Yunus neuer Gastprofessor an der Universität von Malaysia

Bangi – Friedensnobelpreisträger Muhammad Yunus hat am Freitag, 15. Juli, in Bangi im Bundesstaat Selangor in Malaysia eine Gastprofessur der Universität von Kebangsaan (National University of Malaysia) angetreten. Yunus nahm eine Einladung an, “Laureate-in-Residence” der UKM-Universität zu werden. Malaysia lädt seit 2001 jährlich einen Nobelpreisträger zur Gastprofessur ein und eröffnet ihm die Möglichkeit, sich einen Monat bis ein Jahr lang im Land aufzuhalten und an der Universität zu lehren.

Prof. Muhammad Yunus sprach in seiner Antrittsrede vor mehr als 2000 Studenten und Fakultätsangehörigen über Social Business, das heute als Oberbegriff für verschiedene Formen des Wirtschaftens steht, die die Menschen und nicht den Profit im Fokus haben. Mikrokredite, für die Yunus mit dem Nobelpreis ausgezeichnet wurden, sind nur eine davon. Yunus sagte in seiner Ansprache, dass die Entwicklung von Mikrokrediten und Social Business in seinem Heimatland Bangladesh ihn das Potenzial aller Menschen gelehrt hätten, ihr eigenes Leben zum Besseren hin zu verändern. Er rief die nachkommende Generation auf, ihr Talent und ihre Energie darauf zu verwenden, die Probleme der Gesellschaft mit ihrer eigenen Innovationskraft und Kreativität sowie mit den ihnen heute zur Verfügung stehenden Ressourcen und Technologien zu lösen.

Die Universität von Malaysia hat mehr als 25.000 Studenten. Das Laureate-Programm geht auf eine Vision des früheren Premierministers Mahathir Mohamed zurück, durch intensive Wissenschaftsförderung bis zum Jahr 2020 einen malaysischen Nobelpreisträger hervorzubringen.

Quelle: Professor Yunus urges young Malaysians to solve  society’s problems with their own creativity, Artikel in: Yunus Centre

Die sieben Prinzipien des Social Business nach Yunus: Seven principles

Zugang zu Krediten eröffnet Chancen für 28 Millionen Menschen

Oikocredit legt Bericht zum sozialen Wirkungsmanagement 2010 vor 

Daressalam (ots) – Die sozialen Auswirkungen der Mikrofinanzierung sollten für das Wachstum des Sektors ebenso wichtig sein wie die finanziellen Ergebnisse. Heute stellt Oikocredit auf der Generalversammlung in Tansania ihren Bericht zum sozialen Wirkungsmanagement vor. Dieser Bericht zeigt positive Veränderungen im Leben der Kreditnehmerinnen, vor allem Frauen in ländlichen Gebieten. Das entspricht der Vision von Oikocredit, auf verantwortliche Weise mehr Menschen mit fairen Finanzierungen zu erreichen.

Im letzten Jahr erreichte Oikocredit über ihre Mikrofinanz-Partner mehr als 28 Millionen Menschen, 1,2 Millionen profitierten direkt von Oikocredit-Finanzierungen. Der Anteil der Frauen an den NutzniesserInnen der Finanzdienstleistungen von Oikocredit-Partnern lag bei eindrucksvollen 86%. Die kleinen und mittleren Unternehmen, die mit Oikocredit-Finanzierungen arbeiten, bieten 61.000 Menschen feste Arbeitsplätze.

„Unsere Finanzdienstleistungen sind eng mit unseren sozialen Zielen verknüpft. Um soziale Ziele zu erreichen, ist es sehr wichtig, zu messen, wen wir erreichen und wie sich die finanzielle Unterstützung auf die Lebensbedingungen auswirkt“, erklärt Ben Simmes, Direktor für soziales Wirkungsmanagement und Finanzanalyse bei Oikocredit. „Erste Ergebnisse der von Oikocredit unterstützten Kundenbefragungen in Peru, Ecuador und auf den Philippinen zeigen positive Veränderungen im Leben der Kundinnen über mehrere Jahre. Ähnliche Studien laufen demnächst auch in anderen Ländern an.“

Das Entwicklungsfinanzierungsportfolio belief sich auf insgesamt 481 Millionen EUR, von denen 388 Millionen EUR in der Mikrofinanz und 93 Millionen EUR in Sozialunternehmen investiert sind. Unter den Oikocredit-Partnern befinden sich über 230 Genossenschaften und rund 50 Fairhandelsorganisationen.

