Bank mit Herz – eine neue Kampagne von Opportunity International

Gerald Asamoah macht mit

Lampedusa und kein Ende? Banken mit Herz bieten Alternativen!

Nürnberg. Überfüllte Flüchtlingsboote, Menschen, die dem Tod auf See nur knapp entkommen sind – das Flüchtlingsdrama von Lampedusa zeigt, wie dringend eine effektive und nachhaltige Entwicklungshilfe ist. Herz1 Heute fiel auf dem Kongress christlicher Führungskräfte der Startschuss für die Kampagne „Bank mit Herz“. Prominente Unterstützer rufen dazu auf, mit Mikrokrediten in Afrika zu helfen und dafür zu spenden. Das Ziel: In den nächsten Monaten sollen 100 neue Opportunity-Trustbanks in Afrika gegründet werden.
Das Elend der Menschen, die die lebensgefährliche Passage über das Mittelmeer nach Lampedusa überlebt haben, ist unermesslich. Die traurige Wahrheit: In Afrika warten noch Millionen auf ihre Chance, Tausende werden es nicht schaffen.
„Es ist unsere Pflicht, zu helfen. Am besten verhindern wir, dass sich die Menschen auf den Weg machen“, sagt Stefan Knüppel, Vorstand von Opportunity International. „Die Menschen brauchen eine Alternative vor Ort, das heißt Arbeit und Perspektiven. Am besten schafft man diese mit sozialer Mikrofinanz.“
Die gemeinnützige Stiftung um den ehemaligen Topmanager wird deshalb in den nächsten Monaten in Afrika 100 „Banken mit Herz“ gründen, die Opportunity-Trustbanks. Die Liste der Unterstützer von Opportunity International ist lang: Frank-Walter Steinmeier, Rupert Neudeck, Tim Niedernolte, der Verband Christen in der Wirtschaft und der Bundesligafußballer Gerald Asamoah setzen sich für die Arbeit von Opportunity International ein. Speziell der Fußballstar sorgt sich und weiß um die Bedürfnisse seiner Heimat: „Afrika ist weiterhin ein bitterarmer Kontinent. Das sollten wir im reichen Europa nicht vergessen. Mikrokredite können helfen, die Armut in Afrika zu lindern. Helfen Sie den Menschen dort“, so der Derbyheld aus Hamburg.
Damit arme Menschen ein kleines Unternehmen gründen können, erhalten sie Herz2in den Opportunity-Trustbanks Schulungen, Kapital, Unterstützung und Zugang zu medizinischer Versorgung. Soziale Mikrofinanz wirkt somit ganzheitlich und nimmt den Klienten in den Fokus. Der Ansatz funktioniert, da er spendenfinanziert ist. Für jede Bank mit Herz werden 5.000 Euro Startkapital von Förderern benötigt. „Wir maximieren keine Profite, wir helfen Menschen, sich selbst zu helfen“, betont Stefan Knüppel in Nürnberg.

Mehr Infos: www.bank-mit-herz.de und www.oid.org

Gründe doch einfach mal eine Bank …

Eine "BANK MIT HERZ" in Afrika gründen und damit die Lebensumstände und Zukunftsperspektiven vieler Menschen verändern! Am kommenden Freitag (25.02) startet Opportunity International Deutschland die Aktion BANK MIT HERZ. Ihr könnt dabei sein und Herz zeigen…

Herz

Mehr über die Arbeit von Opportunity International Deutschland hier:
gehe zu Opportunity

Mikrofinanz-Arbeit in Ghana, wir sind vor Ort gewesen:
https://friesenblog.wordpress.com/mikrokredite-2/ghana-seite/

Versicherung für Tagelöhner

Die Financial Times Deutschland beschäftigt sich heute mit dem Thema Mikroversicherungen: http://www.ftd.de/unternehmen/versicherungen/:agenda-versicherung-fuer-tageloehner/60013301.html

Weitere frische und ältere Links zum Thema sozale Mikrofinanzierung hier:  https://friesenblog.wordpress.com/mikrokredite-2/links-zum-thema-mikrofinanzierung/

Mikrofinanz in der Diskussion

Verunsichert durch die Diskussion um Mikrokredite? Opportunity International lädt zu einem Fachgespräch ein: http://www.oid.org/dokumente/neuigkeiten/einladung-fachgespraech.html

