Opportunity veröffentlicht Wirkungsbericht 2014

OpportunityInternational_ohne-NamenWarum fliehen Menschen aus ihrer Heimat? Weil sie keine Chance auf ein selbstbestimmtes, menschenwürdiges und sicheres Leben sehen. Wie lässt sich Massenfluchten entgegenwirken? Indem man den Menschen in ihrer Heimat eine Perspektive eröffnet. Was die Entwicklungsorganisation Opportunity International Deutschland auf diesem Gebiet versucht und leistet, ist im Wirkungsbericht der Stiftung nachzulesen. Weiterlesen…

Mikrofinanz-Netzwerk verurteilt Verstaatlichung der Grameen-Bank

Willkürliche Übernahme steht gegen Eigentumsrechte der Kunden

Bonn – Die Mikrofinanzplattform Deutschland – das Netzwerk deutscher
Mikrofinanzspezialisten – verurteilt die willkürliche Übernahme der Grameen
Bank durch den Staat in Bangladesh.

Unterstützung aus der deutschen Mikrofinanz-Szene: Muhammad Yunus, dessen Lebenswerk sich der Staat aneignen will, mit dem Vorstand von Opportunity International, Stefan Knüppel. Foto: OID

Die Regierung von Bangladesh hat das bisherige Management der Grameen Bank abgesetzt und per Dekret verfügt, dass sie selbst über die Auswahl eines neuen Generaldirektors der Grameen Bank entscheiden kann. Damit setzt sich der Prozess der Verstaatlichung der „Bank der Armen“ fort. Die Eigentumsrechte der Kundinnen und Kunden, die  gemeinschaftlich 95 Prozent der Grameen Bank besitzen, werden damit in eklatanter Weise übergangen.

Im Mai 2011 war der Gründer und langjährige Generaldirektor der Grameen Bank, Muhammad Yunus, zum Rückzug gezwungen worden. Dies geschah fünf Jahre, nachdem Prof. Yunus und seine 1983 gegründete Bank gemeinsam den Friedensnobelpreis erhalten hatten. Die Regierung warf Prof. Yunus erst den Missbrauch von norwegischen Entwicklungshilfegeldern vor – unabhängige Untersuchungen in Norwegen und auch in Bangladesh haben dies widerlegt. Schließlich erklärte die Regierung, dass die Grameen Bank aufgrund einer 5%igen staatlichen Beteiligung als staatliche Institution zu bewerten sei und daher die staatliche Altersgrenze von 60 Jahren auch für den Generaldirektor Yunus anzuwenden sei: Muhammad Yunus war zu diesem Zeitpunkt 70 Jahre alt. Der Finanzminister, der dies verkündete und auch heute noch im Amt ist, ist sechs Jahre älter als Prof. Yunus. Die Mikrofinanzplattform Deutschland verurteilt das Vorgehen in Bangladesh. Die aktuelle Entwicklung gibt Anlass zu den schlimmsten Befürchtungen für die Zukunft der international hoch anerkannten Grameen Bank und ihrer mehr als acht Millionen Kundinnen und Kunden.

Bangladesch gehört zu den ärmsten Ländern der Erde und nimmt den 146. Platz von 182
Ländern beim Human Development Index ein. Ein großes Problem des Staates ist der hohe Grad an Korruption : Bangladesch liegt auf Platz 134 von 178 im globalen Korruptionsindex von Transparency International.

Die Mikrofinanzplattform Deutschland setzt sich für die Stärkung des Mikrofinanzwesens und der Finanzsektorentwicklung in Entwicklungs-, Schwellen- und Transformationsländern ein. Die Mitglieder der Mikrofinanzplattform Deutschland sind staatliche und nichtstaatliche Organisationen der Entwicklungszusammenarbeit, Finanzinstitute und ihre Einrichtungen (z.B. Verbände und Bildungseinrichtungen), Unternehmen der Privatwirtschaft und ihre Einrichtungen und Hochschulen und Forschungseinrichtungen. Das Webportal www.mikrofinanzwiki.de, welches Wissen zum Thema Mikrofinanz bündelt, wird von vielen Akteuren der Mikrofinanzplattform Deutschland gefördert.

Die Mitglieder der Mikrofinanzplattform Deutschland sind: Die Absolute Portfolio Management GmbH (APM), die Akademie Deutscher Genossenschaften (ADG), die AFOS-Stiftung, die Bank im Bistum Essen eG, der Bund Katholischer Unternehmer (BKU), der Deutsche Genossenschafts- und Raiffeisenverband e.V. (DGRV), die Frankfurt School of Finance & Management gGmbH, die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ), die KfW Entwicklungsbank, die Kölner Gesellschaft zur Förderung der Entwicklungsländerforschung e.V. (KGFE), die Invest in Visions GmbH, Oikocredit, Opportunity International Deutschland, die Pax-Bank, PlaNet Finance Deutschland e.V.  (sa:ve),  die Sparkassenstiftung für internationale Kooperation, die W. P. Schmitz-Stiftung und World Vision Deutschland e.V..

