Tag 213 | Auf Fangfahrt

Bei Niedrigwasser fährt ein Krabbenkutter von Varelerhafen durch die wasserführende Priele in den Jadebusen hinaus. Fangfahrt im Sommer. Foto: Helmut Burlager
Bei Niedrigwasser fährt ein Krabbenkutter von Varelerhafen durch die wasserführende Priele in den Jadebusen hinaus. Fangfahrt im Sommer. Foto: Helmut Burlager

 

 

47 Jahre Regatta der Krabbenkutter in Neuharlingersiel

Open-Ship und Krabbenpul-Meisterschaft am 26. Juli / Regatta am 27. Juli 2013

Bunt beflaggt: Die Krabbenkutter bei der traditionellen Regatta in Neuharlingersiel. Foto (c): Kurverein Neuharlingersiel
Bunt beflaggt: Die Krabbenkutter bei der traditionellen Regatta in Neuharlingersiel. Foto (c): Kurverein Neuharlingersiel

Neuharlingersiel – Die Regatta der Krabbenkutter ist seit 47 Jahren der traditionelle Höhepunkt des Veranstaltungssommers in Neuharlingersiel und über Ostfrieslands Grenzen hinaus bekannt. Ein guter Anlass für die Fischer, ihre Kutter mit vielen farbenfrohen Fähnchen zu schmücken und festlich herauszuputzen. Die bunten Fischkutter, der Klang der Seemannslieder und der Duft von frisch gebratenem Fisch sorgen an diesem Tag für eine einzigartige maritime Atmosphäre. Das traditionelle Fest am idyllischen Hafen wird am Sonnabend, 27. Juli 2013, wieder tausende von Besuchern anziehen.

Zum Auftakt laden die Kapitäne der Neuharlingersieler Krabbenkutter bereits am 26. Juli von 14 bis 17 Uhr zum „Open-Ship“ ein. An diesem Nachmittag können die Besucher jeden Kutter besichtigen und erhalten so einmalige Einblicke in den Alltag und die Arbeit der Fischer an Bord: Vom Fang der Garnelen mit den Schleppnetzen in den Tiefen der Nordsee über das Sortieren bis hin zur direkten Verarbeitung der Speisegarnelen im großen Krabbenkessel auf dem Kutter. Darüber hinaus werden Fragen technisch interessierter Besucher über die PS-Stärke und den Typ des Motors, das Navigiergerät, den Echolot, Kompass und Autopilot gerne von den Kapitänen beantwortet.

Das Pulen dieser frischen Garnelen steht im Mittelpunkt der Krabbenpul-Meisterschaft, die parallel zum Open-Ship von 14 bis 17 Uhr angeboten wird. Hier können die Besucher ihre Geschicklichkeit unter Beweis stellen und anschließend das köstliche Krabbenfleisch genießen. Die Sieger der Meisterschaft werden mit attraktiven Preisen belohnt. Am Abend, um 19 Uhr, veranstaltet der Landesfischereiverband Weser-Ems um 19 Uhr im Kursaal erstmalig einen kostenlosen Informationsabend über den Wandel der Fischerei.

Der große Tag der 47. Kutterregatta beginnt am Samstag um 11 Uhr. Ab 14 Uhr fällt der Startschuss für das spannende Rennen um das „Blaue Band“ von Neuharlingersiel. Vier Kilometer müssen die Kutterkapitäne und Partsleute richtig „Gas geben“. Dabei können die Besucher das spritzige Ereignis direkt an Bord erleben, denn das Besondere bei dieser Regatta ist, dass jeder Interessierte auf seinem „Lieblingskutter“ mitfahren kann.

Zum Ablauf: Alle Neuharlingersieler Kutter nehmen zu jeder Fahrt Gäste mit einem Fahrausweis an Bord. Grundsätzlich fährt jeder Kutter die Regattastrecke dreimal. Die Fahrtzeit beträgt rund 30 Minuten. Der Start der 1. Gruppe erfolgt gegen 14 Uhr. Jede folgende Bewertungsgruppe wird in Abständen von 45 Minuten auf die Regattastrecke geschickt. Um der Bewertungsgruppe freie Fahrt zu bieten, nehmen alle übrigen Kutter bereits 15 Minuten früher Gäste an Bord und verlassen den Hafen. Neben den Kuttern bietet auch in diesem Jahr der große Muschelkutter „Royal Frysk“ Fahrten für die Besucher der Kutterregatta an.

