Tag 255 | Interview

Bin auf eine neue Möglichkeit gestoßen, ohne viel Aufwand an Promi-Interviews zu kommen. Habe mich einfach mal gestern Abend nach der heute-Sendung beim Facebook-Chat mit dem neuen heute-Moderator Christian Sievers eingeklinkt und ein paar Fragen eingestreut. Wegen des großen Andrangs im Chat wurden nicht alle beantwortet, aber immerhin… ausbaufähig.

Sievers„Hallo Herr Sievers, erstmal herzlichen Glückwunsch zu Ihrem neuen Job. Sie machen das gut!

Christian Sievers: (Schickt als Antwort einen Smiley)

Isis, Ukraine, Ebola, Europa, Schottland, Katalanen – unruhige Zeiten, in denen Sie die heute-Sendung übernehmen. Welches Thema berührt Sie persönlich zurzeit am meisten?

Sievers: Ich habe fünf Jahre lang im Nahen Osten gelebt. Das Schicksal der Flüchtlinge dort, von denen ich einige persönlich getroffen habe, vergisst man so schnell nicht.

Wie gelingt es Ihnen, nüchtern und sachlich zu bleiben, wenn es um Nachrichten geht, die Ihnen persönlich an die Nieren gehen oder über die Sie eigentlich nur lachen oder den Kopf schütteln können?

Sievers: Aus der Sendung raushalten und dann privat lachen oder Kopf schütteln.

Den Rest des Interviews klaue ich einfach aus Fragen anderer Chat-Teilnehmer und den Antworten:

Wie ist so ein typischer Tagesablauf eines heute-Moderators? Wann ist man morgens im Sender, wann geht man? Was macht man den ganzen Tag im Sender?

Sievers: Sitzungen ab 10 Uhr. Viel diskutieren, lesen, telefonieren. Sendung um 19 Uhr, FB-Chat danach…

Wie viele Mitarbeiter hat ihre Redaktion? Ist das die gleiche wie beim heute Journal, oder sind dies getrennte Redaktionen?

Sievers: Das sind getrennte Redaktionen unter einem Dach. (wg. Mitarbeiterzahl frage ich morgen meinen Chef)

Wie viele Meldungen waren heute noch in petto, die dann aus Zeitgründen unter den Tisch fallen mussten? Und welche waren das, wenn’s der Fall war?

Sievers:  Es gibt jeden Tag viele tausend weitere Meldungen. Eine, die schon in der Sendung drin war und dann aus Zeitmangel wieder rausflog, war: „Strompreise stark gestiegen“.

Was sind Ihre (sichersten und schnellsten) Informationsquellen? DPA, AP, etc.?

Sievers: Wir haben alle wichtigen Agenturen hier. Außerdem internationale TV-Sender und den Eurovision News Austausch. Tageszeitungen. Twitter.

Sie waren lange Korrespondent in Israel. Was nehmen Sie aus der Zeit mit? Haben Sie Hebräisch gelernt?

Sievers: Eine große Bewunderung für die Menschen in Nahost. Israelis und Palästinenser. Riesen-Lob für das gute Essen dort. Und Sehnsucht nach der Sonne… Hebräisch habe ich gelernt und kann es trotzdem nicht wirklich.

Wie erfuhren Sie als Deutscher in Israel das deutsch/israelische Verhältnis, insbesondere bei der Unter-50-Generation?

Sievers: Ein superwichtiges Thema. Tel Aviv – Berlin, die Verbindung klappt hervorragend. Beide Städte sind sich sehr ähnlich. Die Menschen auch. Wenn man sagt, man kommt aus Berlin, hört man in Israel immer: „Ah super, da komme ich gerade her.“ oder „Da fahre ich morgen hin.“

Ihre Erfahrungen als Auslandskorrespondent all die Jahre, hilft das bei der Anmoderation der Themen oder steht diese Erfahrung außen vor?

Sievers: Das hilft sehr. Ich glaube, dass man viele Fähigkeiten eines Reporters auch als Moderator gut gebrauchen kann: Die richtigen Fragen stellen. Auf den Punkt bringen.

Eine Frage noch: Gibt es bei heute eigentlich einen Dresscode oder könnten Sie theoretisch auch im Polohemd moderieren?

Sievers: Theoretisch ja, aber praktisch nicht. Die Zuschauer erwarten einen gewissen Look, wenn man Nachrichtensendungen macht.

