„Wad willen wij“ – Kunst zum Thema Watt

Titelblatt der Einladung zu der deutsch-niederländischen Kunstausstellung in Bad Nieuweschans.
Titelblatt der Einladung zu der deutsch-niederländischen Kunstausstellung in Bad Nieuweschans.

„Wad willen wij – meer oder weniger“ – unter diesem wortspielerischen niederländisch-deutschen Titel stellen vom 24. April bis zum 28. Juni Künstler aus Deutschland und den Niederlanden gemeinsam im Kulturzentrum „De oude Remise“ in Oudezijl bei Bad Nieuweschans (Neuschanz) nahe der holländischen Grenze bei Bunde aus. Zu den beteiligten Künstlerinnen aus den Vereinigungen BBK Ostfriesland und Waddenkunstkring aus den Niederlanden gehört auch Brigitte Schmitz aus Schortens, die ihr Atelier auf dem Gelände des TCN in Roffhausen hat. Die Künstler zeigen Arbeiten über das Wattenmeer. Es  ist die zweite Ausstellung zu dem Thema, die erste fand vor einem Jahr in der Galerie des BBK Ostfriesland in der Berufsakademie Ostfriesland BAO in Leer statt. Die Vernissage ist am kommenden Freitag um 17 Uhr. Geöffnet ist die Ausstellung dann donnerstags bis sonntags von 14 bis 18 Uhr.


©  Helmut Burlager 2015

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Tag 337 | Toyism

Kalenderverkauf für guten Zweck

Lions-Club präsentiert „Colourful Toyism“ bei der Langen Einkaufsnacht

Jever – Mit einer aufsehenerregenden Kunstausstellung, die nur einen Abend dauerte, hat der Lions-Club Jever am 11. September in Jever die weltumspannende Künstlerbewegung der „Toyisten“ präsentiert. Die farbenfrohen und formenreichen Werke der Maler, die aus verschiedensten Ländern und Erdteilen kommen, kann sich nun jeder an die Wand hängen. Zusammen mit seinem Partnerclub in Emmen (Niederlande) hat der Lions-Club Jever einen Kalender „Colourful Toyism“ aufgelegt, der im Großformat (47 mal 33 cm) und als Tisch-Standkalender für soziale Zwecke verkauft wird.

De Stip oder Der Punkt. VonToyisten gestalteter Gasbehälter in Emmen. Foto: Toyism Studio
De Stip oder Der Punkt. VonToyisten gestalteter Gasbehälter in Emmen. Foto: Toyism Studio

Die zwölf Kalendermotive für das Jahr 2015 zeigen Gemälde von renommierten Toyisten, aber auch Fotos von deren spektakulären Open-Air-Kunstwerken, die in Holland und auf Island an öffentlichen Gebäuden angebracht wurden. Der Kunstkalender ist für 20 Euro (Tischkalender 10 Euro) erhältlich. Ein erheblicher Teil der Auflage ist bereits verkauft.

An diesem Freitag (5. Dezember, ab 18 Uhr) bieten die Lions den Kalender während der Langen Einkaufsnacht beim „Advent am Kirchplatz“ im Zelt vor dem „Friesischen Teehaus Leidenschaften“ an.

Der Lions-Club hat bereits beschlossen, dass sechs Organisationen mit je 1000 Euro aus dem Erlös des Kalenderverkaufs und des jüngsten Altstadtfestes bedacht werden. Es sind die Kunstschule Kiebitz in Jever, der Verein Kinder von Tschernobyl, der Förderverein des Schlossmuseums  Jever, die Bibliothek des Mariengymnasiums Jever, das jüdische Dokumentationszentrum Hermann-Gröschler-Haus in Jever und das Nationalparkhaus Wangerland in Minsen.

Tag 293 | Kunst

Die "Norddeutsche Landschaft" von Heiner Altmeppen, Kunstfreunden im Nordwesten vielleicht bekannt von Besuchen in der Kunsthalle Emden, ziert jetzt ein Haus in Wilhelmshaven. Foto: Wilhelmshaven Touristik
Die „Norddeutsche Landschaft“ von Heiner Altmeppen, Kunstfreunden im Nordwesten vielleicht bekannt von Besuchen in der Kunsthalle Emden, ziert jetzt ein Haus in Wilhelmshaven. Foto: Wilhelmshaven Touristik

Die „Norddeutsche Landschaft“ ist ein fotorealistisches Gemälde, das im Nordwesten viele kennen, denn es gehört zu den wichtigen Exponaten der Emder Kunsthalle. Neuerdings können auch die Wilhelmshavener das Bild betrachten, allerdings um ein Mehrfaches größer als in der benachbarten Hafenstadt, hundert Quadratmeter groß genauer gesagt.

