Der Utah-Teapot: Weltberühmte Kanne kommt aus dem friesischen Varel

TeapotIm Computer History Museum in Mountain View, Kalifornien (USA) steht im Spannungsfeld zwischen technischen Errungenschaften und grauen Röhrenmonitoren eine Teekanne, die in der Friesland Porzellanfabrik in Varel hergestellt wurde. Womit hat dieses alltägliche Objekt so viel Aufmerksamkeit verdient? Der Zufall will es, dass der damalige Doktorand Martin Newell an der University of Utah diese Teekanne im Jahr 1975 als eine der ersten dreidimensionalen Computeranimationen umsetzte. Seitdem hat sie auch über die Szene hinaus als „Utah Teapot“ Kultstatus erlangt. Zu sehen war sie in schon Animationsklassikern wie „Toy Story“ und den „Simpsons“. Manche kennen ihn auch noch aus dem Bildschirmschoner „3D-Pipes“ unter Windows 98, wo er gelegentlich auftauchte. In vielen Rendering-Programmen, wie sie von Designer/innen und Architekt/innen benutzt werden, ist die Teekanne als Prototyp einprogrammiert. An der University of Utah gibt es seit 2012 jährlich einen „Utah Teapot Rendering“-Wettbewerb.

Tatsächlich wird die Teekanne bereits seit 1954 in der Friesland Porzellanfabrik hergestellt und hat sich bis heute nicht verändert. Damals wurde der heutige Klassiker noch unter der Marke „Melitta“ verkauft, zu deren Konzern die Porzellanfabrik bis Anfang der 1980er Jahre gehörte. Bis vor Kurzem wusste niemand bei Friesland, dass die Kanne ein so bekanntes Objekt ist. Die Kanne hieß hier bisher nur „Haushaltsteekanne“. Auch Fans des Utah Teapots, die sich ein Original anschaffen wollten, konnten die Herstellerfirma nicht ausmachen.

Um die Kanne mit der besonderen Biografie gebührend zu feiern, spendet Friesland Porzellan einen „Utah Teapot“ an das Oldenburger Computer Museum. Dort wird sie direkt in die Ausstellung integriert. Die Rechner, mit denen in den 70er Jahren diese ersten Computeranimationen umgesetzt wurden, sind dort schon vorhanden.

Die Teekanne besteht aus glasiertem Porzellan und wird über das Gießverfahren mit hohem Handarbeitsanteil hergestellt. Erhältlich ist sie ab 18,90€ in Weiß, sowie in den Volumengrößen von 0,35 Litern, 0,8 Litern und 1,4 Litern. Das Original im Museum entspricht dem Volumen von 1,4 Litern.

Die Friesland Porzellanfabrik GmbH & Co. KG ist ein inhabergeführtes Traditionsunternehmen mit rund 70 Mitarbeiter/innen im norddeutschen Varel, das sich seit über 60 Jahren auf die Herstellung von Porzellan- und Steingutgeschirr spezialisiert hat. Die Produkte werden unter einem Dach gefertigt, kontrolliert und versendet. Ein Großteil geschieht in Handarbeit. Die Firma wurde 1953 von Horst Bentz gegründet, um Gebrauchsgeschirr für die Marke „Melitta“ herzustellen. Seit 1982 wird der Name „Friesland“ auch für die Produkte benutzt. Zu den Klassikern zählen die Porzellan-Serie „Jeverland“ und das Ceracron-Service „Ammerland“, auch der Melitta- Porzellanfilter für den Handgebrühten Kaffeegenuss wird hier immer noch hergestellt. Die Produktpalette wird stets durch neue Dekore und Trendfarben ergänzt.

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Historische Tondokumente von Hein Bredendiek

Plattdeutsche Literatur-CD erschienen

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Hein Bredendiek im Jahr 1996. Foto: Helmut Burlager

Jever/Oldenburg. Soeben erschienen ist die Literatur-CD „Bredendiek snackt – Auszüge aus einem literarischen Leben“. Herausgeberin der CD ist die Oldenburgische Landschaft. Der aus Jever gebürtige Hein Bredendiek (1906-2001) hat sich mit seinem literarischen Werk einen Namen als ernstzunehmender plattdeutscher Autor gemacht. In seinen Erzählungen, Kurzgeschichten und Andachten nutzte Bredendiek die ganze Kraft der plattdeutschen Sprache.

