Tag 342 | Tatort

Jeder hat ja so seinen persönlichen Lieblings-Tatort, und ja: Ich mag natürlich auch die Münsteraner und die Kölner und die Berliner, die Münchner, und Frau Furtwängler sowieso. Aber die Bodensee-Tatorte gefallen mir ganz besonders, weil ich die Landschaft dort liebe und die Schauplätze wiedererkenne. Nun ist leider bald Schluss mit Frau Blum und Herrn Perlmann, meldet der Nordbayerische Kurier. Schade!

SWR stellt Bodensee-„Tatort“ ein

Tag 125 | Tatort Land

Der „Friesland“-Krimi ist ja nun schon ein paar Mal in Rezensionen mit dem Münster-Tatort oder mit Wilsberg verglichen worden. Mag sein, dass manche ihn als genauso witzig oder auch als genauso platt empfunden haben wie die Folgen der Münster-Drehs. Was den Unterschied macht, ist die Grundeinstellung. Ostfriesland gleich doof gleich rückständig gleich insgesamt nicht ernstzunehmen. Was von Münster natürlich niemand sagen würde. Weil Münster Stadt ist und Ostfries- eben Land. Sobald der Münster-Tatort die Stadtgrenzen verlässt,  blüht übrigens auch dort das Klischee. Eigentlich schade. Und Friesland hätte einen richtig guten Krimi verdient gehabt.

Neuer Oldenburg-Krimi spinnt realen Fall weiter

Ex-OB-Redenschreiber legt ersten Krimi vor

Oldenburg. Vor einigen Jahren „besuchte“ in Oldenburg eine politische Gruppe, die sich „Die Überflüssigen“ nannte, Edelrestaurants und bildete „Hartz-4-Bedarfsgemeinschaften“ mit den Gästen. Mit anderen Worten: Sie aßen von den Tellern der Gäste. Eine Meldung darüber in der Oldenburger Nordwest-Zeitung inspirierte den Diplom-Politologen und Ex-OB-Redenschreiber Udo Brandes dazu, diesen Fall zu einem Krimi weiterzuspinnen. Dieser ist jetzt unter dem Titel „Die Aussortierten“ als ebook bei amazon erschienen.

„Während ich noch überlegte, wie man diese Ereignisse zu einem spannenden Krimi weiterspinnen könnte, machte diese Gruppe mit einem Tortenanschlag auf Oberbürgermeister Gerd Schwandner bundesweit Schlagzeilen. Es war so, als würde die Realität an meinem Krimi mitschreiben wollen“, berichtet Udo Brandes über seine Erlebnisse beim Schreibprozess.

Herausgekommen ist ein Krimi, bei dem nicht mit Gesellschaftskritik gespart wird. Hauptfigur ist der Erste Kriminalhauptkommissar Dr. Ulrich de Wall, der aus Berlin nach Oldenburg zurückkommt und das 1. Fachkommissariat der Polizeiinspektion „Region Oldenburg“ als neuer Leiter übernimmt. Er hadert mit seinem Beruf, weil er der Auffassung ist, dass das Grundgesetz in der gelebten Praxis von Staat und Gesellschaft inzwischen längst zum Märchenbuch verkommen ist.

Von seinem Vorgesetzten Kriminaldirektor Hans Ulrich Tauber bekommt er den Auftrag, gegen die politische Aktivistengruppe „Die Aussortierten“ zu ermitteln, die mit „Besuchen“ in Edelrestaurants und anderen Aktionen gegen die gesellschaftlichen Verhältnisse protestiert. De Wall merkt schnell, dass sein Vorgesetzter offenbar aus irgendeinem Grund keinerlei Interesse daran hat, dass de Wall ernsthaft gegen „Die Aussortierten“ ermittelt, und dass er genau deshalb als Ermittler ausgesucht wurde. Denn eigentlich gehört dieser Fall nicht in seinen Zuständigkeitsbereich, sondern wird ihm als Sonderauftrag zugeteilt.

Wie können durchschnittliche „Otto Normalbürger“, die wirtschaftlich abhängig und dadurch erpressbar sind, trotzdem sich selber treu bleiben und aufrecht durch’s Leben gehen, ohne sich moralisch zu prostituieren? Das ist das Leitmotiv des Krimis.

