Einmal um die ganze Welt

Wer nimmt sich heute noch die Zeit, in 80 Tagen um die Welt zu reisen? In Bremerhaven erledigt sich das in ein paar Stunden: im Klimahaus 8 Grad Ost, der Attraktion der Havenwelten Bremerhaven. Deutschlands größte Stadt an der Nordsee gilt inzwischen als beispielhaft für einen gelungenen Strukturwandel: „Fischtown“ war gestern, die Havenwelten sind heute – und die sind längst sogar ausgezeichnet als eines der besten deutschen Tourismusprojekte. Der Wirtschaftsverlag N.W. in Bremerhaven gibt Tipps für ein Wochenende in der Stadt:

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Das Lichtkonzept der Havenwelten wurde international mit Design- und Architekturpreisen ausgezeichnet. Foto: BEAN Bremerhaven

Freitag

14 Uhr: Ankommen – das heißt an der Weser: Erst einmal an den Deich, „unsere gute Stube“ sagen die Bremerhavener selbst über ihre Weserpromenade zwischen der neuen Kaiserschleuse mit dem Schlepperhafen davor und dem historischen Weser-Strandbad mit seinem Wasserstandsanzeiger, dessen Bälle und Kegel aus Korbgeflecht anzeigen, wie hoch das Wasser im Fluss steht. Tief einatmen: Bessere Luft gibt’s kaum im Land. Am Eingang zur Nordsee riecht es schon nach Meer. Der Spaziergang führt vorbei am Deutschen Schiffahrtsmuseum, einem der nur sieben nationalen Forschungsmuseen, dem runderneuerten Zoo am Meer als Europas kleinstem, wissenschaftlich geleiteten Zoo, vorbei an Deutschlands ältestem noch funktionierenden Leuchtturm auf dem Festland und der Seebäderkaje, von der zwischen Mai und Oktober die „Fair Lady“ täglich Kurs auf Helgoland nimmt.

15.30 Uhr: Der Dampfer „Lahn“ fuhr einst bis nach Amerika – mit seiner in Originalgröße nachgebauten Bordwand beginnt noch heute jede Reise im Deutschen Auswandererhaus. Ebenso eindrucksvoll wie anschaulich erzählt das Erlebnismuseum am Neuen Hafen die Geschichte der Auswanderung nach Amerika zwischen 1830 und 1974. ^

Fotos Havenwelten 011Im Auswandererhaus erfahren die Museumsbesucher in der „Galerie der 7 Millionen“, welche verschiedenen Gründe es für die  Auswanderung gab. Hier lernen sie auch die Biografien der realen Auswanderer kennen. Foto: DAH Bremerhaven, Werner Huthmacher

 7,2 Millionen Menschen brachen in dieser Zeit von Bremerhaven aus auf nach Übersee. Die Ausstellung erzählt von ihrem Abschied, von der beklemmenden Enge an Bord der Segler und der hoffnungsvollen Ankunft auf Ellis Island in New York und nimmt die Besucher mit auf die Reise. Seit der Eröffnung vor sechs Jahren hat das Deutsche Auswandererhaus schon mehr als 1,2 Millionen Besucher aus aller Welt bewegt und wurde 2007 sogar als Europas Museum des Jahres ausgezeichnet.

Sonnabend

10 Uhr: Jetzt geht’s auf die einzigartige Weltreise. Im Klimahaus, einem spektakulären Bau aus Glas, Stahl und Beton, erleben die Besucher Wind und Wetter auf fünf Kontinenten.

Fotos Havenwelten 006Eine Flotte historischer Schiffe liegt im Neuen Hafen direkt vor der Haveninsel mit Tourist-Info, historischer Schiffswerft und dem Anleger der Hafenrundfahrt. Dahinter erhebt sich die eindrucksvolle Architektur des Klimahauses Bremerhaven 8 Grad Ost. Foto: BEAN Bremerhaven

