Originell: Friesisches Brauchtum zum Jahreswechsel

Silvesterbräuche und Neujahrstraditionen gibt es viele, besonders im Nordwesten: Von Neejohrskoken bis Speckendicken, von Bomboisjes bis zu Spökenkram. Zu den ganz alten, nur noch an wenigen Orten gepflegten Traditionen gehört das Beiern.

DSC_9239 In der Silvesternacht werden auf hohen Kirchtürmen die Glocken von Hand geschlagen. Ein merkwürdiges Wummern schallt weit übers Land, unheimlich, geheimnisvoll. Kräftiger Männerarme bedarf es dafür, und natürlich einer Flaschen “Glockensmeer”.

Über das Beiern hat Jürgen Eden einen schönen Film gemacht, er war in der Silvesternacht 2010/11 wieder einmal in Schortens, in einer der ältesten friesischen Kirchen dabei. Hier sein Video:

http://www.youtube.com/watch?v=uhotVuIlVJo

Foto: Helmut Burlager

Auch 2011: Moin in Ostfriesland

Kostenloser Reiseführer stellt die Region zwischen Dollart und Jadebusen vor

Auf 85 Seiten präsentiert die Neuauflage des kostenlosen Reisemagazins „Ostfriesland – Der Reiseführer 2011“ wieder die gesamte ostfriesische Halbinsel. Ob für Familien, Radfahrer oder Kulturinteressierte – eine bunte Mischung aus Altbewährtem und Neuem informiert Gäste über die schönsten Ecken der Region und gibt Insider-Tipps zu verschiedenen Themen. Ein ausführlicher Serviceteil informiert zu An- und Abreise sowie zur Unterkunftssuche. Gleichzeitig hilft eine detaillierte Karte dem Gast, sich in der Region zurechtzufinden. Das Magazin unterstützt den Gast sowohl bei der Urlaubsplanung als auch direkt vor Ort.

Titel_Reisefuehrer_2011

„Jedes Jahr sind wir begeistert, wie viele originelle Veranstaltungen und Ausflugsziele die Eigenarten Ostfrieslands, also das ganz besondere und typische Ostfriesland, für unsere Gäste erlebbar machen“, berichtet Kurt Radtke, Geschäftsführer der Ostfriesland Tourismus GmbH. Ob eine der vielen Veranstaltungen rund um das Thema Garten & Lebensart in den imposanten Ostfriesischen Schlössern und Schlossparks, Ostfriesensportarten wie Boßeln oder Padstockspringen oder Erlebnisse im UNESCO Weltnaturerbe, wie das Schollenbraten im Watt, viele Tipps im Magazin zeigen das Ostfriesland abseits der bekannten Touristenpfade.

Für jede Neuauflage recherchiert das Team der Ostfriesland Tourismus GmbH zusammen mit den Kolleginnen und Kollegen der örtlichen Tourismusstellen die besonderen Urlaubserlebnisse. Zu jedem Thema wird dabei eine Auswahl der vorgestellten Angebote vorgenommen. Eine komplette Übersicht aller Angebote eines Themenbereichs ist auf der Internetseite www.ostfriesland.de abrufbar.

Das Magazin „Ostfriesland – Der Reiseführer 2010“ kann ganz praktisch über die Telefon-Nummer 0491 – 91 96 96 60 oder unter www.ostfriesland.de bestellt werden. Ab Januar liegt das Magazin in den angeschlossenen fünfzig Tourist-Informationen Ostfrieslands aus.

