Vor Langeoog ist heute Nachmittag, Montag, 29. Juli 2013, ein Segler von der Besatzung eines Fischkutters gerettet worden. Ein durchziehender Gewittersturm hatte das Boot des Mannes, der allein an Bord war, zum Kentern gebracht. Nur dem großen Zufall, dass er von der Besatzung des Fischkutters „Komet“ aus Accumersiel gesehen wurde, verdankt der Mann sein Leben. Den Fischern gelang es, den Mann aus dem Wasser zu retten. Durch heftige Regenböen herrschte im Seegebiet der Ostfriesischen Inseln zu diesem Zeitpunkt kaum zehn Meter Sicht.Das Seenotrettungsboot „Casper Otten“/ Station Langeoog der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS), lief dem Fischkutter entgegen und übernahm den Schiffbrüchigen, der etwa eine halbe Stunde im Wasser getrieben war. Er steht leicht unter Schock, ist aber ansonsten unverletzt.
Kategorie: DGzRS
Mitreißende Reportagen aus dem Alltag der Seenotretter
Buch „Retter ohne Ruhm“ erscheint in siebter, völlig überarbeiteter Auflage
Bremen – In siebter Auflage ist jetzt das Buch „Retter ohne Ruhm“ von Hans Georg Prager erschienen. Auf 224 Seiten schildert der renommierte Autor und Schifffahrtskonsulent kenntnisreich und unterhaltsam den wechselvollen Alltag der Seenotrettung in Europa und der Welt.

In spannenden und ergreifenden Episoden erlebt der Leser hautnah mit, welchen Gefahren sich die Seenotretter weltweit jeden Tag aufs Neue aussetzen. Reich illustriert, erzählt dieser Band vom Alltag der bewundernswerten Helfer und dokumentiert, wie sich das Rettungswesen im Lauf der Jahrzehnte verändert hat, inklusive einer lückenlosen Darstellung auch der modernsten technischen Hilfsmittel. Dieses komplett überarbeitete und aktualisierte Standardwerk ist für jeden Seefahrtinteressierten ein Muss.
Dem Leser fetzt immer wieder Salzwasser-Gischt ins Gesicht, wenn er hautnah die bisweilen höchst riskanten Einsätze der Seenotretter miterlebt. Er ist dabei, wenn es um die dramatische Abbergung der Besatzungen von Frachtern geht, die im Sturm auf dem Scharhörnriff oder dem Großen Vogelsand gestrandet und auseinandergebrochen sind. Er macht auch den geradezu höllischen Orkaneinsatz zur Rettung der wenigen Überlebenden einer ostwärts von Kap Arkona gekenterten polnischen Frachtfähre mit.

Neben faszinierend lebendigen Reportagen spannt Prager in historischen Rückblicken den Bogen von den Anfängen der organisierten Seenotrettung zu Beginn des 19. Jahrhunderts in England und Holland über die Gründung der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) 1865 in Kiel und die Ära der Ruderrettungsboote bis zum ersten Einsatz von Motorrettungsbooten in Deutschland im Jahr 1911 und zur Entwicklung der Seenotkreuzer in der 1950er Jahren. Ausführlich würdigt Prager die technische Entwicklung und das bewundernswerte Engagement der Retter. Fachkundig schildert er die Ausbildung der Fachkräfte, den Alltag auf den Rettungsstationen und an Bord der Seenotkreuzer sowie die riskanten Einsätze auf den Weltmeeren.
Neben den Einsätzen in deutschen Gewässern ist der Leser hautnah bei Seenotrettungen in Norwegen, Schweden, Finnland, China oder den USA dabei. Auch Kurioses wie ein im Watt freilaufendes Pferd, ein Schiffbrüchiger, der sich nicht retten lassen wollte, oder ein schwimmend flüchtender Autodieb finden sich in der Einsatzgeschichte der Seenotrettung.
Hans Georg Prager ist selbstständiger Fachberater für See- und Binnenschifffahrt sowie Fachlektor und Autor. Er war neun Jahre bei der Marine und in der Handelsschifffahrt auf allen Weltmeeren unterwegs, zeitweise auch als Rettungsmann auf Seenotkreuzern. Prager verdankt sein Leben dem hohen Einsatz freiwilliger schwedischer Seenotretter, die ihn und seine Besatzung vor dem sicheren Tod in der Orkanbrandung auf den Granitklippen des Kaps Kullen bewahren konnten. Er veröffentlichte eine Vielzahl von Publikationen zu den Themen Schifffahrt und Technik.
„Retter ohne Ruhm“ ist im Onlineshop der Seenotretter erhältlich: www.seenotretter.de/onlineshop
Retter ohne Ruhm – Das Abenteuer der Seenothilfe
7. aktualisierte, bedeutend erweiterte und neu illustrierte Auflage
von Hans Georg Prager
ISBN 978-3-95400-024-1 • 24,95 Euro [D] • 224 Seiten • 62 Abbildungen • gebunden • 16,7 x 24,0 cm • 600 g
Am 29. Juli ist Tag der Seenotretter
Viele Stationen an Nord- und Ostsee geöffnet