In der Schweiz, auf Sardinien, der Sahelzone, in Kamerun, der Antarktis, Samoa, Alaska und durchs Wattenmeer zurück nach Bremerhaven – neun Stationen immer am achten östlichen Längengrad entlang, der auch quer durch die Großstadt an der Wesermündung läuft. Im Mittelpunkt stehen dabei die Menschen und der Einfluss, den der Klimawandel bereits heute auf ihr Leben hat. 4,5 Stunden ist im Durchschnitt bisher jeder Besucher in der Erlebnis- und Wissenswelt geblieben, denn es ist auch ein kleines Abenteuer, das seine Zeit braucht. Eine Expedition – wissenschaftlich fundiert, unterhaltsam und spannend, aber auch ohne den Zeigefinger zu erheben mahnend, künftig behutsamer mit unserer Erde umzugehen. „Ein Liebesbrief an unseren Planeten“ sei die Ausstellung, lobte der Umweltaktivist und Rocksänger Bob Geldof nach seinem Rundgang durchs Klimahaus. Von der erfrischend kühlen Alm in Isenthal in der Schweiz sind es nur ein paar Stationen bis in die 35 Grad heiße Wüste Nigers oder die tropische Wärme Kameruns. Der westafrikanische Regenwald bei Nacht bietet Gerüche und Geräusche von faszinierender Exotik – und Einblicke in das Geschäft mit der Abholzung. Platzregen und grüne Schluchten erwarten die Besucher auf Samoa, bevor ihr Weg sie in eine Unterwasserwelt aus lebenden Korallen führt, deren Pracht schon durch einen Anstieg der Wassertemperatur um nur wenige Grad für immer zerstört werden könnte.

„Diese Reise macht deutlich, wie das Leben der Menschen auf unserem Planeten vom Klima beeinflusst wird und welche Veränderungen uns bevorstehen“, erläutert Klimahaus-Geschäftsführer Arne Dunker. Für den Umwelt- und Klimaschutz möchte er seine Besucher sensibilisieren.

Begeistert waren die Bremerhavener anfangs gar nicht von den Plänen. Klimaschutz als Thema für eine Touristenattraktion? Das passt, wissen sie heute: Seit der Eröffnung im Sommer 2009 kamen mehr als eine Million Besucher in die weltweit einmalige Erlebnis- und Wissenswelt, viel mehr, als erwartet worden waren. „Unser Anspruch war es, eine vollkommen neue Freizeitattraktion zu entwickeln“, sagt Ausstellungsmacher Carlo Petri. Das Klimahaus passt als zentrale Attraktion zu den Havenwelten. „Auf die Themen Klima und Wetter kamen wir, weil heute schon viele Menschen allein wegen des intensiven Naturerlebnisses an die Nordseeküste kommen“, weiß Petri. Aber Bremerhaven ist durch das renommierte Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung AWI auch einer der führenden internationalen Standorte der Klimaforschung.

15.30 Uhr: Inmitten der Havenwelten startet auch die Hafenrundfahrt, und die ist für jeden Besucher natürlich ein Muss. Eine Stunde lang erschließen die Barkassen „Hein Mück“ und „Lady Sunshine“ die Überseehäfen. Es geht vorbei an schwimmenden Autogaragen mit Platz für 6000 Pkw, an Frachtern voll südamerikanischer Bananen und Passagierschiffen, die in den Werften flott gemacht werden für die nächsten Reisen. Das Seemannsgarn spinnt der Rundfahrt-Kapitän gratis dazu und er schwärmt auch von der Sail Bremerhaven, dem alle fünf Jahre in Bremerhaven stattfindenden Windjammer-Treffen. Die größten und schönsten Segelschiffe aus aller Welt laufen zur Sail in die Häfen ein, das nächste Mal im August 2015. Eine Million Besucher werden dann wieder allein in fünf Tagen an den Hafenbecken entlang schlendern.

19 Uhr: Das Abendessen wird in einer ehemaligen Fischpackhalle serviert: Das Schaufenster Fischereihafen wird in diesem Jahr schon 20 Jahre alt, aber die Laden- und Kneipenzeile mit dem TiF – Theater im Fischereihafen, Atlanticum mit Meerwasseraquarium und dem Seefischkochstudio könnte als ein Vorläufer der Havenwelten betrachtet werden. Es war der erste erfolgreiche Versuch des Landes Bremen, eine Industriebrache zum Touristenmagneten umzubauen.

