Selbsthilfe oder Schuldenfalle – ein Gespräch über Mikrofinanz

Auf Einladung von Oikocredit und Opportunity International trafen sich heute Vertreter aus Wissenschaft und Praxis in Bonn, um aktuelle Geschehnisse im Mikrofinanzsektor kritisch zu diskutieren.  Was dabei herauskam, lesen Sie hier:

Zum Bericht

Helfen mit landwirtschaftlichen Mikrokrediten

Ghana277 70 Prozent der 1.4 Milliarden afrikanischen Menschen leben in extremer Armut (mit weniger als einem Euro am Tag) in landwirtschaftlichen Regionen. Opportunity International setzt sich verstärkt für die Armutsbekämpfung in ländlichen Regionen durch die Ausweitung von Finanzdienstleistungen und der Entwicklung eines Finanzprogramms für Kleinbauern ein. Mehr zu diesem Thema hier:

http://www.oid.org/dokumente/neuigkeiten/landwirtschaftliche-mikrokredite.html

Mikrofinanz in der Diskussion

Verunsichert durch die Diskussion um Mikrokredite? Opportunity International lädt zu einem Fachgespräch ein: http://www.oid.org/dokumente/neuigkeiten/einladung-fachgespraech.html

Ghana-Seite umgezogen

Nach mehreren Umzügen ist unser Ghana-Reisebericht vom März 2010 jetzt auch im Friesenblog gelandet: https://friesenblog.wordpress.com/ghana-seite/

Wir, Brigitte Meiners, Jochen Ewald und Helmut Burlager, erzählen in mehreren Beiträgen über unsere Rundreise durch das westafrikanische Land, die uns zu zahlreichen Klienten von Opportunity International führt. Opportunity ist eine weltweit agierende Mikrokredit-Organisation, deren deutscher Ableger OID vom Freundeskreis Weser-Ems unterstützt wird. Mehr über die Entwicklungshilfearbeit mit Mikrofinanzierung unter www.oid.org

Zum Abschied ein Orden erster Klasse

Dr. Karl Harms wurde als Präsident der Oldenburgischen Industrie- und Handelskammer verabschiedet

David McAllister verlieh im das Niedersächsische Verdienstkreuz

Oldenburg/Jever/HBU – Nach neun Jahren als Präsident der Oldenburgischen Industrie- und Handelskammer ist Dr. Karl Harms aus Jever am Mittwochabend (12. Januar 2011) beim Neujahrsempfang der IHK aus seinem Amt verabschiedet worden. Zugleich wurde ihm eine der bedeutendsten Ehrungen zuteil, die das Land Niedersachsen zu vergeben hat. Ministerpräsident David McAllister höchstpersönlich überreichte dem IHK-Chef das Verdienstkreuz Erster Klasse des Niedersächsischen Verdienstordens.

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Vor rund 850 Gästen des Neujahrsempfangs in der Oldenburger Weser-Ems-Halle würdigte McAllister den Unternehmer als „eine Persönlichkeit, die beruflichen Erfolg und ehrenamtliches Engagement miteinander verbunden hat.“ Auf beeindruckende Weise habe Dr. Harms nicht nur seine Unternehmen aufgebaut, sondern sich auch um berufsständische Belange in Handel und Industrie gekümmert. Besonders ging der Ministerpräsident auf den Einsatz für den Ausbau der Verkehrsinfrastruktur des Nordwestens, für die Stärkung der Innenstädte sowie für die Ausbildung ein, die Harms „ein Herzensanliegen“ sei. Dr. Harms nahm den Orden unter stehenden Ovationen der Gäste entgegen und versprach, sich weiter für Region und Wirtschaft einzusetzen.

Seine Abschiedsrede stellte er unter das Motto „Kurs halten“ und verlangte dies auch von der Politik, „damit wir unsere bedeutenden Projekte weiter befördern können“. An erster Stelle nannte er den Jade-Weser-Port, der 2012 in Betrieb gehen wird und eine gute Hinterlandanbindung brauche. „Wir zählen bei diesen Infrastrukturprojekten auf Ihre Unterstützung“, wandte er sich direkt an McAllister und den Wirtschaftsminister Jörg Bode. Die Belange der Industrie dürften nicht verkannt, rechtmäßig vorbereitete Projekte nicht durch opportunistische Skeptiker und überfrachtete Planungsgesetze verhindert werden.

IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Joachim Peters dankte Harms für sein „fast grenzenloses Engagement für die regionale Wirtschaft“. Harms seinerseits bedankte sich bei allen Partnern für die langjährige gute Zusammenarbeit. „Wir waren ein kraftvolles Gespann.“

Dr. Karl Harms ist Unternehmer in Jever, Inhaber der Firma Certus Warensicherungssysteme, Investor des neuen Altstadtquartiers in Jever. Er ist Schirmherr von Opportunity International Deutschland, einer Nichtregierungsorganisation, die in Entwicklungsländern Mikrokredite vergibt. Opportunity International

Quelle: Jeversches Wochenblatt / Friesisches Tageblatt vom 13. Januar 2010

Neue Links zum Thema Mikrokredite

Seit Jahrzehnten funktioniert die Idee der Entwicklungshilfe mittels Mikrofinanzierung. Weltweit bekannt wurde sie erst mit der Verleihung des Friedensnobelpreises an Muhammad Yunus. Seit einigen Monaten aber sind Mikrokredite in Verruf geraten. Zu recht? Zu unrecht? Wer das beurteilen will, muss zunächst einmal Informationen haben. Eine Linksammlung zu wichtigen Beiträgen in der Debatte um Mikrokredite ist hier zu finden: https://friesenblog.wordpress.com/mikrokredite-2/

Die aktuelle Diskussion um Mikrokredite

Die Linksammlung zum Thema Mikrokredite ist umgezogen, und zwar hierher: https://friesenblog.wordpress.com/mikrokredite-2/

Die Meinung von Opportunity International zum Thema: https://friesenblog.wordpress.com/2010/11/27/schwarze-schafe-schaden-einer-guten-idee/. Ein Beitrag von Stefan Knüppel, Vorstand der Stiftung OID.


