Schlagwort: Migration
Tag 69 | Aus Lemgo

Spiegel online fragt die künftige Tagesthemen-Moderatorin Pinar Atalay in einem Interview: „Wie sehr nervt es Sie eigentlich, dass Ihr Migrationshintergrund so häufig thematisiert wird?“ Will Spiegel online uns damit sagen, dass der Migrationshintergrund von Medienleuten und Politikern zu oft thematisiert wird? Dann hätten die Kollegen vielleicht mal auf die Frage verzichten sollen. Wie auch immer, Frau Atalay geht äußerst entspannt mit der Frage und mit dem Thema um. „Eigentlich habe ich ja auch gar keine Migrationsgeschichte, ich stamme aus Lemgo, also Ostwestfalen-Lippe“, antwortet sie. Das Interview ist lesenswert:
Tag 37 | Lampedusa
Lampedusa ist weit weg. Die schrecklichen Bilder von gekenterten Seelenverkäufern, ausgezehrten Schiffbrüchigen, angeschwemmten Leichen und eingesperrten Asylbewerbern berühren uns, aber wir können ja nichts tun. Was, wenn wir erkennen, dass Lampedusa überall ist, dass wir die Probleme der Elendsmigration nicht von uns fernhalten können? Dass die dunkelhäutigen Frauen und Männer, die man in jüngerer Zeit in größerer Zahl in der Nachbarstadt Schortens sieht, über das Mittelmeer und Italien hierher gekommen sind, steht ja nicht auf einem Namensschild an ihrer Brust. Vor wenigen Tagen ist einer von ihnen, 24-jährig, im Nordwest-Krankenhaus in Sanderbusch gestorben, seine Organe, vermutlich strapaziert durch eine zweijährige aufregende Flucht von Eritrea nach Friesland, versagten ihren Dienst. Am Freitag wird Fidel, wie er hieß, in Sande beigesetzt, viele seiner afrikanischen Freunde, die genauso abenteuerliche Wege hinter sich haben, werden ihn beweinen. Lampedusa ist bei uns angekommen. Die ganze Geschichte dazu heute im Jeverschen Wochenblatt.
Tag 4 | Willkommenskultur
Apropos Willkommenskultur. Da können wir, und erst recht die CSU, vielleicht von den Marokkanern lernen. Seit dem 2. Januar stehen dort Tausende von „Sans Papiers“, illegal im Land lebenden Ausländern, vor den Präfekturen Schlange, um sich registrieren zu lassen. Es sollen sich geschätzt zwischen 25.000 und 40.000 Illegale im Land aufhalten. Das nordafrikanische Land hat eine Kampagne zur „Regulisarisation“ der Immigranten gestartet. Zwar sind die Voraussetzungen streng – zwei Jahre nachgewiesener Arbeit im Lande oder fünf Jahre in gutnachbarschaftlichem Zusammenleben mit Marokkanern – doch hoffen nun viele Menschen aus Subsahara-Staaten, endlich legal im Land leben zu können. Sie erhalten in diesem Fall die gleichen Rechte wie Staatsbürger. Menschenrechtsgruppen in Marokko fordern allerdings, den Kreis der Berechtigten stark auszudehnen und auch jenen Hoffnung zu geben, die noch nicht so lange in Marokko sind.
Wär doch mal ein Modell für Bayern…