Tag 276 | Sieg der Angst

Die Ebola-Gefahr in Westafrika und zunehmender Terror durch islamische Milizen auch auf dem afrikanischen Kontinent zeigen jetzt Auswirkungen auf die Entwicklungsarbeit der Mikrofinanzorganisation Opportunity International. Der Vorstand der Opportunity-Stiftung Stefan Knüppel hat in einem Schreiben an die Unterstützer den Verzicht auf die diesjährige, bereits fest geplante „go4school“-Bildungsrallye 2014 angekündigt.

„Terror und Angst haben gesiegt. So müssen es derzeit unsere Mitarbeiter in Ghana empfinden“, bedauert Knüppel in dem Schreiben. „Unsere über viele Monate geplante Bildungsrallye 2014 mussten wir schweren Herzens kurz vor dem Start aufgrund der jüngsten Entwicklungen in Nord- und Westafrika auf eine noch unbekannte Strecke, Zielland und Zeitpunkt verschieben. Der Terror islamischer Extremisten und Ebola beeinflussen nun also auch unsere Arbeit. Und das Leben der Ärmsten der Armen. Ein Zeichen der Hoffnung wollten wir setzen mit der Bildungsrallye. So sollten die zwölf gespendeten Rallyefahrzeuge durch Senegal, Mali und Burkina Faso nach Ghana überführt werden und dort zugunsten unserer Microschools verkauft werden. Der Erlös sollte Schulkindern in Ghana zugutekommen.“

Was für das Team von Opportunity International eine schwere Entscheidung gewesen sei, bedeute für die ghanaischen Freunde schwerwiegende Konsequenzen, so Knüppel. „Terror und Ebola, obwohl (noch) nicht in Ghana angekommen, haben nun trotzdem Auswirkungen auf unsere und ihre Arbeit. Mit der Verschiebung der Bildungsrallye fallen nun auch die Spendengelder durch den Verkauf der Fahrzeuge weg. Gehofft hatten wir auf rund 250.000 Euro.“

Opportunity werde versuchen, die Menschen in Ghana mit anderen Mitteln zu unterstützen. „Bitte helfen Sie uns dabei und setzen Sie ein Zeichen der Solidarität. Mit Ihrer Spende wollen wir auch Schulungen zu Hygiene-Themen wie Ebola oder Aids durchführen – und natürlich weiterhin Kindern eine gute Schulbildung ermöglichen und Unternehmertum stärken. Denn bei aufgeklärten, gebildeten und wirtschaftlich abgesicherten Menschen finden Epidemien oder Extremismus geringeren Nährboden“, heißt es in dem Schreiben.

Das Netzwerk von Opportunity International leistet weltweit Entwicklungsarbeit durch ein System von Mikrofinanz-Dienstleistungen von Mikrokrediten über Mikrosparen bis zur Gründung von kreditfinanzierten Privatschulen und Ausbildungsprogrammen für Jugendliche und Jugendliche Erwachsene.

Opportunity International im Internet

Welthungerhilfe warnt vor Nahrungsmittelkrise im Sahel

Bonn, 31.10.2011. Eine zweite verheerende Dürrekatastrophe zeichnet sich auf dem afrikanischen Kontinent ab. Besonders betroffen sind die westafrikanischen Länder der Sahelzone Mali, Niger und Burkina Faso, wo es im Frühjahr 2012 zu einer gravierenden Knappheit von Nahrungsmitteln kommen wird. In diesen Ländern ist die letzte Regenzeit schlecht ausgefallen und die bisherige Ernte liegt weit hinter den normalen Erträgen zurück.

Aktuelle Satellitenbilder zeigen, dass die Flüsse viel zu wenig Wasser führen und dass die ausgetrockneten Gebiete sich auf immer größere Flächen ausbreiten. „Die Anzeichen sind alarmierend. Die Menschen wandern bereits jetzt in die Städte ab ohne die Ernte abzuwarten. Die Viehhirten aus Mauretanien bleiben in Mali und erhöhen den Druck auf das ohnehin knappe Weideland und die wenigen Wasserstellen“ beschreibt Willi Kohlmus, Regionalkoordinator der Welthungerhilfe in Mali, die sich abzeichnende Krise.
Die Situation wird dadurch verschlechtert, dass die Preise für Grundnahrungsmittel steigen und nicht wie üblich nach einer Ernte fallen. In Niger gilt bereits in 85 Prozent der Dörfer in den ländlichen Gebieten die Ernährung als unsicher und in Burkina Faso gibt es in vielen Kommunen schon jetzt Warnungen, dass es im Frühjahr zu massiven Problemen bei der Nahrungsmittelversorgung kommt.
Die Welthungerhilfe bemüht sich darum, im Rahmen ihrer Alliance2015 andere europäische Hilfsorganisationen sowie die wichtigsten Geber vor Ort an einen Tisch zu bringen, um schon jetzt die Menschen zu unterstützen und eine Hungersnot ähnlich wie derzeit in Ostafrika abzuwenden.

Die Welthungerhilfe ist eine der größten privaten Hilfsorganisationen in Deutschland. Sie leistet Hilfe aus einer Hand: Von der schnellen Katastrophenhilfe über den Wiederaufbau bis zu langfristig angelegten Projekten der Entwicklungshilfe mit einheimischen Partnerorganisationen nach dem Prinzip der Hilfe zur Selbsthilfe. Seit der Gründung im Jahr 1962 wurden rund 6600 Projekte in 70 Ländern mit 2,25 Milliarden Euro gefördert – für eine Welt ohne Hunger und Armut.

(c):  Deutsche Welthungerhilfe e. V.

Afrika kann sich selbst ernähren

Gegen den Hunger und für eine nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung Afrikas. Ein sehr interessanter Beitrag über die Zukunft der Landwirtschaft auf dem schwarzen Kontinent. Und über ein Projekt, das der ehemalige UN-Generalsekretär Kofi Annan unterstützt: AGRA

Agra