Opportunity International: Freundeskreis Weser-Ems freut sich über Unterstützung

Man braucht nur 5000 Euro, um eine eigene Bank zu gründen. Das erfuhren jetzt Sabine Arkenau, Angelika Reichelt und Susanne Leiting vom Serviceclub Soroptimist International Wilhelmshaven. Am Mittwochabend übergaben sie dem in Jever ansässigen Freundeskreis Weser-Ems von Opportunity International eine Spende in dieser Höhe und dürfen sich fortan als Paten einer Mikrobank in Ghana in Westafrika fühlen.

Mit dem Geld kann die Mikrokreditorganisation Opportunity International eine weitere sogenannte „Trustbank“ gründen, in der sich Kreditnehmer – überwiegend Frauen – zu einer Art Genossenschaft zusammenschließen. Als Existenzgründer werden sie Kleinkredite von durchschnittlich rund 170 Euro erhalten, um damit ein Kleingewerbe aufzubauen und ihren Familien eine sicherere Lebensgrundlage zu schaffen.

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„Eine tolle Sache, hinter der wir als Soroptimisten gemeinsam stehen“, sagte Angelika Reichelt bei der Übergabe der Spende an Dr. Karl Harms, Jochen Ewald und Rüdiger Möllenberg, den Initiatoren des Freundeskreises Weser-Ems. Zu der Spende, zu der Angelika Reichelt einen beträchtlichen Anteil beisteuerte, war es nach einem Clubabend gekommen, bei dem Brigitte Meiners über ihre Reise mit dem Freundeskreis Weser-Ems nach Ghana berichtet hatte. Zum zweiten Mal innerhalb von zwei Jahren hatten sich Jeveraner im März 2010 in dem afrikanischen Land über den Verbleib der in Deutschland gespendeten Gelder informiert und dabei erneut die Wirksamkeit von Entwicklungshilfe mittels Mikrokrediten bestätigt bekommen: Die Spenden wirken nachhaltig, sie verpuffen nicht, weil das Geld im Kreislauf von Ausleihungen und Rückzahlungen bleibt und immer wieder neu Hilfe zur Selbsthilfe ermöglicht.

Mit den 5000 Euro kann nun eine weitere Mikrobank gegründet werden. Bei der Spendenübergabe berichtete Jochen Ewald, dass der Anstoß zur Gründung des Freundeskreises bereits fünf Jahre zurückliegt. Mit einem Vortragsabend im Lokschuppen über die Arbeit von Opportunity fing alles an. Eine Ausstellung in der Volksbank Jever und Spenden von Jochen Ewald und Dr. Karl Harms waren dann die Initialzündung für ein erfolgreiches Werk: In diesen Tagen wird die Gesamtsumme von 350 000 Euro an Spenden erreicht, die allein aus der Weser-Ems-Region in Projekte in Ghana flossen. Über die Gründung von Mikrobanken hinaus geht es inzwischen auch um den Aufbau von Mikroschulen und um den Aufbau landwirtschaftlicher Produktion im Norden Ghanas.

Die Soroptimisten Wilhelmshaven, die zur weltweit agierenden Frauenorganisation Soroptimist International gehören, bestehen in diesem Jahr genau seit 15 Jahren. Ähnlich wie andere Serviceclubs auch, haben es sich die Soroptimisten zum Ziel gesetzt, soziale Projekte zu fördern, sei es in hilfsbedürftigen Ländern, sei es direkt vor der Haustür. So ist, um nur einen Schwerpunkt zu nennen, das Wilhelmshavener Jugendzentrum Point über die Jahre hinweg finanziell unterstützt worden. Ein besonderes Augenmerk richtet der Wilhelmshavener Club, dem derzeit 34 Frauen aus Wilhelmshaven und Friesland angehören, auf die Förderung von Frauen, um insgesamt den Einfluss von Frauen auf soziale, wirtschaftliche und politische Bereiche durch bessere Erziehung und Bildung zu stärken.

Gerade deshalb halten die Wilhelmshavener Soroptimistinnen es für sinnvoll das Engagement des Opportunity-Freundeskreises Weser-Ems in Ghana zu unterstützen, profitieren hier doch vor allem die Frauen. „Außerdem hat uns das von Opportunity angewandte System der Mikrofinanzierung überzeugt“, so Angelika Reichelt.

Opportunity International ist eine gemeinnützige, christlich geprägte Stiftung, die in vielen Entwicklungsländern aktiv ist und Menschen auch dann Mikrokredite gibt, wenn sie keine Sicherheiten bieten können. Die Kreditnehmer erhalten umfassende Schulungen in wirtschaftlichen, sozialen und Gesundheitsfragen. Alle Klienten einer Mikrobank stehen füreinander ein. Gerät einer in finanzielle Bedrängnis, müssen die anderen für seine Schulden aufkommen. Die Kleinkredite werden zumeist innerhalb eines halben Jahres samt Zinsen zurückgezahlt, die Ausfallquote ist äußerst gering.

Weltweit arbeitet Opportunity International in 25 Entwicklungsländern mit über 1,9 Millionen Kreditnehmern zusammen.

http://www.oid.org