Wilhelmshaven: Vortragsreihe „Medien und Gesellschaft“

DSC_0133Das Institut für Medienwirtschaft und Journalismus (InMWJ) an der Jade Hochschule in Wilhelmshaven veranstaltet im Sommersemester 2017 wieder eine Vortragsreihe, diesmal mit dem Titel „Medien und Gesellschaft: Von Wechselwirkungen und Nebenwirkungen“. Dabei sprechen Referenten aus der Medienwirtschaft und -wissenschaft über medienrelevante Themen der Gegenwartsgesellschaft. Zu den Vorträgen mit anschließenden Diskussionen lädt das InMWJ alle Interessierten herzlich ein:

 

Donnerstag, 6. April 2017, 16 Uhr, Raum H303 (Hauptgebäude)

Eberhard von Elterlein: „Vom Medienangestellten zur Marke – Wie sich der Beruf des Journalisten verändert hat“

Wirtschaftlicher Druck auf die Zeitungshäuser (Synergie), Konkurrenzmedien (Online) und neue Verbreitungsmöglichkeiten von Nachrichten (soziale Netzwerke) haben neue Anforderungen an den Beruf gestellt. Eberhard von Elterlein liefert in seinem Vortrag einen Erfahrungsbericht über das sich wandelnde Berufsbild des Journalisten. Eberhard von Elterlein war unter anderem Ressortleiter der Berlin-Redaktion „Die Welt“ und der Reiseredaktion Berliner Morgenpost. Heute ist er verantwortlicher Sportredakteur bei der Berliner Morgenpost Kompakt.

Donnerstag, 27. April 2017, 16 Uhr, Raum H303 (Hauptgebäude)

Michael Wegener: „Ente oder Aufmacher? Von der Kunst des Verifizierens.“

YouTube, Twitter, Facebook – immer mehr Redaktionen greifen auf Inhalte aus den sozialen Medien zurück. Doch die Videos und Fotos zeigen oft nicht das, was sie versprechen. Seit 2011 überprüft ARD-aktuell („Tagesschau“, „Tagesthemen“) diese Quellen auf ihren Wahrheits- und Echtheitsgehalt. Michael Wegener spricht über die Kunst des Verifizierens und nennt Tools und Workflows, die für eine Verifikation hilfreich sind. Michael Wegener leitet das Content Center von ARD-aktuell („Tagesschau“, „Tagesthemen“), das für die Recherche von Bewegtbildern aus unterschiedlichen Quellen und deren Verifikation verantwortlich ist. Bis 2005 war Wegener Chef vom Dienst des europäischen Nachrichtenbilder-Austausches der Eurovision in Genf und New York.

Donnerstag, 11. Mai 2017, 16 Uhr, Raum H303 (Hauptgebäude)

Nadine Jurrat: „Medien in Krisengebieten stärken – wozu?“

Journalisten spielen besonders dort eine Schlüsselrolle, wo verlässliche Informationen den Unterschied zwischen Wohlstand und Armut, Leben und Tod machen. Doch sind Medien prinzipiell fördernd in Krisengebieten, beim demokratischen Wiederaufbau und nach Naturkatastrophen oder verschärfen sie die Situation? Mit dieser Fragestellung setzt sich Nadine Jurrat in ihrem Vortrag auseinander. Nadine Jurrat ist Beraterin für internationale Medienentwicklung. Nach ihrem Studium an der University of London arbeitete sie bei UNDP und dem Rory Peck Trust. Seit 2010 kooperiert sie mit Organisationen wie der Deutschen Welle Akademie. Ihre Arbeit hat sie in unterschiedlichste Konfliktgebiete wie Kirgisistan, Mexiko und Kolumbien gebracht.

effi_briest_07

Alina Müller als Effi Briest, Ramona Marx als Mutter. Foto: Landesbühne

Absolut sehenswert: Effi Briest. Ein weiteres Erfolgsstück der Landesbühne Niedersachsen Nord in einer sehr erfolgreichen Saison. Das Ensemble überzeugte am Freitagabend auch im Theater am Dannhalm in Jever.
Hier geht es weiter…

