Tag 37 | Lampedusa

Lampedusa ist weit weg. Die schrecklichen Bilder von gekenterten Seelenverkäufern, ausgezehrten Schiffbrüchigen, angeschwemmten Leichen und eingesperrten Asylbewerbern berühren uns, aber wir können ja nichts tun. Was, wenn wir erkennen, dass Lampedusa überall ist, dass wir die Probleme der Elendsmigration nicht von uns fernhalten können? Dass die dunkelhäutigen Frauen und Männer, die man in jüngerer Zeit in größerer Zahl in der Nachbarstadt Schortens sieht, über das Mittelmeer und Italien hierher gekommen sind, steht ja nicht auf einem Namensschild an ihrer Brust. Vor wenigen Tagen ist einer von ihnen, 24-jährig, im Nordwest-Krankenhaus in Sanderbusch gestorben, seine Organe, vermutlich strapaziert durch eine zweijährige aufregende Flucht von Eritrea nach Friesland, versagten ihren Dienst. Am Freitag wird Fidel, wie er hieß, in Sande beigesetzt, viele seiner afrikanischen Freunde, die genauso abenteuerliche Wege hinter sich haben, werden ihn beweinen. Lampedusa ist bei uns angekommen. Die ganze Geschichte dazu heute im Jeverschen Wochenblatt.

Bank mit Herz – eine neue Kampagne von Opportunity International

Gerald Asamoah macht mit

Lampedusa und kein Ende? Banken mit Herz bieten Alternativen!

Nürnberg. Überfüllte Flüchtlingsboote, Menschen, die dem Tod auf See nur knapp entkommen sind – das Flüchtlingsdrama von Lampedusa zeigt, wie dringend eine effektive und nachhaltige Entwicklungshilfe ist. Herz1 Heute fiel auf dem Kongress christlicher Führungskräfte der Startschuss für die Kampagne „Bank mit Herz“. Prominente Unterstützer rufen dazu auf, mit Mikrokrediten in Afrika zu helfen und dafür zu spenden. Das Ziel: In den nächsten Monaten sollen 100 neue Opportunity-Trustbanks in Afrika gegründet werden.
Das Elend der Menschen, die die lebensgefährliche Passage über das Mittelmeer nach Lampedusa überlebt haben, ist unermesslich. Die traurige Wahrheit: In Afrika warten noch Millionen auf ihre Chance, Tausende werden es nicht schaffen.
„Es ist unsere Pflicht, zu helfen. Am besten verhindern wir, dass sich die Menschen auf den Weg machen“, sagt Stefan Knüppel, Vorstand von Opportunity International. „Die Menschen brauchen eine Alternative vor Ort, das heißt Arbeit und Perspektiven. Am besten schafft man diese mit sozialer Mikrofinanz.“
Die gemeinnützige Stiftung um den ehemaligen Topmanager wird deshalb in den nächsten Monaten in Afrika 100 „Banken mit Herz“ gründen, die Opportunity-Trustbanks. Die Liste der Unterstützer von Opportunity International ist lang: Frank-Walter Steinmeier, Rupert Neudeck, Tim Niedernolte, der Verband Christen in der Wirtschaft und der Bundesligafußballer Gerald Asamoah setzen sich für die Arbeit von Opportunity International ein. Speziell der Fußballstar sorgt sich und weiß um die Bedürfnisse seiner Heimat: „Afrika ist weiterhin ein bitterarmer Kontinent. Das sollten wir im reichen Europa nicht vergessen. Mikrokredite können helfen, die Armut in Afrika zu lindern. Helfen Sie den Menschen dort“, so der Derbyheld aus Hamburg.
Damit arme Menschen ein kleines Unternehmen gründen können, erhalten sie Herz2in den Opportunity-Trustbanks Schulungen, Kapital, Unterstützung und Zugang zu medizinischer Versorgung. Soziale Mikrofinanz wirkt somit ganzheitlich und nimmt den Klienten in den Fokus. Der Ansatz funktioniert, da er spendenfinanziert ist. Für jede Bank mit Herz werden 5.000 Euro Startkapital von Förderern benötigt. „Wir maximieren keine Profite, wir helfen Menschen, sich selbst zu helfen“, betont Stefan Knüppel in Nürnberg.

Mehr Infos: www.bank-mit-herz.de und www.oid.org