Tag 198 | Freizeittipp

Falls es Euch jetzt gerade, 8.40 Uhr, schon zu warm ist und Ihr in Sorge seid, es könnte heute nicht zum Aushalten sein mit der angekündigten Hitze, dann tröstet Euch. Es kommen bessere Zeiten. Soeben verschickt der Nabu Oldenburger Land eine Pressemitteilung zum Thema „Irgendwann kommt der Winter: Nabu gibt Tipps zum Bau von Futtergeräten +++ Lange Sommerabende zum Bau nutzen“.

Ihr wisst also, was heute Abend zu tun ist. In dem Sinne: Schönen Sommer und schönes Wochenende!

Umweltverbände: Ems und Dollart im Blick

Deutsche und niederländische Organisationen arbeiten zusammen
für eine ökologische Sanierung des Emsästuars

Leer/Emden, 9. Mai 2012 – Am 25. April 2012 trafen sich die Spitzen deutscher und niederländischer Natur- und Umweltorganisationen um die aktuelle ökologische Lage des Emsästuars miteinander zu besprechen. Von deutscher Seite waren der Landesvorsitzende des NABU Niedersachsen e.V., der Geschäftsführer des BUND Niedersachsen e.V. sowie Vertreter des WWF Deutschland zugegen. Von niederländischer Seite war eine Delegation der Koalition Wadden Natuurlijk, darunter die Natuur en Milieufederatie Groningen (Dachverband von ca. 50 Natur- und Umweltschutzorganisationen der Provinz Groningen) die Waddenvereniging, Stichting Groninger Landschap, Stichting WAD sowie Staatsbosbeheer anwesend.

Die teilnehmenden Organisationen haben beschlossen, in der kommenden Zeit intensiver zusammen zu arbeiten, um der komplexen Situation an Ems und Dollart gerecht zu werden und eine ökologische Sanierung zu erreichen.

Gemeinsame Forderung nach einer ökologischen Sanierung

Alle Umwelt- und Naturschutzorganisationen, die sich derzeit für die Ems engagieren, vertreten den Standpunkt, dass eine ökologische Sanierung des Emsästuars längst überfällig und dringend notwendig ist. Die Meldung weiter Teile des Emsästuars als Natura2000-Gebiet sollte für alle verantwortlichen Behörden, Anlieger und Nutzer Anlass sein, sich sehr ernsthaft mit der Regeneration der Ems zu befassen. In Deutschland wie auch in den Niederlanden sind die Verantwortlichkeiten für die Ems über eine ganze Reihe unterschiedlicher Behörden und Regierungsebenen verteilt. Letzteres führt immer wieder dazu, dass sich der Suchprozess nach ökologischen Lösungen für die Ems verzögert und in einem Mangel an Entschlusskraft versandet.
Carl-Wilhelm Bodenstein-Dresler vom BUND Niedersachsen betont die Notwendigkeit einer ökologischen Aufwertung der Ems „Es muss ein schlüssiges Gesamtkonzept für die Ems her, um den derzeit katastrophalen Zustand zu verbessern“ so Bodenstein-Dresler. Hierfür werden große Anstrengungen notwendig sein. „Grundsätzlich muss mehr in die ökologische Sanierung und Renaturierung des Emsästuars investiert werden. Dafür benötigen wir entschlussfreudigere Regierungen und weiterhin ein sehr entschiedenes Auftreten der Natur- und Umweltschutzorganisationen“, so Dr. Holger Buschmann, vom NABU Niedersachsen. Dabei wird es hilfreich sein, wenn die Umweltorganisationen links und rechts der Deutsch-Niederländischen Grenze mit einer Stimme sprechen. „Es wird in Brüssel nicht zu überhören sein, wenn Niederländer und Deutsche mit einer Stimme geltendes europäisches Naturschutzrecht für den Schutz und die Wiederherstellung des Ems-Dollart-Ästuars einfordern“, ergänzt Beatrice Claus vom WWF Deutschland.

Ökologie und Wirtschaft im Gleichgewicht

„Die Natur interessiert sich nicht für Landesgrenzen und auch wirtschaftliche Belange sind in zunehmendem Maße international organisiert. Darum wird es auch für uns immer wichtiger, grenzübergreifend zusammen zu arbeiten“, so  Arjan Berkhuysen von der Waddenvereniging. „Unsere Erfahrung ist, dass Wirtschaftsunternehmen an der Ems sich langsam aber sicher bewusst werden,  dass eine widerstandsfähige, intakte Emsnatur Grundvoraussetzung dafür ist, dass auch die Wirtschaft in der Region auf Dauer florieren kann. Der heutige schlechte ökologische Zustand des Ästuars wird für die Wirtschaft mehr und mehr zu einem Problem. Es drohen Einschränkungen und ökonomische Verluste. Alle Anstrengungen, die ökologische Lage des Emsästuars zu verbessern, sind darum zunehmend auch im Interesse der Wirtschaft“ so Siegbert van der Velde der niederländischen Natuur en Milieufederatie Groningen.