Neue Links zum Thema Mikrokredite

Seit Jahrzehnten funktioniert die Idee der Entwicklungshilfe mittels Mikrofinanzierung. Weltweit bekannt wurde sie erst mit der Verleihung des Friedensnobelpreises an Muhammad Yunus. Seit einigen Monaten aber sind Mikrokredite in Verruf geraten. Zu recht? Zu unrecht? Wer das beurteilen will, muss zunächst einmal Informationen haben. Eine Linksammlung zu wichtigen Beiträgen in der Debatte um Mikrokredite ist hier zu finden: https://friesenblog.wordpress.com/mikrokredite-2/

Den richtigen Mikrofinanzpartner auswählen

Eine Stellungnahme von Opportunity International, Großbritannien

Opportunity International war in den letzten 40 Jahren führend in der Kleinkreditvergabe an arme Menschen in der ganzen Welt. Während dieser Zeit ist die Zahl der Mikrofinanzanbieter deutlich angestiegen. Ein Ergebnis dieses Wachstums ist eine größere öffentliche Prüfung der ausgeübten Methoden und Prioritäten der Mikrofinanzorganisationen.

Es ist daher wichtig, dass jeder, der Mikrofinanzierung unterstützen möchte, zunächst die Ziele, Prioritäten und Methoden des potentiellen Mikrofinanzpartners bewertet. Wir bieten eine Liste mit Fragen und Antworten an, die bei der Bewertung helfen soll. Dahinter steckt die Überzeugung, dass Opportunity Internationals Mikrofinanzarbeit eine Vorreiterrolle einnimmt, anhand derer die Arbeit von anderen Mikrofinanzorganisationen bewertet werden kann.

Frage: Ist die Organisation vor allem daran interessiert, einen Profit zu erwirtschaften oder den Armen zu dienen?

Wichtig hierbei: Nicht alle Mikrofinanzorganisationen sind gemeinwohlorientiert. Manche kommerzielle Mikrofinanzanbieter konzentrieren sich vor allem darauf, Gewinne zu maximieren und den Unternehmenswert zu steigern. Es ist wichtig, herauszufinden, ob die Organisation vor allem im Interesse der Armen handelt oder eine Gewinnmaximierung anstrebt.

Die Hauptmotivation von Opportunity International war immer der Wunsch, Menschen in Armut zu stärken und ihnen ein Zugang zu Mikrofinanzierung zu ermöglichen. Da Opportunitys gemeinnützige Stiftungen die Mehrheiten an allen „Partnerbanken“ besitzen und nicht individuelle Aktienbesitzer, werden alle Gewinne wieder neu investiert, damit wir unsere Dienstleistungen ausbauen können und die Kosten für unsere Klienten reduziert werden können.

Frage: Welche Anzeichen gibt es dafür, dass eine Organisation tatsächlich in erster Linie Menschen in Armut unterstützt und nicht darauf fokussiert ist, Profit zu erwirtschaften?

Ein gemeinnütziger Rechtstitel ist nicht der einzige Anhaltspunkt, der darüber Aufschluss gibt, ob eine Mikrofinanzorganisation sich auch wirklich für Arme einsetzt. Andere Anhaltspunkte wie etwa die soziale Demografie der Klienten, der Einsatzort und der Umfang der Arbeit einer Organisation sowie ein Nachweis über bisherige Erfahrungen einer Organisation sind ebenfalls wichtig.

Soziale Demografie: Opportunity International möchte den ärmsten der arbeitenden Armen helfen. Dies wird zum einen daran deutlich, dass die durchschnittliche Höhe des Startkapitals für einen Klienten niedrig ist (er beträgt zum Beispiel in Malawi durchschnittlich 129 Euro) und zum anderen daran, dass Opportunitys Partner vor allem in Entwicklungsländern arbeiten.

