Wenn die Arbeit Früchte trägt

Das Sorghum-Projekt im Nordwesten Ghanas
WA/brm – In dieser Gegend Ghanas regnet es wenig, der Boden ist ausgetrocknet, und jetzt im März kann man sich nicht vorstellen, dass hier etwas wächst, von dem man leben kann. Doch der 32-jährige Ibrahim Adams, der hier ein paar Kilometer von Bulengha entfernt auf einem kargen Acker Hirse anpflanzt, legt seine ganze Hoffnung darein.
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Ibrahim Adams auf seinem Hirsefeld
Bis zum Juni wird er die drei Acre, umgerechnet etwa 1,2 Hektar, so vorbereitet haben, dass die Hirse gepflanzt werden kann. Und wenn alles gut läuft und es genügend Niederschlag gibt, kann er im Oktober vielleicht mehr ernten als im letzten Jahr. Adams ist einer der 3000 Hirsebauern, die im Rahmen des Sorghum-Projekts von Sinapi Aba Trust einen Agrarkredit in Höhe von 500 Cedis, also etwa 250 Euro, erhalten haben. Natürlich ist das Geld als Starthilfe wichtig, doch es ist längst nicht alles: Zum Projekt gehört auch, die Farmer zu schulen, ihnen das fachliche Know-how für die Bodenbearbeitung zu geben, Saatgut, Dünger und Gerät für die Ernte bereitzustellen sowie für die Vermarktung zu sorgen.
Denn mit der Produktion allein ist es nicht getan, der nächste Markt ist weit weg. Deshalb arbeitet Sinapi mit dem lokalen Partner „Techno Serve“ zusammen. Diesem ist es gelungen, durch einen Vertrag mit der Guinness-Brauerei, die Hirse zu einem dunklen, süßen Malzbier verarbeitet, den Absatz zu garantieren. Auf diese Weise hilft der Mikro-Agrarkredit nicht nur den Farmern und ihren Familien. Das Darlehn ist vielmehr das erste Glied einer Wertschöpfungskette, die vielen Arbeit gibt –  vom Bauern, über den Erntehelfer, den Landmaschinenmechaniker, Kraftfahrer, Bierbrauer bis hin zur Getränkeverkäuferin, die vielleicht selbst ihr Geschäft mit einem Mikrokredit eröffnet hat.
Und selbst wenn Ibrahim Adams und seine Kollegen nicht ausschließlich von der Hirse leben können, so liegt doch eine bessere Zukunft vor ihnen.
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