Tag 54 | Prognose

Prognosen sind schwierig, besonders wenn sie die Zukunft betreffen. Das Zitat wird dem Physiker Niels Bohr zugeschrieben. Die Klimaforscher sind noch nicht ganz soweit, es ähnlich zusehen. Sie malen düstere Szenarien davon, wie es mit unserer guten alten Erde weitergehen wird. Aber so düster nun auch wieder nicht wie der slowakische Künstler Jay Simons.  Der malt die Zukunft im wahrsten Sinne des Wortes, wie die Rheinische Post in einem kurzen Beitrag (hier nachzulesen) berichtete.

2100Simons zeichnet Landkarten aus verschiedensten Epochen, und eben auch für die Zukunft, und da liegt, wie die Zeitung schreibt, Düsseldorf plötzlich an der Nordsee, während die Nachbarstadt Köln in der überfluteten Kölner Bucht untergegangen ist, was höchstens Fortuna-Fans erfreuen dürfte. In der Konsequenz ist natürlich ganz Norddeutschland verschwunden, Dänemark auch und überhaupt weite Teile des Kontinents, wie auf dieser Karte zu sehen.  Sollte man also schon mal über den Verkauf seiner Immobilie nachdenken? Düsseldorf ist, wegen der Kinder, ja schon länger eine Alternative, und wenn die Nordsee nicht mehr so fern ist…

Preiswerter ist es natürlich, sich an Niels Bohr zu halten.

Tag 47 | Weiterbildung

Hab ja schon ’ne Menge Seminare mitgemacht und interessiere mich trotz fortgeschrittenen Alters weiter für jedes halbwegs sinnvolle Fortbildungsangebot. Man lernt ja nie aus. Aber soll ich mich wirklich in der alljährlichen Frühjahrs-Fitnesskur hierfür anmelden: „Das Auge isst mit. Gemüseschnitzen für jedermann!“ ?!?

Bei Anruf fort

Ein Landrat, ein Chefredakteur, ein Telefon und ein Versuch, der nicht strafbar ist

Von Helmut Burlager

Frage: Was hat eigentlich ein Landrat in Ostfriesland zu befürchten, der versucht, einen ihm missliebigen Journalisten per Anruf beim Chefredakteur aus seinem Berichterstattungsgebiet zu entfernen? Antwort: Gar nichts. Was Christian Wulff noch auf die schiefe Ebene brachte, auf der er bis zu seinem unrühmlichen Amtsverzicht dahinschlitterte – der Anruf bei Bild-Chef Kai Diekmann – dürfte für den Chef im Auricher Kreishaus, Harm-Uwe Weber, folgenlos bleiben. Und zwar, weil die örtlichen Medien, selbst die betroffene Zeitung, den Vorgang anscheinend gar nicht weiter bemerkenswert finden.

Was ist passiert? Im Zusammenhang mit einer Datenpanne, die ein Skandal für sich ist, haben Politiker anderer Parteien dienstliche SMS des Landrats auf ihren I-Pads mitlesen können. So wurde der Inhalt einer SMS bekannt, den Weber an den SPD-Fraktionsvorsitzenden im Auricher Kreistag, Jochen Beekhuis, geschickt hat, und in dem er diesem mitteilte, er habe beim Chefredakteur der örtlichen Zeitung, der „Ostfriesischen Nachrichten“ interveniert und erreicht, dass dieser den Redakteur aus der Berichterstattung über den Kreistag zurückziehen werde.

So stellt es der Landesverband Niedersachsen des Deutschen Journalisten-Verbandes (DJV) in einer Pressemitteilung dar, auf die es prompt eine Gegendarstellung der Ostfriesischen Nachrichten gab. Chefredakteur Ralf Klöker, Mitglied der Geschäftsführung und verantwortlicher Chefredakteur bei den Ostfriesischen Nachrichten GmbH, habe „weder gegenüber Landrat Harm-Uwe Weber noch gegenüber irgendeinem Dritten zugesagt, einen Redakteur aus der Berichterstattung zurückzuziehen. Der verantwortliche Redakteur für die Berichterstattung über den Landkreis Aurich ist auch nicht zurückgezogen worden“, heißt es darin. Im eigenen Blatt stellte die ON-Redaktion es genauso dar. Der Versuch des Landrats sei „erfolglos“ gewesen.

