Yunus ist Thema in den Medien

Heute beschäftigen sich zahlreiche Medien mit dem Rauswurf von Muhammad Yunus bei der Grameen-Bank. Der Einfachheit halber gebe ich hier die Google-News-Suche zum Thema Yunus weiter, dort finden sich zahlreiche Links: http://news.google.de/news/search?aq=f&pz=1&cf=all&ned=de&hl=de&q=Yunus

Die Medien beschäftigen sich außerdem mit dem Fachgespräch Mikrofinanzierung vom 2. März in Bonn. Die Links dazu finden sich hier:

https://friesenblog.wordpress.com/mikrokredite-2/links-zum-thema-mikrofinanzierung/

Alles Wissenswerte über Mikrofinanzierung im Wiki:

http://www.mikrofinanzwiki.de/wikifront

Selbsthilfe oder Schuldenfalle – ein Gespräch über Mikrofinanz

Auf Einladung von Oikocredit und Opportunity International trafen sich heute Vertreter aus Wissenschaft und Praxis in Bonn, um aktuelle Geschehnisse im Mikrofinanzsektor kritisch zu diskutieren.  Was dabei herauskam, lesen Sie hier:

Zum Bericht

Gründe doch einfach mal eine Bank …

Eine "BANK MIT HERZ" in Afrika gründen und damit die Lebensumstände und Zukunftsperspektiven vieler Menschen verändern! Am kommenden Freitag (25.02) startet Opportunity International Deutschland die Aktion BANK MIT HERZ. Ihr könnt dabei sein und Herz zeigen…

Herz

Mehr über die Arbeit von Opportunity International Deutschland hier:
gehe zu Opportunity

Mikrofinanz-Arbeit in Ghana, wir sind vor Ort gewesen:
https://friesenblog.wordpress.com/mikrokredite-2/ghana-seite/

Helfen mit landwirtschaftlichen Mikrokrediten

Ghana277 70 Prozent der 1.4 Milliarden afrikanischen Menschen leben in extremer Armut (mit weniger als einem Euro am Tag) in landwirtschaftlichen Regionen. Opportunity International setzt sich verstärkt für die Armutsbekämpfung in ländlichen Regionen durch die Ausweitung von Finanzdienstleistungen und der Entwicklung eines Finanzprogramms für Kleinbauern ein. Mehr zu diesem Thema hier:

http://www.oid.org/dokumente/neuigkeiten/landwirtschaftliche-mikrokredite.html

Mikrofinanz in der Diskussion

Verunsichert durch die Diskussion um Mikrokredite? Opportunity International lädt zu einem Fachgespräch ein: http://www.oid.org/dokumente/neuigkeiten/einladung-fachgespraech.html

Kleinkredite werden für große Profite geopfert

 

Ein Beitrag von Friedensnobelpreisträger Muhammad Yunus in der New York Times vom 14. Januar 2011, übersetzt von Stefanie Reichenbach (Opportunity International Deutschland, Köln). Der Originaltext (Sacrificing Microcredit for Megaprofits) ist hier zu lesen: New York Times 

Kleinkredite werden für große Profite geopfert

Von Muhammad Yunus

In den 1970er Jahren, als ich angefangen habe an dem zu arbeiten, was man heute als „Mikrokredit“ kennt, war es eines meiner Ziele, die Kredithaie zu vertreiben, dich sich bereichern, indem sie die Armen ausnutzen. Im Jahr 1983 habe ich die Grameen-Bank gegründet, um kleine Kredite zu vergeben, damit die Menschen, und vor allem arme Frauen, sie nutzen können, um sich selbst aus der Armut zu befreien. Zu dieser Zeit hätte ich mir nie vorstellen können, dass die Mikrofinanzierung eines Tages ihre eigenen Kredithaie hervorbringen würde.

Doch genau das ist passiert. Und das Ergebnis davon ist, dass viele Kreditnehmer in Indien mit der Rückzahlung ihrer Kredite in Verzug geraten, was wiederum dazu führen könnte, dass Kreditgeber aus dem Geschäft gedrängt werden. Die Krise in Indien macht deutlich, dass es dringend notwendig ist, die Mikrofinanzierung wieder auf den richtigen Weg zu bringen.