Einsatzort und Umfang der Arbeit: Opportunity International arbeitet in 24 der ärmsten Länder der Welt. In diesen Ländern weiten wir unsere Arbeit von den städtischen Regionen in die ländlichen Regionen weiter aus, da vor allem in ländlichen Regionen Menschen keinen Zugang zu Mikrofinanzdienstleistungen haben. Die Arbeit in abgelegenen ländlichen Gegenden ist sehr kostspielig, aber essentiell, wenn Menschen die Chance gegeben werden soll, sicher und verlässlich Geld zu leihen und zu sparen.

angebotene Dienstleistungen: Opportunity International bietet vielfältige Mikrofinanzdienstleitungen an – Kredite, Sparmöglichkeiten und Versicherungen – da arme Menschen nicht nur Kredite haben wollen. Sie wollen ihr Geld sicher sparen und sich gegen unvorhergesehene Ereignisse versichern. Die Möglichkeit, Geld sicher zu sparen, ist besonders wichtig, da Menschen auf diese Weise die Möglichkeit eröffnet wird, einen Zugang zur Gesundheitsversorgung zu bekommen, Nahrungsmittel zu kaufen und gegebenenfalls auf Notfälle reagieren zu können. Opportunitys Sparkonten bieten armen Menschen die Chance, ihr Geld sicher auf einem Bankkonto zu sparen anstatt es unter einer Matratze verstecken oder im Boden vergraben zu müssen.

Nachweis über Erfahrungen: Opportunity International hat 40 Jahre Erfahrung darin gesammelt, armen Menschen Mikrofinanzdienstleistungen anzubieten.

Frage: Wie bewahrt eine Organisation ihre Klienten davor, in finanzielle Schwierigkeiten zu kommen?

Wichtig hierbei: Ohne eine vernünftige Betreuung kann ein Kredit kein Segen, sondern ein Fluch sein.

Beziehungen aufbauen: Opportunity International baut zu allen Klienten eine Beziehung auf. Indem wir die individuelle Situation unserer Klienten kennenlernen, können wir auf ihre speziellen Bedürfnisse eingehen. Als ein verantwortungsbewusster Kreditgeber vergeben wir keine Kleinkredite an Menschen, die nicht in der Lage sind, diese zurückzuzahlen.

Schulungen zu Wirtschaftsthemen: Unsere Klienten erhalten Schulungen zu Wirtschaftsthemen, die ihnen dabei helfen sollen, vernünftig mit ihrem Geld umzugehen. Dank der Spenden, die wir von der britischen Regierung und anderen großen Spendern erhalten haben, können wir den Umfang unserer Schulungen vergrößern.

Frage: Welche Garantie gibt es, dass die Organisation sich auch in Zukunft um die Bedürfnisse von Armen kümmert?

Es ist wichtig zu untersuchen, welche Absicherungen eventuell existieren, um sicher zu gehen, dass die Organisation sich auch zukünftig für Arme engagiert.

Wie bereits dargestellt verfolgt Opportunity International mit dem Engagement für Arme eine gemeinnützige Mission. Wir streben danach, unsere Dienstleistungen für arme Menschen zu verbessern, indem wir kontinuierlich den Einfluss unserer Arbeit evaluieren und gegebenenfalls verbessern.

Die aktuelle Diskussion um Mikrokredite

Die Linksammlung zum Thema Mikrokredite ist umgezogen, und zwar hierher: https://friesenblog.wordpress.com/mikrokredite-2/

Die Meinung von Opportunity International zum Thema: https://friesenblog.wordpress.com/2010/11/27/schwarze-schafe-schaden-einer-guten-idee/. Ein Beitrag von Stefan Knüppel, Vorstand der Stiftung OID.


Schwarze Schafe schaden einer guten Idee

Von Stefan Knüppel

Die kommerzielle Mikrofinanzierung steht in der Kritik – zu Recht, denn einige Organisationen betreiben damit Missbrauch an einer guten Idee. Verzweifelte Kreditnehmerinnen in Indien sitzen in der Schuldenfalle. Trauriger Höhepunkt sind Selbstmorde von Frauen, die keinen Ausweg mehr wussten. Um diese Fehlentwicklungen zu verstehen, müssen wir an die Anfänge der Mikrofinanzierung zurückgehen.