Die Doppel-CD enthält größtenteils unveröffentlichte Tondokumente. Diese sind jetzt erstmals überarbeitet und digitalisiert worden. Ein beiliegendes Booklet enthält Informationen zu Leben und Werk Hein Bredendieks.

Die Tondokumente sind eine Auswahl aus Insgesamt 47 Stunden Tonmaterial, das auf historischen Tonbändern und Audiokassetten aus den 1960ern bis in die 1990er Jahre erhalten geblieben ist und jetzt komplett digitalisiert werden konnte. Die Tochter Hein Bredendieks, Elke Thuma, hat das CD-Projekt unterstützt. So steuerte sie privates und bisher unveröffentlichtes Fotomaterial ihres Vaters bei.

„Die Auswahl auf der CD bietet einen schönen Querschnitt durch das literarische Schaffen Hein Bredendieks“, so Thomas Kossendey, Präsident der Oldenburgischen Landschaft. „Bredendiek stellt auch als Vorleser überzeugend unter Beweis, was Plattdeutsch bei ganz verschiedenen Themen im Ausdruck leisten kann. Und außerdem: Man hört ihm gerne zu“.

„Bredendiek snackt: Auszüge aus einem literarischen Leben“, Hg. Oldenburgische Landschaft, Isensee Verlag, Oldenburg 2016, ISBN 987-3-7308-1309-6, Preis 14,- €. 

Naturschutzgebiete im Oldenburger Land

Acht Naturschutzgebiete im Oldenburger Land zum Entdecken und Erleben stellt die Autorin Katrin Zempel-Bley für Einheimische und Touristen vor. Naturschutzgebiete sind Areale, die wegen ihrer besonderen Eigenarten oder seltenen Fauna und Flora ausgewiesen wurden. Wer sie in der Region entdecken möchte, kann ab sofort auf einen 60 Seiten umfassenden und bunt bebilderten Wegweiser zum aktiven Erleben von Natur zurückgreifen.

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Landschaftspräsident Thomas Kossendey (l.), Autorin Katrin Zempel-Bley und Verleger Florian Isensee. Foto: Sarah C. Siebert, Oldenburgische Landschaft

Im Oldenburger Land gibt es zahlreiche Naturschutzgebiete, die für Besucher keineswegs tabu sind. Auf ausgewiesenen Wegen dürfen sie durchquert werden. Dabei gilt es jedoch, sich an Regeln zu halten. So dürfen z.B. keine Pflanzen gepflückt oder Picknick außerhalb gekennzeichneter Flächen gemacht werden. Doch die Gebiete laden Spaziergänger, Wanderer und Radfahrer zu ganz besonderen Naturerlebnissen ein. „Es sind Ausflüge ins Zeitlose, die vor allem durch ihre Stille, Gerüche und natürlichen Geräusche außerordentlich beeindruckend sind“, findet die Autorin.

Vom „schwimmenden“ Sehestedter Moor in der Wesermarsch über den Neuenburger Urwald in Friesland, das Engelsmeer im Ammerland, den Hasbruch im Landkreis Oldenburg, die Ahlhorner Fischteiche in den Landkreisen Oldenburg und Cloppenburg, die Thülsfelder Talsperre und die Molberger Dose im Landkreis Cloppenburg bis hin zum Dümmer in den Landkreisen Vechta und Diepholz reichen die Ausflugsangebote, die in der Regel nichts kosten, aber eine Menge an Erlebnissen und Eindrücken bieten. Mit Hilfe dieses Wegweisers können sie entdeckt werden. Ob zu Fuß oder mit dem Fahrrad, in allen Naturschutzgebieten können die Besucher die Natur intensiv auf sich wirken lassen. Lehrpfade können ausprobiert werden und manch ein Aussichtsturm bietet prächtige Blicke in die Natur. „Wer Natur auf intensive Art und Weise erleben will, für den ist dieser Führer eine wertvolle Hilfe“, so Landschaftspräsident Thomas Kossendey.


Katrin Zempel-Bley: „Naturschutzgebiete im Oldenburger Land. Ein Wegweiser zum aktiven Erleben“, broschiert, 60 Seiten, zahlr. farbige Abb., Isensee Verlag,  Oldenburg 2016, ISBN 978-3-7308-1288-4, Preis: 9.95 Euro.