Die Unterstützung kleinerer neuer Mikrofinanzinstitutionen (MFI) mit Potenzial zur Erreichung armer Menschen, vor allem in ländlichen Gebieten, ist eine wichtige Strategie von Oikocredit, die mehr Menschen Zugang zu Finanzdienstleistungen verschafft. Die Ergebnisse von 2010 zeigen, dass 90% der neuen Kredite 2010 an MFI des sogenannten zweiten und dritten Segments gingen, neue MFI mit kleinem bis mittlerem Portfolio.

Oikocredit wählt ihre Partner anhand ihres Auftrags, ihrer Reichweite und ihrer Geschäftspraktiken sorgfältig aus. Die „ESG Scorecard“ (Instrument zur Erfassung sozialer Leistungsfähigkeit, Umweltverträglichkeit und verantwortungsvoller Unternehmensführung) wurde von Oikocredit entwickelt, um die Leitungsstrukturen unserer Partner sowie ihr soziales und ökologisches Engagement zu ermitteln und ermöglicht eine sehr detaillierte und sorgfältige Auswahl unserer Partner. In allen neuen Kreditverträgen mit Mikrofinanz-Partnern ist die Einhaltung der Kundenschutzrichtlinien vereinbart, um sicherzustellen, dass sie für transparente Dienstleistungspreise und verantwortliche Finanzierungen sorgen. Die unabhängige internationale Rating-Agentur für die Mikrofinanzbranche M-CRIL hat Oikocredit für ihre soziale Orientierung in Verbindung mit soliden finanziellen Ergebnissen sehr positiv bewertet.

Im vergangenen Jahr haben über 90% der Mikrofinanzpartner von Oikocredit Sozialdaten vorgelegt und damit gezeigt, dass die Berichterstattung über soziale Auswirkungen immer wichtiger wird. Oikocredit ist stolz auf ihre Vorreiterrolle im sozialen Wirkungsmanagement und wird ihren seit 35 Jahren bestehenden sozialen Auftrag weiterhin mit Engagement und Hartnäckigkeit erfüllen. Spürbare Auswirkungen auf die Lebensbedingungen armer Menschen stehen dabei im Mittelpunkt.

Unter http://www.oikocredit.org/socialperformance können Sie den Bericht zum sozialen Wirkungsmanagement in voller Länge lesen und finden weitere Informationen über soziales Wirkungsmanagement und Oikocredit.

Oikocredit ist ein sozialer Investor und eine internationale Genossenschaft, die sich für weltweite Gerechtigkeit einsetzt, indem sie benachteiligten Menschen durch Kredite eine Chance auf wirtschaftliche Eigenständigkeit eröffnet. Seit 1975 vergibt Oikocredit Kredite, Bürgschaften und Investitionskapital an Mikrofinanzinstitutionen, Genossenschaften, Fairhandelsorganisationen und andere Betriebe. Oikocredit hat heute 863 Projektpartner in über 70 Ländern. Weitere Informationen finden Sie unter http://www.oikocredit.org.

Soziale Mikrofinanz finden Sie auch hier: www.oid.org

Termin in Berlin

Die Erfolgsgeschichte von Mikro­finanz hat jahrelang die entwicklungs­politische Dis­kussion bestimmt. Die aktuelle Bericht­erstattung über Mikrofinanz führt zu Verun­sicherungen in der Öffentlichkeit. Mehrfach ist Kritik an einzelnen Mikrofinanz­institu­tionen laut geworden, die Gefahr laufen, den gesamten Sektor zu diskreditieren. Ein Fachgespräch am 5. Juli in Berlin soll zur Orientierung beitragen und Möglichkeit zur Diskussion bieten. Hier die Details:

Terminankündigung

Mikro

Alles über Mikrofinanz

Wer sich über Mikrofinanz-Themen informieren will, von Mikrokrediten über Mikrosparen und Mikroversicherungen bis zu Mikroschulen, ist hier genau richtig:

MikrofinanzWiki

Wiki

Eine Linksammlung zum Thema Mikrofinanz hier: Mikrofinanz-Links

Ein e-book über Mikrofinanz in Namibia

Buch zum kostenlosen Download über Mikrofinanz in Nord-Namibia: „Koshi Yomuti – Banking under the tree“.

http://ebookbrowse.com/en-mikrofinanz-namibia-2006-pdf-d18934216

This book presents the stories of 11 micro-entrepreneurs in Northern Namibia, the majority of them being women. Their stories witness the everyday struggle of poor people having an enormous sense of responsibility and courage, coping with a wide range of forms of vulnerability in a not always conducive environment.

