Tag 31 | Papier

Seit gestern ist mir doch etwas mulmig, was die Zukunft der gedruckten Zeitung angeht. Es gibt deutliche Anzeichen dafür, dass Papierausgaben journalistischer Produkte bald knapp werden. Ich erfahre es von meiner Blumenhändlerin. Beim Kauf eines Tulpenstraußes offenbart sie mir, was der ganzen Branche zu denken geben müsste. Die Zeitung sei für sie unverzichtbar, erklärt die Verkäuferin. Bei Temperaturen um null ginge es ja noch mit normalem Blumenpapier. Aber wenn es kälter werde… Sie zieht einen schwarzweiß bedruckten Bogen  unter der Ladentheke hervor, wickelt die Blumen sorgfältig ein. „Was machen Sie denn, wenn die Leute die Zeitung nur noch im Internet lesen“, frage ich die Dame, um das Gespräch in Gang zu halten. „Ach, das ist nicht so schlimm, wir haben noch einen ziemlichen Vorrat“, erklärt sie. „Lassen Sie mich schauen.“ Sie zieht den nächsten Bogen Zeitungspapier hervor, schaut in die obere linke Ecke der Ausgabe des Blattes und verkündet stolz: „März 2003!“. Man mag sich das Papierlager hinten in der Gärtnerei gar nicht vorstellen. Zehn, zwanzig Jahre wird sie damit locker überstehen, das reicht bis zu ihrer Rente. Aber warum hortet sie Zeitungen? Weiß sie mehr als wir?

Tag 3 | Alkohol

Der kürzeste Witz der Welt: „Geht ein Journalist an einer Kneipe vorbei…“ Hahaha. In Wirklichkeit ist es ganz anders. Da sind zehn Journalisten auch schon mal bereit, im Dienste der Wissenschaft einen Monat lang auf Alkohol zu verzichten. Interessant: „Ein Monat bringt schon was“

Tag 1 | Fremdschämen

Das Jahr fängt schon mal mit Fremdschämen an. Das Krankenhaus in Grenoble, wo Michael Schumacher um sein Leben kämpft, hat Reporter und Übertragungswagen vom Parkplatz und aus der Einfahrt zur Notaufnahme verbannt, weil es durch die Medienvertreter zu Behinderungen gekommen sei. Welcher Politiker war das noch mal, der Journalisten als „Wegelagerer“ bezeichnet hat?