Libre Office mit plattdeutscher Rechtschreibprüfung

Schreibt man auf Platt he deiht oder he deit? Ist Straten oder Straaten korrekt? Jeder, der plattdeutsche Texte verfasst, steht vor solchen Fragen. Bisher war der Blick ins Wörterbuch oder in die Grammatik notwendig. Unterstützung gibt es nun für alle, die am Computer plattdeutsch schreiben: Für das kostenlose Programm „Libre Office“ liegt eine erste Version einer niederdeutscher Rechtschreibprüfung vor. Auf der Grundlage der Schreibregeln nach Johannes Saß wird ein Text beim Verfassen auf die korrekte Schreibung überprüft.
Screenshot 2016-02-26 11.54.36.jpgEntwickelt hat die niederdeutsche Rechtschreibprüfung der Verein „De Plattdüütschen“ aus dem Landkreis Stade. Mehr als 6.000 Wörter in über 33.000 Konjugations- und Deklinations
formen wurden bereits aufgenommen. Gesucht werden nun Freiwillige, die die Rechtschreibprüfung testen und beim Ausbau des Wortschatzes mithelfen. Weitere Informationen finden sich auf der Homepage „Lern Platt“ (http://lern-platt.de/plattdeutsche-rechtschreibpruefung). Dort kann man die Erweiterung für „Libre Office“ auch kostenlos herunterladen.

Quelle: Institut für niederdeutsche Sprache

Plattdeutsch mit Anspruch

Der „Schrieverkring Weser-Ems“ tagt in Esens

Schreibende Zunft: Der "Schrieverkring" trifft sich zum "Warkeldag". Foto: Helmut Burlager
Schreibende Zunft: Der „Schrieverkring“ trifft sich zum „Warkeldag“. Foto: Helmut Burlager

Am 16. April 2015 hält der plattdeutsche „Schrieverkring Weser-Ems e.V.“ seinen ‚Vörjahrswarkeldag‘ in Esens ab. Der Austragungsmodus ist seit kurzem geändert worden. Bis 2014 traf man sich im Frühjahr in der Katholischen Akademie in Stapelfeld zu einer zweitägigen Veranstaltung, während im Herbst jeweils am Ort eines der Mitglieder, ebenfalls an zwei Tagen, gearbeitet wurde. Da sich der Kreis aus Altersgründen gelichtet hat und einige ältere Mitglieder nicht mehr gern in fremden Betten nächtigen, hat man dieser Entwicklung Tribut gezollt und ist zu eintägigen Veranstaltungen übergegangen.

Pflicht ist, dass jedes Mitglied sich mit einem eigenen Text zum vorgebenen Thema der Kritik stellt. Zur Zeit zählt der Kring 30 Mitglieder, von denen gut die Hälfte regelmäßig an den Treffen teilnimmt. Gäste, die Interesse an einer Mitgliedschaft haben, sind jederzeit willkommen. Sie können Kontakt zum Baas Carl-Heinz Dirks oder dem Geschäftsführer Manfred Briese aufnehmen, damit ihnen eine Einladung zugestellt wird. Auch sie müssten dann allerdings einen Text mitbringen, der gemeinsam besprochen würde.

Der „Schrieverkring Weser-Ems“ hatte sich 1997 vom Oldenburger Schrieverkring abgespalten, weil sich bei einigen Teilnehmern eine kritische Einstellung zu der seinerzeit dort praktizierten Arbeitsweise entwickelt hatte.

Im Schrieverkring Weser-Ems wird die Öffentlichkeitsarbeit groß geschrieben. Wenn es sich anbietet, werden Lesungen veranstaltet, und in den letzten Jahren hat der Schrieverkring Weser-Ems die Ergebnisse seiner Arbeit in Anthologien zu festgelegten Themen veröffentlicht. Die abgedruckten Texte mussten dabei vorher der kritischen Überprüfung der Warkeldage standhalten.

Am 16. April stellt der Schrieverkring die Anthologie „Wunnerwark“ mit Lyrik und Kurzprosa zu den Themen „Wunner“, „Geheem“ und „Up Visiet“ vor.

Manfred Briese

Spijöökenkram

Spijöök, das besondere Museum in Varel. Im Mai wird es wieder eröffnet.
Spijöök, das besondere Museum in Varel. Im Mai wird es wieder eröffnet.