Rettungsdemonstrationen und Besichtigung der Seenotkreuzer
Friesland – Rund um die Uhr, bei jedem Wetter, sind die Seenotretter der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) einsatzbereit. Die meisten ihrer mehr als 2000 Einsätze pro Jahr finden unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt – bei „Nacht und Nebel“, weit draußen auf See.
Umso beliebter ist der „Tag der Seenotretter“ bei Urlaubern, Tagesgästen, Küstenbewohnern und Insulanern, um mit den Besatzungen der DGzRS ins Gespräch zu kommen. In diesem Jahr stellen die Rettungsmänner und -frauen am Sonntag, 29. Juli 2012, auf zahlreichen Stationen an Nord- und Ostseeküste, auf einigen Inseln und in der Zentrale der DGzRS in Bremen ihre Arbeit vor.
Im Mittelpunkt stehen Rettungsdemonstrationen und Besichtigungen der Seenotkreuzer und Seenotrettungsboote. Die Besatzungen berichten aus erster Hand von ihrer meist freiwilligen und häufig gefahrvollen Arbeit. Die Besucher können sich selbst ein Bild von der Einsatzbereitschaft und Leistungsfähigkeit der Seenotretter machen.

Mancherorts runden historische Rettungseinheiten, Modellboote, Musik und Filme, Speisen und Getränke das Programm ab. Die Seenotretter freuen sich auf den Gedankenaustausch und viele neue Kontakte am 29. Juli 2012. Weitere Informationen über die teilnehmenden Stationen: www.seenotretter.de/termine
DH 3774 auf Patrouillenfahrt

Die „Otto Behr“ ist seit fast 20 Jahren in Wilhelmshaven stationiert. Das Seenotrettungsboot der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) hat das Rufzeichen DH 3774. Es wurde am 13. Juli 1993 in Wilhelmshaven auf den Namen eines Bremer Kaufmanns getauft, der die DGzRS in seinem Nachlass mit einer großzügigen Spende bedacht hatte. Das Boot ist mit Funkanlagen, Echolot, Radar, GPS, Lenzpumpen und einer Bergungspforte ausgestattet. Die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger finanziert sich vollständig aus Spenden und Zuwendungen Dritter.
Für alle, die auf See geblieben sind

16.Schiffsandacht in Carolinensiel
Carolinensiel – Im Museumshafen von Carolinensiel wird am Sonnabend, 9. Juni 2012, um 16 Uhr die mittlerweile traditionelle Schiffsandacht gefeiert. Sie wird vom Deutschen Sielhafenmuseum in Zusammenarbeit mit Kirchengemeinden veranstaltet. Mit der Veranstaltung wird der Männer und Frauen gedacht, die auf See geblieben sind.
Wie jedes Jahr stehen die Zahlen der Schiffsverluste des vergangenen Jahres im Mittelpunkt des Gedenkens. Sie werden jeweils pro Land mit je einem Glockschlag der historischen Schiffsglocke der JOHANNE verkündet. Die JOHANNE strandete am 6. November 1854 vor Spiekeroog mit 216 Auswanderern an Bord auf dem Weg in eine neue Heimat. Mindestens 80 Menschen verloren ihr Leben. Die Glocke wird heute im Heimatmuseum bewahrt und vom Vorsitzenden des Verein Dieter Mader in den Carolinensieler Museumshafen gebracht.
Im aktuellen Schwerpunkt wird dieses Jahr aus der Arbeit der Wasserschutzpolizei berichtet. Beamte der Dienststelle Wilhelmshaven werden über die außerordentlich vielfältigen Aufgaben berichten. Musikalisch wird die Schiffsandacht vom Shantychor Carolinensiel begleitet.
Bundespräsident Gauck wird DGzRS-Schirmherr

