Tag 153 | Ostfriesisch

Heute wieder mal mit einem Leser rumgestritten, der mir erklären wollte, Wangerooge sei keine der Ostfriesischen Inseln, wie wir das geschrieben hätten. Sie sei eine friesische Insel, genauer gesagt die friesische Insel.

Na ja, habe ich ihm geantwortet, dann wohl doch eher die oldenburgische oder jeverländische Insel, denn Friesland sei  ja erst unter den Nazis entstanden, die hätten Wangerooge aber nicht erfunden. Und es gehe ja nicht um Politik, sondern um Geografie, wenn von den Ostfriesischen Inseln die Rede sei, und genau genommen reiche diese Inselkette sogar im Osten bis nach Mellum.

Nein, antwortete der Mann, er habe deswegen sogar beim Bürgermeister von Wangerooge angerufen, der meine auch, Wangerooge sei eine friesische Insel.

Tja, wenn der das sagt… Ich hab’s dann aufgegeben. Er hat ja auch nicht zum ersten Mal angerufen mit seinem offensichtlich großen Problem. Wo wir schon mal beim Thema sind. Hier ist ein ganz frischer dpa-Beitrag über Wangerooge. Der kleine Rechtschreibfehler im Vorspann des Zeitungsartikels passt übrigens haargenau zum Thema: Wangerooge ist keine ostfriesische, sondern eine Ostfriesische Insel. Das macht den Unterschied.

Tag 139 | Gelüste

Für die Süddeutschen ist ja alles, was nördlich von Kassel liegt,  „Ostfriesland“, aber es sieht so aus, als ob auch die Ostfriesen selbst klammheimlich ihr Territorium erweitern. Gestern hieß es in einer Pressemitteilung, eine Kindertagesstätte aus „Apen in Ostfriesland“ habe einen Wettbewerb gewonnen, und dann wurde noch gemeldet, dass ein Ostfriese den Zentralverband der Ingenieurvereine führe, nämlich Wilfried Grunau aus Edewecht-Friedrichsfehn. Das sollte den Oldenburgern zu denken geben. Aber solange sie nicht wieder ein Auge aufs Jeverland werfen, soll es uns egal sein.

Tag 29 | Abgefahren

Wie viele Stunden meines Lebens habe ich auf Bahnhöfen verbracht? Vor allem als Kind, wenn wir Fahrschüler auf den Bus warteten, war die Bahnhofsmission mit ihren Spielen und Büchern ein angenehmer Zufluchtsort. Das kam mir wieder in den Sinn, als ich den Beitrag von Bischof Jan Janssen (Oldenburg) bei der Kirche im NDR sah. Erstaunlich, und auch ein bisschen amüsant, wie viele Bezüge er zwischen Bahnhof und Glauben findet.

Auch wir sind nur auf der Durchreise

Bischof Jan Janssen bei den Dreharbeiten im Oldenburger Hauptbahnhof. Foto: ELKiO, Hans-Werner Kögel
Bischof Jan Janssen bei den Dreharbeiten im Oldenburger Hauptbahnhof.
Foto: ELKiO, Hans-Werner Kögel

„Sie lassen sich nicht unterkriegen“

Titel des Buches "Respekt". Die Autoren Brigitte Meiners, Cornelia Lüers, Helmut Burlager und Christoph Hinz sowie die Fotografin Sigrid Kasdorf  stellen darin 53 Menschen aus dem Jeverland vor, die 75 Jahre und älter sind.
Titel des Buches „Respekt“.

In der Oldenburger Nordwest-Zeitung und den redaktionell verbundenen Blättern ist heute eine sehr schöne Rezension unseres Buches „Respekt – Porträts von alten Menschen aus dem Jeverland“ von Redakteurin Lore Timme-Hänsel erschienen: Zum Artikel

Neuer Oldenburg-Krimi spinnt realen Fall weiter

Ex-OB-Redenschreiber legt ersten Krimi vor

Oldenburg. Vor einigen Jahren „besuchte“ in Oldenburg eine politische Gruppe, die sich „Die Überflüssigen“ nannte, Edelrestaurants und bildete „Hartz-4-Bedarfsgemeinschaften“ mit den Gästen. Mit anderen Worten: Sie aßen von den Tellern der Gäste. Eine Meldung darüber in der Oldenburger Nordwest-Zeitung inspirierte den Diplom-Politologen und Ex-OB-Redenschreiber Udo Brandes dazu, diesen Fall zu einem Krimi weiterzuspinnen. Dieser ist jetzt unter dem Titel „Die Aussortierten“ als ebook bei amazon erschienen.