Die Probleme mit den Mikrokrediten begannen um das Jahr 2005, als viele Kreditgeber nach Wegen suchten, wie sie von den Krediten profitieren können, indem sie ihren Status als Non-Profit-Organisation aufgeben und zu einem kommerziellen Unternehmen werden. Im Jahr 2007 ging Compartamos, eine mexikanische Bank, als erste Mikrokreditbank Lateinamerikas an die Börse. Und im letzten August brachte SKS Microfinance, die größte Bank dieser Art in Indien, bei ihrem Börsengang 358 Millionen US-Dollar auf.

Um sicherzustellen, dass die kleinen Kredite für ihre Anteilseigner profitabel sind, mussten solche Banken die Zinsen erhöhen und aggressive Methoden für das Marketing und die Kredite-Eintreibung anwenden. Das Mitgefühl, das gegenüber den Kreditnehmern einst gezeigt wurde, als die Kreditgeber noch Non-Profit-Organisationen waren, verschwand. Den Menschen, denen Mikrokredite helfen sollten, wurde Schaden zugefügt. In Indien kamen Kreditnehmer zu dem Schluss, dass die Kreditgeber sie ausnutzen, und hörten auf ihre Kredite zurückzuzahlen.

Die Kommerzialisierung war eine schrecklich falsche Wendung für die Mikrofinanzierung, und sie zeigt eine besorgniserregende Kursänderung in der Motivation derer, die den Armen Geld leihen. Armut sollte ausgerottet, nicht als Möglichkeit Geld zu verdienen betrachtet werden.

Es gibt ernste praktische Probleme, wenn Mikrokredite als gewöhnliches Geschäft zur Profitmaximierung behandelt werden. Anstatt große Fonds zu schaffen, die dazu dienen, Geld an Mikrofinanzinstitutionen zu verleihen, wie es Bangladesh getan hat, bringen diese kommerziellen Organisationen größere Summen auf volatilen internationalen Finanzmärkten auf und übertragen die finanziellen Risiken dann auf die Armen.

Des Weiteren bedeutet das, dass kommerzielle Mikrofinanzinstitute zum Gegenstand von Forderungen nach immer höheren Profiten werden, die nur durch höhere Zinsraten, die von den Armen verlangt werden, durchgesetzt werden können. Dadurch wird der eigentliche Zweck der Kredite zerstört.

Einige Verfechter der Kommerzialisierung sagen, dass dies der einzige Weg ist, um das Geld zu beschaffen, das notwendig ist, um die Verfügbarkeit von Mikrokrediten zu erweitern und das System von der Abhängigkeit von Stiftungen und anderen wohltätigen Gebern zu „befreien“. Doch es ist möglich, Investment in Mikrokredite nutzbar zu machen – und sogar Profit zu erwirtschaften – ohne auf Almosen oder den globalen Finanzmarkt zurückzugreifen.

Die Grameen-Bank, deren Geschäftsführer ich bin, hat 2.500 Filialen in Bangladesh. Sie verleiht mehr als 100 Millionen US-Dollar im Monat, durch Kredite von weniger als 10 Dollar für Bettler in unserem „Struggling Members“ Programm (Programm für Mitglieder, die sich in Schwierigkeiten befinden), bis zu Krediten für Mikrounternehmen von ungefähr 1.000 Dollar. Die meisten Filialen tragen sich finanziell selbst und sind nur von den Spareinlagen gewöhnlicher Bangladescher abhängig. Wenn Kreditnehmer der Bank beitreten eröffnen sie ein Sparkonto. Alle Kreditnehmer haben Sparkonten bei der Bank, viele mit Guthaben die höher sind als ihre Kredite. Und jedes Jahr werden die Gewinne der Bank an die Kreditnehmer – 97 Prozent davon sind arme Frauen – in der Form von Dividenden zurückgegeben.

Mehr Mikrokredit-Institutionen sollten dieses Modell anwenden. Die Gemeinschaft muss die ursprüngliche Definition der Mikrokredite noch einmal bestätigen, die Kommerzialisierung aufgeben und dazu zurückkehren den Armen zu dienen.

Eine strengere Regulierung durch die Regierung könnte hilfreich sein. Der maximale Zinssatz sollte nicht höher sein, als die Kosten für die Finanzierung – also die Kosten, die der Bank entstehen, um das Geld, das verliehen wird, aufzubringen – plus 15 % der Finanzierung. Diese 15 % sollen die Betriebskosten decken und zum Gewinn beitragen. Im Fall der Grameen-Bank betragen die Kosten für die Finanzierung 10 %. Deshalb könnte der maximale Zinssatz 25% betragen. Wir erheben jedoch nur 20% von den Kreditnehmern. Die ideale Spanne zwischen den Kosten für die Finanzierung und dem Zinssatz für den Kredit sollte nahe bei 10 % liegen.