Kniphausen: Ausstellung erinnert an Jörg Immendorff

Ein Malerfürst auf der Burg

friesenblog-screenshot2017 ist nicht nur das Lutherjahr. Im Mai jährt sich auch der Todestag von Jörg Immendorff zum zehnten Mal. Die Stiftung Burg Kniphausen nimmt dies zum Anlass, mit einer Ausstellung an den großen deutschen Künstler zu erinnern. Unter dem Titel „Jörg Immendorff – Alles was Ihr von mir bekommt – Graphische Werke“ werden vom 26. Februar bis zum 23. April 2017 neben Graphiken auch Skulpturen gezeigt. Die Eröffnung ist am Sonntag, 26. Februar, um 17 Uhr.

Immendorff, 1945 im niedersächsischen Bleckede geboren, war Hauptschullehrer, bevor er nach Abschluss der Kunstakademie Düsseldorf zu einem der bekanntesten Maler im Nachkriegsdeutschland avancierte. Einen Platz in der jüngeren Kunstgeschichte sicherte er sich mit seinem Bilderzyklus „Café Deutschland“, an dem er von 1977 bis 1983 arbeitete.

Die großformatigen Bilder befassen sich mit der Teilung des Landes und deren Auswirkung auf Kunst und Gesellschaft. In expressiven Szenerien begegnen sich historische und zeitgenössische Künstler, Politiker und Prominente. Zeit seines Lebens verkörperte der exaltierte Malerfürst Immendorff übrigens perfekt das Klischee des exaltierten Bohemien zwischen Genialität, Triebhaftigkeit und tragischem Ende.

Auf einen Blick

Künstler: Jörg Immendorff

Ausstellungstitel: „Jörg Immendorff – Alles was Ihr von mir bekommt – Graphische Werke“

Daten: 26. Februar bis 23.April 2017

Ort: Burg Kniphausen

Angekommen und ausgegrenzt

Tief beeindruckt von einem ungewöhnlichen Stück, einer brillanten Inszenierung und einer großartigen Leistung des 18-köpfigen Teams aus Schauspielern und Statisten hat das jeversche Publikum am späten Freitagabend (25.11.) das Theater am Dannhalm verlassen. „Die Schutzbefohlenen“, ein brandaktuelles Stück der Nobelpreisträgerin Elfriede Jelinek über die Flüchtlingsströme nach Europa, berührte die Zuschauer tief.

Die_Schutzbefohlenen_15.jpgRegisseurin Eva Lange hat in großer künstlerischer Freiheit aus dem umfangreichen literarischen Text, der 2013 unter dem Eindruck einer Kirchenbesetzung durch Asylbewerber in Wien entstand, ein sehens- und hörenswertes Sprechstück gemacht, in dem neun Schauspieler der Landesbühne Niedersachsen-Nord die Rolle der Flüchtlinge übernehmen und neun in Wilhelmshaven lebende Flüchtlinge den Part der Einheimischen, der Politiker und Bürokraten. Das alles in einem so sparsamen wie spektakulären Bühnenbild, gestaltet von Gunna Meyer, das den Asylraum Kirche ebenso prägnant darstellt wie das Mittelmeer als goldglänzendes Leichentuch, das die Toten bedeckt, die es nicht nach Europa geschafft haben. Die Toten, von denen die angekommenen Flüchtlinge sich fragen, ob sie es nicht in Wirklichkeit besser getroffen haben. Angekommen zu sein im Land der Hoffnung, und doch nicht wirklich da zu sein – das ist das bedrückende Thema der „Schutzbefohlenen“, die viele Zitate an klassische Darstellungen des Themas Flucht und Ausgrenzung enthält.

Aus einer Ensembleleistung aus einem Guss stachen Jördis Wölk als Operndiva und Caroline Wybranietz als Europa besonders hervor. Regisseurin Eva Lange und Dramaturgin Lea Redlich gaben dem Publikum anschließend Gelegenheit zu einem Gespräch im Foyer. Die meisten Besucher aber gingen schweigend und sehr beeindruckt nach Hause.