„Während ich noch überlegte, wie man diese Ereignisse zu einem spannenden Krimi weiterspinnen könnte, machte diese Gruppe mit einem Tortenanschlag auf Oberbürgermeister Gerd Schwandner bundesweit Schlagzeilen. Es war so, als würde die Realität an meinem Krimi mitschreiben wollen“, berichtet Udo Brandes über seine Erlebnisse beim Schreibprozess.

Herausgekommen ist ein Krimi, bei dem nicht mit Gesellschaftskritik gespart wird. Hauptfigur ist der Erste Kriminalhauptkommissar Dr. Ulrich de Wall, der aus Berlin nach Oldenburg zurückkommt und das 1. Fachkommissariat der Polizeiinspektion „Region Oldenburg“ als neuer Leiter übernimmt. Er hadert mit seinem Beruf, weil er der Auffassung ist, dass das Grundgesetz in der gelebten Praxis von Staat und Gesellschaft inzwischen längst zum Märchenbuch verkommen ist.

Von seinem Vorgesetzten Kriminaldirektor Hans Ulrich Tauber bekommt er den Auftrag, gegen die politische Aktivistengruppe „Die Aussortierten“ zu ermitteln, die mit „Besuchen“ in Edelrestaurants und anderen Aktionen gegen die gesellschaftlichen Verhältnisse protestiert. De Wall merkt schnell, dass sein Vorgesetzter offenbar aus irgendeinem Grund keinerlei Interesse daran hat, dass de Wall ernsthaft gegen „Die Aussortierten“ ermittelt, und dass er genau deshalb als Ermittler ausgesucht wurde. Denn eigentlich gehört dieser Fall nicht in seinen Zuständigkeitsbereich, sondern wird ihm als Sonderauftrag zugeteilt.

Wie können durchschnittliche „Otto Normalbürger“, die wirtschaftlich abhängig und dadurch erpressbar sind, trotzdem sich selber treu bleiben und aufrecht durch’s Leben gehen, ohne sich moralisch zu prostituieren? Das ist das Leitmotiv des Krimis.

Udo Brandes hat für die Recherche zu seinem Roman einen Kripobeamten interviewt und sich mehrfach bei der Pressestelle der Polizei über deren Organisationsstruktur informiert. „Ich bin zwar nicht der Meinung, dass Realismus dadurch entsteht, dass Realität kopiert wird. Ich meine auch nicht, dass in einem Kriminalroman alles exakt wie in der Realität sein muss. Aber ich wollte grobe Fehler vermeiden, wie man sie manchmal in Fernsehkrimis erleben kann. Die stören einfach den Lesegenuss“, erläutert der Autor.

Der Roman wird mit einem innovativen Konzept vermarktet: Er erscheint von vornherein lediglich als ebook. „Ich sehe darin die Zukunft des Buches. Und ich hatte keine Lust, Monate oder Jahre Verlage abzuklappern. Ich will schnell und zeitnah publizieren“, erläutert Udo Brandes seinen Ansatz. Und dies ist mit der neuen Direktvermarktungsplattform von amazon möglich.

Der Roman kann ab sofort unter dem Titel „Die Aussortierten“ bei Amazon als ebook zum Preis von 3,44 Euro heruntergeladen werden. Er ist auch auf normalen PC’s lesbar. amazon bietet dafür kostenlose Kindle-Lese-Apps zum Herunterladen an.

Vor zehn Jahren starb Hein Bredendiek

Heute, am 24. April, jährt sich zum zehnten Mal der Todestag von Hein Bredendiek. Im Alter von 94 Jahren starb der Ehrenbürger der Stadt Jever in Oldenburg, wo er die meisten Jahre seines Lebens verbracht hatte. Ihm zu Ehren läuft im Schlossmuseum Jever derzeit die Ausstellung „Summa summarum“, die bis Ende der kommenden Woche zu sehen ist.

Mit der Verleihung der Ehrenbürgerwürde vor 25 Jahren würdigte der Stadtrat die Verdienste Bredendieks auf vielen Gebieten, denn der „Malerpoet“, wie er sich selbst in Erinnerung an seinen väterlichen Freund Georg von der Vring gern nannte, besaß viele Talente. Er schuf nicht nur ein umfangreiches schriftstellerisches Werk auf Platt- und Hochdeutsch, er war auch Heimatkundler, moderierte die Radiosendung „Hör mol’n beten to“, hielt Lesungen und Vorträge. Er war auch ein bedeutender Maler, der ein großes Oeuvre hinterließ – zahlreiche seiner Bilder gehören heute dem Schlossmuseum.