Natur und Landschaft im Emsästuar sind einzigartig und auch aus internationaler Sicht besonders wertvoll. Gleichzeitig wird das Ästuar so stark von wirtschaftlichen Entwicklungen bedroht, dass die Ökologie aus dem Gleichgewicht geraten ist. Durch den Verbau von Ufern und das Vertiefen der Fahrrinnen wurden Tideverhältnisse, Strömungsgeschwindigkeit, Sauerstoff und Salzgradient des Emsästuar so stark negativ beeinflusst, dass kaum noch ein Leben für Fische und andere Lebewesen im Fluss möglich ist.

Die Deutsch-Niederländischen Natur- und Umweltschutzorganisationen werden gemeinsame Ziele und weitere gemeinsame Schritte an der Ems abstimmen.

Quelle: Pressemitteilung des NABU Niedersachsen

Naturschutzverbände gegen neuen Torfabbau

Gemeinsame Pressemitteilung BUND und NABU:

Die Naturschutzverbände BUND, NABU und Naturschutzgemeinschaft Ammerland sind beunruhigt über die erneute Ausweisung zahlreicher Torfabbauflächen im Landkreis Ammerland in der Neuauflage des Landesraumordnungsprogramms (LROP). Von der Öffentlichkeit bisher weitgehend unbemerkt, will die niedersächsische Landesregierung große Vorranggebiete für Torf im Landkreis bestätigen, erklärten jetzt die Vorsitzenden der drei Verbände. So werde am Beispiel der Geestrandmoore im Osten von Rastede die Dimension dieser Planung deutlich. Mit 726 ha im Hankhauser Moor (nördlich der B 211) und mit 587 ha im Loyer Moor (südlich der B 211) sollen weiterhin große zusammenhängende Grünlandflächen als Vorranggebiete für den Torfabbau vorgesehen werden. Der Landkreis Ammerland hatte erfolglos vorgeschlagen, die Ausweisung für das Loyer Moor zu streichen. Die Verbände bedauern, dass die niedersächsische Landesregierung dem Vorschlag nicht gefolgt ist. Lediglich für das Hankhauser Moor konnte eine Reduzierung der Abbaufläche um 154 ha erreicht werden.
Die Naturschutzverbände des Ammerlandes fordern den Erhalt dieser großen zusammenhängenden Moorlandschaften aus ökologischen und klimarelevanten Gründen. Zum einen sind die Flächen wegen der hohen Grundwasserstände von bis zu 80 cm nicht für einen Torfabbau geeignet. Eine fachgerechte Hochmoorregeneration wäre unter diesen Bedingungen nicht möglich. Außerdem würde durch die entstehende Seenlandschaft das Landschaftsbild vollkommen verändert. Zum anderen haben die fast ausschließlich extensiv bewirtschafteten Dauergrünlandflächen gegenwärtig eine hohe Bedeutung für vom Aussterben bedrohte Wiesenvögel, wie z. B. Neuntöter, Feldlerche, Wiesenpieper, Kiebitz, Wachtelkönig, Braun- und Schwarzkehlchen. Durch einen Torfabbau ginge dieser wertvolle Lebensraum verloren.
95 Prozent der ehemaligen Hochmoorflächen des einstigen Moorlandes Niedersachsen sind bereits zerstört. Vor diesem Hintergrund und aufgrund früherer Moorschutzprogramme schien Einigkeit darüber zu bestehen, dass die letzten Reste zum Erhalt der einmaligen Fauna und Flora der Moore unter Schutz gestellt werden müssen. Die Verbände bezeichnen die Ausweisung von Hoch- und Niedermoorflächen als Torf-Vorranggebiete als Rückfall in die 70’er Jahre des vorigen Jahrhunderts. Nicht nur aus Gründen des Natur- und Artenschutzes, sondern auch aus der Verantwortung gegenüber dem Schutz des Klimas sei es unvertretbar, die eigentlich als CO2-Senken fungierenden Moore abzutorfen und damit riesige Mengen von CO2 in die Atmosphäre ab- zugeben. Eine 15 Zentimeter hohe Torfschicht speichert auf der gleichen Fläche in etwa ebensoviel CO2 wie ein 100-jähriger Wald. Das Land Niedersachsen wird mit der Bestätigung der Torfvorranggebiete seiner hohen Verantwortung im Moor- und Klimaschutz nicht gerecht.
Die Ammerländer Naturschutzverbände bitten die Bevölkerung und die betroffenen Kommunen, sich gegen die Pläne zur Wehr zu setzen und mit den örtlichen Landtagsabgeordneten zu sprechen. Noch gäbe es eine Chance auf Nachbesserung der Pläne. Eingesehen werden können die Pläne im Internet unter www.lrop-online.de.

Quelle / verantwortlich: Bernd Ziesmer, NABU Oldenburg, Schlosswall 15, 26122 Oldenburg