Nordreportage: Die Boßelmeister

Sendung: Montag, 18. Januar 2016, 18.15 – 18.45 Uhr im NDR Fernsehen

Boßeln ist der Volkssport Nummer eins in Ostfriesland, und die besten Akteure kommen aus dem kleinen Dorf Reepsholt. Im 800-Seelen-Dorf dreht sich im Winter alles um den Friesensport. Fünfmal in Folge ist die erste Herrenmannschaft schon Meister geworden, ihre Dominanz erinnert an die vom FC Bayern München. Doch diesmal wird es schwierig, die Gegner sind besser geworden und einige Abgänge in der Mannschaft müssen verkraftet werden.

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Richtige Sportler: Boßler in Ostfriesland. Foto: Helmut Burlager

Es kommen Boßler aus ganz Ostfriesland nach Reepsholt, um im Schuhhaus Carls ihre Schuhe, ihre Trainingsanz
üge und vor allem ihre Boßelkugeln zu kaufen. Wenn die Boßelsaison in Ostfriesland in vollem Gange ist, dann herrscht im Schuhhaus Carls in Reepsholt Hochbetrieb. Juniorchef Deeke Carls hat einen Onlineshop eröffnet und verschickt Kugeln und Zubehör in die ganze Welt. In dieser Saison bekommen alle Vereinsmitglieder des KBV Reepsholt neue Trainingsanzüge, zusammen über 400 Teile. Die Angestellten lassen sich aber nicht aus der Ruhe bringen. Wenn jemand auf die nächste Verkäuferin, die Zeit hat, warten muss, bekommt er an einem kleinen Tisch erst einmal einen Ostfriesentee eingeschenkt.

An den Wochenenden sind die Straßen in Reepsholt voller Boßelsportler: von der F-Jugend bis zur Seniorenmannschaft, von acht bis 80 Jahren, Männer und Frauen. Nach dem Spiel laden sie regelmäßig ihre Gegner ins Vereinslokal ein. Dort stehen die Pokale, dort hängen die Fahnen. Und dort steht Hero Hinrichs hinter der Theke. Er ist Wirt und Musiker. An den Wochenenden tingelt er als Alleinunterhalter durch die Kneipen Ostfrieslands. Wenn die erste Mannschaft gewonnen hat, dann holt Hero auch schon mal sein Schifferklavier hervor und bringt den Laden in Stimmung.

„die nordreportage“ begleitet die Boßler aus Reepsholt: auf der Straße, an der Theke und im Schuhgeschäft.

„die nordreportage: Die Boßelmeister“. Zu sehen ist die 30-minütige Reportage am Montag, den 18. Januar um 18.15 Uhr im NDR Fernsehen. Wiederholt wird die Sendung am 22.01.2016 um 13.00 Uhr.

Jeden Montag sendet das NDR Fernsehen in der Reihe „die nordreportage“ 30-minütige Filme, in denen Menschen im Mittelpunkt stehen, die nicht unbedingt prominent sind, aber im Norden leben und vor einer spannenden, persönlichen Herausforderung stehen. Dabei ist es der Anspruch der Autoren, besonders nah dran zu sein an den Protagonisten. Das Kamerateam ist mittendrin, ohne das Geschehen groß zu beeinflussen. So entstehen sehr authentische Filme, die den Zuschauer von der ersten Minute an packen und teilhaben lassen.

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Tag 186 | Nie wieder

Ich hab ja vor vielen Kollegen Respekt, aber heute ganz besonders vor meinen Sportkollegen Kathrin Kraft und Thomas Breves, die zusammen mit drei Leserinnen und Lesern des Jeverschen Wochenblatts und des Anzeiger für Harlingerland den 1. MeinFernbus-Triathlon in Carolinensiel mitgemacht haben. Wochenlang haben sie trainiert, sind heute Mittag an den Start gegangen und haben das Ziel in wirklich ordentlichen Zeiten erreicht, wenn auch fix und fertig. Übereinstimmender Kommentar meiner beiden Kollegen: „So was mache ich nie wieder!“

Frischgebackene Triathleten, völlig gar. Von links Janna Hinrichs, Martina Meyer, Wochenblatt-Redakteurin Kathrin Kraft, Cord Eilers, Wochenblatt-Redakteur Thomas Breves. Foto (c): Helmut Burlager
Frischgebackene Triathleten, völlig gar. Von links Janna Hinrichs, Martina Meyer, Wochenblatt-Redakteurin Kathrin Kraft, Cord Eilers, Wochenblatt-Redakteur Thomas Breves. Foto (c): Helmut Burlager

Tag 181 | Per

Nun hab ich das Video mit Per Mertesacker schon fünf Mal oder öfter gesehen und finde ihn immer noch klasse in seiner Kotzbrockigkeit. Was ist das auch für ein bescheuertes Format, Leute zu interviewen, die sich gerade 120 Minuten die Seele aus dem Leib gerannt haben.