Jahresrückblick im Video

Das Jahr 2010 im Film: Wochenblatt-Kameramann Jürgen Eden hat aus den vielen Beiträgen, die er im Laufe dieses Jahres für den Internet-TV-Kanal des Jeverschen Wochenblatts erstellt hat, die schönsten, interessantesten, lustigsten zu einem kurzweiligen Jahresrückblick zusammengestellt. Zu Wort kommen in dem Video mit einem Grusswort zum Jahreswechsel auch Landrat Sven Ambrosy und Jevers Bürgermeisterin Angela Dankwardt. Viel Spass beim Zuschauen. www.youtube.com/wochenblatttv

Naturschutzverbände gegen neuen Torfabbau

Gemeinsame Pressemitteilung BUND und NABU:

Die Naturschutzverbände BUND, NABU und Naturschutzgemeinschaft Ammerland sind beunruhigt über die erneute Ausweisung zahlreicher Torfabbauflächen im Landkreis Ammerland in der Neuauflage des Landesraumordnungsprogramms (LROP). Von der Öffentlichkeit bisher weitgehend unbemerkt, will die niedersächsische Landesregierung große Vorranggebiete für Torf im Landkreis bestätigen, erklärten jetzt die Vorsitzenden der drei Verbände. So werde am Beispiel der Geestrandmoore im Osten von Rastede die Dimension dieser Planung deutlich. Mit 726 ha im Hankhauser Moor (nördlich der B 211) und mit 587 ha im Loyer Moor (südlich der B 211) sollen weiterhin große zusammenhängende Grünlandflächen als Vorranggebiete für den Torfabbau vorgesehen werden. Der Landkreis Ammerland hatte erfolglos vorgeschlagen, die Ausweisung für das Loyer Moor zu streichen. Die Verbände bedauern, dass die niedersächsische Landesregierung dem Vorschlag nicht gefolgt ist. Lediglich für das Hankhauser Moor konnte eine Reduzierung der Abbaufläche um 154 ha erreicht werden.
Die Naturschutzverbände des Ammerlandes fordern den Erhalt dieser großen zusammenhängenden Moorlandschaften aus ökologischen und klimarelevanten Gründen. Zum einen sind die Flächen wegen der hohen Grundwasserstände von bis zu 80 cm nicht für einen Torfabbau geeignet. Eine fachgerechte Hochmoorregeneration wäre unter diesen Bedingungen nicht möglich. Außerdem würde durch die entstehende Seenlandschaft das Landschaftsbild vollkommen verändert. Zum anderen haben die fast ausschließlich extensiv bewirtschafteten Dauergrünlandflächen gegenwärtig eine hohe Bedeutung für vom Aussterben bedrohte Wiesenvögel, wie z. B. Neuntöter, Feldlerche, Wiesenpieper, Kiebitz, Wachtelkönig, Braun- und Schwarzkehlchen. Durch einen Torfabbau ginge dieser wertvolle Lebensraum verloren.
95 Prozent der ehemaligen Hochmoorflächen des einstigen Moorlandes Niedersachsen sind bereits zerstört. Vor diesem Hintergrund und aufgrund früherer Moorschutzprogramme schien Einigkeit darüber zu bestehen, dass die letzten Reste zum Erhalt der einmaligen Fauna und Flora der Moore unter Schutz gestellt werden müssen. Die Verbände bezeichnen die Ausweisung von Hoch- und Niedermoorflächen als Torf-Vorranggebiete als Rückfall in die 70’er Jahre des vorigen Jahrhunderts. Nicht nur aus Gründen des Natur- und Artenschutzes, sondern auch aus der Verantwortung gegenüber dem Schutz des Klimas sei es unvertretbar, die eigentlich als CO2-Senken fungierenden Moore abzutorfen und damit riesige Mengen von CO2 in die Atmosphäre ab- zugeben. Eine 15 Zentimeter hohe Torfschicht speichert auf der gleichen Fläche in etwa ebensoviel CO2 wie ein 100-jähriger Wald. Das Land Niedersachsen wird mit der Bestätigung der Torfvorranggebiete seiner hohen Verantwortung im Moor- und Klimaschutz nicht gerecht.
Die Ammerländer Naturschutzverbände bitten die Bevölkerung und die betroffenen Kommunen, sich gegen die Pläne zur Wehr zu setzen und mit den örtlichen Landtagsabgeordneten zu sprechen. Noch gäbe es eine Chance auf Nachbesserung der Pläne. Eingesehen werden können die Pläne im Internet unter www.lrop-online.de.

Quelle / verantwortlich: Bernd Ziesmer, NABU Oldenburg, Schlosswall 15, 26122 Oldenburg