Tag 292 | Vertrauen

Unbewacht liegen seit heute Mittag 500 Euro auf dem Alten Markt in Jever herum. In 50.000 Ein-Cent-Stücken, die in Form von neun Buchstaben zusammengelegt worden sind:

V E R T R A U E N

Nach einer Stunde hatte sich die Summe bereits deutlich erhöht, denn viele Eröffnungsgäste der Kunstaktion der Fresenia-Loge zu Jever und des Künstlers Ralf Kopp aus Darmstadt legten größere Münzen dazu oder tauschten sie gegen die blanken Cent-Stücke. Aber was, wenn keine Zuschauer mehr herumstehen, siegt dann die Gier über das Vertrauen? Eine Videokamera wird das dokumentieren, ohne potenzielle Diebe bloßzustellen. Eine Woche lang soll das Geld auf dem Marktplatz liegen – wenn es denn nicht vorher weg ist. Die Fresenia Loge ist zuversichtlich, dass Jever sich als ehrliche Stadt erweist.

VertrauenEröffnet wurde die Aktion durch Bürgermeister Jan Edo Albers. Der hat sie dann selbst auf Facebook dokumentiert.

P.S.: Die Sache mit dem Vertrauen hat sich dann übrigens in weniger als 24 Stunden erledigt. In der Nacht zum Sonntag haben Unbekannte das Kunstwerk verwüstet und einen Teil des Geldes gestohlen.

Video bei Wochenblatt-TV

„Respekt“ geht in eine neue Phase: Buch und Ausstellung mit Porträts alter Menschen aus dem Jeverland

Titel des Buches "Respekt", das am 15. März vorgestellt wird. Die Autoren Brigitte Meiners, Cornelia Lüers, Helmut Burlager und Christoph Hinz sowie die Fotografin Sigrid Kasdorf  stellen darin 53 Menschen aus dem Jeverland vor, die 75 Jahre und älter sind.
Titel des Buches „Respekt“, das am 15. März vorgestellt wird. Die Autoren Brigitte Meiners, Cornelia Lüers, Helmut Burlager und Christoph Hinz sowie die Fotografin Sigrid Kasdorf stellen darin 53 Menschen aus dem Jeverland vor, die 75 Jahre und älter sind.

Jever – Zehn Wochen nach Abschluss der Zeitungsserie „Respekt – Porträts von alten Menschen aus dem Jeverland“, in der die Lebensleistung von 53 Senioren gewürdigt wurde, geht das Projekt in eine neue Phase. In der kommenden Woche wird das Buch zur Serie vorgestellt, in der übernächsten Woche startet in Jever eine große Bilderausstellung mit großformatigen Fotoporträts der 53 „Respekt“-Kandidaten.

Sichtbarer Auftakt dieser Fortsetzung des „Respekt“-Projekts, das die Fresenia-Loge in Zusammenarbeit mit dem Jeverschen Wochenblatt und der Koordinierungsstelle „Älter werden“ des Landkreises Friesland seit mehr als eineinhalb Jahren vorangetrieben hat, wird ein Großformat-Banner mit dem Titelbild des neuen Buches sein. Das zwei mal drei Meter große Poster wird an diesem Sonnabend am Gebäude der „Spiel-Welt“ am Alten Markt aufgehängt. Es weist auf die Ausstellung hin, die vom 18. März an für einen Monat in zahlreichen jeverschen Geschäften zu sehen sein wird. Die mehr als 50 Porträtaufnahmen, die die Fotografin Sigrid Kasdorf im Laufe eines Jahres von Menschen ab 75 gemacht hat, werden als großformatige Abzüge, versehen mit Sinnsprüchen, in den Ladenräumen präsentiert.

Am kommenden Freitag wird dann das Buch „Respekt“ vorgestellt, das die Bilder und Texte der Serie  zusammenfasst. An der Präsentation des Werkes im „Schützenhof“ nehmen fast alle der Porträtierten teil. Als Ehrengast und Festredner hat der Präsident der Deutschen Roten Kreuzes, Bundesminister a.D. Dr. Rudolf Seiters, zugesagt.

