Bis auf den Umstand, dass der Deutschlandfunk hier Dr. Jens Graul zum SPD-Ratsherrn macht, ist das hier ganz lesenswert: Zur Kaiserzeit zur Blüte gebracht
Es geht um Wilhelmshaven und seine Marinegeschichte.
Bis auf den Umstand, dass der Deutschlandfunk hier Dr. Jens Graul zum SPD-Ratsherrn macht, ist das hier ganz lesenswert: Zur Kaiserzeit zur Blüte gebracht
Es geht um Wilhelmshaven und seine Marinegeschichte.
Jetzt, wo es kurz vor dem Abriss steht, könnte man es fast schon wieder für gelungene Architektur halten: Das Johann-Ahlers-Haus in Jever, in den sechziger Jahren als Altentagesstätte und Stadtbücherei mit Kiosk errichtet, zuletzt noch Tourist-Info und Seniorentreff, wird vom 2. Juni an abgerissen und durch einen Neubau ersetzt. Der seinerzeit nach dem Entwurf des jeverschen Architekten Udo Kraft geschaffene Bau (er hatte damals noch eine Pergola, die zu einem separaten Sanitärgebäude mit öffentlichen Toiletten führte) war in seinem Innern mehrfach umgestaltet und damit auch seiner luftigen, optisch durchlässigen Bauweise beraubt worden, außerdem hatte die Stadt Jever als Eigentümerin sich jahrelang kaum um die Unterhaltung und um das Umfeld gekümmert. Um den Abriss und Ersatz gab es lange politischen Streit, am Ende entschied der Stadtrat sich für den Neubau, der in diesem Jahr begonnen werden soll. Dieses Foto ist also bald Geschichte, so wie das Gebäude selbst.