Um eine solche Deckelung durchzusetzen braucht jedes Land, in dem Mikrokredite vergeben werden, eine Regulierungsbehörde. Bangladesh, das die meisten Mikrokreditnehmer pro Quadratmeile in der Welt hat, hat seit mehreren Jahren eine solche Behörde, und sie konzentriert sich darauf, Transparenz bei der Kreditvergabe zu garantieren, und hat übermäßige Zinssätze und Methoden zur Kredit-Eintreibung unterbunden. In Zukunft könnte sie dazu in der Lage sein Mikrofinanzbanken zu akkreditieren. Indien, mit seinem boomenden Mikrokreditsektor braucht eine solche Regulierungsbehörde dringend.

Es gibt immer Leute, die darauf erpicht sind, die Schwachen auszunutzen. Doch Kreditprogramme, die versuchen aus dem Leiden der Armen Profit zu schlagen, sollten nicht als „Mikrokredit“ bezeichnet werden und Investoren, die solche Programme besitzen, sollten nicht vom Vertrauen und dem Respekt, den sich Mikrokreditbanken rechtmäßig erworben haben, profitieren dürfen.

Regierungen sind dafür verantwortlich, solchen Missbrauch zu verhindern. Als im Jahr 1997 die damalige First Lady Hillary Clinton und Sheikh Hasina, die Premierministerin von Bangladesh, mit anderen führenden Politikern der Welt zusammentrafen, um sich zu verpflichten, bis zum Jahr 2005 Mikrokredite und andere Finanzdienstleistungen für 100 Millionen arme Menschen zur Verfügung zu stellen, da sah es aus, als wäre das eine absolut unmögliche Aufgabe. Doch 2006 hatten wir dieses Ziel erreicht. Die führenden Politiker der Welt sollten wieder zusammenkommen und eine mächtige und visionäre Führung anbieten, um zu helfen die Mikrofinanzierung wieder auf Kurs zu bringen.

Ghana-Seite umgezogen

Nach mehreren Umzügen ist unser Ghana-Reisebericht vom März 2010 jetzt auch im Friesenblog gelandet: https://friesenblog.wordpress.com/ghana-seite/

Wir, Brigitte Meiners, Jochen Ewald und Helmut Burlager, erzählen in mehreren Beiträgen über unsere Rundreise durch das westafrikanische Land, die uns zu zahlreichen Klienten von Opportunity International führt. Opportunity ist eine weltweit agierende Mikrokredit-Organisation, deren deutscher Ableger OID vom Freundeskreis Weser-Ems unterstützt wird. Mehr über die Entwicklungshilfearbeit mit Mikrofinanzierung unter www.oid.org

Neue Links zum Thema Mikrokredite

Seit Jahrzehnten funktioniert die Idee der Entwicklungshilfe mittels Mikrofinanzierung. Weltweit bekannt wurde sie erst mit der Verleihung des Friedensnobelpreises an Muhammad Yunus. Seit einigen Monaten aber sind Mikrokredite in Verruf geraten. Zu recht? Zu unrecht? Wer das beurteilen will, muss zunächst einmal Informationen haben. Eine Linksammlung zu wichtigen Beiträgen in der Debatte um Mikrokredite ist hier zu finden: https://friesenblog.wordpress.com/mikrokredite-2/

Die aktuelle Diskussion um Mikrokredite

Die Linksammlung zum Thema Mikrokredite ist umgezogen, und zwar hierher: https://friesenblog.wordpress.com/mikrokredite-2/

Die Meinung von Opportunity International zum Thema: https://friesenblog.wordpress.com/2010/11/27/schwarze-schafe-schaden-einer-guten-idee/. Ein Beitrag von Stefan Knüppel, Vorstand der Stiftung OID.


Opportunity International: Freundeskreis Weser-Ems freut sich über Unterstützung

Man braucht nur 5000 Euro, um eine eigene Bank zu gründen. Das erfuhren jetzt Sabine Arkenau, Angelika Reichelt und Susanne Leiting vom Serviceclub Soroptimist International Wilhelmshaven. Am Mittwochabend übergaben sie dem in Jever ansässigen Freundeskreis Weser-Ems von Opportunity International eine Spende in dieser Höhe und dürfen sich fortan als Paten einer Mikrobank in Ghana in Westafrika fühlen.