Im Anblick von Schnee und Eis hier schon mal ein Ausblick aufs Frühjahr. Spijöök, das Kuriositätenmuseum am Vareler Hafen, macht am Sonnabend, 9. Mai, um 15 Uhr seine Türen für die Saison 2015 auf. Zum Auftakt gibt es wieder eine Erfinderbörse, bei der Kreative ihre neusten Produktionen – auch von umstrittener Sinnhaftigkeit – vorstellen können. Das Publikum diskutiert die Neuerungen. Die besten Erfindungen kommen ins Museum.

Die Besucher des besonderen Museums werden in die Welt der Mythen und Seemannslegenden entführt. Die Mischung aus Gegenständen lang vergessener Tage, Kuriositäten der seemännischen Fachwelt und Aktionstheater soll den Gästen das „Geschichtsgefühl der Küstenbewohner“ und deren Lebensweise näher bringen. Und jedes noch so unbedeutend erscheinende Fundstück lassen Geschichte und Geschichtchen lebendig werden. Das Skelett der berüchtigten RVAG´s (Ratten von außergewöhnlicher Größe) oder der einzige Piranha, der jemals im Vareler Hafen gefangen wurde, können bestaunt werden. Im Außenbereich sind ein U-Boot der Roten Armee sowie ein Hubschrauber zu besichtigen.

Das Projekt des Kulturfördervereins Kunstdünger hat in Zusammenarbeit mit der Aktionsgruppe „Menschenmüll“ dieses einmalige Erlebnismuseum zusammengestellt. Der Besuch des Kuriositätenmuseums muss sein, aber unbedingt mit Führung.

Öffnungszeiten von 9. Mai 2015 bis Mitte September. Sonnabends und sonntags von 15 bis 17 Uhr und nach Vereinbarung. Führungen finden zu jeder vollen Stunde statt.

Ausstellung: Orgeln an der Nordsee

Nach Stationen in Dänemark und Schleswig-Holstein ist die Wanderausstellung „Orgeln an der Nordsee – Kultur der Marschen“ nun auch im Bereich der Ev.-luth. Kirche in Oldenburg zu sehen: Vom 12. bis 17. Januar in der St. Lambertikirche in Oldenburg, vom 18. Januar bis zum 17. Februar in der Stadtkirche Delmenhorst und vom 18. Februar bis zum 15. März in der Sitxtus- und Sinicius-Kirche in Hohenkirchen, Wangerland.

Konrad Küster, Professor für Musikgeschichte an der Universität Freiburg, hat diese multimediale Ausstellung im Auftrag der Nordkirche und in Kooperation mit der Landeskirche Hannovers und der oldenburgischen Kirche entwickelt.

Die Orgelausstellung ist ein Meilenstein auf dem Weg zum Reformationsjubiläum 2017, denn die norddeutsche Musik hat das Luthertum geprägt. Die ansprechend illustrierten Bildtafeln, Tondokumente, Filme und Computerpräsentationen der interaktiven Ausstellung sind das Ergebnis einer 15-jährigen Forschungsarbeit. Sie zeigen die Schätze der einzigartigen und ältesten Orgellandschaft der Welt und erklären ihre Entstehung an der Nordseeküste.

Seit dem Spätmittelalter (16. Jhdt.) kamen die Marschbewohner durch Landwirtschaft und Handel mit den aufstrebenden Städten Nord- und Mitteleuropas zu Wohlstand. Neben dem Küstenschutz entwickelte sich in den Marschen eine zweite große Kulturleistung: sie statteten ihre zum Teil kleinen Dorfkirchen mit hochklassigen Orgeln aus. Kleinste Dörfer sind wegen ihrer großen, traditionsreichen Instrumente zu Weltruhm gelangt. Dies erzählt die Ausstellung quer durch die Jahrhunderte, durch die Geschichte von Orgelbau und -musik. Ein Großteil der berühmten Orgeln befindet sich in Kirchengebäuden, die zur Ev.-Luth. Kirche in Oldenburg gehören.

In allen drei Kirchen ist die Ausstellung täglich von 11.00-18.00 Uhr zu sehen.

www.reformationimnorden.de/veranstaltungen/wanderausstellung.html