Während der Regatta können die Besucher über die Lose für ihren Lieblingskutter stimmen und somit den Gesamtsieger festlegen. So gewinnt am Ende der Kutter, der nach Ansicht der Besucher den besten Gesamteindruck hinterlassen hat. Darüber hinaus wird noch eine interne Schnelligkeitswertung durchgeführt. Die Regatta-Leitung wird auch in diesem Jahr wieder von der Dachterrasse des Störmhuus die Kutterregatta moderieren. Von diesem erhöhten Standort aus informiert Kurdirektor Andreas Eden über das spannende Geschehen.

Für die Verpflegung an Land sorgen zahlreiche Neuharlingersieler Vereine und Institutionen. An ihren Ständen bieten sie den ganzen Tag über verschiedene Spezialitäten und Getränke an. Am Abend stehen um 18 Uhr die feierliche Siegerehrung der Kapitäne des schnellsten und des schönsten Kutters und des Krabbenpul-Meisters sowie die Nennung der Gewinner der Verlosaktion auf dem Programm.

Fahrkarten gibt es bis Freitag, 26. Juli, bis 12 Uhr in der Tourist-Information und am Samstag, 27. Juli, ab 11 Uhr am Hafen. Veranstaltet wird die Kutterregatta vom Fischerverein Neuharlingersiel und dem Kurverein Neuharlingersiel.

www.neuharlingersiel.de

Seenotretter bringen Besatzung in Sicherheit

Feuer auf Krabbenkutter westlich von Sylt

Tönning/Bremen – Nach einem Brand auf dem Krabbenkutter „Sigrid“ (Heimathafen Tönning) westlich der Insel Sylt haben die Seenotretter der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) am frühen Morgen des 22. März 2012 die beiden Besatzungsmitglieder in Sicherheit gebracht. Die Seenotkreuzer MINDEN/Station List auf Sylt und VORMANN LEISS/Station Amrum der DGzRS waren im Einsatz.

Gegen 2.55 Uhr meldete sich der Fischkutter „Theodor Storm“ über den internationalen Sprechfunk-Notrufkanal 16 bei der Seenotleitung Bremen der DGzRS. Die Fischer meldeten, auf einem Schiff in ihrer Nähe habe sich eine Verpuffung ereignet. Anschließend beobachteten sie rote Leuchtkugeln – ein internationales Seenotsignal.

Die DGzRS alarmierte umgehend die beiden Seenotkreuzer “Minden” und “Vormann Leiss”, deren Besatzungen den Notruf der Fischer bereits mitgehört hatten. Der Kutter „Theodor Storm“ holte seine Netze ein und lief auf die Position des brennenden Schiffes, des 18 Meter langen Stahlkutters „Sigrid“, etwa zehn Seemeilen (19 Kilometer) westlich Westerland auf Sylt zu.

Die Besatzung der „Sigrid“ hatte ihr Schiff bereits verlassen und war in die Rettungsinsel gestiegen. Die „Thoeodor Storm“ übernahm die Männer bis zum Eintreffen des Seenotkreuzers “Minden”. Die “Minden” brachte die beiden jeweils 51 Jahre alten Fischer nach Havneby auf der dänischen Insel Rømø. Sie blieben unverletzt.

Unterdessen begann der Seenotkreuzer “Vormann Leiss” mit den Löscharbeiten am nach wie vor brennenden Krabbenkutter „Sigrid“. Das später eintreffende Wasserschutzpolizeiboot „Helgoland“ leuchtete den Einsatzort aus. Der Notschlepper „Nordic“ ist unterwegs zum Havaristen.

Zur Unfallzeit herrschten im Revier vor Sylt schwache nordwestliche Winde um zwei Beaufort.