„Gerne bereit, die Arbeit zu unterstützen“
Berlin/Bremen – Bundespräsident Joachim Gauck hat die Schirmherrschaft über die Seenotretter übernommen. Mit den Worten „Gern ist er bereit, die wichtige Arbeit der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger mit seinem Patronat zu unterstützen.“ ist in diesen Tagen bei Gerhard Harder, Vorsitzer der DGzRS, ein entsprechendes Schreiben aus dem Bundespräsidialamt eingegangen. Damit folgt Bundespräsident Gauck zugleich seinen Vorgängern im Amt, die stets als Schirmherren für die Seenotretter fungierten. Für die DGzRS sei dieses Signal von Seiten des Staatsoberhauptes von besonderer Bedeutung, da die gesamte Arbeit des deutschen Seenotrettungswerks ausschließlich durch freiwillige Zuwendungen getragen wird, heißt es in einer Pressemitteilung der Gesellschaft. In ihrer Arbeit seien die Seenotretter auf die breite Unterstützung aus allen Teilen der Bevölkerung im ganzen Land angewiesen.
Seenotretter bringen Besatzung in Sicherheit
Feuer auf Krabbenkutter westlich von Sylt
Tönning/Bremen – Nach einem Brand auf dem Krabbenkutter „Sigrid“ (Heimathafen Tönning) westlich der Insel Sylt haben die Seenotretter der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) am frühen Morgen des 22. März 2012 die beiden Besatzungsmitglieder in Sicherheit gebracht. Die Seenotkreuzer MINDEN/Station List auf Sylt und VORMANN LEISS/Station Amrum der DGzRS waren im Einsatz.
Gegen 2.55 Uhr meldete sich der Fischkutter „Theodor Storm“ über den internationalen Sprechfunk-Notrufkanal 16 bei der Seenotleitung Bremen der DGzRS. Die Fischer meldeten, auf einem Schiff in ihrer Nähe habe sich eine Verpuffung ereignet. Anschließend beobachteten sie rote Leuchtkugeln – ein internationales Seenotsignal.
Die DGzRS alarmierte umgehend die beiden Seenotkreuzer “Minden” und “Vormann Leiss”, deren Besatzungen den Notruf der Fischer bereits mitgehört hatten. Der Kutter „Theodor Storm“ holte seine Netze ein und lief auf die Position des brennenden Schiffes, des 18 Meter langen Stahlkutters „Sigrid“, etwa zehn Seemeilen (19 Kilometer) westlich Westerland auf Sylt zu.
Die Besatzung der „Sigrid“ hatte ihr Schiff bereits verlassen und war in die Rettungsinsel gestiegen. Die „Thoeodor Storm“ übernahm die Männer bis zum Eintreffen des Seenotkreuzers “Minden”. Die “Minden” brachte die beiden jeweils 51 Jahre alten Fischer nach Havneby auf der dänischen Insel Rømø. Sie blieben unverletzt.
Unterdessen begann der Seenotkreuzer “Vormann Leiss” mit den Löscharbeiten am nach wie vor brennenden Krabbenkutter „Sigrid“. Das später eintreffende Wasserschutzpolizeiboot „Helgoland“ leuchtete den Einsatzort aus. Der Notschlepper „Nordic“ ist unterwegs zum Havaristen.
Zur Unfallzeit herrschten im Revier vor Sylt schwache nordwestliche Winde um zwei Beaufort.
Die DGzRS setzt von 54 Stationen in Nord- und Ostsee 61 Seenotkreuzer und Seenotrettungsboote ein. Ihre eigene Seenotleitung Bremen (MRCC = Maritime Rescue Co-ordination Centre) koordiniert zentral alle Einsätze. Allein im Jahr 2011 waren die Einheiten der Rettungsflotte 2106 Mal im Einsatz. Dabei haben ihre Besatzungen 1323 Menschen aus Seenot gerettet oder aus drohenden Gefahrensituationen befreit. Das bereits 1865 gegründete Seenotrettungswerk finanziert seine gesamte Arbeit nach wie vor ausschließlich durch freiwillige Zuwendungen und nimmt keinerlei staatlich-öffentliche Mittel in Anspruch.
Neuer Vormann auf der „Otto Behr“
DGzRS verabschiedet Ingo Owen – Erwin Clausen ist sein Nachfolger
Wilhelmshaven – Die Freiwilligenstation Wilhelmshaven der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) hat seit Anfang Februar einen neuen Vormann. Erwin Clausen ist Ingo Owen nachgefolgt. Das teilte die DGzRS am Dienstag mit.