These examples – ranging from a lady hairdresser working in her village to the initiator of a car-repair shop that started under a tree, but is now a formalized business and rapidly expanding -, clearly break with the common conviction that poor people are passive, waiting for assistance and unable to change their situation. They want to be considered as serious entrepreneurs, understanding market opportunities, combining resources and developing medium-term strategies. Their strategies are at least as sophisticated as those of SMEs (Small and Medium Entrepeneurs, editor’s note) in first world countries, even if their economic level is lower and their exposure to risks higher.

These cases are representative of a large number of people in Namibia. They show, in an impressive way that poverty does not mean inability but lack of choice. The poorer people are, the less they have access to opportunities for income generation. Studies financed by GTZ show that the lack of access to financial services is a key constraint for self-reliance of low income groups in Northern Namibia.

Hält Mikrofinanz, was sie verspricht?

Berlin– Opportunity International, Oikokredit, die Bertelsmann Stiftung und die Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) veranstalten am Dienstag, 5. Juli, 16.30 Uhr im GIZ-Haus in Berlin zu einem Fachgespräch zum thema Mikrofinanz ein: “Hält Mikrofinanz, was es verspricht?”

Die Mikrofinanzbranche, die insbesondere seit der Verleihung des Friedensnobelpreises an Muhammad Yunus im Jahr 2006 als effektives Entwicklungsinstrument betrachtet wird, steht in jüngster Zeit stetig unter heftiger, besonders medialer Kritik. Dies ist vor allem den kommerziellen Anbietern geschuldet, die mit ihrer Orientierung an Profitmaximierung die finanzielle Rendite der sozialen Rendite ganz klar voranstellen. Die unmittelbare Folge davon war die maßlose Überschuldung vieler Kreditnehmer und disproportional dazu die Entstehung eines milliardenschweren Wachstumsmarktes.

Mit dieser Entwicklung geht die Herausforderung für den Rest der Mikrofinanzbranche einher, sich klar zu positionieren und das Profil zu schärfen. Denn ansonsten könnte das gesamte Mikrofinanzwesen in Misskredit gebracht werden und damit würde dieses durchaus wirksame Entwicklungsinstrument seinen Nährboden verlieren. Die aktuelle Berichterstattung – die nahezu durchweg negativ besetzt ist – führt zur allgemeinen Verunsicherung in der Öffentlichkeit und damit bei spendenbasierten Organisationen wie Opportunity International zu einem Spendenrückgang.

Auch weitere Akteure der Branche sehen in der aktuellen Brisanz ganz klar Handlungsbedarf und laden am Dienstag, den 05. Juli 2011, zu einem Fachgespräch unter dem Thema „Hält Mikrofinanz, was sie verspricht?“ein, das zur Orientierung beitragen und die Möglichkeit zur Diskussion bieten soll. Veranstaltet wird das Fachgespräch im GIZ-Haus in Berlin ab 16.30 Uhr von:

  • Opportunity International Deutschland;
  • Oikocredit, einer internationalen Genossenschaft, die Menschen auf ihrem Weg aus der Armut unterstützt. Dafür stellt Oikocredit Kredite und Kapitalbeteiligungen für Mikrofinanzinstitutionen, Genossenschaften sowie kleine und mittlere Unternehmen in Entwicklungsländern bereit;
  • der Bertelsmann Stiftung, die sich in der Tradition ihres Gründers Reinhard Mohn für das Gemeinwohl engagiert – in der Überzeugung, dass Demokratie und Marktwirtschaft, Freiheit und Wettbewerb, Solidarität und zivilgesellschaftliches Engagement die Grundlage gesellschaftlichen Fortschritts sind;
  • der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ), die als weltweit tätiges Bundesunternehmen der internationalen Zusammenarbeit für nachhaltige Entwicklung die Bundesregierung bei der Verwirklichung ihrer entwicklungspolitischen Ziele unterstützt.

Einladung zum Fachgespräch

Entwicklungshilfe: Hunger ist nicht das Hauptproblem

Die Welt am Sonntag berichtet über Esther Duflo und ihre bemerkenswerten Thesen zur Entwicklungshilfe: Hunger ist nicht das Hauptproblem – Nachrichten Print – WELT AM SONNTAG – Wirtschaft – WELT ONLINE