Tag 177 | Triathleten

Ich verfolge ja mit Sympathie, was meine beiden Kollegen Kathrin Kraft und Thomas Breves da so treiben (Bloghuus). Einen Triathlon wollen sie wagen, trainieren dafür fleißig und sind mittlerweile auch richtig fit. Dieses Foto hat mich allerdings nachdenklich gemacht. Darf man am Triathlon auch als Nichtschwimmer teilnehmen? Und wenn ja – ist das nicht gefährlich?

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Tag 142 | Flitzer

Lese gerade, dass von 3,8 Millionen Fahrrädern, die im vergangenen Jahr in Deutschland verkauft wurden, nur vier Prozent Rennräder waren, in absoluten Zahlen rund 15.200 Stück. Dabei gibt es kaum eine schönere Fortbewegungsart, als auf schmalen Reifen in flottem Tempo durch die Landschaft zu fliegen. Dafür geben manche allein für die Anschaffung mehr als 5000 Euro aus, „Lifestyle“-Räder können mehr als 10.000 Euro kosten. Muss man aber nicht ausgeben, es gibt auch sehr gute und preiswerte Renner. Für den Anfang reicht das allemal. Freunden in Friesland kann ich einen sehr guten Händler empfehlen. Meldet Euch einfach. Gute Fahrt!

Tag 129 | Relegation

Also, auf die Gefahr hin, dass ich der einzige hier bin, aber mir täte es schon Leid, wenn der HSV absteigen müsste. Obwohl ich ja eigentlich Werder-Fan bin. Einfach aus nordischem Regionalpatriotismus, und überhaupt. Dass die Dinos ausgestorben sind, bedauern wir ja heute auch. In dem Sinne: 1:0 gegen Mainz. Mehr verlangen wir doch gar nicht …

Trauer um Hans-Joachim Walde

Ein Leben voller Höchstleistungen in Sport und Medizin

Von Helmut Burlager

Plötzlicher Tod im Alter von 70 Jahren. Dr. Hans-Joachim Walde starb am 18. April.  Foto (c): Helmut Burlager
Plötzlicher Tod im Alter von 70 Jahren. Dr. Hans-Joachim Walde starb am 18. April.
Foto (c): Helmut Burlager

Jever. Vom Ruhestand wollte er nicht viel wissen. Nachdem er 2007 offiziell in Rente verabschiedet worden war, stand der nun ehemalige Chefarzt Dr. Hans-Joachim Walde trotzdem weiter regelmäßig in Sanderbusch am OP-Tisch und operierte Schultern. Er forschte und publizierte, entwickelte neue Operationstechniken, behandelte Patienten bei der Wangerland-Reha. Am 18. April 2013 ist der bekannte Mediziner ganz plötzlich und unerwartet gestorben, auf dem Weg zur Arbeit in Horumersiel. Ein herber Verlust nicht nur für die medizinische Welt, sondern auch für den Sport. „Achim“ Walde zählt zu den erfolgreichsten Athleten, die je in Friesland zu Hause waren. Er hat als Zehnkämpfer dreimal an Olympischen Spielen teilgenommen, hat eine Silber- und eine Bronzemedaille geholt.

1984 ist Hans-Joachim Walde nach Jever gekommen, als neuer Leitender Abteilungsarzt am Nordwest-Krankenhaus. Geboren 1942 in Gläsersdorf in Schlesien, war er in der Nähe von Walsrode aufgewachsen. Als er mit 16 bei den Bundesjugendspielen sechs Meter weit sprang, stellten Mitschüler ihn dem Trainer des TSV Dorfmark, Hasso Kornemann, vor. Der motivierte ihn zu trainieren. 1960 sprang Walde mit einer Höhe von 1,93 Meter deutschen Jugendrekord. Der bekannte Zehnkämpfer Friedel Schirmer nahm sich des Talents an.

Achim Walde begann sein Medizinstudium in Mainz, wo er sofort dem USC beitrat. Als Deutscher Hochschulmeister flog er 1962 mit zur Studentenweltmeisterschaft nach Brasilien, holte den fünften Platz im Weitsprung. 1964 wurde Walde für die Olympischen Spiele in Tokio nominiert. Dort gewann erim Zehnkampf die Bronzemedaille. 1968 folgte in Mexiko die Silbermedaille. Die dritte Olympiateilnahme, 1972 in München, endete mit einer Verletzung – mit 30 war die Karriere des Zehnkämpfers vorbei.

Da hatte die neue schon begonnen. Nach dem Examen hatte Walde an einem Bundeswehrkrankenhaus erste Erfahrungen gesammelt, dann kehrte er an die Uniklinik Mainz zurück, machte sich einen Namen in der  Handchirurgie, Endoprothetik, Sportchirurgie und Arthroskopie. Ihn interessierte alles, was es an technisch neuen Möglichkeiten gab.

