Tag 238 | Schrei vor Glück II

SamwerLaut einer Meldung der Wirtschaftswoche soll Zalando Blogger bestochen haben. Für Links auf den Internethändler verteilten die Gründer, die Samwer-Brüder, angeblich „tausende Gutscheine für den Gratiseinkauf“, meldet Ad Hoc News unter Bezug auf die WiWo. Nun muss sich jeder Blogger fragen, ob er solche Geschäfte machen will; für die Journalisten unter ihnen sollte sich das von selbst verbieten. Und für den Friesenblog, der auch schon mal auf ein Video von Zalando verlinkt hat (nämlich hier), sei klargestellt: Es hat dafür keinen Einkaufsgutschein und überhaupt null Kontakt mit dem Unternehmen gegeben. Garantiert!

Nachtrag: Zalando hat auf die Kritik inzwischen reagiert und stellt die Bestechung von Bloggern mit Einkaufsgutscheinen als etwas ganz Selbstverständliches dar, auch wenn es den Begriff „Bestechung“ in dem Zusammenhang ablehnt. Es sei ein Instrument zur Suchmaschinenoptimierung (SEO). Soso…

Tag 230 | Pixelpartnerin

Die Regionalgesellschaft „JadeBay“ hat ihren Internetauftritt aufgefrischt, recht ungewöhnlich kommen die „Pixelpartner“ jetzt daher. Besonders gefällt mir natürlich das sympathische PixPar-Porträt von Katharina Guleikoff, Redaktionsleiterin von Radio Jade. „Es ist wichtig zu zeigen, dass das hier eine gute Region in Deutschland ist, in der man gut leben und arbeiten kann“, sagt sie. Zum Porträt…

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Tag 216 | Neviges

Ja, es gibt Blogs, die können einen neidisch machen, und ich rede nicht von Niggemeyer. Und der, um den es hier geht, hat auch nicht so viel mehr Klicks gehabt als der Friesenblog. Bis er vom Stern entdeckt wurde, jetzt hat er mehr. Braucht er aber gar nicht, denn so ein Blog wie 42553 Neviges hat einfach so seine Daseinsberechtigung, auch wenn ihn keiner klicken würde. Ein Blog über – Nichts! Schaut selbst.

Tag 210 | 10 Gründe

Heute mal eine Anleihe bei Lousy Pennies. Spricht mir aus der Seele: Zehn Gründe, warum Journalisten nicht bloggen sollten

Tag 206 | Risikoberuf

Traumberuf Journalist – immer öfter ein Alptraumberuf, wenn man über den Tellerrand des grundgesetzlich vor Zugriffen geschützten, wirtschaftlich meist recht komfortabel bis auskömmlich ausgestatteten und Journalismus in unserem Land hinausschaut. 61 tote Journalisten – so lautet die grausige Bilanz des ersten Halbjahrs 2014, die das International News Safety Institute (INSI) gezogen hat. Laut einer Pressemitteilung des Deutschen Journalistenverbandes (DJV) ist die Zahlt getöteter Journalisten in aller gegenüber dem ersten Halbjahr 2013 in diesem Jahr bereits um 21 gestiegen. Die meisten Opfer waren in der Ukraine zu beklagen: Hier starben sieben Journalisten. Zahllose weitere Berichterstatter wurden verletzt, bedroht oder entführt. Sechs Journalisten ließen im Irak ihr Leben. Jeweils fünf Korrespondenten bezahlten ihren Einsatz in Syrien bzw. Pakistan mit dem Leben, vier in Afghanistan. 23 der 61 getöteten Journalisten arbeiteten für das Fernsehen, bei den meisten Opfern handelte es sich um Berichterstatter, die in dem jeweiligen Krisenland zu Hause waren. Zwölf Auslandskorrespondenten starben in Ausübung ihres Berufs.