Die DGzRS setzt von 54 Stationen in Nord- und Ostsee 61 Seenotkreuzer und Seenotrettungsboote ein. Ihre eigene Seenotleitung Bremen (MRCC = Maritime Rescue Co-ordination Centre) koordiniert zentral alle Einsätze. Allein im Jahr 2011 waren die Einheiten der Rettungsflotte 2106 Mal im Einsatz. Dabei haben ihre Besatzungen 1323 Menschen aus Seenot gerettet oder aus drohenden Gefahrensituationen befreit. Das bereits 1865 gegründete Seenotrettungswerk finanziert seine gesamte Arbeit nach wie vor ausschließlich durch freiwillige Zuwendungen und nimmt keinerlei staatlich-öffentliche Mittel in Anspruch.

Schlechte Aussichten für Ghanas Fischer

Ghana751 Die “taz” berichtet unter der Überschrift “Das Sha-ba-do-ga verstummt” über die Probleme der Fischer in Ghana: “Die Zeiten sind schwerer geworden für die Fischer. Immer weiter müssen sie rausfahren, immer weniger fangen sie. Schuld sind die Trawler, die sich im Golf von Guinea tummeln. Mit ihren Schleppnetzen plündern sie die Fischgründe und zerstören so die Lebensgrundlage der Kleinfischer.”

Foto: Fischer in Cape Coast, Ghana. © Helmut Burlager

Der ganze Beitrag auf taz.de ist hier nachzulesen: Zum Artikel

Schwieriger Start für einen jungen Kutterfischer

Jan-Walke3 Das hatte Jan-Walke Schröder sich anders vorgestellt: Anfang April hatte er seinen neu erworbenen Fischkutter “CUX 1” nach Dangast überführt und wollte sich damit als Krabbenfischer selbstständig machen. Er hat den Kutter ausgerüstet und erste Probefänge im Jaderevier gemacht, was nicht so einfach war. “Ich musste das Fanggeschirr erst an die Verhältnisse hier anpassen und Erfahrungen sammeln, wo man hier erfolgversprechend fischt und wo nicht.” Sein Onkel, dessen Kutter ebenfalls in Dangast liegt, gab viele Tipps, und eigentlich könnte es jetzt richtig losgehen, doch nun das: Die Küstenfischer haben einen selbstauferlegten Fangstopp beschlossen, und an den hält sich selbstverständlich auch Jan-Walke Schröder, der sich als Mitglied im Verband der Kleinen Hochsee- und Küstenfischerei angemeldet hat. Nur sind ihm jetzt die Hände gebunden: Zwar könnte er die Krabben auch für den eigenen Bedarf im eigenen Fischgeschäft in Dangast gut gebrauchen, aber die Solidarität gebietet es, nicht hinauszufahren und zu fischen. Jan-Walke Schröder arbeitet derweil weiter an seinem kleinen Kutter, der inzwischen die Dangaster Kennung “DAN 1” und den Namen “Friesland”  trägt, und hofft, dass das Fangverbot in ein, zwei Wochen aufgehoben wird. Er wird durchhalten, denn als Spross einer Fischerfamilie weiß er, dass nach weniger guten Zeiten auch wieder bessere kommen.

Die Existenzgründung des 39-jährigen Seemanns und Fischers – ein Wagnis, denn die Küstenfischer an der deutschen Nordseeküste klagen nicht nur über Preisverfall, sondern auch über Quotenregelungen und immer neue Auflagen des Gesetzgebers und der EU für ihren Berufsstand.

Wie es dazu kam, dass Jan-Walke Schröder dennoch einen Kutter kaufte, um damit auf Krabbenfang zu gehen, lesen Sie hier: https://friesenblog.wordpress.com/aktuelles/krabbenkutter-mit-heimathafen-dangast/

Krabbenkutter mit Heimathafen Dangast

Eigner Jan-Walke Schröder ist Fischer in vierter Generation

Cux Dangast/HGR Der Dangaster Jan-Walke Schröder wagt in einer Zeit, in es den Krabbenfischern nicht besonders gut geht, den Schritt in die Selbstständigkeit und kaufte einen Krabbenkutter, den er jetzt von Cuxhaven in seinen neuen Heimathafen Dangast überführte. Das Schiff soll den Namen „FRIESLAND – DAN 1“ tragen. Damit hat es eine besondere Bewandtnis. Mehr darüber: zum Artikel