Owen schied Ende Januar im Alter von 72 Jahren nach über 25 Jahren Engagement für die Seenotretter aus dem aktiven Dienst aus. Er hatte seine Tätigkeit als freiwilliger Rettungsmann im Juni 1985 in Wilhelmshaven begonnen, zunächst auf den Seenotkreuzern MINDEN und VORMANN STEFFENS. Seit Juli 1993 führte er als freiwilliger Vormann das Seenotrettungsboot OTTO BEHR.
Erwin Clausen ist wie sein Vorgänger ein erfahrener Rettungsmann. Seit März 1993 ist er freiwillig für das Seenotrettungswerk im Einsatz. Die Funktion des Vormanns übernahm er am 1. Februar 2012 von Ingo Owen.
Die Station Wilhelmshaven gehört zu den ältesten deutschen Seenotrettungsstationen. 1870 stationierte die DGzRS dort das erste Ruderrettungsboot. Heute zählt die Station rund zehn freiwillige Seenotretter. Sie sind im Notfall mit ihrem modernen 8,5-Meter-Seenotrettungsboot OTTO BEHR zur Stelle, um Menschen in Seenot schnell und professionell zu helfen. Nach wie vor wird die gesamte Arbeit der DGzRS ausschließlich durch freiwillige Zuwendungen ermöglicht.
Viermal im NDR: Die Seenotretter
Bremen – Norddeutsche Typen, die dem rauen Meer trotzen und ihrer Verantwortung gerecht werden, ohne ihren Humor zu verlieren: Sie stehen im Mittelpunkt der vierteiligen Dokumentation „Seenotretter“, die der NDR ab 25. Januar 2012 zur besten Sendezeit zeigt.
Die Zuschauer erleben nicht nur die mitunter spektakulären Einsätze, sondern auch den Alltag der Seenotretter. Die vierteilige Dokumentation vermittelt spannende und authentische Einblicke in das Leben an Bord der Seenotkreuzer THEODOR STORM/Station Büsum (im Bild) und BERLIN/Station Laboe. Dazu waren zwei Fernsehteams jederzeit „mit im Boot“. Sie drehten besonders schwierige Einsätze mit fest installierten Kameras, um die Rettungsarbeiten nicht zu behindern. Die Aufnahmen zeigen eindrücklich, was Seenotretter unter schwierigsten Bedingungen leisten.
DGzRS-Vorsitzer Gerhard Harder über die Reihe: „Die Seenotretter sind angewiesen auf breite Unterstützung aus dem gesamten Land. Fernsehberichte über ihre Arbeit, die oft weit draußen auf See unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfindet, sind eine große Hilfe. Die vierteilige NDR-Dokumentation zeichnet ein realistisches Bild der Männer und Frauen, die sich – fest angestellt oder ehrenamtlich, an Nord- und Ostseeküste – bei jährlich rund 2000 Einsätzen immer wieder den Gefahren der See mutig entgegenstellen, um anderen zu helfen.
Seenotrettung ist Teamarbeit: Ständige Aus- und Weiterbildung und die stetige Modernisierung der Flotte sind Voraussetzungen dafür, dass die Besatzungen gesund von ihren Einsätzen zurückkehren. An erster Stelle aber steht heute wie zur Zeit der Gründung vor fast 150 Jahren die Bereitschaft des Einzelnen, rauszufahren, wenn andere reinkommen.
Dem NDR ist es gelungen, all diese Aspekte unserer Arbeit mit der Kamera einzufangen. Die Seenotretter freuen sich auf die Ausstrahlung.“