Experten-Beitrag zum Thema Mikrofinanz

Kurze-18.06.08 Mikrofinanz bleibt die kostengünstigste und effizienteste Möglichkeit der Entwicklungszusammenarbeit. Einzelne Missbräuche können daran nichts ändern, sagt Dr. Thomas Kurze, Partner bei der Böhm-Kurze-Zumbrink Capital Management GmbH, Vermögensverwaltungsgesellschaft, Berlin, ehemaliges Vorstandsmitglied einer deutschen Großbank. In einem Beitrag für „die bank“ – Zeitschrift für Bankpolitik und Praxis, analysiert Kurze, der auch Schirmherr von Opportunity International Deutschland ist, die aktuellen Probleme und Chancen der Mikrofinanz. Ein lesenswerter Beitrag. Zum Artikel

Afrika kann sich selbst ernähren

Gegen den Hunger und für eine nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung Afrikas. Ein sehr interessanter Beitrag über die Zukunft der Landwirtschaft auf dem schwarzen Kontinent. Und über ein Projekt, das der ehemalige UN-Generalsekretär Kofi Annan unterstützt: AGRA

Agra

Friesenblog auf Paper.li

In den wöchentlichen Mikrofinanz-News auf Paper.li, veröffentlicht von Opportunity International Schweiz, hat sich der Friesenblog mit seinen Tweets inzwischen einen festen Platz erworben: Paper.li

Paper.li ist ein interessantes Instrument, Themensammlungen aus Twitter anzulegen.

Auf Armutsbekämpfung zurückbesinnen

OID3 Köln – Der Geschäftsführer der Sparkassenstiftung für internationale Kooperation mit Sitz in Bonn, Niclaus Bergmann, sieht die Entwicklungshilfe durch Mikrofinanz weltweit in einer „Identitätskrise“, hält sie aber keineswegs für gescheitert. Im Gegenteil: Aus einer Phase der Selbstfindung könnten die Institutionen, die sich mit Mikrofinanzierung beschäftigten, gestärkt hervorgehen.

Es sei nicht die erste Krise, die die Mikrofinanz zu überstehen hatte. Wichtig sei eine Rückbesinnung auf die Ursprungsidee der Armutsbekämpfung in den Entwicklungsländern, sagte Bergmann (Foto) auf einer Tagung haupt- und ehrenamtlicher Mitarbeiter der Stiftung „Opportunity International Deutschland“ am Wochenende in Köln.

Mehr lesen: Zum Artikel

Zugang zu Krediten eröffnet Chancen für 28 Millionen Menschen

Oikocredit legt Bericht zum sozialen Wirkungsmanagement 2010 vor 

Daressalam (ots) – Die sozialen Auswirkungen der Mikrofinanzierung sollten für das Wachstum des Sektors ebenso wichtig sein wie die finanziellen Ergebnisse. Heute stellt Oikocredit auf der Generalversammlung in Tansania ihren Bericht zum sozialen Wirkungsmanagement vor. Dieser Bericht zeigt positive Veränderungen im Leben der Kreditnehmerinnen, vor allem Frauen in ländlichen Gebieten. Das entspricht der Vision von Oikocredit, auf verantwortliche Weise mehr Menschen mit fairen Finanzierungen zu erreichen.

Im letzten Jahr erreichte Oikocredit über ihre Mikrofinanz-Partner mehr als 28 Millionen Menschen, 1,2 Millionen profitierten direkt von Oikocredit-Finanzierungen. Der Anteil der Frauen an den NutzniesserInnen der Finanzdienstleistungen von Oikocredit-Partnern lag bei eindrucksvollen 86%. Die kleinen und mittleren Unternehmen, die mit Oikocredit-Finanzierungen arbeiten, bieten 61.000 Menschen feste Arbeitsplätze.

„Unsere Finanzdienstleistungen sind eng mit unseren sozialen Zielen verknüpft. Um soziale Ziele zu erreichen, ist es sehr wichtig, zu messen, wen wir erreichen und wie sich die finanzielle Unterstützung auf die Lebensbedingungen auswirkt“, erklärt Ben Simmes, Direktor für soziales Wirkungsmanagement und Finanzanalyse bei Oikocredit. „Erste Ergebnisse der von Oikocredit unterstützten Kundenbefragungen in Peru, Ecuador und auf den Philippinen zeigen positive Veränderungen im Leben der Kundinnen über mehrere Jahre. Ähnliche Studien laufen demnächst auch in anderen Ländern an.“

Das Entwicklungsfinanzierungsportfolio belief sich auf insgesamt 481 Millionen EUR, von denen 388 Millionen EUR in der Mikrofinanz und 93 Millionen EUR in Sozialunternehmen investiert sind. Unter den Oikocredit-Partnern befinden sich über 230 Genossenschaften und rund 50 Fairhandelsorganisationen.