Buko Königshoff. Foto: Wilhelmshaven Touristik
Buko Königshoff. Foto: Wilhelmshaven Touristik

Denn der Künstler Buko Königshoff (kleines Foto) hat das Altmeppen-Gemälde in mehrwöchiger Arbeit auf eine Hausfassade in der Bismarckstraße reproduziert. Es ist nicht das erste Großkunstwerk in der Jadestadt. Im vergangenen Jahr ist bereits eine Hauswand in der Luisenstraße mit einer überdimensionalen Reproduktion von Franz Radziwills Werft-Bild verziert worden.

Initiiert worden ist die Kunst am Bau von der Wilhelmshaven Touristik und Freizeit GmbH unter ihrem Geschäftsführer Michael Diers, der auch der „Erfinder“ des Wilhelmshavener Street-Art-Festivals ist. Gesponsert wurde das Werk in der Bismarckstraße 143 am Haus von Bernd Frerichs von dem örtlichen Malerei- und Gerüstbauunternehmen Nietiedt.

Tag 208 | Tim II

ScreenshotDas Jeversche Wochenblatt berichtet heute auch über die Ausstellung von Tim Keweritsch (Fotografie) in Hooksiel, die ich gestern eröffnen durfte.

Momentaufnahmen: Menschen im Mittelpunkt

Tag 159 | Street Art

Heute mal ein kleiner Terminhinweis. Das nächste Street Art Festival in Wilhelmshaven steht bevor. Der Veranstalter , die Wilhelmshaven Touristik und Freizeit GmbH, an deren Spitze inzwischen ja der „Erfinder“ des Festivals, Michael Diers, steht, will in dieser Woche das detaillierte Programm bekanntgeben. „Street Art“ gibt es an der Jade am 2. und 3. August 2014. Es ist schon das vierte Festival dieser Art in Wilhelmhaven.

Street Art Festival 2011 in Wilhelmshaven. Mittlerweile ist die vierte Auflage der Großveranstaltung in Planung. Foto: Helmut Burlager
Street Art Festival 2011 in Wilhelmshaven. Mittlerweile ist die vierte Auflage der Großveranstaltung in Planung. Foto: Helmut Burlager

Tag 112 | Hier und Jetzt

Von Alexander Langkals

Thorsten Schütt: "Stupid Neck II". Foto (c): Schütt
Thorsten Schütt: „Stupid Neck II“. Foto (c): Schütt

Wilhelmshaven – Zwischen dem Hier und Jetzt – unter diesem recht ungreifbaren Titel stellt der in Horsten/Friedeburg lebende Thorsten Schütt hingegen sehr greifbare Kunstwerke ab dem 1. Mai in der Sezession Nordwest aus. Greifbar insofern, da es sich um körperhafte – und den menschlichen Körper darstellende – Objekte aus Holz, Stein und Eisen handelt. Mit eigenen Worten formuliert er in einem Begleittext für diese Ausstellung: „Das Gefühl, die Aufmerksamkeit wahrzunehmen. Inmitten des Hier und Jetzt steht die Wahrnehmung. Aufmerksam können wir die Dinge um uns herum fühlen – auf welche Art auch immer. Davor, währenddessen und danach finden wir die Entscheidungen.“

Der Bildhauer Thorsten Schütt setzt sich in seiner Arbeit mit diesen Entscheidungen auseinander. Wo und wie stehe oder bewege ich mich, während ich was tue? So entstehen Skulpturen, die das Echte darstellen. Ungeschminkt, nur auf die Aussage bedacht. Die Objekte werden mal spontan, mal mit vielen Überlegungen und Korrekturen erarbeitet. Die Bewegung der Wahrnehmung, wie auch der Stillstand, das Verweilen derselben sind das Wesentliche für ihn. Der Arbeitsvorgang kann und darf durchaus zur Eigendynamik führen. Ein Prozess, der fließend ist und dem Künstler in seinem Schaffen eine Parallelität zum Leben bietet – mit allen Konsequenzen. Über die Vielfalt der Materialien, mit denen er auch gern in Kombinationen arbeitet, bietet sich ihm eine schier unendliche Ideenwelt. Vieles passiert über den Grundausdruck des vorhandenen Werkstoffes in Verbindung mit Situationen und Gesprächen aus seinem Alltag.