Weitere Aufführungen im Stadttheater Wilhelmshaven: 30. November, mit anschließendem Publikumsgespräch; 17. Dezember und 9. Januar 2017, Beginn jeweils 20 Uhr. Karten im Vorverkauf an der Theaterkasse (Telefon 04421 / 940115).

Theaterkirche zum Stück in der Christus- und Garnisonkirche in Wilhelmshaven am 4. Dezember, Beginn 18 Uhr, Eintritt frei.

Aufführung im Spielgebiet: am 28. November 19.30 Uhr in Leer, Blinke, am 29. November um 19.30 Uhr in Emden, Neues Theater, am 7. Dezember 20 Uhr in Buxtehude, am 14. Dezember um 19.30 Uhr in Aurich, Stadthalle.

(Der Beitrag erschien am 28.11.2016 im Jeverschen Wochenblatt)

 

Theater-Gala in Wilhelmshaven

Clyde_und_Bonnie_09.jpg

„Clyde und Bonnie“ – eine der erfolgreichen Inszenierungen der laufenden Spielzeit. Mit Lutz Faupel und Friederike Butzengeiger. Bild: Landesbühne Nord

Förderverein stellt das Ensemble der Landesbühne, die Stücke der aktuellen und der kommenden Spielzeit und sich selbst vor. Am 1. Juni im Stadttheater.

Wilhelmshaven – Große Gala des Fördervereins der Landesbühne in Wilhelmshaven: Um noch mehr Mitglieder für das Theater zu begeistern als die jetzt schon über 250 Unterstützer, veranstaltet der Verein am 1. Juni um 19.30 Uhr eine große Gala im Stadttheater.

In diesem Spektakel wird das gesamte Ensemble der Landesbühne zu sehen sein. Es wird ein Rückblick auf die vergangene Spielzeit und eine Feier des Theaters, das an diesem Tag die künstlerische Vielfalt der Landesbühne unter Beweis stellen will.

Ziel des Fördervereins ist es, die Landesbühne insgesamt, einzelne Produktionen und kulturelle Rahmenprogramme zu unterstützen. So half der Verein bereits bei der Finanzierung eines neuen Ton-Mischpults, eines Sprechtrainings oder der neuen Zuschauertribüne in der Spielstätte TheOs. Karten für die Gala gibt es ab sofort im Service-Center der Landesbühne in der Virchowstraße in Wilhelmshaven.

 

Sag’s mit Blumen

Die Wilhelmshavener haben ja einen speziellen Humor. Da werden zum Beispiel ehemalige Friedhöfe, die ihren Zweck nicht mehr erfüllen, in Parks umgewandelt und im Volksmund dann „Knochenpark“ genannt. Manche Wilhelmshavener haben aber auch starke Nerven, so wie ein 39-jähriger Einheimischer, der mit seinem kleinen Kind am Sonnabend zur Mittagszeit in der Nähe des Knochenparks in der Gökerstraße gelbe und weiße Narzissen aus einem Blumenbeet pflückte. Von der Polizei erwischt, entgegnete er arglos, die seien für Oma.

 

Die Wohlwollenden und die Bösartigen

Gerade in dem Moment, als ich diese Geschichte erzählen will …

20 Cent.jpgHeute Nachmittag im Drogeriemarkt Rossmann in Jever. Ein junges Flüchtlingspaar aus der nahe gelegenen Notunterkunft will einen Nagelknipser für 1,89 Euro kaufen. Der Ehemann gibt sein ganzes Kleingeld hin, die Verkäuferin zählt einen Berg Cent-Stücke. „Das reicht nicht, es fehlen 20 Cent“, sagt die Verkäuferin, keineswegs unfreundlich. Zwei Stimmen gleichzeitig aus der Warteschlange hinter den beiden Flüchtlingen, zweimal dieselben Worte: „Das zahl‘ ich!“ Das Ehepaar, überrascht, nickt etwas verschämt, ein stiller Dank, und zieht seines Weges.

