Wie aus Stroh Gold wird

Ausstellung „Flachs zum Leinen – Stroh zu Gold im Landrichterhaus Neustadtgödens

Sande – Das Museum im Landrichterhaus in Neustadtgödens präsentiert noch bis Ende Oktober die Sonderausstellung „Flachs zum Leinen – Stroh zu Gold“.

neu-1 In der Ausstellung wird die große Bedeutung, die der Flachsanbau und dessen Weiterverarbeitung für den Ort und die Region hatten, gezeigt.

Neben der Produktion war der Handel, vor allem über die mennonitische Gemeinde Neustadtgödens nach Holland, ein wichtiger wirtschaftlicher Impulsgeber.

In Neustadtgödens und der angrenzenden Friesischen Wehde entwickelten sich stark exportorientierte Zentren der Leinenproduktion. Daneben war das Spinnen und Weben über Jahrhunderte aber auch eine alltägliche Betätigung vor allem der ländlichen Bevölkerung.

Die Tätigkeit des Spinnens und Webens war so allgegenwärtig, dass sie Einfluss auf den deutschen Sprachgebrauch genommen haben und sich in vielen Erzählungen und Märchen, wie Frau Holle, Dornröschen, Rumpelstilzchen u.v.m. wiederfinden. Die Ausstellung „Flachs zum Leinen – Stroh zu Gold“ möchte einen Faden spinnen von der Verarbeitung des Flaches zum fertigen Leinen, den Verhältnissen in Ostfriesland und speziell in Neustadtgödens und dem literarischen Niederschlag der Flachsverarbeitung in den Märchen.

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2 Kommentare zu „Wie aus Stroh Gold wird“

  1. Das Spinnen und Erinnerungen an meiner Kindheit bringen mir den Spruch meiner Großmutter wieder in den Sinn, wenn sie sagte: „Spinnen am Morgen bringt Kummer und Sorgen, spinnen am Abend erquickend und labend!“..(manchmal bewusst fehlinterpretiert auf eine im Haus verirrte „Spinne“)
    War das Spinnen in früheren Zeiten eine dringende Notwendigkeit geworden um den Lebensunterhalt zu sichern wurde es zu einer Last und harte Arbeit. Dagegen wirkte das Spinnen am Abend wie eine nahezu meditative Tätigkeit. Ein Anlass zusammen zu sitzen und miteinander zu kommunizieren, den Gedankenaustausch zu pflegen und somit auch die Ereignisse des Tages gemeinsam (heilsam) zu verarbeiten.
    Wie so Vieles ist diese Möglichkeit durch Industrialisierung und Veränderung der Gesellschaft verdrängt worden. Vereinzelt lebt das Spinnen in speziellen Gruppen als Hobby wieder auf, erkennt man auch die Vorteile, die eben nicht nur der Produktgewinnung dienen.
    Vielleicht ja auch eine kleine Anregung sich selbst mit dem Spinnen zu beschäftigen und sich im Verwandten- und Freundeskreis zu treffen und zu „spinnen“ in welcher Form auch immer..

    1. Hm, ich dachte bisher auch, dass sich der Spruch auf Spinnen-Tiere bezieht, ähnlich wie die ’schwarze Katze von links oder rechts‘.
      Aber deine Erklärung macht mehr Sinn 😉

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