Gezeigt werden Skulpturen aus Holz und Eisen (teilweise kombiniert) und Holzdrucke im Hirnholzschnitt. Bei den Drucken spiegelt sich das Thema Wege – wohin? als rahmengebender Bestandteil der Ausstellung wider.

Inspiration zum individuellen Denken und Handeln findet Schütt in seinem sozialen Umfeld (mit allen Nebenwirkungen …), in der Natur, durch Reisen und den dadurch stattfindenden Kontakten zu anderen Kulturen und Lebensformen ebenso wie in der Auseinandersetzung mit Kolleginnen und Kollegen auf Bildhauersymposien.

Die erste sich weitgehend der Gattung Skulptur widmende Ausstellung des Schaufensters für aktuelle und regionale Kunst im Jahr 2014 ist bis zum 3. Juni geöffnet.

Künstler: Thorsten Schütt

Ausstellungstitel: Zwischen dem Hier und Jetzt

Ausstellungsort: Sezession Nordwest e.V, Virchowstraße 37, Wilhelmshaven

Ausstellungsdaten: 1. Mai bis 3. Juni 2014

Ausstellungseröffnung: 1. Mai, 19 Uhr

Tag 88 | Kunst

Vater und Sohn – das kann ein spannungsgeladenes Verhältnis sein. Der eine will dies, der andere will das. So spannungsgeladen wie die Kunstwerke von Andreas Reiberg und Stephan Schmidt, die inzwischen an drei Standorten in Jever zu sehen sind, ist auch die Diskussion um diese Kunstwerke. Die einen finden sie schön, die anderen hässlich. Was will der Künstler mehr, als dass die Menschen sich mit ihren Arbeiten auseinandersetzen, statt achtlos vorbeizugehen? Das neue Werk des Grafiker-Bildhauer-Duos steht am Elisabethufer, direkt gegenüber der Brauerei.

Vater und Sohn. Skulptur von Andreas Reiberg und Stephan Schmidt. Jever, Elisabethufer, März 2014. Foto: Helmut Burlager
Vater und Sohn. Skulptur von Andreas Reiberg und Stephan Schmidt. Jever, Elisabethufer, März 2014.
Foto: Helmut Burlager

Yard Art. Der Schrottkünstler Diedel Klöver

Affenstark, der Gorilla in Lebensgröße.  Foto (c): Brigitte Meiners
Affenstark, der Gorilla in Lebensgröße. Foto (c): Brigitte Meiners

Rallenbüschen? Muss man auf der Landkarte erst mal finden. Diedel Klöver? Für viele Kunstfreunde im Nordwesten ein Begriff. Der Bildhauer zaubert den Menschen, die seine Kunstwerke betrachten, ein Lächeln ins Gesicht. Aus Schrott schweißt der Künstler großartige Skulpturen zusammen. Besonders gerne Tierfiguren, von Miniaturen bis hin zu lebensgroßen Löwen und Nashörner. Einmal im Jahr stellt er seine neuen Arbeiten vor, bei der Ausstellung „Yard Art“ im weitläufigen Garten seines Elternhauses in Rallenbüschen. Wo war das noch mal? Ein Bericht von Brigitte Meiners. Weiterlesen hier:

Yard Art – der Schrottkünstler Diedel Klöver

„Kein Bild von mir ist ohne Dangast möglich“

Zum 30. Todestag des Malers Franz Radziwill

Vortrag im Rahmen der aktuellen Ausstellung „In der Nähe des Paradieses – Der Maler entdeckt die Natur“

Der Maler Franz Radziwill in Dangast. Foto (c): Franz-Radziwill-Archiv
Der Maler Franz Radziwill in Dangast. Foto (c): Hergen Deuter

Dangast – Am Sonntag, 25. August, spricht Prof. Gerd Presler im Franz-Radziwill-Haus über das Lebenswerk des Malers (1895-1983). Der promovierte Theologe und Kunsthistoriker hat Franz Radziwill gut gekannt. Als Zeitzeuge und hervorragender Kenner des Werkes berichtet er mit eindringlichem Bildmaterial von neuen Forschungsergebnissen und bisher nicht bekannten Zusammenhängen.