Tag 201 | Wulff

Wer das soeben erschienene Interview des Spiegel mit Christian Wulff lesen will, muss dafür bezahlen. Das ist zum einen mal was Nettes für treue Spiegel-Abonnenten, die sich vierteljährlich ihren Beitrag zur Erhaltung des deutschen Qualitätsjournalismus vom Konto abziehen lassen und sich manchmal fragen, warum sie sich nicht mit den kostenlosen Angeboten von Spiegel online begnügen. Zum anderen ist das Interview auch wirklich seinen Preis wert, denn in dem Streitgespräch schonen sich Ex-Bundespräsident und Spiegel-Redakteure nicht im Geringsten. Während beide Seiten nicht von ihrer Position lassen, sich fast jederzeit völlig korrekt verhalten zu haben, geht der Leser schon recht nachdenklich aus diesem spannenden Lehrstück über ethische Fragen in Politik und Journalismus heraus.

Wie gesagt: Wer es lesen möchte, muss es kaufen.

Tag 200 | Hinterzimmer

„Unter dem Deckmantel der Anonymität lästert es sich leicht…“ – ein interessanter WDR-Beitrag über Hintergrundgespräche, wie es sie im Lokalen ebenso gibt wie in Berlin. Wichtiger Hinweis an Politiker: „Besser keinen Alkohol trinken!“. Das hat man jüngst ja schon in dem Dokumentar-Spielfilm über die Spiegel-Affäre gelernt, wo ein völlig abgefüllter Franz-Josef Strauß vor (nüchternen) Journalisten so richtig die Sau rausließ.

Zum WDR-Beitrag

Tag 197 | Kurztrip

Fünf Minuten vom Start bis zur Landung: Die Inselflieger bieten auf der Strecke Harle-Wangerooge eine der kürzesten Linienflüge der Welt. Foto: Helmut Burlager
Fünf Minuten vom Start bis zur Landung: Die Inselflieger bieten auf der Strecke Harle-Wangerooge eine der kürzesten Linienflüge der Welt. Foto: Helmut Burlager

Die „Welt“ beschäftigt sich in einem Beitrag mit den kürzesten Linienflügen der Welt, und bevor man es gelesen hat, ahnt man schon: Da sind wir doch dabei! Fünf Minuten dauert laut Flugplan der Trip von Harlesiel nach Wangerooge oder von der Insel aufs Festland. Je nach Windrichtung kann es auch mal etwas schneller gehen oder ein wenig länger dauern. Aber sonst kommt in Deutschland keine Airline mit den „Inselfliegern“ mit. International allerdings sehr wohl; der kürzeste Linienflug soll laut „Welt“ nur 47 Sekunden dauern und geht von einer Orkney-Insel zu einer anderen. Tomatensaft wird unterwegs nicht angeboten. Zum Bericht

Tag 196 | Praktikanten

Der Mindestlohn soll der „Generation Praktikum“ ein Ende bereiten? Als ob es allen, die Praktikanten einstellen, darum ginge, sie auszubeuten. Es ist doch in den meisten Betrieben völlig anders: Nicht die Unternehmen brauchen die Praktikanten, sondern die Praktikanten das Praktikum. Beinahe täglich meldet sich zurzeit jemand in der Redaktion, der schon letztes Jahr sein Abitur gemacht und danach eine ganze Weile herumgedaddelt hat und dem nun bei der Bewerbung für den Studiengang „Medienwirtschaft und Journalismus“ kurz vor Toresschluss siedend heiß einfällt, dass er gar nicht angenommen wird, wenn er nicht ein vierwöchiges Praktikum nachweisen kann. Geld? Gar kein Thema, dabei bezahlen wir die „Praktis“ ja durchaus. Wir haben nur leider auf Monate überhaupt keine Plätze mehr frei. Es tut einem in der Seele weh, dass man die Bewerber alle wieder wegschicken muss – ohne über das Thema Mindestlohn überhaupt nur nachgedacht zu haben.

Tag 181 | Per

Nun hab ich das Video mit Per Mertesacker schon fünf Mal oder öfter gesehen und finde ihn immer noch klasse in seiner Kotzbrockigkeit. Was ist das auch für ein bescheuertes Format, Leute zu interviewen, die sich gerade 120 Minuten die Seele aus dem Leib gerannt haben.