Alles in Ordnung also in Aurich? Man muss sich das auf der Zunge zergehen lassen: Der Landrat hat, wie die ON klar stellen, mit seiner Intervention keinen Erfolg gehabt. Es gab ihn also, den Versuch. Mit keinem kritischen Wort aber würdigt das Blatt, noch würdigen es andere Blätter, dass der Landrat offensichtlich mit dem Ziel zum Telefonhörer griff, einen missliebigen Redakteur aus der Kreistagspolitik herauszukicken. Hallo?

Nur zur Erinnerung: Erfolglos war auch der Versuch von Christian Wulff, eine Veröffentlichung der „Bild“-Zeitung über die Umstände seines Hauskaufs per Anruf beim Chefredakteur zu verhindern. Doch allein der Versuch verursachte einen medialen Aufschrei, welcher der Anfang vom Ende des Bundespräsidenten war. Nun muss der Landrat vielleicht nicht gleich zurücktreten, peinlich genug ist die Sache ja sowieso. Dass der Politiker in den Medien so gänzlich ungeschoren davonkommt, das ist das eigentlich Überraschende an dieser Posse. Es ist wohl so: In Ostfriesland regt man sich einfach nicht so leicht auf wie in Berlin.


Das Medienmagazin Zapp berichtete am 14. August über die Affäre: Zum Beitrag


Der Landkreis Aurich hat inzwischen eine Presseerklärung zum Thema abgegeben. Darin heißt es unter anderem:

Entschieden weist der Landrat Behauptungen zurück, er habe versucht, Einfluss auf die Berichterstattung der Ostfriesischen Nachrichten zu konkreten Sachverhalten zu nehmen. „Nach meinem Eindruck war aber aufgrund der inneren Einstellung eines einzelnen Journalisten der Ostfriesischen Nachrichten eine objektive Berichterstattung über Angelegenheiten des Landkreises nicht in jedem Fall gewährleistet“, erklärt Weber. Er habe es daher als sein gutes Recht und auch als Verpflichtung angesehen, auf eine solche sachliche und faire Berichterstattung hinzuwirken. Daher habe er, wie es vom Chefredakteur der Ostfriesischen Nachrichten, Ralf Klöker, ausgedrückt wurde, ein „Krisengespräch“ mit ihm geführt. Weitere persönliche Gespräche habe es in dieser Angelegenheit, wie es auch Herr Klöker schon erklärt habe, nicht gegeben.

Dass er sich mit der Chefredaktion der Ostfriesischen Nachrichten in Verbindung gesetzt habe, sei auch in der Politik seit langem bekannt gewesen. Wenn die Grünen dieses Thema nun mit der aktuellen Datenproblematik verquicken, sei dies nur mit dem Bundestagswahlkampf zu erklären.

Die ganze Pressemitteilung hier beim NDR

Ausstellungs-Tipp: 3. Ausstellung der Fördermitglieder im Kunsthaus Wiesmoor

Ausstellungs-Tip von Atelier.Einraum
Kunsthaus Wiesmoor zeigt Arbeiten der Fördermitglieder

Friesen rufen zum Wahlboykott auf

Aurich – Klingt ein bisschen verrückt, ist aber wahr: Kurz vor der Landtagswahl in Niedersachsen (20. Januar)  hat die Partei der „Freien Friesen“ zum Wahlboykott aufgerufen. Der Sprecher der Regionalpartei, Michael Stredelmann, hat das heute damit begründet, dass das Land Niedersachsen sich weiter quer stelle, die „Friesen“ als Minderheitspartei anzuerkennen und von der Fünf-Prozent-Hürde bei Landtagswahlen zu befreien.

Seit ihrer Gründung im Jahre 2007 kämpft die Partei „Die Friesen“ für die Abschaffung der Fünf-Prozent-Hürde, um als Minderheitspartei in den Niedersächsischen Landtag einzuziehen und für die Bürger Ostfrieslands in den Bereichen Kultur, Naturschutz und Wirtschaft zu kämpfen. Die Friesen berufen sich dabei auch auf die Entscheidung der Bundesregierung, das Rahmenabkommen zur Anerkennung von Minderheiten zu unterstützen. Auch auf regionaler Ebene seien weder die SPD noch die Grünen bereit für eine Unterstützung des Anliegens der Friesen, heißt es in einer Pressemitteilung der Partei. Nach vielen Diskussionen innerhalb der Partei und mit parteinahen Beratern habe man deshalb die Entscheidung getroffen, zum aktiven Wahlboykott aufzurufen.