Stiftungstag 2008 126

Vor ca. 40 Jahren gab es an verschiedenen Stellen dieser Welt – Muhammad Yunus in Bangladesch, Opportunity International in Südostasien, Accion in Lateinamerika – die fantastische Erkenntnis, dass Menschen, die bisher keinen Zugang zu Kapital hatten, vertrauenswürdig waren und einen kleinen Kredit nutzten, um sich aus der Armut zu befreien. Diese revolutionäre Idee setzten vor allem kleine gemeinnützige Vereine und kirchliche Gruppen erfolgreich um. Die erste gemeinnützige Stiftung Opportunity International gründete der australische Geschäftsmann David Bussau in seinem Heimatland.

Sowohl kommerzielle Banken als auch die allgemeine Öffentlichkeit nahmen jahrzehntelang keine Notiz davon. Wenn Mikrofinanz wahrgenommen wurde, dann wurde sie belächelt und in Frage gestellt, und gerade die kommerziellen Banken konnten sich nicht vorstellen, dass dies funktionieren kann. Doch der Erfolg war unaufhaltsam. Es wurde immer deutlicher, dass es für die ehemals „Unbankables“ einen großen Unterschied machte, ob ihnen jemand Vertrauen entgegen bringt und sich ihr Leben somit grundlegend verändern kann. Es entstanden die Trustbanks mit gegenseitiger Gruppenhaftung, und auch Opportunity konnte zeigen, dass Mikrofinanz gut funktioniert. Dabei war von Anfang an klar: Es geht nicht darum, Geld zu verdienen, sondern darum, Armut zu bekämpfen – mit dem Effekt, dass das zurückgezahlte Geld wieder eingesetzt werden kann, aber keine Aktionärsinteressen befriedigt werden müssen.

In Untersuchungen wurde ermittelt, dass rund eine Milliarde Menschen keinen Zugang zu Finanzdienstleistungen haben. Mit dieser Erkenntnis begann die Kommerzialisierung der Mikrofinanzierung. Das hatte nicht nur negative Auswirkungen, da mit guten Programmen auch mehr Menschen erreicht werden. Aber der Erfolg hat leider viele „schwarze Schafe“ angelockt. Diese nutzen die gute Idee aus und missbrauchen die Armut der Menschen für unmoralisches Verhalten. Opportunity lehnt dieses Verhalten scharf ab. Opportunity ist in großer Sorge, dass unter diesem Verhalten nicht nur die betroffenen Klienten leiden, sondern auch die Bereitschaft zurückgehen könnte, diese wichtige Arbeit der Armutsbekämpfung weiter zu unterstützen. Somit würden auch die bestraft, die dringend auf die Hilfe warten.

Wo findet Missbrauch statt?

1. Zinshöhe
Es gibt Beispiele, bei denen die Notlage der Kreditnehmer ausgenutzt wird und von kommerziellen Banken über 100 Prozent Zinsen p. a. genommen werden. Muhammad Yunus meint dazu, dass wir diese Idee nicht entwickelt haben, damit in unserem Namen die Kredithaie durch die Hintertür wiederkommen. Opportunity nimmt einen marktüblichen Zins, der in unsern 25 Ländern sehr unterschiedlich ist. Als Richtwert kann man festhalten, dass der Zins p. a. in etwa 10 Prozent über der Inflation liegt.

2. Überschuldung
Gerade in Indien wird nicht darauf geachtet, ob die Menschen überhaupt in der Lage sind, einen Kredit zurückzuzahlen. Kommerzielle Banken sind von Aktionären getrieben und haben Wachstumsziele von über 100 Prozent. Diese erreichen sie nur, wenn sie ohne ordentliche Vorprüfung einfach Kredite vergeben. Das führt dazu, dass Kreditnehmerinnen sich doppelt und dreifach verschulden, ihre Lage völlig aussichtslos ist und es zu diesen schrecklichen Ereignissen kommt. Dies erinnert an die US-amerikanische Schuldenkrise, die durch die leichtsinnige Vergabe von Immobilienkrediten vor ein paar Jahren ausgelöst wurde.

3. Gewinnmaximierung
Wenn man mit diesem Ansatz Menschen helfen möchte, müssen Missernten, Naturkatastrophen, aber auch persönliche Schicksale berücksichtigt werden. Nur die schwarzen Schafe unter den Mikrofinanz-Institutionen ignorieren dies und erpressen den Kredit von den Kreditnehmern zurück. Ich persönlich konnte es nicht glauben, als ich schon vor Jahren bei den Opfern des Tsunamis erlebt habe, dass kommerzielle Banken keine Rücksicht genommen haben. Sie haben Naturkatastrophen einfach ignoriert und die Kreditnehmer zur Rückzahlung gezwungen.

