DieMilchMacht. Ostfriesische Milchgeschichte

Werbebroschüre für das Libby-Milchwerk in Leer, das ostfriesische Kuhmilch zu Kondensmilch verarbeitete.

Ausstellung im Heimatmuseum
in Leer ab 23. September

Von Burghardt Sonnenburg

Ostfriesland – Kühe kennt jeder – sie sind lila – und die Extraportion Milch macht müde Männer munter. Der ostfriesische Milchbauer lächelt oft über die Auswüchse der Milch-Werbeindustrie. Für ihn ist die Erzeugung eines der wichtigsten Lebensmittel der Welt ein hartes Geschäft. Im Spannungsfeld zwischen Stall und Weide, Ökonomie und Ökologie, Region und Europa ist heute nur wenig Raum für sonnige Kuhromantik. Trotzdem kommt dem Nutztier und der Milch mit all seinen Produkten – Butter, Käse, Joghurt, Quark, Butter und, zunehmend, Milchpulver – fast schon mythologische Qualität zu.

Seit Jahrtausenden kennt und nutzt der Mensch das Lebensmittel Milch. Schon Tacitus wusste zu berichten, dass die Germanen gerne „geronnene Milch“ verzehrten. Im Mittelalter gewinnen Butter und Käse an Bedeutung. Kunstvoll verzierte und zur Schau getragene „Butterberge“ kennzeichnen die Tafel wohlhabender Bauern und Bürger in der Frühen Neuzeit.

Für die ostfriesische Wirtschaft sind die Produktion von und der Handel mit Butter und Käse wichtig. Seit den 1960er Jahren gewinnt die Produktion von Milchpulver zunehmend an Bedeutung. Zeit für einen Rückblick und Ausblick auf die Geschichte der Milch in Ostfriesland.

Die Sonderausstellung „DieMilchMacht“ zeigt die Entwicklung der Milchwirtschaft in der Region von der Römerzeit bis in die Gegenwart hinein. Dabei werden sowohl wirtschaftliche und soziale Aspekte angesprochen als auch politische und ökologische Fragen. Vor allem der Übergang von der „traditionellen“, extensiv betriebenen Milchwirtschaft „von Hand auf dem Land“ hin zur „modernen“ industriellen Verarbeitung und Vermarktung von Milchprodukten in den Molkereien stehen dabei im Blickpunkt.

Einen weiteren Schwerpunkt bildet die Geschichte des ostfriesischen Molkereiwesens: Zahlreiche Objekte, Bilder und Darstellungen aus der Sammlung Gerhard Busemann (Jemgumgeise) bilden hier die Grundlage und ergänzen die Schau.

Die Ausstellung ist als Lern- und Mitmachausstellung konzipiert. Über eigenes Erleben – melken, buttern, Sahne schlagen, Umgang mit der Handzentrifuge – erlangt der Besucher ein Gespür für die historische Milchverarbeitung auf den Bauernhöfen und bekommt gleichzeitig Einblicke in die Arbeitsweise moderner Molkereien. Spezielle Angebote für Kindergärten und Schulen (Sonderführungen, Workshops, Milchrallye, Milchquiz) runden das Angebot ab.

Die Ausstellung eröffnet am 23. September 2012 und ist bis zum 31. Dezember 2012 im Heimatmuseum Leer zu sehen. Das Museum ist Dienstag bis Sonntag von 11 bis 17 Uhr geöffnet.

Kontakt: Heimatmuseum Leer | Neue Straße 12-14 | 26789 Leer | Tel. 0491 2019 | www.heimatmuseum-leer.de

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2 Gedanken zu „DieMilchMacht. Ostfriesische Milchgeschichte

  1. Milch ist alles andere als langweilig und steht im Mittelpunkt der neuen Sonderausstellung des Heimatmuseums im ostfriesischen Leer. Unter dem Titel „Die MilchMacht. Ostfriesische Milchgeschichte gestern-heute-morgen“ erwartet die Besucher vom 23. September bis zum 31. Dezember 2012 eine spannende Ausstellung über die Milch als ein Lebensmittel mit langer Tradition und die Milchwirtschaft in Ostfriesland.Seit Jahrtausenden kennt und nutzt der Mensch das Lebensmittel Milch. Schon Tacitus wusste zu berichten, dass die Germanen gerne geronnene Milch verzehrten. Im Mittelalter gewinnen Butter und Käse an Bedeutung. Kunstvoll verzierte und zur Schau getragene Butterberge kennzeichnen die Tafel wohlhabender Bauern und Bürger in der Frühen Neuzeit. Für die ostfriesische Wirtschaft wurde und ist die Produktion von und der Handel mit Käse wichtig. Seit den 1960er Jahren gewann die Produktion von Milchpulver zunehmend an Bedeutung.Auch heute gehören Kühe zum gewohnten Bild der ostfriesischen Weiden. Und nicht nur Kinder wissen, dass sie (nicht) lila sind und „die Extraportion Milch müde Männer munter macht“. Der ostfriesische Milchbauer lächelt oft über die Auswüchse der Milch-Werbeindustrie. Für ihn ist die Erzeugung eines der wichtigsten Lebensmittel der Welt ein hartes Geschäft. Im Spannungsfeld zwischen Stall und Weide, Ökonomie und Ökologie, Region und Europa ist heute nur wenig Raum für sonnige Kuhromantik. Dabei kommt dem Nutztier als auch der Milch mit all ihren vielseitigen Produkten – Butter, Käse, Joghurt, Quark, Butter und zunehmend auch Milchpulver – eine essentielle Bedeutung zu.

  2. Interessanter Artikel. Das nächste Mal, dass wir bei Euch sind, schauen wir vorbei! Meine Freundin liebt Ostfriesland – ich überlege, ob ich ihr zu Weihnachten eine dieser berühmten Friesennerze schenke 🙂

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