1984 kam dann der Ruf nach Sanderbusch, Dr. Hans-Joachim Walde zog mit seiner Frau Gabriele und den Söhnen Henrik, Tim und Jan nach Jever. Zwei Jahre später setzte Walde durch, dass die Unfallchirurgie eine selbstständige Abteilung des Nordwest-Krankenhauses wurde, er selbst spezialisierte sich auf das Thema Schulter. Unzähligen Menschen hat er geholfen, wurde von seinen Patienten nicht nur als Fachmann, sondern auch als  Mensch geschätzt, ein ruhiger, besonnener Arzt ohne Allüren.

23 Jahre lang hat er das Nordwest-Krankenhaus geprägt und medizinisch vorangebracht, sich selbst und andere zu Höchstleistungen angespornt. „Das muss doch irgendwie besser gehen“, war das Motto, das ihn umtrieb, im Beruf wie im Sport. Bis zur Ziellinie, die viel zu plötzlich da war.


Ein ausführliches Porträt Hans-Joachim Waldes erschien zum 70. Geburtstag hier auf Friesenblog

Medienecho: T-online | DOSB | Focus | Handelsblatt | Leichtathletik.de | USC Mainz | Stern | Walsroder Zeitung


Lions Club Jever will junge Ehrenamtler ehren

Aus Anlass des 40-jährigen Bestehens wird ein mit 500 Euro dotierter Preis ausgelobt. Nominiert werden können engagierte junge Leute bis 22.

Jever/Friesland. Dr. Peter Pietsch und Martin Schadewald wissen, wovon sie sprechen, wenn es um das Thema Ehrenamt geht. Der eine ist bei der DLRG in höchsten Ämtern aktiv, der andere beim MTV Jever, und beide zusammen engagieren sie sich beim Lions Club Jever. Beide wissen auch, wie schwer es ist, andere für ehrenamtliche Arbeit zu gewinnen und dafür, sich für verantwortungsvolle Positionen zur Verfügung zu stellen. Genau diese Bereitschaft zu fördern und für das Ehrenamt zu werben, ist Ziel einer Ausschreibung, die der Lions Club Jever gestern gestartet hat. Gesucht wird der „Ehrenamtler des Jahres“, und zwar unter jungen Leuten.

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Anlass der Ausschreibung des Ehrenamtspreises ist das Clubjubiläum des LC Jever, der 40 Jahre alt ist und dies am 1. April im Lokschuppen in Jever feiert. An diesen Abend soll der neue Preis dann auch erstmals verliehen werden – und fortan jährlich, wenn sich die Sache bewährt.

Ohne Ehrenamt geht es nicht, das gilt auch und gerade für die Jugendarbeit. Zahlreiche Vereine und Gruppen engagieren sich für das Gemeinwesen, und auch junge Leute sind dort unentgeltlich aktiv. Dieses Wirken jüngerer Menschen soll gewürdigt und hervorgehoben werden, ob es im sozialen, im sportlichen oder im kirchlichen Bereich passiert, im politischen, im kreativen oder bei der Feuerwehr. „Viele sind da ganz im Stillen tätig und werden nie herausgestellt. Das möchten wir mit dem Preis ändern“, so Dr. Peter Pietsch. „Und wir wollen bewusst keine Leute ehren, die schon seit 30 Jahren etwas machen, dafür gibt es andere Auszeichnungen. Wir möchten junge Menschen herausstellen, die erst am Anfang ihres Engagements stehen. Es muss auch mit keinem Amt im Verein verbunden sein“, erläuterte Martin Schadewald

Nominiert werden können junge Leute, die ab dem 1. April 1988 geboren wurden und ihre ehrenamtliche Tätigkeit im Landkreis Friesland ausüben. Voraussetzung ist, dass das Ehrenamt mit gewissem zeitlichen und persönlichen Aufwand seit mindestens drei Jahren ausgeübt wird. Nominiert werden kann bis zum 10. März 2011. Eine Jury aus Mitgliedern des Lions Clubs Jever trifft dann die Auswahl. Der Ehrenamtspreis ist mit 500 Euro dotiert.

Anmeldungen sind an den Lions Club Jever, zu Händen Martin Schadewald, Ludwig-Meinardus-Straße 17, in 26441 Jever zu richten, per E-Mail an
martin.schade-wald@web.de. Nachfragen werden unter 04461/9151570 oder 0173/6047867 beantwortet. Den Nominierungsbogen kann man auch im Internet herunterladen: www.lions.de/jever

Der Beitrag ist dem Jeverschen Wochenblatt vom 25. Januar 2011 entnommen