Im Sommer 1947 versuchten 4500 heimatlose Juden mit dem Dampfer Exodus nach Palästina auszuwandern. Unter den Augen der entsetzten Weltöffentlichkeit holten britische Soldaten die Passagiere in Haifa mit Waffengewalt vom Schiff und deportierten sie ausgerechnet ins kalte Nachkriegsdeutschland. In niedersächsischen Kasernengebäuden warteten sie einen Winter lang, um schließlich endgültig nach Israel auswandern zu können. Die Geschichte der jüdischen Flüchtlinge wird nun zum Thema der dokumentarischen Theatervorstellung „Exodus“, die vom Theater Das Letzte Kleinod in den kommenden Monaten in Israel und Norddeutschland an originalen Spielorten aufgeführt wird.
Damals in Hamburg hatte man die aus dem Schiff rausgeprügelt. Die wollten nicht an Land. Die kamen ja wieder nach Deutschland, hinter Stacheldraht. Denn mussten sie Namen sagen. Da haben sie alles Mögliche gesagt. Bloß ihren eigenen Namen nicht. (Gerda, Zeitzeugin aus Emden)
Für das Buch interviewte der Autor und Regisseur Jens-Erwin Siemssen zehn Zeitzeugen, die auf der Exodus mitfuhren oder das Geschehen in Emden und Wilhelmshaven als Anwohner miterlebten. Die originalen Aussagen wurden in diesem Buch dialogisiert und nur geringfügig verändert.
Aus den Erzählungen der Zeitzeugen entsteht das Theaterstück „Exodus“. Die Aufführung wird von einem internationalen Ensemble an drei originalen Schauplätzen der Geschichte inszeniert. Die Proben und eine Werkpräsentation fanden an einem besonderen Ort statt: Im ehemaligen britischen Haftlager in Atlit bei Haifa wurden früher illegale Einwanderer interniert. Vom ehemaligen Lager sind die Barracken, Stacheldrahtzäune, Wachtürme und Güterwagen erhalten. In Atlit kam das Ensemble auch mit israelischen Zeitzeugen in Kontakt, die Gedenkstätte wurde zum Schauplatz der dokumentarischen Inszenierung.
Seit Ende April 2014 finden die Proben in Emden statt. Auf dem Gelände der Karl-von-Müller-Kaserne wird die Uraufführung von „Exodus“ an einem weiteren originalen Schauplatz stattfinden. Mit Schauspielern aus Israel, Deutschland und aus den Niederlanden wird das Stück vor den illuminierten Fassaden des Kasernengebäudes gespielt. Die Vorstellung wird an die individuellen Möglichkeiten des Gebäudes angepasst: Bühnenorte, Bewegungsmöglichkeiten und der Raumklang beeinflussen die Spielhandlung. Als zusätzliche Objekte werden Gegenstände genutzt, die in leerstehenden Gebäuden zurück bleiben.
Ein Chor unter der Leitung des israelischen Komponisten Shaul Bustan singt in den brachliegenden Gebäuden der Kaserne. Die Zuschauer sitzen unter freiem Himmel auf einer Tribüne auf dem Kasernenhof. Die Uraufführung von „Exodus“ findet am Mittwoch, 14. Mai 2014, in Emden statt, die Vorstellung wird bis zum 17. Mai jeden Abend kurz vor Sonnenuntergang um 21 Uhr gespielt.
Anschließend wird die Vorstellung in der Armin-Zimmermann-Kaserne in Wilhelmshaven-Sengwarden aufgeführt. Auch hier waren im Winter 1947/48 über Tausend jüdische Flüchtlinge vom Schiff „Exodus“ untergebracht. Bei diesen Vorstellungen wirkt der Jugendclub der Landesbühne Nord mit. Ein weiterer Spielort in Norddeutschland wird eine ehemalige amerikanische Kaserne in Bremerhaven sein, die Carl-Schurz-Kaserne in Bremerhaven.
Weitere Informationen und Reservierungen unter Tel. 04749-10 25 64 und www.das-letzte-kleinod.de
Vorstellungen von EXODUS
Mittwoch, 14. Mai 2014, 21:00 Uhr, Uraufführung in Emden
14. – 17. Mai 2014, Karl-von-Müller-Kaserne, Gerhard-Hauptmann-Straße, 26721 Emden, in Kooperation mit dem Kulturbunker Emden,
22. – 24. Mai 2014, Armin-Zimmermann-Kaserne, Wilhelmshaven-Sengwarden,
in Kooperation mit dem Heimatverein Sengwarden
29. – 31. Mai, 02. – 04. Juni 2014, Carl-Schurz-Kaserne, Amerikaring, 27580 Bremerhaven
Beginn der Vorstellungen jeweils um 21:00 Uhr
„Die Südzentrale – der Film“ gibt es jetzt als DVD. Schon bei der Premiere im Februar entwickelte sich der ungewöhnliche Dokumentarfilm über das einzigartige Industriedenkmal zum regionalen Blockbuster. Mittlerweile haben an drei Aufführungsterminen 2500 Zuschauer den Film gesehen. Pünktlich zur „Langen Nacht der Kultur“ wurde die von vielen sehnsüchtig erwartete DVD fertiggestellt und konnte bereits in der UCI Kinowelt Wilhelmshaven erworben werden. Ab sofort ist sie auch in weiteren Verkaufsstellen in Wilhelmshaven erhältlich: „Speed & Cotton“ (Marktstr. 23), „Die Weinprobe“ (Rheinstr. 14), NordwestRepro (Freiligrathstr. 14, auch im Onlineversand unter t.ernst@nordwest-repro.de) sowie im Marinemuseum (Südstrand 125). Der Verkaufspreis beträgt 9,50 Euro, der Erlösüberschuss kommt der Arbeit des Vereins zum Erhalt der Südzentrale zugute. Bei NordwestRepro ist auch das Original-Filmplakat (Format DIN A1) für 6 Euro erhältlich.

Das Aktionsbündnis „Upjever-lieb-ich“, das sich für die Renaturierung des Upjeverschen Waldes auf Teilflächen des jetzigen Bundeswehrstandortes einsetzt, geht jetzt mit neuem Informationsmaterial und einer Veranstaltung in die Offensive. Ein erstes sichtbares Zeichen ist ein Wegeschild, das die Aktivisten gegenüber vom bekannten Ausflugslokal „Waldschlösschen“ aufgestellt haben. Die Wiederherstellung der „Jeverschen Allee“ als direkter Weg zwischen dem Schloss und dem ehemaligen Vorwerk Upjever (jetzt Forsthaus) ist ein besonderes Anliegen der Initiative. Der Weg wurde bereits Mitte des 16. Jahrhunderts von Fräulein Maria von Jever angelegt und gilt damit als älteste Allee des Jeverlandes.
Die Jeversche Allee bildete bis 1951 die östliche Grenze des Luftwaffenstandortes. Durch Bau einer befestigten Start- und Landebahn für Jets dehnte die britische Armee den Flugplatz erheblich aus und zerschnitt den zweitältesten durch eine gezielte Aufforstung begründeten Wald in Deutschland (er entstand um 1530) vollends. Die nach Aufgabe des Flugbetriebes im Jahre 2013 beantragte Entwidmung des Fliegerhorstes war für die Initiative der Anlass, mit der Bundeswehr jetzt die Wiederherstellung des Waldes durch Rückübertragung der 1951 durch die Royal Air Force annektierten Flächen zu verhandeln.
Die Öffentlichkeit kann sich darüber am Mittwoch kommender Woche, 14. Mai, um 20 Uhr im Bürgerhaus Schortens umfassend informieren. Dort wird der von Förster Carsten-Friedrich Streufert gedrehte Film „Auf nach Upjever!“ uraufgeführt. Ehrengast wird die Namensgeberin und bislang älteste Unterstützerin Ruth Liebich („Upjever-lieb-ich!“) sein. Sie wird demnächst 93.

