C’est Afrique – das ist Afrika

Von Rüdiger Möllenberg

„Wir machen eine Bildungsrallye von Dakar nach Accra in Ghana“, erkläre ich dem Senegalesen, der im Flugzeug eine Reihe vor mir sitzt. Kurz zuvor sind wir ins Gespräch gekommen. Saal, so heißt der Mittvierziger, spricht fließend Deutsch, sogar etwas Plattdeutsch, wohnt in Bremen und kennt auch Jever ganz gut. Bis vor ein paar Jahren hatte er des öfteren die Bühne für das Altstadttfest mit aufgebaut.

Pastor Rüdiger Möllenberg ^berichtet von der Rallye Dakar - Accra. Foto (c): Helmut Burlager
Pastor Rüdiger Möllenberg berichtet von der Rallye Dakar – Accra. Foto (c): Helmut Burlager

„Das mit der Rallye muss ich unbedingt unserem Kultusminister erzählen. Derr hat noch vor drei Wochen erklärt, dass eine neue Rallye Paris-Dakar ins Leben gerufen werden muß“. Ja, die 1979 ins Leben gerufene Rallye Paris-Dakar hat gerade wieder in Südamerika stattgefunden, was bei euch in Westafrika zu großer Enttäuschung geführt hat“, wußte ich beizusteuern. Noch vor einer Stunde hatte ich gerade einen Artikel über diese berühmt-berüchtigte Rallye gelesen. „Aber“ fügte ich etwas kleinlauter hinzu: „Unsere Rallye findet nur mit elf Fahrzeugen und 27 Personen statt, und außerdem geht es nicht ums Gewinnen, jedenfalls nicht um Preise für die Teilnehmenden. Im Gegenteil, die lassen sich das Dabeisein richtig viel kosten. Gewinnen können mit dieser Rallye allerdings Kreditnehmerinnen und Kreditnehmer in Ghana, die ausdem Erlös der Fahrzeuge Microschools finanzieren wollen.“

Turbulenzen beendeten vorerst unsere Kommunikation. Wir müssen uns anschnallen. Am Gepäckband auf dem Flughafen in Dakar können wir unser Gespräch noch einmal fortsetzen. „Macth nichts“, sagt Saal, „auch die Rallye Paris-Dakar hat mal klein angefangen. Wir müssen uns unbedingt in Dakar treffen, ich wohne dort bei meiner Familie“. Wir tauschen Adressen aus. Dann gibt es erstmal anderes zu tun. Sein Gepäck ist nicht mitgekommen und in unserer Gruppe fehlen fast 30 Gepäckstücke, vor allem unsere Gastgeschenke. Dafür rollen reichlich andere Koffer auf dem Band, die hier niemand abholt. Wahrscheinlich sind Gepäckcontainer beim Zwischenstopp in Mauretanien vertauscht worden. „Cést Afrique“, das ist Afrika“, meint Saal recht gelassen.

Als wir um 5 Uhr morgens endlich im Hotel ankommen, sind wir vor allem durstig, im Flugzeug waren alle Getränke ausgegangen. Nach einigen Flaschen leichtem Bier, die wir in diesem überwiegend muslimisch geprägten Land problemlos bekommen, krabbeln wir recht zufrieden unter unsere Moskitonetze.

Der Vorbericht ist hier nachzulesen: https://friesenblog.com/2013/01/24/rallye-dakar-fur-bildung-in-ghana/

Zweiter Reisebericht hier: https://friesenblog.com/backskiste/afrika/4121-2/

 

Advertisements

2 Kommentare zu „C’est Afrique – das ist Afrika“

Kommentare sind geschlossen.