Am 12. August jährt sich der 30. Todestag Franz Radziwills. Als der junge Künstler 1923 nach Dangast zog, besaß das kleine Fischerdorf am Jadebusen bereits eine künstlerisch reiche Geschichte. Die Maler der Dresdner „Brücke“ hatten hier zwischen 1907 und 1912 ihre vielleicht besten Bilder gemalt: Karl Schmidt-Rottluff, Erich Heckel und Max Pechstein. Ein reiches Erbe, das Franz Radziwill als „Repräsentant einer neuen Generation der Schaffenden“ dort weiterführte – selbständig und doch in der prägenden Kontinuität des Ortes. Das „Erlebnis Dangast“ inspirierte ihn zu großartigen Gemälden. Heute wissen wir: Was sich im anbrechenden 20. Jahrhundert in Dangast ereignete, gehört zu den unerhörten Kühnheiten künstlerischen Gestaltens.

Gerd Presler hat mehrfach über die Expressionisten und Willy Hinck publiziert. Er war bekannt mit dem Oldenburger Arzt und Radziwill-Sammler Georg Düser. Im Jahr 1993 veröffentlichte er das Werkverzeichnis über die Druckgrafik Franz Radziwiills, von dem 2010 die zweite Auflage erschien.

Ort/Zeit: Franz Radziwill Haus, 25.08.2013, 11:30 Uhr | Kosten: Erwachsene 3,00 € zzgl. Eintritt 3,50 (Schüler/Studenten 1,50 zzgl. 2,00 €)

Programmzettel zur Ausstellung  „In der Nähe des Paradieses“


Gerd Presler (geb. am 27. November 1937 in Hannover), ist Theologe und Kunsthistoriker. Er war Professor an der Pädagogischen Hochschule Karlsruhe.

Gerd Presler studierte Germanistik, Philosophie, evangelische Theologie, Pädagogik und Kunstgeschichte an den Universitäten Münster/W., Berlin, Kopenhagen und Heidelberg. Im Rahmen seiner theologischen Forschungsarbeit veröffentlichte er zahlreiche Bücher und Beiträge in Fachzeitschriften, so beispielsweise über Martin Luther King jr. und Soeren Kierkegaard.

Der Schwerpunkt seines wissenschaftlichen Wirkens liegt in der Bildenden Kunst. Zu seinen maßgeblichen Publikationen gehören Bücher über die Künstlergruppe Die Brücke, Art Brut sowie über die Neue Sachlichkeit. Darüber hinaus erarbeitete er Werkverzeichnisse der Skizzenbücher von Ernst Ludwig Kirchner, Edvard Munch, Asger Jorn, Max Beckmann, Willi Baumeister, Walter Stöhrer und Ludwig Meidner. Bis heute ist er mit zahlreichen Aufsätzen an den Ausstellungskatalogen der Franz-Radziwill-Gesellschaft in Dangast beteiligt.

www.presler.de


Ernst Barlach auf Plattdeutsch interpretiert

„Ut Barlach sien Warkstääd“ von Hein Bredendiek
erscheint nach 40 Jahren in neuer Auflage

Von Helmut Burlager

Jever.  Zum zwölften Todestag des Schriftstellers und Malers Hein Bredendiek (1906-2001) ist im Verlag Isensee in Oldenburg eines der Bücher neu aufgelegt worden, die den literarischen Ruhm des großen Sohnes der Stadt Jever begründet haben. „Ut Barlach sien Warkstääd“ ist ein Band mit 18 plattdeutschen Bildbetrachtungen zu Skulpturen des Bildhauers Ernst Barlach.

Im Schlossmuseum stellten Prof. Dr. Antje Sander, Stefan Meyer, Fritz Lottmann und Verleger Florian Isensee die Neuauflage des Bredendiek-Buches über Ernst Barlach vor. Antje Sander hält auch das vor 40 Jahren erschienene Original in der Hand. Foto (c): Helmut Burlager
Im Schlossmuseum stellten Prof. Dr. Antje Sander, Stefan Meyer, Fritz Lottmann und Verleger Florian Isensee die Neuauflage des Bredendiek-Buches über Ernst Barlach vor. Antje Sander hält auch das vor 40 Jahren erschienene Original in der Hand.
Foto (c): Helmut Burlager

Vor 40 Jahren in einem Hamburger Verlag erschienen, war das Werk schnell vergriffen. In Autorenlesungen hat Hein Bredendiek immer wieder daraus rezitiert,  kaufen konnte man das Buch schon lange nur noch antiquarisch.

