Tag 350 | Presserat

Man liest ja immer nur von denen, die vom Deutschen Presserat gerügt worden sind, weil sie mehr oder weniger grob gegen den Pressekodex oder die Richtlinien des Presserates verstoßen haben. Von den vielen Beschwerden, die bei diesem Selbstkontrollorgan der deutschen Presse eingereicht und als unbegründet abgewiesen werden, liest man nichts. Im Jahr 2013 erwiesen sich von 1347 Beschwerden an den Deutschen Presserat am Ende 226 als begründet.

Uns hat’s kürzlich dann auch erwischt, dass jemand meinte, unsere Redaktion vor den Presserat zerren zu müssen, weil ihm der Umgang mit einem Leserbrief und eine Veröffentlichung nicht passten. Etwas mulmig ist einem schon, wenn so etwas passiert. Umso schöner, wenn das mit Fachleuten besetzte Gremium dann entscheidet: An dem beanstandeten Bericht war nichts auszusetzen. Ein gutes Gefühl. Und in Zukunft wird man trotzdem noch sorgfältiger arbeiten…

Pressekodex     Deutscher Presserat

Reicht

Da gibt es einen ziemlich klaren Grundsatz: Anonyme Briefe und Mails an Zeitungsredaktionen wandern in den Papierkorb. Man kann keine Meinung veröffentlichen, zu der der Einsender nicht mal mit seinem Namen stehen mag. Es kommen viele solcher Briefe an. Mal sind sie einfach nur nicht unterschrieben, mal unterzeichnet von Herrn „Ein empörter Bürger“, mal ist der Name des Absenders ausgedacht, die Adresse erfunden. Manchmal muss der Redakteur zweimal hinschauen. Der Wutbrief, den neulich  jemand per E-Mail schickte, war unterschrieben von: S. Reicht.