Tag 7 | Ein Buch

Axel Bürgener lernte ich auf einer langen Autofahrt kennen. Ein Heeresgeneral a. D., der so aussieht und spricht wie ein Heeresgeneral a. D. – ein Mann mit scharfen Konturen, entschiedenen Ansichten, klarer Aussprache, befehlsgewohnter Stimme. Eine Weile redeten wir über seine Bundeswehrkarriere, seine Ansichten über die Notwendigkeit und Aufgaben des Militärs, über internationale Konflikte und über Politik, schließlich auch über meinen Beruf, den Journalismus. Die Fahrt war wirklich lang. Irgendwann sprachen wir über die prächtigen Wolkenbilder an diesem Sommertag, über Fotografie, über die Liebe zur Natur, über Tierschutz, über seinen Hund, sein Pferd, über Katzen und Vögel, über die Liebe zur norddeutschen Landschaft, über unsere Familien. Wie sehr kann ein erster Eindruck täuschen.

Vor wenigen Wochen hat Axel Bürgener mir sein neues Buch geschickt. „Wangerland von oben“ heißt es. Der Heeresgeneral ist in die Luft gegangen, hat Strände, Watt, Priele, Binnentiefe, Häfen, Dörfer, Burgen, Gehöfte, Schiffe, Boote und Robben aus der Vogelperspektive fotografiert. Zusammen mit seinem Nachbarn Klaus Siewert, einem renommierten Sprachforscher, hat er ein wunderschönes Buch daraus gemacht. Siewert stellte die Gedichte zusammen, die die einzelnen Fotos illustrierten, Klassiker von Goethe bis Mörike, aber auch viel Unbekanntes, Überraschendes darunter. „Impressionen aus dem Land zwischen den Gezeiten“ heißt das Buch im Untertitel, der nicht zuviel verspricht. Es geht um die unerfindlichen Sehnsüchte der Menschen und ihre Liebe zum Meer und dem Land, das sie ihm in Jahrhunderte abgerungen haben. Ich habe mich über das Geschenk eines Freundes gefreut. (Verlag Auf der Warft, Wiarden – Hamburg – Münster 2013, ISBN 978-3-939211-70-9)

Freier Strand

Habe neulich drei Euro zur Rettung der Gemeinde Wangerland beigesteuert. An der Strandkasse in Hooksiel nicht lange verhandelt, sondern Eintritt gezahlt, obwohl der Nachmittag schon stark Richtung Abend unterwegs war. „Kassiert ihr immer noch?“ Die Frage war mehr der Uhrzeit geschuldet als dem Prinzip. Der Torhüter zuckt mit den Achseln. Wahrscheinlich hat er die Frage heute schon hundert Mal gehört – allerdings dem Prinzip geschuldet, nicht der Uhrzeit. „Wo wollen Sie denn hin?“, fragt er. „Ach, nur noch mal kurz ins Wasser springen.“ „Falsche Antwort“, sagt er bedeutungsschwer. „Wieso?“ „Hätten Sie gesagt, dass Sie nur mit dem Rad durchfahren wollen, hätte ich Sie so durchgelassen.“ Jetzt bloß nicht ärgern, es ist so ein schöner Tag. Nach einer halben Stunde ist der Badespaß vorbei, schweres Gewitter im Anzug, die Leute flüchten. Der Kassierer hat Feierabend gemacht, doch ich fahre sowieso den anderen Weg, über den Campingplatz. Da stand früher auch eine Kasse mit einem unerbittlichen Kassierer. Gibt’s nicht mehr. Jeder, der will, kann mit dem Rad einfach so durchfahren, rein und raus. Keine drei Euro. Werde ich beim nächsten Mal auch so machen. Wie sagte Wickert noch mal? Der Ehrliche …

Hümmlinger Kreisbahn fährt nach Bohnenburg

Ausflug im nostalgischen Schienenbus von Wilhelmshaven Richtung Hooksiel

Der nostalgische Schienenbus unterwegs zwischen Wilhelmshaven und Hooksiel.
Der nostalgische Schienenbus unterwegs zwischen Wilhelmshaven und Hooksiel.

