Gröschler-Haus jetzt online

Das Gröschler-Haus – Zentrum für Jüdische Geschichte und Zeitgeschichte der Region – in Jever hat jetzt eine eigene Internet-Seite. Sie versteht sich als Informationsplattform über die Aktivitäten des Hauses, aber auch anderer zeitgeschichtlicher Anbieter der Region. Unter den Rubriken Archiv und Veranstaltungen finden sich Fotos, PDF-Dokumente, Video- und Audiodateien über die Zeitgeschichte. Zum Beispiel sind die Zeitzeugenberichte ehemaliger jüdische Bewohner Jevers, die 1984 Jever besuchten, im Audio-Archiv abrufbar oder der polnische Militärfim „Droga do Wilhelmshaven“ kann in deutscher Übersetzung angeschaut werden. Die gegenwärtig im GröschlerHaus präsentierte Ausstellung „Zur Geschichte der Juden Jevers“ kann jetzt auch im Netz studiert werden. Es handelt sich nach Angaben des Leiters der Einrichtung, Hartmut Peters, noch um eine Grundaustattung, die laufend erweitert werden soll.

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Jever: Gedenken an Auschwitz-Befreiung

Von der Synagoge in Jever, die in der Pogromnacht zerstört wurde, blieb ein Gedenkstein, eingemauert in ein kleines Denkmal auf dem jüdische Friedhof im Ortsteil Schenum. Foto: Helmut Burlager
Von der Synagoge in Jever, die in der Pogromnacht zerstört wurde, blieb ein Gedenkstein, eingemauert in ein kleines Denkmal auf dem jüdische Friedhof im Ortsteil Schenum. Foto: Helmut Burlager

Vor 70 Jahren, am 27. Januar 1945, wurde das Vernichtungslager Auschwitz von der Roten Armee befreit. Seit 1996 ist dieser Tag ein offizieller Gedenktag der Bundesrepublik Deutschland (Holocaust-Gedenktag). In Jever sind zwei Veranstaltungen zur Erinnerung an den Jahrestag der Befreiung geplant.

Das Gröschler-Haus, die Bibliothek des Mariengymnasiums, die Kino-Freunde Friesland,  die Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Oldenburg und der Jeverländische Altertums- und Heimatverein laden dazu ein.
Am Dienstag, 27. Januar, um 19.30 Uhr wird Hartmut Peters in der Aula des Mariengymnasiums den bebilderten Vortrag „Die Ermordung der Juden aus Jever“ halten. Anschließend werden die Teilnehmer zum Gedenken am Mahnmal für die Ermordeten Juden in der Fräulein-Marien-Straße gehen.
Am Donnerstag, 29. Januar, wird in der „Film-Palette“ Jever um 19.30 Uhr der Spielfilm „Im Labyrinth des Schweigens“ gezeigt. Zur Einführung spricht Volker Landig über „Die deutsche Justiz und die Verfolgung von NS-Verbrechern“.

Tag 289 | Erinnerung

In der Ehemaligen Jüdischen Schule in Leer ist gestern Abend die Ausstellung „…Kein abgelegener Ort im gantzen Flecken vorhanden ist…“ über 340 Jahre jüdische Geschichte in Leer eröffnet worden. Bis zum 31. Januar ist sie in der Gedenk- und Begegnungsstätte zu sehen. Die Ausstellung ist Donnerstag bis Sonntag von 14 bis 18 Uhr geöffnet. Führungen sind nach Vereinbarung möglich.

Die vom Stadtarchiv unter der Leitung von Menna Hensmann konzipierte Ausstellung beleuchtet das jüdische Gemeindeleben der Stadt Leer von den Anfängen bis zur Auslöschung jüdischen Lebens. Im Rahmen des Themenjahres „Land der Entdeckungen – Reise ins jüdische Ostfriesland“ im Jahr 2013 wurde diese Ausstellung erstellt und bereits im Historischen Rathaus der Stadt Leer gezeigt.

Die Ausstellung vermittelt einen Überblick und beginnt mit den Anfängen jüdischen Lebens durch die Nennung jüdischer Einwohner in den „Schatzungslisten“ im 17. Jahrhundert. Neben dem ersten Gebetshaus und den drei Leeraner Synagogen werden ebenfalls die unterschiedlichen Standorte der damaligen jüdischen Schulen dargestellt. Thematisiert werden relevante gemeindliche Strukturen sowie gemeindliche Diskussionen wie beispielsweise um den Missionsversuch durch die christliche Mehrheit aus dem Jahr 1748.

Jüdische Bürger waren Bestandteil des sozialen und gesellschaftlichen Lebens und auf wirtschaftlicher Ebene besonders im Viehhandel tätig. Sie verstanden sich als Ostfriesen und sprachen Plattdeutsch.

Mit der Zerstörung der Synagoge in der Heisfelder Straße am 9. November 1938 wurde die Auslöschung jüdischen Lebens in Leer deutlich, die zwei Jahre später in der Auflösung der „Jüdischen Kultusvereinigung Synagogengemeinde Leer“ gipfelte. Heute erinnern nur noch wenige sichtbare Spuren an jüdische Bürger der Stadt und an die einstige Israelitische Kultusgemeinde in Leer.

Ehemalige Jüdische Schule | Ubbo-Emmius-Straße 12 | 26789 Leer | Telefon 0491 999208-32 | Mail juedische.schule@lkleer.de

Ilse Polak – Meine drei Leben

Lesung am 12. September in der Ehemaligen Jüdischen Schule Leer

Ilse Polak und Anne Dieckhoff - Meine drei Leben. Buchtitel.
Ilse Polak und Anne Dieckhoff – Meine drei Leben. Buchtitel.

Leer – Die Amerikanerin Ilse Polak und die deutsche Journalistin Anne Diekhoff halten am 12. September in der ehemaligen jüdischen Schule in Leer eine Lesung und stellen ihr Buch „Meine drei Leben“ vor. Beginn um 20 Uhr, Einlass um 19.30 Uhr. Der Eintritt ist frei, allerdings wird um Voranmeldung gebeten, da der Platz begrenzt ist. Anmeldung bei der wissenschaftlichen Leiterin Anna Flume unter anna.flume@lkleer.de.

Ilse Polak wurde 1927 in Papenburg geboren. Fast auf den Tag genau 70 Jahre, nachdem sie mit ihrer Familie ins Ghetto von Riga deportiert worden war, entschloss sie sich, ihre Geschichte zu erzählen. Bisher kannten selbst ihre Freunde nur das glückliche Ende, das „Happy Ending in Amerika“, wie sie es nennt.

Was sie im Ghetto und im Konzentrationslager ertragen musste und welche traurigen Seiten ihre Kindheit in Papenburg hatte, das hatte sie für sich behalten.

Anne Diekhoff, Journalistin bei der Neuen Osnabrücker Zeitung, lernte Ilse Polak im Spätsommer 2009 kennen, als diese schon 60 Jahre in New York lebte. Anne Diekhoff hat aufgezeichnet, was Ilse Polak ihr in zahlreichen Gesprächen erzählt hat. Bericht in der NOZ

Das Buch ist im August 2013 im Fehn-Verlag J. Eissing erschienen.