In der Pressemitteilung heißt es weiter: „Seit der Bekanntgabe des Aufrufs, stehen die Telefone nicht mehr still. Wir haben viele positive Reaktionen erhalten aber auch Anfeindungen, besonders aus Richtung konkurrierender Parteien. Von ‚undemokratischem Verhalten‘ und ‚Frechheit‘ ist die Rede, doch die Partei steht zu ihrem Entschluss: Wir machen das nicht mehr mit! Wir wollen nicht das geringere Übel, sondern eine Regierung, die in der Lage ist, ganz Niedersachsen zu vertreten. Und das ist offensichtlich nicht möglich “, so Eike Steinig, 1. Vorsitzender der Partei. Er forderte die Wähler in der Region dazu auf, den Stimmzettel ungültig zu machen.

Die Partei ist mehrfach bei Wahlen angetreten, sie hat Abgeordnete in den Kreistagen von Leer und Aurich sowie in den Gemeinderäten der Kommunen Hesel und Brookmerland.

www.die-friesen.eu

Großartiges Fußballstück von Marinela. Sie erklärt der Welt, warum wir Deutschen nicht verlieren dürfen:

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It´s been one week since Germany lost against Italy in the 2012 European Cup semifinal. It has taken me this long to somehow recuperate and gather the strength to write this blog entry. Time and again, I, as a German living abroad, had to explain to outsiders how the common German relates to soccer. Over and over, I had to break it down to raised eyebrows and disbelievingly nodding heads that – yes, indeed, if Germany looses the semifinal, for us, it doesn’t mean, our team did well. It’s a catastrophe and for at least one month newspapers and TV talk shows will discuss, analyze and scrutinize what happened, why it happened and what this tragic loss means for the German society. You think I am kidding, even exaggerating? And this is exactly why you need to read this blog entry.

First, we have to go back, waaaaaay back in…

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„Das Konzept ist erfolgreich: 97 Prozent unserer Kredite werden zurückgezahlt. Das Geld bleibt im Empfängerland und wird neu ausgeliehen. Auf diese Weise entsteht ein Multiplikator-Effekt“

Die NWZ berichtet über den Vortrag des Freundeskreises Weser-Ems von Opportunity International auf dem 3. Oldenburger Afrikatag. Der ganze Beitrag hier

Schon sieben Banken gegründet

Großzügige Spende an Opportunity International

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Rüdiger Möllenberg, Botschafter von Opportunity International und einer der Mitbegründer des Freundeskreises Weser-Ems, übergab der Spenderin Verena Voß einen Herzstein aus Afrika als Dank für ihr Engagement. Frau Voß ist seit vielen Jahren in der evangelischen Kirchengemeinde Jever stark engagiert.
Foto (c): Helmut Burlager

Jever – Nicht noch ein Obstkorb und keine weitere Palme: Verena Voß wollte zu ihrem 75. Geburtstag im April keine Geschenke. Und da sie seit Längerem plante, die Entwicklungshilfeorganisation Opportunity International (OID), die von Jever aus mehrere Projekte in Ghana gestartet hat, mit einer Spende zu unterstützen, schrieb sie ihren Gästen in der Einladung, sie könnten ihr dabei helfen. So spendeten die Gratulanten gut 1200 Euro, und Verena Voß, die sich seit Jahren stark in der evangelisch-lutherischen Gemeinde engagiert, stockte auf 5000 Euro auf. Damit ist die „Herzbank Verena“ ins Leben gerufen worden, die mittlerweile siebte „Bank mit Herz“, die auf Initiative des Freundeskreises Weser-Ems von Opportunity gegründet wurde.

Mit jeweils 5000 Euro wird in der Partnerregion am Voltafluss in Ghana eine kleine Kreditgenossenschaft gegründet, die das Geld zumeist an Frauen ausleiht, die mit einem eigenen kleinen Geschäft das Leben ihrer Familien verbessern wollen. Dabei geht die Hilfe weit über den Kredit hinaus: Opportunity bietet über seine Partnerorganisation in Ghana den Klienten auch Sparmöglichkeiten, Mikroversicherungen, Absatzhilfen und Bildung.

Rüdiger Möllenberg vom Freundeskreis Weser-Ems von OID bedankte sich für die großzügige Spende mit einem Herz-Stein, den er aus Afrika mitgebracht hatte. Die jeversche Gruppe ist mehrfach in Ghana gewesen und hat Mikrobanken besucht. „Diese persönlichen Kontakte finde ich wichtig“, sagte Verena Voß. Sie sei überzeugt, dass das Geld sehr gut angelegt sei.