Respekt für die Leistungen eines Lebens

Helden des Alltags gesucht: Senioren sollen ihre Geschichte erzählen

ff 25% schwarz-Harm Kampen_1331 Jever – Aus seiner Verwandtschaft kennt das jeder: Wenn die Großeltern „von früher“ erzählen oder man von der alten Tante plötzlich Dinge aus ihrem Leben erfährt,die man nicht einmal geahnt hat. Leute, die man für langweilig gehalten
hat, entpuppen sich plötzlich als Helden des Alltags. Solche Menschen suchen das Jeversche Wochenblatt, die Fresenia-Loge Jever und die Seniorenbeauftragte des Landkreises Friesland, Nantke Ihnen, für ein Vorhaben, das den Titel „Respekt“ trägt. Mit einer Zeitungsserie aus 52 Kurzporträts, die sich über das ganze Jahr 2012 erstrecken wird und einer Buchveröffentlichung sowie weiteren Aktionen sollen die Leistungen der älteren Generation für unsere Gesellschaft gewürdigt werden. Frauen und Männer ab 75, die ihre Geschichte erzählen möchten, können sich melden und vorgeschlagen werden. Mehr dazu: Respekt

Foto: Harm Kampen aus Cleverns ist ein Kandidat für die “Respekt”-Porträts.© Sigrid Kasdorf

Wenn das Unvorstellbare geschieht

„Sind Sie Opfer oder Überlebende?“ – „Schwere Frage. Ich glaube, irgendwo dazwischen.“
clip_image002Jever– Der Fresenia Loge zu Jever ist es wieder einmal gelungen, eine außergewöhnliche Lesung zu organisieren, die am Freitag, 2. Dezember, um 20 Uhr im „Schützenhof“ Jever stattfinden wird .

Im Frühjahr 2009, zehn Tage vor ihrer Hochzeit, erlebt Susanne Preusker eine Katastrophe: An ihrem Arbeitsplatz, einem Hochsicherheitsgefängnis, wird die Psychologin von einem inhaftierten Sexualstraftäter sieben Stunden lang in ihrem Büro eingesperrt, mit dem Tode bedroht und mehrfach vergewaltigt. Ungeschminkt und mit erzählerischer Präzision schildert Susanne Preusker in „Sieben Stunden im April“ (Patmos Verlag) das Unvorstellbare, ihre Todesangst, aber auch, wie sie das Trauma bewältigt.

Denn dem Entsetzlichen, dem Unfassbaren die Macht über ihr Leben einzuräumen, das wäre für Susanne Preusker nie infrage gekommen. Darum erzählt sie, was ihr geholfen hat, zurück in ein neues Leben zu finden. Ihre Familie und ihre Freunde haben sie stark gemacht, das Kochen, Zumba und frische Nordseeluft haben geholfen, wenn die Angst ihr die Luft abschnürte. Susanne Preuskers Geschichten vom Überleben machen Mut. „Sieben Stunden im April“ ist ein bewegendes und gnadenlos offenes Buch über den Kampf einer mutigen Frau gegen die Dämonen im Kopf, im Herzen und in der Seele.

Susanne Preusker ist Diplom-Psychologin und Psychotherapeutin. Sie war Leiterin der sozialtherapeutischen Abteilung für Sexualstraftäter im Hochsicherheitsgefängnis Straubing. Heute lebt sie in Straubing und Magdeburg. Über ihr Buch sagt sie selbst:

„Wenn es mir mit diesen Geschichten gelingen sollte, nur einem Menschen, der sich in einem ungewollten Leben wiederfindet, Mut zum Überleben zu machen, hat es sich gelohnt.“

Susanne Preusker

Sieben Stunden im April

Meine Geschichten vom Überleben

Format 14 x 22 cm

160 Seiten

Hardcover mit Schutzumschlag

€ 17,90 (D) / € 18,40 (A) / sfr 25,90

ISBN 978-3-8436-0038-5

Patmos Verlag