Sonntag

11 Uhr: Wer mag, kann bei der Touristen-Information eine Führung durch die Havenwelten buchen. Der Rundgang entlang des Alten und Neuen Hafens dauert etwa zwei Stunden. Die Führer erzählen viel aus der Geschichte der größten deutschen Stadt an der Nordsee, vom „Urknall“ für den Tourismus in Bremerhaven 1975 mit der Eröffnung des Deutschen Schiffahrtsmuseums und seiner Hansekogge und natürlich von dem ehrgeizigen Projekt zwei Jahrzehnte später, Bremerhaven für den Städtetourismus neu zu erfinden. Zehn Jahre lang wurden die Havenwelten geplant, gebaut und 2009 mit der Eröffnung des Klimahauses fertig gestellt – eine Fläche von 1,8 Kilometern Länge und 300 Metern Breite mitten in der Innenstadt und sofort ausgezeichnet mit dem Deutschen Städtebaupreis. Wie ein neuer Stadtteil prägen heute die Havenwelten das Gesicht Bremerhavens, denn hinterm Deich sind auch exklusive Wohnungen, eine Marina für 220 Yachten, Büros mit Weser- und Hafenblick, das Einkaufszentrum Mediterraneo und ein „Conference Center“ entstanden. Rund 320 Millionen Euro haben die Stadt Bremerhaven und das Land Bremen in die Entwicklung der Havenwelten investiert. Zum Rundgang gehört auch der Besuch auf der Aussichtsplattform auf dem Dach des Büro- und Hotel-Hochhauses Sail City, dem höchsten Gebäude der Stadt, gebaut in der Form eines aufgeblähten Segels. Aus 86 Metern Höhe liegt uns die Stadt zu Füßen, und bei guter Sicht kann man von hier aus über 30 Kilometer weit sehen, über die Häfen hinweg auf die Nordsee hinaus oder landeinwärts auf die Flusslandschaften der Weser und der Geeste.

13.30 Uhr: Zum Ausklang gönnen wir uns noch einen kleinen Abstecher ans Mittelmeer: ins Einkaufszentrum Mediterraneo. Von Mai bis Oktober öffnen die 40 Geschäfte und Lokale auch sonntags bis 19 Uhr. Auf der großen Piazza plätschert aber das ganze Jahr hindurch ein Springbrunnen, wie er auch in Italien nicht schöner stehen könnte. Cafés und Restaurants stellen ihre Tische und Stühle vor die Tür, und wenn die Sonne durch die gewaltige, 35 Meter hohe gläserne Kuppel scheint, dann geht auch das mediterrane Experiment an norddeutscher Küste auf.

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Detailgenaue Rekonstruktionen und multimediale Inszenierungen versetzen die Besucher im Deutschen Auswandererhaus mitten in die Geschichte. Im Ausstellungsraum „An der Kaje“ stehen die Besucher in einer Hafenszene des Jahres 1888 und sehen die Auswanderer, die sich von ihren Familien verabschieden und voller Hoffnung und Wehmut an Bord gehen, um ihre Reise in eine ungewisse Zukunft anzutreten. Foto: DAH Bremerhaven , Stefan Volk

Bremerhaven hat sich neu erfunden als Zentrum maritimen Städtetourismus’. Urlauber gehören inzwischen ganzjährig zum alltäglichen Bild in der Stadt, und allein im vergangenen Jahr schoss die Zahl der Hotelübernachtungen um 20 Prozent in die Höhe. Auch deshalb hat „Merian aktiv“ nun erstmals einen kompletten Reise- und Freizeitführer für Bremerhaven und das Elbe-Weser-Dreieck herausgegeben. Das handliche, 128 Seiten starke Heft gibt den Besuchern Tipps, die sich nicht auf die Attraktionen der Havenwelten beschränken. Für die 77 Ausflugsziele in der Region reicht da ein Wochenende längst nicht aus…

Auskunft: Tourist-Info Bremerhaven, 0471/414141,

Im Internet: www.bremerhaven.de , www.bremerhaven-tourism.de, www.havenwelten.de

Zum Weiterlesen:

MERIAN aktiv Bremerhaven und das Elbe-Weser-Dreieck, 128 Seiten, 9,99 Euro.

Bildband HAVENWELTEN, 136 Seiten, 24,80 Euro

Die JadeBucht

Ich hab’s ja nicht so mit Anglizismen und schon gar nicht mit den Kunstwörtern, in denen mittendrin ein Großbuchstabe auftaucht, aber JadeBay, die Vermarktungsgesellschaft für den Tiefwasserhafen JadeWeserPort (noch so ein Wort) kann für die Region hier am Jadebusen was bewegen. Zur Seite von JadeBay geht’s hier (aufs Bild klicken):

Jadebay

Terminplanung mit nautischem Weitblick

Kalender Viermonatskalender der Seenotretter für 2012

Bremen – Planen mit dem sprichwörtlichen „nautischen Weitblick“, das ermöglicht der Viermonatskalender der Seenotretter. Die Ausgabe für das Jahr 2012 ist soeben erschienen. Erneut kooperiert die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger mit dem Bremer Unternehmen terminic. Dank dessen großzügiger Unterstützung liegt der Spendenanteil des Kalenders bei rund 80 Prozent. Der Erlös kommt direkt der Seenotrettung an unseren Küsten zugute.