Beim Spiegel würde jetzt stehen: „Wir danken Ihnen für das Gespräch!“ War ja leider gar keins…

Tag 254 | Seite 1

Um noch mal kurz auf Christian Wulff zu kommen, der am vergangenen Montag in Jever bei der Vorstellung seines Buches vor allem mit den Boulevard-Medien abrechnete: Zu dem Thema gibt es jetzt auch ein Theaterstück. Ingolf Lück ist der Darsteller des Ein-Personen-Stücks, das jetzt in Gütersloh Premiere hatte. Darüber berichtet das Medienmagazin Zapp:

Realistisch? Medienkritik als Theaterstück

Tag 253 | Auf AB

Christian Wulff in Jever. Fragen aus dem Publikum. Thema Kai Diekmann. Ein Zuschauer: „Sprechen Sie heute noch Leuten auf die Mailbox?“

Wulff: „Ja, ich spreche noch auf Mailboxen. Ich liebe Mailboxen, weil man dann schnell loswird, was man zu sagen hat. Trotzdem war es dämlich. Ich habe zu spät überlegt, wem ich da auf die Mailbox gesprochen haben.“

Tag 251 | Vergessen

Lese gerade, dass Ruth Kappelsberger 86-jährig gestorben ist. Wer war noch mal Ruth Kappelsberger? Ach ja, eine der ersten deutschen Fernsehansagerinnen. Vom Bayerischen Rundfunk. Saß ständig mit in unserem Wohnzimmer, wenn wir auf Kulenkampff oder Dalli-Dalli warteten. 

Und was waren noch mal Fernsehansagerinnen?

Tag 250 | Pressefreiheit

Dass ein Chefredakteur in Deutschland sagen muss: „Wir lassen uns auf keinen Fall einschüchtern“, nachdem die Zeitung immer wieder von Rechtsradikalen bedroht und attackiert wird. „Kill them. Wir kriegen Euch alle!“  – schon beklemmend… 

Lausitzer Rundschau erneut von Nazis angegriffen

Tag 242 | Ins Fernsehen

Einladung zu einer Pressekonferenz. Der Gastgeber meint es offenbar gut mit den Printjournalisten. Oder wie soll ich diesen Satz verstehen? „Über eine rege Teilnahme freuen wir uns auch aufgrund der Tatsache, dass sich der NDR mit einem Kamerateam angekündigt hat.“ Na besten Dank!

Tag 238 | Schrei vor Glück II

SamwerLaut einer Meldung der Wirtschaftswoche soll Zalando Blogger bestochen haben. Für Links auf den Internethändler verteilten die Gründer, die Samwer-Brüder, angeblich „tausende Gutscheine für den Gratiseinkauf“, meldet Ad Hoc News unter Bezug auf die WiWo. Nun muss sich jeder Blogger fragen, ob er solche Geschäfte machen will; für die Journalisten unter ihnen sollte sich das von selbst verbieten. Und für den Friesenblog, der auch schon mal auf ein Video von Zalando verlinkt hat (nämlich hier), sei klargestellt: Es hat dafür keinen Einkaufsgutschein und überhaupt null Kontakt mit dem Unternehmen gegeben. Garantiert!

Nachtrag: Zalando hat auf die Kritik inzwischen reagiert und stellt die Bestechung von Bloggern mit Einkaufsgutscheinen als etwas ganz Selbstverständliches dar, auch wenn es den Begriff „Bestechung“ in dem Zusammenhang ablehnt. Es sei ein Instrument zur Suchmaschinenoptimierung (SEO). Soso…

Tag 230 | Pixelpartnerin

Die Regionalgesellschaft „JadeBay“ hat ihren Internetauftritt aufgefrischt, recht ungewöhnlich kommen die „Pixelpartner“ jetzt daher. Besonders gefällt mir natürlich das sympathische PixPar-Porträt von Katharina Guleikoff, Redaktionsleiterin von Radio Jade. „Es ist wichtig zu zeigen, dass das hier eine gute Region in Deutschland ist, in der man gut leben und arbeiten kann“, sagt sie. Zum Porträt…

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Tag 216 | Neviges

Ja, es gibt Blogs, die können einen neidisch machen, und ich rede nicht von Niggemeyer. Und der, um den es hier geht, hat auch nicht so viel mehr Klicks gehabt als der Friesenblog. Bis er vom Stern entdeckt wurde, jetzt hat er mehr. Braucht er aber gar nicht, denn so ein Blog wie 42553 Neviges hat einfach so seine Daseinsberechtigung, auch wenn ihn keiner klicken würde. Ein Blog über – Nichts! Schaut selbst.