4. Kredite ohne Begleitung

Auch das ist für viele Kreditnehmer nicht gut. Sie sind häufig Analphabeten und brauchen eine gute Begleitung durch die Gruppe und die Kreditbetreuer. Zudem müssen sie die Möglichkeit haben, wieder aus dem Programm auszusteigen. Wenn ich jedoch alles unter dem Gesichtspunkt eines maximalen Gewinns sehe, dann werde ich die Kreditnehmer nicht begleiten, denn es kostet ja Geld. Opportunity International arbeitet mit über zwei Millionen Klienten zusammen. Dabei gibt es für uns nur ein Ziel: die Lebensbedingungen der Menschen zu verbessern! Wir wollen niemals Geld damit verdienen! Deshalb haben wir ein breites Schulungs- und Trainingsprogramm. Bevor der Kredit vergeben wird, beschäftigen wir uns mehrere Wochen lang mit den Kreditnehmern: Passt das Programm zu dir? Was kannst du machen? Was ist notwendig, damit du einen Schritt aus der Armut machen kannst? Durch diese intensive Vorbereitung schließen wir diejenigen von dem Programm aus, die schon woanders einen Kredit bekommen haben. Aber dies braucht natürlich die Hinwendung zu den Menschen. Wir sind nicht dort, wo schon große kommerzielle Angebote bestehen, sondern wir gehen dahin, wo die Menschen wirklich Not leiden. Durch diese intensive Begleitung wissen sie auch, was es heißt, das Geld so anzulegen, dass sie den Kredit mit einem angemessenen Zins zurückzahlen können. Wir kümmern uns auch um die Aspekte, die vielleicht den unternehmerischen Erfolg gefährden. Im Bereich Mikrofinanz für den ländlichen Raum („Agrifinance“) gründen wir mit den Bauern zum Teil Vermarktungsgenossenschaften oder helfen ihnen, Abnehmer zu finden. Unser ganzheitlicher Ansatz geht in eine völlig andere Richtung als die Gewinnmaximierung von kommerziellen Banken.

Opportunity ist tief erschüttert über die Fehlentwicklungen und in großer Sorge, dass diese brillante und so wirksame Idee der Mikrofinanzierung in Mitleidenschaft gezogen wird. Wir haben gerade in Afrika so viel neu angestoßen und sind auf Spenden angewiesen. Wir sind besorgt, dass Freunde und Förderer sich wegen dieser schrecklichen Fehlentwicklungen in einigen Regionen abwenden. Wir alle wissen, dass Mikrofinanz kein Allheilmittel für alle Probleme dieser Welt ist. Aber wem die Reduzierung der Armut am Herzen liegt und dieser mit einem wirkungsvollen, nachhaltigen Konzept begegnen möchte, findet im Bereich der sozial orientierten Mikrofinanzierung eine gute Antwort.

Stefan Knüppel ist Vorstand der Stiftung Opportunity International Deutschland

www.oid.org

Opportunity International: Freundeskreis Weser-Ems freut sich über Unterstützung

Man braucht nur 5000 Euro, um eine eigene Bank zu gründen. Das erfuhren jetzt Sabine Arkenau, Angelika Reichelt und Susanne Leiting vom Serviceclub Soroptimist International Wilhelmshaven. Am Mittwochabend übergaben sie dem in Jever ansässigen Freundeskreis Weser-Ems von Opportunity International eine Spende in dieser Höhe und dürfen sich fortan als Paten einer Mikrobank in Ghana in Westafrika fühlen.

Mit dem Geld kann die Mikrokreditorganisation Opportunity International eine weitere sogenannte „Trustbank“ gründen, in der sich Kreditnehmer – überwiegend Frauen – zu einer Art Genossenschaft zusammenschließen. Als Existenzgründer werden sie Kleinkredite von durchschnittlich rund 170 Euro erhalten, um damit ein Kleingewerbe aufzubauen und ihren Familien eine sicherere Lebensgrundlage zu schaffen.

