Ein ganzes Leben voller Bücher

Verleger Hermann Lüers starb im Alter von 92 Jahren

Von Helmut Burlager

Jever – Sollte man das Leben von Hermann Lüers mit einem Wort charakterisieren, es lautete: Bücher. Nun ist das letzte Kapitel beendet. Im Alter von 92 Jahren ist der Verleger am 10. Januar im „Pflegebutler“ friedlich eingeschlafen. Er war dort erst vor wenigen Wochen eingezogen. Der 1933 als Sohn eines Binnenschiffers in Thedinghausen geborene und 1959 in der Marienstadt angekommene Wahl-Jeveraner lebte bis fast zum Schluss in seiner eigenen Wohnung und hatte noch bis vor einem Jahr seinen Ein-Mann-Verlag geführt.

Hermann Lüers umgeben von Büchern. Das war seine Welt. Foto: Christoph Hinz (+)

Mehr als hundert Bücher hat er im Laufe vieler Jahre publiziert, nicht mitgezählt die unzähligen Werke, deren Erscheinen er zuvor im Verlag C. L. Mettcker & Söhne verantwortet hatte. Denn Hermann Lüers startete nach seiner Ausbildung zum Schriftsetzer und dem Meisterlehrgang an der Muthesius-Werkschule in Kiel nicht in die Selbstständigkeit, sondern bewarb sich in Jever. Als Lehrmeister eingestellt, wurde er 1963 Technischer Betriebsleiter für die Setzerei und Druckerei mit Verantwortung für bis zu 80 Mitarbeiter. 1997 ging er in den Ruhestand.

Gedruckt wurde alles von der Zeitung über Prospekte und Visitenkarten bis zu Büchern. Doch der Verlag konnte nicht alle Autoren aufnehmen, die Manuskripte einreichten. Manchmal schien der Geschäftsleitung ein Projekt zu riskant. Da konnte Hermann Lüers als Privatmann eine Alternative bieten. Ab 1982 veröffentlichte er solche Bücher, das Risiko mit den Autoren teilend, in seinem eigenen Verlag. Und machte weiter, als Mettcker mit der Buchproduktion aufhörte.

Mit seinem profunden Wissen begleitete er viele Autoren von der Idee bis zum fertigen, nach allen Regeln der Kunst erstellten Buch. Heimatkundliches, Historisches, Plattdeutsches, Erinnerungen, Romane, Bildbände, Gedichte, Kalender – es gibt fast nichts, was im Hermann Lüers Verlag nicht gedruckt werden konnte. Seine Autoren dankten es ihm, auch wenn nicht jedes Projekt den erwünschten Erfolg brachte. Dann hatte Hermann Lüers in seiner ruhigen, freundlichen, aber immer ehrlichen Art wenigstens davor gewarnt.

Seine Leidenschaft für das Gedruckte und das Wort hat er übrigens vererbt, von den drei Kindern des früh verwitweten Hermann Lüers haben zwei den Weg in die Verlagsbranche gefunden und zwei Enkel bereiten sich gerade darauf vor. An Hermann Lüers wird auch der Name seines Verlages weiter erinnern. Den führt sein Sohn Kai-Uwe fort.

Stefan Lange: Einmal die Treppe hoch

Journalist aus Friesland ist neuer Leiter der Wirtschaftsredaktion beim RND in Berlin

Sieben Jahre berichtete er als Hauptstadtkorrespondent für die „Augsburger Allgemeine“. Zu Jahresbeginn ging es für Stefan Lange zurück zu seinen norddeutschen Wurzeln. Der aus Friesland stammende Journalist ist neuer Leiter der Berliner Wirtschaftsredaktion des Redaktions-Netzwerks Deutschland (RND).

Foto: Michael Kappeler, dpa

Ein beruflicher Aufstieg im doppelten Sinne, denn Lange ist von seinem Büro bei der „Augsburger Allgemeinen“ im Haus der Bundespressekonferenz am Schiffbauerdamm nur zwei Stockwerke höher gezogen in die Räume des RND. Eine renommierte Adresse; das Redaktions-Netzwerk wurde 2013 als zentrale Mantelredaktion der Madsack-Mediengruppe (Hannoversche Allgemeine Zeitung) gegründet, es hat seine Büros in Hannover und Berlin und versorgt heute mehr als 100 Partner mit Inhalten für Tageszeitungen. Seit Jahresbeginn gehört die NWZ-Mediengruppe  zu Madsack und ist damit ebenso Partner des RND wie das Jeversche Wochenblatt und die Wilhelmshavener Zeitung als Kooperationspartner der NWZ. Stefan Lange wird in Berlin künftig die Wirtschaftsberichterstattung verantworten.

Seine journalistische Laufbahn begann Lange, der in Sande geboren wurde und in Schortens aufgewachsen ist, Anfang der Neunzigerjahre beim Jeverschen Wochenblatt, zunächst als freier Mitarbeiter für die Jugendseite, dann nach einem Volontariat als festangestellter Redakteur. Mit seiner Kollegin, Lebensgefährtin und heutigen Ehefrau Wiebke Eden ging er vor 25 Jahren nach Berlin, arbeitete für verschiedene Nachrichtenagenturen und schließlich ab 2018 für die Zeitung aus Bayern. „Im März werde ich 59 Jahre alt. Es ist eine schöne Herausforderung, noch einmal etwas anderes zu machen“, sagte er im Gespräch mit dieser Zeitung. Er freue sich sehr darauf, die Wirtschaftsredaktion zu leiten. „Kanzler Friedrich März hat schließlich erklärt, dass alles mit der Wirtschaft steht und fällt. Im Moment fällt er eher. Wir werden sehen.“

Für Stefan Lange schließt sich damit auch ein Kreis. In die friesische ei

Heimat hält er zusammen mit seiner Frau Wiebke bis heute enge private und familiäre Kontakte. „Was mich sehr freut“, so Lange: „Da die Mantelseiten für das Jeversche Wochenblatt von der NWZ geliefert werden und die nun auch zum RND gehört, schreibe ich in Zukunft wieder für meine liebe Heimatzeitung, bei der alles angefangen hat.“ Man wird seinen Namen in Friesland in Zukunft wohl wieder öfter lesen.