Wilhelmshaven/Hooksiel – Eisenbahn-Nostalgie an Himmelfahrt und Pfingsten: Am kommenden Donnerstag, 7. Mai 2013,  fährt der 1955 gebaute Uerdinger Schienenbus der Hümmlinger Kreisbahn wieder auf der Strecke zwischen Wilhelmshaven und Bohnenburg, kurz vor Hooksiel. Die Mitnahme von Fahrrädern im angehängten Gepäckwagen bietet die Möglichkeit einer anschließenden Fahrradtour. Eine weitere Fahrt findet Pfingstmontag, 20. Mai, statt.

An Christi Himmelfahrt bietet die Wilhelmshaven Touristik & Freizeit GmbH erneut Fahrten mit dem Sande-Express an. Entlang der sonst nicht für den Personenverkehr freigegebenen Strecke führt die Fahrt vorbei an friesischen Ortschaften, Windrädern und Deichen. Ab Bohnenburg startet der Schienenbus um 9.30 Uhr und 16 Uhr. Der Haltepunkt befindet sich beim Deichschart am Bohnenburger Deich. Die Zufahrt erfolgt über die Straßen Inhausersieler Straße und Zum Terminal. Abfahrten ab Wilhelmshaven sind um 12 und 18 Uhr. Der Einstieg befindet sich an der Emsstraße (Einfahrt zum Betriebsgelände der Interseroh-Jade-Stahl GmbH). Die einfache Fahrt zwischen Bohnenburg und Wilhelmshaven kostet 8 Euro und dauert 1 bis 1,5 Std. Kinder von 3 bis 14 Jahre zahlen die Hälfte. Fahrräder werden mit einem Aufschlag von 2 Euro pro Fahrrad berechnet. Eine Anmeldung über die Tourist-Information ist zu empfehlen.

Am Endhaltepunkt angekommen bietet sich die Gelegenheit zu einer anschließenden Fahrradtour. Von Wilhelmshaven ist eine Tour entlang des Jadebusens möglich. Die Entfernung zwischen Bohnenburg und Hooksiel beträgt nur noch wenige Kilometer. Für den Rückweg kann beispielsweise ein Abschnitt der Fahrradroute „Tour de Fries“ durch die Ortschaften Jever, Schortens und Fedderwarden oder eine Tour vorbei am Hooksmeer, Hooksieler Hafen und JadeWeserPort gewählt werden. Oder man genießt ein weiteres Mal die nostalgische Fahrt mit dem Schienenbus der 50er-Jahre.

Bei dem eingesetzten Triebwagen VT 2 der Hümmlinger Kreisbahn handelt es sich um einen Schienenbus, wie er seit den fünfziger Jahren bei der Deutschen Bundesbahn in großer Stückzahl eingesetzt wurde. Im Regionalverkehr konnten Triebwagen dieses Typs oft auf der Strecke Oldenburg – Wilhelmshaven beobachtet werden. Selbst die Wilhelmshavener Vorortbahn setzte einen Uerdinger Schienenbus auf ihrem umfangreichen Streckennetz ein. Nach Betriebseinstellung der Vorortbahn 1961 wurde der Triebwagen an die Hümmlinger Kreisbahn abgegeben. Nun fährt ein bauartähnliches Fahrzeug an ausgewählten Terminen wieder in Wilhelmshaven.

Weitere Informationen sowie Anmeldungen: Tourist-Information, Tel. 04421/ 91 3000, tourist-info@wilhelmshaven-touristik.de

Fusionsgerüchte – was ist dran?

Überraschend hat das Niedersächsische Innenministerium Jever, das Wangerland und Schortens als mögliche Kandidaten für eine Gemeindefusion genannt. Was ist dran? Darüber berichtet das Jeversche Wochenblatt in seiner Mittwochausgabe. Konkrete Fusionspläne gibt es wohl nicht, aber immerhin Gespräche zwischen Jever und dem Wangerland, und einen Termin mit dem Ministerium. Mehr dazu: zum Wochenblatt-Artikel