DSC_2723

„Eine tolle Sache, hinter der wir als Soroptimisten gemeinsam stehen“, sagte Angelika Reichelt bei der Übergabe der Spende an Dr. Karl Harms, Jochen Ewald und Rüdiger Möllenberg, den Initiatoren des Freundeskreises Weser-Ems. Zu der Spende, zu der Angelika Reichelt einen beträchtlichen Anteil beisteuerte, war es nach einem Clubabend gekommen, bei dem Brigitte Meiners über ihre Reise mit dem Freundeskreis Weser-Ems nach Ghana berichtet hatte. Zum zweiten Mal innerhalb von zwei Jahren hatten sich Jeveraner im März 2010 in dem afrikanischen Land über den Verbleib der in Deutschland gespendeten Gelder informiert und dabei erneut die Wirksamkeit von Entwicklungshilfe mittels Mikrokrediten bestätigt bekommen: Die Spenden wirken nachhaltig, sie verpuffen nicht, weil das Geld im Kreislauf von Ausleihungen und Rückzahlungen bleibt und immer wieder neu Hilfe zur Selbsthilfe ermöglicht.

Mit den 5000 Euro kann nun eine weitere Mikrobank gegründet werden. Bei der Spendenübergabe berichtete Jochen Ewald, dass der Anstoß zur Gründung des Freundeskreises bereits fünf Jahre zurückliegt. Mit einem Vortragsabend im Lokschuppen über die Arbeit von Opportunity fing alles an. Eine Ausstellung in der Volksbank Jever und Spenden von Jochen Ewald und Dr. Karl Harms waren dann die Initialzündung für ein erfolgreiches Werk: In diesen Tagen wird die Gesamtsumme von 350 000 Euro an Spenden erreicht, die allein aus der Weser-Ems-Region in Projekte in Ghana flossen. Über die Gründung von Mikrobanken hinaus geht es inzwischen auch um den Aufbau von Mikroschulen und um den Aufbau landwirtschaftlicher Produktion im Norden Ghanas.

Die Soroptimisten Wilhelmshaven, die zur weltweit agierenden Frauenorganisation Soroptimist International gehören, bestehen in diesem Jahr genau seit 15 Jahren. Ähnlich wie andere Serviceclubs auch, haben es sich die Soroptimisten zum Ziel gesetzt, soziale Projekte zu fördern, sei es in hilfsbedürftigen Ländern, sei es direkt vor der Haustür. So ist, um nur einen Schwerpunkt zu nennen, das Wilhelmshavener Jugendzentrum Point über die Jahre hinweg finanziell unterstützt worden. Ein besonderes Augenmerk richtet der Wilhelmshavener Club, dem derzeit 34 Frauen aus Wilhelmshaven und Friesland angehören, auf die Förderung von Frauen, um insgesamt den Einfluss von Frauen auf soziale, wirtschaftliche und politische Bereiche durch bessere Erziehung und Bildung zu stärken.

Gerade deshalb halten die Wilhelmshavener Soroptimistinnen es für sinnvoll das Engagement des Opportunity-Freundeskreises Weser-Ems in Ghana zu unterstützen, profitieren hier doch vor allem die Frauen. „Außerdem hat uns das von Opportunity angewandte System der Mikrofinanzierung überzeugt“, so Angelika Reichelt.

Opportunity International ist eine gemeinnützige, christlich geprägte Stiftung, die in vielen Entwicklungsländern aktiv ist und Menschen auch dann Mikrokredite gibt, wenn sie keine Sicherheiten bieten können. Die Kreditnehmer erhalten umfassende Schulungen in wirtschaftlichen, sozialen und Gesundheitsfragen. Alle Klienten einer Mikrobank stehen füreinander ein. Gerät einer in finanzielle Bedrängnis, müssen die anderen für seine Schulden aufkommen. Die Kleinkredite werden zumeist innerhalb eines halben Jahres samt Zinsen zurückgezahlt, die Ausfallquote ist äußerst gering.

Weltweit arbeitet Opportunity International in 25 Entwicklungsländern mit über 1,9 Millionen Kreditnehmern zusammen.

http://www.oid.org