… lese ich diese gemeinsame Erklärung der Stadt Wilhelmshaven und der Polizeiinspektion Wilhelmshaven/Friesland

„In virtuellen Netzwerken macht seit dem 22. Januar 2016 eine Meldung die Runde, nach der Flüchtlinge in einem Einzelhandelsgeschäft in der Wilhelmshavener Innenstadt versucht haben sollen, großen Mengen Waren zu kaufen. Die Polizei soll gerufen worden sein, die Stadt Wilhelmshaven habe gemäß der Darstellung erklärt, sie würde die Rechnung bezahlen. Vertretern der Polizeiinspektion Wilhelmshaven-Friesland und der Stadt Wilhelmshaven ist dieser Vorgang nicht bekannt. Kein Vertreter der Polizei oder der Stadt ist mit dem Vorgang befasst gewesen und hat Erklärungen abgegeben oder die Bezahlung von Waren-Rechnungen für Großeinkäufe von Flüchtlingen zugesagt. In einer gemeinsamen Presseerklärung verweisen Polizei und Stadt darauf, dass für die Ausstattung von Asylbewerbern klare gesetzliche Regelungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz gelten und konsequent eingehalten werden. Beide Behörden äußerten ihr Unverständnis darüber, dass mit gezielten Falschmeldungen immer wieder Stimmung gegen Migranten gemacht werden soll und riefen dazu auf, entsprechende Meldungen nicht ungeprüft in den sogenannten sozialen Medien (wie z.B. Facebook) weiter zu verbreiten.“

 

Carola Schede: Worum dreht sich deine Welt?

Hier mal ein Friesenblog-Beitrag zum Reinhören. Ein schönes kleines Porträt aus der Werkstatt von Carola Schede aus Wilhelmshaven: „Worum dreht sich deine Welt?“

Jetzt: Mathilde Maersk im Jade-Weser-Port Wilhelmshaven

Das sind schon ganz ordentliche Pötte, die da regelmäßig im Jade-Weser-Port ankommen. Hier kann man sich über die Schiffsbewegungen informieren:

JWP

und hier: http://www.jadeweserport.de/betrieb/port-office/schiffsankuenfte.html

Pop Art aus Wilhelmshaven

FOTOPOPART – Eine Symbiose aus Foto-Design und Pop Art

Ausstellungseröffnung am Donnerstag, 1. Oktober 2015, 18.30 Uhr
in der Sparkassenzentrale am Theaterplatz

Text zur Ausstellung Sparkasse FOTOPOPART.inddKlaus Schreiber (Foto-Design) und Holger Mühlbauer (Grafik Design + Kunst) kennen sich nun länger als 15 Jahre und haben erstmals einen kreativen Prozess in Gang gebracht, um beide Kunstarten miteinander verschmelzen zu lassen, zur FOTOPOPART! Klaus Schreiber ist seit mehr als 40 Jahren als Foto-Designer in Wilhelmshaven und Friesland bekannt. Er ist ein renommierter Foto-Designer mit vielen Ausstellungen im In- und Ausland. Holger Mühlbauer ist schon von Kindesbeinen an kreativ im Bereich Grafik Design und Kunst. Er ist seit 1996 selbstständig und Inhaber der Agentur „Mühlbauer Design im Pförtnerhaus“ in Wilhelmshaven.

(c) Klaus Schreiber, Holger Mühlbauer

(c) Klaus Schreiber, Holger Mühlbauer

Kreischende Farben, wilde Farbspritzer auf alten Spanplatten, die wieder und wieder fotografiert, gemischt mit Real-Bildern in digitaler Kunstform zusammen gebracht werden. Das ist die Arbeitsweise von Schreiber und Mühlbauer für diese spezielle Kunstart. Diese neue Art besteht aus digitalen und manuellen Materialien, die letztendlich alle digital verarbeitet werden. Die limitierten Werke sind auf Leinenstoff mit 4 cm Keilrahmen in verschiedenen Formaten erhältlich.

Die Ausstellung läuft vom 1. Oktober bis zum 31. Dezember 2015 in der
Sparkassenzentrale Wilhelmshaven, Theaterplatz.

(c) Klaus Schreiber, Holger Mühlbauer

(c) Klaus Schreiber, Holger Mühlbauer