Tag 12 | Karteileiche

Ich bin eine Karteileiche. Das merke ich jedesmal zu Jahresbeginn, wenn Spendenbescheinigungen ins Haus flattern und wieder fleißig vom Konto abgebucht wird von all den Vereinen, Verbänden und Hilfsorganisationen, in die man im Laufe des Lebens so eintritt oder denen man sich als Dauerspender verpflichtet hat. Manchmal auf einen Anruf hin oder aus einer Laune heraus, ohne mit großem Engagement dahinter zu stehen. Es geht ja meist auch nicht um weltbewegende Summen, hier zehn Euro im Monat, dort 24 Euro im Halbjahr. Aber übers Jahr läppert es sich schon. Es ist die reine Bequemlichkeit oder das Gefühl, niemandem weh tun zu wollen, dass man nicht einfach austritt, abbestellt, kündigt, widerruft. Es scheint leichter sein, aus der Kirche und der Gewerkschaft rauszukommen als aus dem örtlichen Sportverein, dem Bürgerverein, den ganzen Fördervereinen und Freundeskreisen, weil man ja die Vorsitzenden kennt oder die Schatzmeister oder vielleicht doch noch mal eine Dienstleistung in Anspruch nehmen möchte, die an eine Mitgliedschaft gebunden ist. Auch wenn man das seit Jahren nicht getan hat. Jahr für Jahr nimmt man sich also vor, das doch endlich mal zu bereinigen und mehr Geld dort zu investieren, wo es einem wirklich wichtig ist, in meinem Fall zum Beispiel bei Opportunity International oder für das Friedel-Orth-Hospiz. Aber am Ende werden es wohl doch die Erben erledigen müssen, den ganzen Kram zu beenden, wenn eines hoffentlich fernen Tages aus der Karteileiche eine echte geworden ist.

Hilfe für Taifunopfer auf den Philippinen

Kölner Stiftung will mit 1 Million Euro beim Wiederaufbau helfen

Opportunity International Deutschland setzt sich für die Menschen ein, die durch die Naturkatastrophe ihre Existenzgrundlage verloren haben.

Jever/Köln – Die Mikrofinanz-Stiftung Opportunity International hat sich vorgenommen, mit einer Million Euro beim Wiederaufbau in den Katastrophengebieten auf den Philippinen zu helfen. Opportunity gilt als anerkannter Experte im Bereich „Hilfe zur Selbsthilfe“. „Bereits seit vielen Jahren helfen wir armen Menschen auf den Philippinen mit Mikrokrediten aus der Armut“, so Stiftungsvorstand Stefan Knüppel.

„Allein in der am meisten betroffen Region um Tacloban leben über 10.000 unserer Klienten mit ihren Familien. Viele dieser Menschen erleben derzeit schreckliche Momente der Verzweiflung. Sie haben Tote innerhalb der Familie zu beklagen und ihre Existenzgrundlage verloren. Wir trauern mit den Menschen, richten unseren Blick aber gleichzeitig nach vorne“, so der Vorstand. Opportunity International Deutschland hat seinen Sitz in Köln, in Nordwestdeutschland wird die Stiftung unter anderem von einem Freundeskreis Weser-Ems unterstützt.

Mit Soforthilfe und Maßnahmen zum Wiederaufbau setzen sich die Opportunity-Mitarbeiter in Köln und auf den Philippinen für die Menschen ein. Eine Million Euro Spendengelder will die Stiftung mobilisieren und auf die Philippinen leiten. Mit einer bereits gespendeten Teilsumme wurden erste Maßnahmen in den Krisengebieten eingeleitet. „Die Nothilfe rettet Menschenleben. Wir sehen gerade jetzt, wie wichtig das ist, denn für viele Frauen, Männer und Kinder geht es schlicht ums Überleben. Aber schon in ein paar Tagen werden wir mit dem Wiederaufbau beginnen“, erläutert Knüppel.

Opportunitys Mikrokredite geben vor allem Frauen die Chance, sich mit einem kleinen Unternehmen selbstständig zu machen. Diese kleinen Geschäfte sind zu Tausenden durch den Taifun zerstört worden. „Durch den Einsatz von Spendengeldern werden wir sowohl die Nothilfe als auch den Wiederaufbau der zerstörten Existenzen unterstützen“, so Knüppel. „Wir können zielgerichtet und effektiv helfen, weil wir bereits vor Ort sind und Land und Menschen durch jahrelange Zusammenarbeit gut kennen. Den Familien wieder Zukunft und Hoffnung zu schenken ist unsere Aufgabe, gehören sie doch zu den Ärmsten der Armen und dürfen jetzt nicht alleine gelassen werden.“

Opportunity International hilft insgesamt über einer Millionen Menschen auf den Philippinen mit fairen Krediten. Sie nutzen diese Chance, um von dem Geld kleine Unternehmen zu gründen, mit denen sie sich und ihre Familien dauerhaft aus der Armut befreien. Die gemeinnützige deutsche Stiftung hat ihren Sitz in Köln und trägt das DZI-Spendensiegel, das für einen verantwortungsvollen Umgang mit Spendengeldern bürgt.

