk Elstermann aufgeführt werden und als Chefredakteure Burkhard Ewert und Louisa Riepe, die diese Funktion auch bei der NOZ sowie bei den jüngst hinzugekauften Titeln „Rheiderland“ in Weener und „Ostfriesischer Kurier“ in Norden ausüben. Die bisherige Gesamtredaktionsleiterin in Wilhelmshaven und Jever, Cornelia Lüers, wird im Impressum jetzt als „Verantwortlich für die lokalen Inhalte“ geführt.
Welche weiteren Veränderungen die Übernahme der beiden Lokalblätter und des Verlagsgeschäfts in Wilhelmshaven und Jever durch die NOZ nach sich ziehen, ist von den Beteiligten noch nicht kommuniziert worden. Nach der Umstellung der Mantellieferung – seit dem 15. April beziehen WZ und JW ihren überregionalen und Politikteil von der Neuen Osnabrücker Zeitung und nicht mehr von der Nordwest-Zeitung (NWZ) in Oldenburg – werden zweifellos weitere Umstellungen erfolgen. Bislang sind beide Zeitungen organisatorisch und redaktionell stark in die NWZ-Gruppe eingebunden gewesen. Der redaktionelle Austausch zwischen NWZ und den beiden Zeitungen in Jever und Wilhelmshaven ist vor einigen Wochen ausgelaufen, seitdem greifen die Redaktionen stärker auf regionale Inhalte von anderen Zeitungen und Korrespondenten aus dem NOZ-Umfeld zurück. Gedruckt werden beide Blätter des BruneMettcker-Verlages weiter in Oldenburg, auch besteht eine die Verlagsgruppen übergreifende Zusammenarbeit im Anzeigenbereich.
Bei einem Antrittsbesuch der Führungsriege aus Osnabrück in Wilhelmshaven ist in einer Mitarbeiterversammlung der BruneMettcker-Belegschaft gute Stimmung verbreitet worden. Wie es in einem am 6. Juli veröffentlichten Bericht darüber heißt, sei im Beisein der NOZ-Geschäftsführer Paul Wehberg und Jens Wegmann, der Chefredakteurin Louisa Riepe und weiterer Führungskräfte aus Osnabrück und von Mitgesellschafter Robert Allmers sowie Geschäftsführer Helmut Loerts-Sabin „ein neues Kapital einer Partnerschaft aufgeschlagen“ worden. Sie verbinde zwei Häuser, die nicht nur gleiche Werte, sondern ihre Leidenschaft für starken, lokalen Journalismus verbinde. Die Häuser ergänzten sich optimal. Man wolle den Markt in Wilhelmshaven und Friesland davon überzeugen, dass die beiden Zeitungen die beste Adresse für Lokalnachrichten seien und blieben.
NOZ-Geschäftsführer Wehberg sprach von einem „Familienzuwachs“, der den strategischen Plänen seines Hauses entspreche und agiles Handeln, Wachstum und Wettbewerbsfähigkeit ermögliche. Mitherausgeber Robert Allmers wird mit den Worten zitiert, die neue Partnerschaft bündele technologische Kompetenz mit starker lokaler Identität. „Rückenwind für alles, was kommt“, erwartet Brune-Mettcker-Geschäftsführer Helmut Loerts-Sabin von dem Zusammenschluss. Zu dem, was kommt, gehört absehbar auch ein Wechsel in der Geschäftsführung, denn Loerts-Sabin (70) hat mit der Vorbereitung des Verkaufs der Anteilsmehrheit auch den Weg für sich selbst bereitet, in den verdienten Ruhestand gehen zu können.





Ein Theatererlebnis, das lange nachwirkt, beschert die Landesbühne Niedersachsen-Nord in dieser Saison mit Gotthold Ephraim Lessings Drama „Nathan der Weise“. Gestern Abend gastierte das Ensemble mit dem Klassiker in Jever und hinterließ beim Publikum am ausverkauften Dannhalm in jeder Hinsicht großen Eindruck: Eine großartige schauspielerische Gesamtleistung, aus der lediglich Johannes Simons als Nathan herauszuheben wäre, ein außergewöhnliches, durchdachtes Bühnenbild und ein Umgang mit Lessings „Dramatischem Gedicht in fünf Aufzügen“, der einen eigentlich sperrigen und antiquierten Text recht modern und jedenfalls verdaulich präsentiert. Das Thema selbst, der Wettstreit der großen Weltreligionen Christentum, Judentum und Islam und die Frage, welche davon „wahr“ ist, könnte aktueller nicht sein.
2017 ist nicht nur das Lutherjahr. Im Mai jährt sich auch der Todestag von Jörg Immendorff zum zehnten Mal. Die Stiftung Burg Kniphausen nimmt dies zum Anlass, mit einer Ausstellung an den großen deutschen Künstler zu erinnern. Unter dem Titel „Jörg Immendorff – Alles was Ihr von mir bekommt – Graphische Werke“ werden vom 26. Februar bis zum 23. April 2017 neben Graphiken auch Skulpturen gezeigt. Die Eröffnung ist am Sonntag, 26. Februar, um 17 Uhr.
Regisseurin Eva Lange hat in großer künstlerischer Freiheit aus dem umfangreichen literarischen Text, der 2013 unter dem Eindruck einer Kirchenbesetzung durch Asylbewerber in Wien entstand, ein sehens- und hörenswertes Sprechstück gemacht, in dem neun Schauspieler der Landesbühne Niedersachsen-Nord die Rolle der Flüchtlinge übernehmen und neun in Wilhelmshaven lebende Flüchtlinge den Part der Einheimischen, der Politiker und Bürokraten. Das alles in einem so sparsamen wie spektakulären Bühnenbild, gestaltet von Gunna Meyer, das den Asylraum Kirche ebenso prägnant darstellt wie das Mittelmeer als goldglänzendes Leichentuch, das die Toten bedeckt, die es nicht nach Europa geschafft haben. Die Toten, von denen die angekommenen Flüchtlinge sich fragen, ob sie es nicht in Wirklichkeit besser getroffen haben. Angekommen zu sein im Land der Hoffnung, und doch nicht wirklich da zu sein – das ist das bedrückende Thema der „Schutzbefohlenen“, die viele Zitate an klassische Darstellungen des Themas Flucht und Ausgrenzung enthält.