Zwölf Monate Wilhelmshaven zwischen eisblauer Stunde und Sonnenuntergang

Fotografie   Klaus Schreiber legt zweiten Jahreskalender 2013 auf

Von Helmut Burlager

Atemberaubende Luftaufnahmen. Minsener Oog mit der dahinterliegenden Inselkette des Ostfriesischen Insel. Foto (c): Foto-Design Klaus Schreiber

Wilhelmshaven – Luftbilder machen heute viele, aber das Kunststück, ein Bild einzufangen, das Spiekeroog, Langeoog, Wangerooge, Minsener Oog, den neuen Jade-Weser-Port, die gesamte Topografie Wilhelmshavens und dazu noch den Leuchtturm Arngast im Jadebusen zeigt, bringt nur einer fertig, der hoch hinaus will. Im doppelten Sinne. Aus ungeheurer Höhe, in diesem Fall 2000 Meter, schießt der Fotokünstler Klaus Schreiber solche Bilder, wenn das Wetter es zulässt und sein Leib-und-Magenpilot Christian Pielstick gerade Zeit hat. Und dann stellt er an alle seine Aufnahmen noch den Anspruch, perfekt in der Komposition und technischen Umsetzung zu sein. Ob in der Luft, zu Wasser oder zu Lande.

Es ist das Titelbild des neuen, des zweiten Kalenders für das Jahr 2013, den Klaus Schreiber gerade aufgelegt hat, das oben beschrieben ist.

Die Jungs mit dem Paddel und den Seglerjacken in der Vita des Kalendermachers sind Marc und Marvin. Es gehört zu den Lieblingsbildern von Klaus Schreiber, aus gutem Grund, es sind seine Enkel. Sie sollen die Zukunft Wilhelmshavens symbolisieren. Auf dem Foto waren Marc und Marvin fünf Jahre alt – jetzt sind sie 16.

Fast jedes einzelne Haus in der Jadestadt ist darauf zu erkennen und dazu noch die friesische Landschaft und die maritime Seite, die Wilhelmshaven umgeben. So steht das Foto auch stellvertretend für den ganzen Kalender, der auf Anregung von Liebhabern der Klaus-Schreiber-Fotografie entstand.

18 Kalender hat er im Laufe der Jahre schon geschaffen. Es waren und sind durchweg Friesland-Kalender. „Lichtzauber | Friesland“ heißt der aktuelle, den er vor einigen Wochen vorstellte. Da verriet er schon, dass er dieses Jahr erstmals einen zweiten in Arbeit hat, weil er immer wieder gefragt worden war, ob er nicht mal einen reinen Wilhelmshaven-Kalender machen könnte.

Konnte er natürlich, bei dem unerschöpflichen Fundus an Bildern, die der von Fotografie Besessene Woche für Woche, Monat für Monat dem bereits riesigen Archiv hinzufügt. Jetzt ist er im Handel. „Wilhelmshaven 2013. Eine Stadt blickt seewärts“ heißt er. Ein wenig pathetisch, greift er doch ein legendäres Zitat des früheren Wilhelmshavener Oberbürgermeisters Artur Grunewald (1902 – 1985) auf, aber andererseits auch so was von aktuell in diesen Wochen der Inbetriebnahme des Jade-Weser-Ports, der die Erfüllung der Visionen eines Grunewald und etlicher anderer ist. Der Kalender kommt also genau zur richtigen Zeit.

Er weist auch in seinen Bildern von der Historie in die Neuzeit, denn schon das Januar-Foto, die Kaiser-Wilhelm-Brücke in der eisblauen Stunde, wie Inga Hellwig die schöne winterliche Aufnahme betextet hat, knüpft an die Marine- und Hafengeschichte der Stadt an, das April-Motiv zeigt bereits den Jade-Weser-Port auf einem atemberaubenden Luftbild, das den gesamten Jadebusen von Norden her abbildet, einschließlich des zu diesem Zeitpunkt noch halbfertigen Jade-Weser-Ports. Das Septemberbild dokumentiert dann die Ankunft der Containerbrücken für den neuen Terminal.

Dazwischen viel Jade-Typisches, vom Leuchtturm Arngast über eine alte Brigg am Molenfeuer der ehemaligen 3. Einfahrt, die Boote und Yachten im Großen Hafen bei Sonnenuntergang bis zur Nassaubrücke im Nebel. Und immer wieder grandiose Luftaufnahmen.

Holger Mühlbauer hat den Kalender grafisch gestaltet, der bei Brune-Mettcker gedruckt wurde, in den Wilhelmshavener Buchhandlungen und beim Jeverschen Wochenblatt in Jever erhältlich ist. Er kostet 18,80 Euro.

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