Den neuen Viermonatskalender ziert eine Abbildung des Seenotrettungsbootes HECHT von der Station Zinnowitz. Es gehört zu den 61 Einheiten der DGzRS-Rettungsflotte, die ausschließlich durch freiwillige Zuwendungen finanziert wird. Gemeinsames Ziel von DGzRS und terminic ist es, möglichst viele Unternehmen zu gewinnen, anstelle herkömmlicher Betriebskalender auf den speziellen Seenotretter- Kalender zurückzugreifen.

Der Stückpreis beträgt 6,50 Euro zzgl. Versandkosten, ab 100 Stück 5 Euro. Zu beziehen ist der Kalender per E-Mail unter versand@seenotretter.de; telefonisch unter 0421/53707-555 direkt bei der DGzRS.

Quelle: DGzRS Bremen

7. Maritime Konferenz beendet – Veranstalter sprechen von einem großen Erfolg

Von Helmut Burlager

Wilhelmshaven.DSC_3459 Die 7. Nationale Maritime Konferenz ist am Mittag zu Ende gegangen. Abschluss und Höhepunkt waren die beiden Reden von Niedersachsens Ministerpräsident David McAllister und von Bundeskanzlerin Angela Merkel. Beide hoben die Bedeutung der maritimen Wirtschaft für die gesamte deutsche Volkswirtschaft hervor und würdigten die Zusammenarbeit dieser Branche, die es leichter gemacht habe, die Weltwirtschaftskrise schnell zu überwinden.

Bundeskanzlerin Angela Merkel bei ihrer Rede in Wilhelmshaven. Foto: Helmut Burlager

Das zweitägige Treffen von rund 1000 Fachleuten und Politikern des maritimen Sektors auf dem Gelände des Jade-Weser-Ports würdigte der Koordinator der Bundesregierung für die maritime Wirtschaft, Staatssekretär Hans-Joachim Otto, zum Abschluss der Konferenz als sehr großen Erfolg. Es habe in den Arbeitsgruppen sehr kontroverse, aber wegweisende Debatten gegeben. Vor allem in den Bereichen der Offshore-Windenergie und der Meerestechnologie zur Gewinnung von Rohstoffen sehen die Beteiligten noch große Chancen. Freie Seefahrt, die Konkurrenzfähigkeit deutscher Reedereien und Werften und das Thema Schifffahrt und Klimaschutz waren weitere wichtige Themen der Konferenz, die von zahlreichen Medienvertretern beobachtet wurde. Das Jeversche Wochenblatt berichtet am Montag erneut ausführlich über die Konferenz.

Fischer fischen wieder

Bevor nun Missverständnisse aufkommen, zwei Artikel in diesem Blog sind überholt: Die Fischer fischen wieder. Lesenswert sind die Beiträge über die streikenden Krabbenfischer aber trotzdem, hoffe ich doch…

Hilfen für Krabbenfischer

Dangast Friesland – Vor dem Hintergrund des Preisverfalls und der dramatischen Situation in der Krabbenfischerei hat das Bundeslandwirtschaftsministerium eine gemeinsame Anregung von Niedersachsen und Schleswig-Holstein aufgenommen und kurzfristig die für die Sozialvergütung anrechenbaren Stillliegetage von 40 auf 50 im laufenden Jahr erhöht.

Dazu erklärte der Niedersächsische Ministerpräsident David McAllister: „Durch das gute und schnelle Zusammenarbeiten von Bundes- und Landesregierung ist es gelungen, die äußerst ernste Situation der Krabbenfischer an der Deutschen Nordseeküste zu verbessern. Zehn zusätzliche Stillliegetage können in Abhängigkeit vom Einzelfall eine Sozialvergütung von insgesamt bis zu 10.000 Euro im nächsten Jahr bedeuten.“ Die Sozialvergütung erhalten die Fischer, wenn sie zum Bestandsschutz der aquatischen Ressourcen nicht mit ihren Kuttern auslaufen.

Am 16. Mai findet trifft sich Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner mit ihrem niederländischen Kollegen Henk Bleker. „Von diesem Treffen erhoffe ich mir, dass sich beide Seiten für ein zukünftig faires Wettbewerbsverhalten aller Beteiligten einsetzen. Die jetzige Situation ist für die Krabbenfischer existenzbedrohend“, so der Ministerpräsident.

Quelle: Niedersächsische Staatskanzlei

Foto: Krabbenfischer Jan-Walke Schröder auf seinem Kutter “Friesland” in Dangast. Foto: Helmut Burlager

Beiträge zum Thema Küstenfischerei im Friesenblog gibt’s hier:

Küstenfischer

Wie Europas Krabbenfischer ums Überleben kämpfen

Wie Europas Krabbenfischer ums Überleben kämpfen:

Wie Europas Krabbenfischer ums Überleben kämpfen – Nachrichten Wirtschaft – WELT ONLINE