Opportunity International Deutschland

Wer hilft, lebt gesünder…

Warum verschenken die einen die Hälfte ihres Vermögens, während die anderen am hungernden Mitmenschen achtlos vorbeigehen? Und warum lebt gesünder, wer sich dafür einsetzt, die Armut auf der Welt zu verringern, den Hunger und die Krankheiten zu bekämpfen? Und warum sollte ich was abgeben, wenn die anderen auch nichts oder viel weniger abgeben? Ein interessanter Aufsatz im Magazin der Süddeutschen: „Es geht nicht um viel, es geht um alles“, schreibt Michaela Haas: Zum SZ-Beitrag

Opportunity International: Freundeskreis Weser-Ems freut sich über Unterstützung

Man braucht nur 5000 Euro, um eine eigene Bank zu gründen. Das erfuhren jetzt Sabine Arkenau, Angelika Reichelt und Susanne Leiting vom Serviceclub Soroptimist International Wilhelmshaven. Am Mittwochabend übergaben sie dem in Jever ansässigen Freundeskreis Weser-Ems von Opportunity International eine Spende in dieser Höhe und dürfen sich fortan als Paten einer Mikrobank in Ghana in Westafrika fühlen.

Mit dem Geld kann die Mikrokreditorganisation Opportunity International eine weitere sogenannte „Trustbank“ gründen, in der sich Kreditnehmer – überwiegend Frauen – zu einer Art Genossenschaft zusammenschließen. Als Existenzgründer werden sie Kleinkredite von durchschnittlich rund 170 Euro erhalten, um damit ein Kleingewerbe aufzubauen und ihren Familien eine sicherere Lebensgrundlage zu schaffen.

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„Eine tolle Sache, hinter der wir als Soroptimisten gemeinsam stehen“, sagte Angelika Reichelt bei der Übergabe der Spende an Dr. Karl Harms, Jochen Ewald und Rüdiger Möllenberg, den Initiatoren des Freundeskreises Weser-Ems. Zu der Spende, zu der Angelika Reichelt einen beträchtlichen Anteil beisteuerte, war es nach einem Clubabend gekommen, bei dem Brigitte Meiners über ihre Reise mit dem Freundeskreis Weser-Ems nach Ghana berichtet hatte. Zum zweiten Mal innerhalb von zwei Jahren hatten sich Jeveraner im März 2010 in dem afrikanischen Land über den Verbleib der in Deutschland gespendeten Gelder informiert und dabei erneut die Wirksamkeit von Entwicklungshilfe mittels Mikrokrediten bestätigt bekommen: Die Spenden wirken nachhaltig, sie verpuffen nicht, weil das Geld im Kreislauf von Ausleihungen und Rückzahlungen bleibt und immer wieder neu Hilfe zur Selbsthilfe ermöglicht.

Mit den 5000 Euro kann nun eine weitere Mikrobank gegründet werden. Bei der Spendenübergabe berichtete Jochen Ewald, dass der Anstoß zur Gründung des Freundeskreises bereits fünf Jahre zurückliegt. Mit einem Vortragsabend im Lokschuppen über die Arbeit von Opportunity fing alles an. Eine Ausstellung in der Volksbank Jever und Spenden von Jochen Ewald und Dr. Karl Harms waren dann die Initialzündung für ein erfolgreiches Werk: In diesen Tagen wird die Gesamtsumme von 350 000 Euro an Spenden erreicht, die allein aus der Weser-Ems-Region in Projekte in Ghana flossen. Über die Gründung von Mikrobanken hinaus geht es inzwischen auch um den Aufbau von Mikroschulen und um den Aufbau landwirtschaftlicher Produktion im Norden Ghanas.

Die Soroptimisten Wilhelmshaven, die zur weltweit agierenden Frauenorganisation Soroptimist International gehören, bestehen in diesem Jahr genau seit 15 Jahren. Ähnlich wie andere Serviceclubs auch, haben es sich die Soroptimisten zum Ziel gesetzt, soziale Projekte zu fördern, sei es in hilfsbedürftigen Ländern, sei es direkt vor der Haustür. So ist, um nur einen Schwerpunkt zu nennen, das Wilhelmshavener Jugendzentrum Point über die Jahre hinweg finanziell unterstützt worden. Ein besonderes Augenmerk richtet der Wilhelmshavener Club, dem derzeit 34 Frauen aus Wilhelmshaven und Friesland angehören, auf die Förderung von Frauen, um insgesamt den Einfluss von Frauen auf soziale, wirtschaftliche und politische Bereiche durch bessere Erziehung und Bildung zu stärken.

Gerade deshalb halten die Wilhelmshavener Soroptimistinnen es für sinnvoll das Engagement des Opportunity-Freundeskreises Weser-Ems in Ghana zu unterstützen, profitieren hier doch vor allem die Frauen. „Außerdem hat uns das von Opportunity angewandte System der Mikrofinanzierung überzeugt“, so Angelika Reichelt.

Opportunity International ist eine gemeinnützige, christlich geprägte Stiftung, die in vielen Entwicklungsländern aktiv ist und Menschen auch dann Mikrokredite gibt, wenn sie keine Sicherheiten bieten können. Die Kreditnehmer erhalten umfassende Schulungen in wirtschaftlichen, sozialen und Gesundheitsfragen. Alle Klienten einer Mikrobank stehen füreinander ein. Gerät einer in finanzielle Bedrängnis, müssen die anderen für seine Schulden aufkommen. Die Kleinkredite werden zumeist innerhalb eines halben Jahres samt Zinsen zurückgezahlt, die Ausfallquote ist äußerst gering.

Weltweit arbeitet Opportunity International in 25 Entwicklungsländern mit über 1,9 Millionen Kreditnehmern zusammen.

http://www.oid.org