Hein Bredendiek wurde im Haus Am Markt 12, im Herzen Jevers, geboren und blieb seiner Heimatstadt bis zu seinem Tod vor zehn Jahren eng verbunden. Die Ausstellung im Schloss wird am Sonnabend, 30. April, 17 Uhr, mit einer Finissage beendet, die von Grußworten, kleinen Vorträgen und Musik begleitet wird.

Mehr über Hein Bredendiek: Der Malerpoet Hein Bredendiek

Maria, seit 1575 vermisst…

Um Fräulein Maria, die legendäre Herrscherin im Jeverland, ranken sich Legenden. Als sie starb, wurde ihr Tod zunächst geheimgehalten, damit der Graf von Oldenburg das Erbe antreten konnte, bevor die Feinde vom Ableben Marias erfuhren. Seither gilt die Herrin von Jever als verschollen. Ein sehr schöner, interessanter Beitrag dazu ist bei RTL zu sehen:

zum RTL-Beitrag:

Zum Abschied ein Orden erster Klasse

Dr. Karl Harms wurde als Präsident der Oldenburgischen Industrie- und Handelskammer verabschiedet

David McAllister verlieh im das Niedersächsische Verdienstkreuz

Oldenburg/Jever/HBU – Nach neun Jahren als Präsident der Oldenburgischen Industrie- und Handelskammer ist Dr. Karl Harms aus Jever am Mittwochabend (12. Januar 2011) beim Neujahrsempfang der IHK aus seinem Amt verabschiedet worden. Zugleich wurde ihm eine der bedeutendsten Ehrungen zuteil, die das Land Niedersachsen zu vergeben hat. Ministerpräsident David McAllister höchstpersönlich überreichte dem IHK-Chef das Verdienstkreuz Erster Klasse des Niedersächsischen Verdienstordens.

DSC_2891

Vor rund 850 Gästen des Neujahrsempfangs in der Oldenburger Weser-Ems-Halle würdigte McAllister den Unternehmer als „eine Persönlichkeit, die beruflichen Erfolg und ehrenamtliches Engagement miteinander verbunden hat.“ Auf beeindruckende Weise habe Dr. Harms nicht nur seine Unternehmen aufgebaut, sondern sich auch um berufsständische Belange in Handel und Industrie gekümmert. Besonders ging der Ministerpräsident auf den Einsatz für den Ausbau der Verkehrsinfrastruktur des Nordwestens, für die Stärkung der Innenstädte sowie für die Ausbildung ein, die Harms „ein Herzensanliegen“ sei. Dr. Harms nahm den Orden unter stehenden Ovationen der Gäste entgegen und versprach, sich weiter für Region und Wirtschaft einzusetzen.

Seine Abschiedsrede stellte er unter das Motto „Kurs halten“ und verlangte dies auch von der Politik, „damit wir unsere bedeutenden Projekte weiter befördern können“. An erster Stelle nannte er den Jade-Weser-Port, der 2012 in Betrieb gehen wird und eine gute Hinterlandanbindung brauche. „Wir zählen bei diesen Infrastrukturprojekten auf Ihre Unterstützung“, wandte er sich direkt an McAllister und den Wirtschaftsminister Jörg Bode. Die Belange der Industrie dürften nicht verkannt, rechtmäßig vorbereitete Projekte nicht durch opportunistische Skeptiker und überfrachtete Planungsgesetze verhindert werden.

IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Joachim Peters dankte Harms für sein „fast grenzenloses Engagement für die regionale Wirtschaft“. Harms seinerseits bedankte sich bei allen Partnern für die langjährige gute Zusammenarbeit. „Wir waren ein kraftvolles Gespann.“

Dr. Karl Harms ist Unternehmer in Jever, Inhaber der Firma Certus Warensicherungssysteme, Investor des neuen Altstadtquartiers in Jever. Er ist Schirmherr von Opportunity International Deutschland, einer Nichtregierungsorganisation, die in Entwicklungsländern Mikrokredite vergibt. Opportunity International

Quelle: Jeversches Wochenblatt / Friesisches Tageblatt vom 13. Januar 2010