Die Unterstützung kleinerer neuer Mikrofinanzinstitutionen (MFI) mit Potenzial zur Erreichung armer Menschen, vor allem in ländlichen Gebieten, ist eine wichtige Strategie von Oikocredit, die mehr Menschen Zugang zu Finanzdienstleistungen verschafft. Die Ergebnisse von 2010 zeigen, dass 90% der neuen Kredite 2010 an MFI des sogenannten zweiten und dritten Segments gingen, neue MFI mit kleinem bis mittlerem Portfolio.

Oikocredit wählt ihre Partner anhand ihres Auftrags, ihrer Reichweite und ihrer Geschäftspraktiken sorgfältig aus. Die „ESG Scorecard“ (Instrument zur Erfassung sozialer Leistungsfähigkeit, Umweltverträglichkeit und verantwortungsvoller Unternehmensführung) wurde von Oikocredit entwickelt, um die Leitungsstrukturen unserer Partner sowie ihr soziales und ökologisches Engagement zu ermitteln und ermöglicht eine sehr detaillierte und sorgfältige Auswahl unserer Partner. In allen neuen Kreditverträgen mit Mikrofinanz-Partnern ist die Einhaltung der Kundenschutzrichtlinien vereinbart, um sicherzustellen, dass sie für transparente Dienstleistungspreise und verantwortliche Finanzierungen sorgen. Die unabhängige internationale Rating-Agentur für die Mikrofinanzbranche M-CRIL hat Oikocredit für ihre soziale Orientierung in Verbindung mit soliden finanziellen Ergebnissen sehr positiv bewertet.

Im vergangenen Jahr haben über 90% der Mikrofinanzpartner von Oikocredit Sozialdaten vorgelegt und damit gezeigt, dass die Berichterstattung über soziale Auswirkungen immer wichtiger wird. Oikocredit ist stolz auf ihre Vorreiterrolle im sozialen Wirkungsmanagement und wird ihren seit 35 Jahren bestehenden sozialen Auftrag weiterhin mit Engagement und Hartnäckigkeit erfüllen. Spürbare Auswirkungen auf die Lebensbedingungen armer Menschen stehen dabei im Mittelpunkt.

Unter http://www.oikocredit.org/socialperformance können Sie den Bericht zum sozialen Wirkungsmanagement in voller Länge lesen und finden weitere Informationen über soziales Wirkungsmanagement und Oikocredit.

Oikocredit ist ein sozialer Investor und eine internationale Genossenschaft, die sich für weltweite Gerechtigkeit einsetzt, indem sie benachteiligten Menschen durch Kredite eine Chance auf wirtschaftliche Eigenständigkeit eröffnet. Seit 1975 vergibt Oikocredit Kredite, Bürgschaften und Investitionskapital an Mikrofinanzinstitutionen, Genossenschaften, Fairhandelsorganisationen und andere Betriebe. Oikocredit hat heute 863 Projektpartner in über 70 Ländern. Weitere Informationen finden Sie unter http://www.oikocredit.org.

Soziale Mikrofinanz finden Sie auch hier: www.oid.org

Termin in Berlin

Die Erfolgsgeschichte von Mikro­finanz hat jahrelang die entwicklungs­politische Dis­kussion bestimmt. Die aktuelle Bericht­erstattung über Mikrofinanz führt zu Verun­sicherungen in der Öffentlichkeit. Mehrfach ist Kritik an einzelnen Mikrofinanz­institu­tionen laut geworden, die Gefahr laufen, den gesamten Sektor zu diskreditieren. Ein Fachgespräch am 5. Juli in Berlin soll zur Orientierung beitragen und Möglichkeit zur Diskussion bieten. Hier die Details:

Terminankündigung

Mikro

Mikrofinanz ist für die Menschen da

Stefan Knüppel von Opportunity International fordert klare Regeln

Frankfurt – Selbstmorde im indischen Andhra Pradesh, Knüppeleine Premierministerin in Bangladesh, die den Friedensnobelpreisträger Muhammad Yunus als „Blutsauger der Armen“ bezeichnet und aus der von ihm gegründeten Grameen Bank drängte – die vergangenen Monate waren turbulent für die Mikrofinanzbranche. Jan Binder führte ein Gespräch mit dem Vorstand von Opportunity International Deutschland, Stefan Knüppel (Foto). Weiterlesen: https://friesenblog.wordpress.com/mikrokredite-2/mikrofinanz-ist-fr-die-menschen-da/

Alles über Mikrofinanz

Wer sich über Mikrofinanz-Themen informieren will, von Mikrokrediten über Mikrosparen und Mikroversicherungen bis zu Mikroschulen, ist hier genau richtig:

MikrofinanzWiki

Wiki

Eine Linksammlung zum Thema Mikrofinanz hier: Mikrofinanz-Links