Udo Brandes hat für die Recherche zu seinem Roman einen Kripobeamten interviewt und sich mehrfach bei der Pressestelle der Polizei über deren Organisationsstruktur informiert. „Ich bin zwar nicht der Meinung, dass Realismus dadurch entsteht, dass Realität kopiert wird. Ich meine auch nicht, dass in einem Kriminalroman alles exakt wie in der Realität sein muss. Aber ich wollte grobe Fehler vermeiden, wie man sie manchmal in Fernsehkrimis erleben kann. Die stören einfach den Lesegenuss“, erläutert der Autor.

Der Roman wird mit einem innovativen Konzept vermarktet: Er erscheint von vornherein lediglich als ebook. „Ich sehe darin die Zukunft des Buches. Und ich hatte keine Lust, Monate oder Jahre Verlage abzuklappern. Ich will schnell und zeitnah publizieren“, erläutert Udo Brandes seinen Ansatz. Und dies ist mit der neuen Direktvermarktungsplattform von amazon möglich.

Der Roman kann ab sofort unter dem Titel „Die Aussortierten“ bei Amazon als ebook zum Preis von 3,44 Euro heruntergeladen werden. Er ist auch auf normalen PC’s lesbar. amazon bietet dafür kostenlose Kindle-Lese-Apps zum Herunterladen an.

Acht Siele – Acht Verbrechen

Ein krimineller Reiseführer

Siele Friesland – Eine gewagte Kombination: Acht Kurzkrimis und acht Dorfbeschreibungen in einem Taschenbuch. Die Edition Ostfriesland Magazin Premium macht’s möglich. Im Verlag SKN in Norden erschien die Anthologie “Acht Siele – Acht Verbrechen”, die sich genau das traute: die beliebten Ostfriesland-Küsten-Krimis mit touristischem Mehrwert anzureichern.

Wäre die Zahl der Krimiautoren, die Ostfriesland-Krimis verfassen, und die Zahl ihrer Bücher und Kurzkrimis ein Indiz für die tatsächliche Kriminalität im Nordwesten – man möchte hier nicht leben. Da wird gemordet, dass es einem nur so graust, wo sich doch die Zahl der Kapitalverbrechen im beschaulichen Friesenland in Wahrheit eher in Grenzen hält, wie die Kriminalstatistiken Jahr für Jahr zeigen.

Doch was interessiert das den Krimi-Fan? Der neue Krimi-Sammelband “Acht Siele – Acht Verbrechen” lässt das Grauen gleich in acht Sielorte auf der ostfriesischen Halbinsel kommen, schön der Reihe nach von West nach Ost. Die Autoren Bernd Flessner, Manfred Reuter, Lübbert R. Haneborger, Klaus-Peter Wolf, Andreas Scheepker, Silke Ahrends, Désirée Warntjen und Jutta Oltmanns verfassten die erzählerisch und qualitativ sehr unterschiedlichen Episoden aus den Sielorten Greetsiel, Neßmersiel, Dornumersiel, Bensersiel, Neuharlingersiel, Carolinensiel, Horumersiel und Hooksiel. Und nach jedem Kurzkrimi folgt ein kleines Porträt des jeweiligen Ortes aus touristischer Sicht, angereichert mit schönen Fotos aus dem Küstendörfern.

Es ist der Nachfolgeband des 2010 veröffentlichten Krimibandes “Sieben Inseln – Sieben Krimis” von Barbara Saladin.

192 Seiten | 76 Abbildungen | 14,80 € | Premium-Taschenbuch | 13,8 x 21,5 cm | ISBN: 3939870897

Hinter jedem Deich schlummert eine Leich

Deichleichen – friesisch-herbe Kurzkrimis vom Jadebusen bis zum Dollart, herausgegeben Herausgabe von Regine Kölpin

Leich Hinter jedem Deich, schlummert eine Leich. 23 Autoren haben mörderisch gute Arbeit geleistet und kaum einen Ort auf der Ostfriesischen Halbinsel ausgelassen. Es wird gemordet in Jever, Schillig, Wilhelmshaven, Leer, auf Wangerooge und den anderen Ostfriesischen Inseln. Leichen liegen u.a.  in Carolinensiel, Norden, Wiesmoor, Horumersiel, Hooksiel und Norden…

Deichleichen – mit Kurzkrimis von Regine Kölpin, Klaus-Peter Wolf, Nina George, Jürgen Alberts, Christiane Franke, Manfred C. Schmidt, Heinrich Stefan Nölke, Olaf Büttner, Peter Gerdes, Alexa Stein, Barbara Wendelken und vielen anderen Krimigrößen.

Herausgeberin: Regine Kölpin
KBV Verlag, Hillesheim 2011
9,90 €, ISBN  978-3-942446-03-7