Mit dem Geld kann die Mikrokreditorganisation Opportunity International eine weitere sogenannte „Trustbank“ gründen, in der sich Kreditnehmer – überwiegend Frauen – zu einer Art Genossenschaft zusammenschließen. Als Existenzgründer werden sie Kleinkredite von durchschnittlich rund 170 Euro erhalten, um damit ein Kleingewerbe aufzubauen und ihren Familien eine sicherere Lebensgrundlage zu schaffen.

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„Eine tolle Sache, hinter der wir als Soroptimisten gemeinsam stehen“, sagte Angelika Reichelt bei der Übergabe der Spende an Dr. Karl Harms, Jochen Ewald und Rüdiger Möllenberg, den Initiatoren des Freundeskreises Weser-Ems. Zu der Spende, zu der Angelika Reichelt einen beträchtlichen Anteil beisteuerte, war es nach einem Clubabend gekommen, bei dem Brigitte Meiners über ihre Reise mit dem Freundeskreis Weser-Ems nach Ghana berichtet hatte. Zum zweiten Mal innerhalb von zwei Jahren hatten sich Jeveraner im März 2010 in dem afrikanischen Land über den Verbleib der in Deutschland gespendeten Gelder informiert und dabei erneut die Wirksamkeit von Entwicklungshilfe mittels Mikrokrediten bestätigt bekommen: Die Spenden wirken nachhaltig, sie verpuffen nicht, weil das Geld im Kreislauf von Ausleihungen und Rückzahlungen bleibt und immer wieder neu Hilfe zur Selbsthilfe ermöglicht.

Mit den 5000 Euro kann nun eine weitere Mikrobank gegründet werden. Bei der Spendenübergabe berichtete Jochen Ewald, dass der Anstoß zur Gründung des Freundeskreises bereits fünf Jahre zurückliegt. Mit einem Vortragsabend im Lokschuppen über die Arbeit von Opportunity fing alles an. Eine Ausstellung in der Volksbank Jever und Spenden von Jochen Ewald und Dr. Karl Harms waren dann die Initialzündung für ein erfolgreiches Werk: In diesen Tagen wird die Gesamtsumme von 350 000 Euro an Spenden erreicht, die allein aus der Weser-Ems-Region in Projekte in Ghana flossen. Über die Gründung von Mikrobanken hinaus geht es inzwischen auch um den Aufbau von Mikroschulen und um den Aufbau landwirtschaftlicher Produktion im Norden Ghanas.

Die Soroptimisten Wilhelmshaven, die zur weltweit agierenden Frauenorganisation Soroptimist International gehören, bestehen in diesem Jahr genau seit 15 Jahren. Ähnlich wie andere Serviceclubs auch, haben es sich die Soroptimisten zum Ziel gesetzt, soziale Projekte zu fördern, sei es in hilfsbedürftigen Ländern, sei es direkt vor der Haustür. So ist, um nur einen Schwerpunkt zu nennen, das Wilhelmshavener Jugendzentrum Point über die Jahre hinweg finanziell unterstützt worden. Ein besonderes Augenmerk richtet der Wilhelmshavener Club, dem derzeit 34 Frauen aus Wilhelmshaven und Friesland angehören, auf die Förderung von Frauen, um insgesamt den Einfluss von Frauen auf soziale, wirtschaftliche und politische Bereiche durch bessere Erziehung und Bildung zu stärken.

Gerade deshalb halten die Wilhelmshavener Soroptimistinnen es für sinnvoll das Engagement des Opportunity-Freundeskreises Weser-Ems in Ghana zu unterstützen, profitieren hier doch vor allem die Frauen. „Außerdem hat uns das von Opportunity angewandte System der Mikrofinanzierung überzeugt“, so Angelika Reichelt.

Opportunity International ist eine gemeinnützige, christlich geprägte Stiftung, die in vielen Entwicklungsländern aktiv ist und Menschen auch dann Mikrokredite gibt, wenn sie keine Sicherheiten bieten können. Die Kreditnehmer erhalten umfassende Schulungen in wirtschaftlichen, sozialen und Gesundheitsfragen. Alle Klienten einer Mikrobank stehen füreinander ein. Gerät einer in finanzielle Bedrängnis, müssen die anderen für seine Schulden aufkommen. Die Kleinkredite werden zumeist innerhalb eines halben Jahres samt Zinsen zurückgezahlt, die Ausfallquote ist äußerst gering.

Weltweit arbeitet Opportunity International in 25 Entwicklungsländern mit über 1,9 Millionen Kreditnehmern zusammen.

http://www.oid.org