Jetzt ist es wieder erhältlich, neu bearbeitet und herausgegeben von Bredendieks Freunden Fritz Lottmann und Jörg-Michael Henneberg sowie dem Plattdeutsch-Beauftragten der Oldenburgischen Landschaft, Stefan Meyer. Unterstützt wurde deren Arbeit und die Veröffentlichung durch die Landschaft und durch Prof. Dr. Antje Sander, Leiterin des Schlossmuseums Jever. Die war auch Gastgeberin, als das Buch am 25. April 2013 im Audienzsaal des Schlosses vorgestellt wurde.

In seinen Bildbeschreibungen zu Barlach wird die ganze Ausdruckskraft Hein Bredendieks und seines Jeverländer Platt deutlich, und zugleich sein Doppeltalent als bildender Künstler und Schriftsteller.

Fritz Lottmann ging kurz auf das Leben und Wirken seines Freundes, den er den „Grandseigneur des oldenburgischen Kulturlebens“ nannte, ein. 1906 in Jever am Alten Markt geboren, Schüler des Mariengymnasiums, studierte Bredendiek Kunst, Germanistik und Philosophie, kam in Berlin mit vielen Künstlern in Kontakt, so auch mit Ernst Barlach und Käthe Kollwitz.

Die Expressionisten prägten ihn und sein späteres Werk, sowohl in der Malerei als auch sprachlich. Das wird in dem kleinen Buch „Ut Barlach sien Warkstääd“ so recht deutlich, das er selbst als einen Versuch betrachtet hat: „En Versöök, to enkelt Figuren ut dat plastisch Wark van Ernst Barlach en Weg to wiesen.“

In einfühlsamer und zugleich kraftvoller Sprache schuf Bredendiek das literarische Pendant zu den jeweils von ihm beschriebenen Plastiken: „De Bädelfro“ (Russische Bettlerin 1907), „En Mann alleen“ (Der Einsame 1911), „De Mann mit sien Book“ (Der Buchleser 1936) und etliche andere der bekannten und weniger bekannten Werke Barlachs.

Bredendiek habe nach dem Missbrauch der niederdeutschen Kultur durch die Nazis die plattdeutsche Literatur wieder zu einer Kunstform gemacht, dabei strenge Maßstäbe an sich selbst und andere angelegt, sagte Fritz Lottmann. „Er wollte gute niederdeutsche Literatur und haute den Leuten notfalls ihre Texte um die Ohren“, erzählte er aus eigenen Erlebnissen mit dem „Baas“ des Oldenburger Schrieverkring, als der Bredendiek über Jahrzehnte gewirkt und dabei auch eine Klammer dargestellt habe zwischen den großen Alten der Literatur, Klaus Groth, später Heinrich Diers, und der jungen Generation, mit der er sich bis ins hohe Alter austauschte.

Sein Werk ist immer noch hoch aktuell, das bewies die Lesung von Stefan Meyer über „De Bädelfro“. Das Buch zeige, „Was man mit Plattdeutsch machen kann: Alles!“, sagte Meyer. Platt sei modern und innovativ, das habe Bredendiek schon vor Jahren gezeigt.


Ernst Barlach, geb. 2. Januar 1870 in Wedel, gest. 24. Oktober 1938 in Rostock, Bildhauer, Schriftsteller und Zeichner, bekannt für seine Holzplastiken und Bronzen. Sein Werk ist zwischen Realismus und Expressionismus angesiedelt.

Hein Bredendiek.  Foto (c): H. Burlager
Hein Bredendiek.
Foto (c): H. Burlager

Hein Bredendiek, geb. 18. September 1906 in Jever, gest.24. April 2001 in Oldenburg, war Ehrenbürger der Stadt Jever. Zeitweise als Lehrer am Mariengymnasium tätig, verbrachte er den größten Teil seines Lebens als Pädagoge, Maler und Schriftsteller in Oldenburg. Als Verfasser unzähliger niederdeutscher Bücher, Erzählungen und Autor von Rundfunksendungen erfuhr er zahlreiche Auszeichnungen. Mehr als 25 Jahre lang führte er den Ollnborger Schrieverkring.

Das Buch: „Ut Barlach sien Warkstääd – en Versöök, to enkelt Figuren ut dat plastisch Wark van Ernst Barlach en Weg to wiesen“, Neuauflage von Fritz Lottmann, Jörg-Michael Henneberg und Stefan Meyer, Herausgeber Oldenburgische Landschaft, 94 Seiten, broschiert, Preis 13,90 Euro. Isensee Verlag, Oldenburg, ISBN 978 3 89995 958 1.