Noch kämpfen Wilhelmshavener, aber natürlich beileibe nicht alle, für die Rettung der „Südzentrale“. Der Filmbeitrag des NDR i der Reihe „Vergessene Orte“ klingt aber schon mehr wie ein Abgesang auf das Baudenkmal, Grundstimmung: pessimistisch.
Im Deutschen Marinemuseum in Wilhelmshaven hat die Oldenburgische Landschaft jetzt den Band „Vernichtung lebensunwerter Soldaten? Die nationalsozialistische Militärpsychiatrie in der deutschen Kriegsmarine – das Beispiel Wilhelmshaven“ von Roman Behrens vorgestellt. Erschienen ist das Buch als Band 76 der von der Oldenburgischen Landschaft herausgegebenen Reihe Oldenburger Studien.

Psychische Erkrankungen von Soldaten wurden in der NS-Zeit durchweg nicht im Zusammenhang mit deren Kriegserlebnissen gesehen, sondern auf Charaktermängel der Betroffenen zurückgeführt. Die jetzt vorgestellte Veröffentlichung beruht auf einer Auswertung von vier Krankenakten von Marinesoldaten, die im Zweiten Weltkrieg in den Marinelazaretten Wilhelmshaven und Sanderbusch und in der Heil- und Pflegeanstalt Wehnen wegen psychischer Erkrankungen behandelt worden sind. Die als Masterarbeit an der Universität Oldenburg entstandene Untersuchung umreißt anhand der vier Fallbeispiele den Umgang mit psychisch erkrankten Marinesoldaten. Außerdem gibt sie Belege für die Verstrickung von Kriegsmarine und Marinesanitätsdienst in die Sterilisationsverfahren und den Krankenmord in der NS-Zeit.
„Roman Behrens hat mit seiner Studie eine wichtige Anregung für die Wissenschaft gegeben, auf einem bisher nicht untersuchten Gebiet intensiv zu forschen“, charakterisierte Landschaftspräsident Thomas Kossendey die Arbeit.
Roman Behrens, Vernichtung lebensunwerter Soldaten? Die nationalsozialistische Militärpsychiatrie in der deutschen Kriegsmarine – das Beispiel Wilhelmshaven, Oldenburger Studien Band 76, herausgegeben durch die Oldenburgische Landschaft, 90 S., Isensee Verlag, Oldenburg 2014, lSBN 978-3-7308-1009-5, Preis: 19,80 €.

Die Sonderausstellung „Break on through to the other side“ zur Geschichte der Clubs und Diskos in Weser-Ems ist im Juni 2012 mit einer tollen DJ-Night nach fünf Jahren und mehr als 3 00.000 Besuchern geschlossen worden.
Weil viele Leihgeber ihre Objekte, Materialien und Dokumente dem Schlossmuseum Jever gestiftet haben, konnte sie als Dauerausstellung zum Thema Jugend- und Musikkultur in großen Teilen im Sommer 2013 wieder eröffnet werden. So wird ein fast vergessener Aspekt der regionalen Geschichte Teil der Erinnerungskultur.
Heute besteht ein großes Netzwerk in ganz Weser-Ems und darüber hinaus, das aus dem Interesse an der Ausstellung und den damaligen Läden, der Musik und den Menschen entstanden ist. Regionale Rundfunkprogramme wie das der Ems-Vechte-Welle und vor allem auch das der Wattwerker beim Radio Ostfriesland mit ihren regelmäßigen Sendungen zur Musik, den DJs und den Gästen der einstiegen Clubs und Diskos sind mittlerweile als großartige Impulsgeber hinzu gekommen.
Anlässlich dieser schönen Entwicklungen und auf Grund der vielen Nachfragen wird das Schlossmuseum am 28. Juni 2014 eine weitere DJ-Night mit den DJs und der Musik aus den einstigen Läden starten: goin‘ underground!!
Zugesagt haben:
Rio de Luca (Apollo, Old Crow, Whisky à Gogo), Emil Penning (Red Baloon, Tiffany), Sven Rogall (Meta’s Musikschuppen), Rainer Urbschat (Why Not, Renaissance), Otto Sell (Etzhorner Krug, Ede Wolf), Rolf Joschko (Charts, Novo, Rocktheater), Wolfgang Milewski (Newtimer, Palazzo) und Gisbert Wegener (Scala)
Einlass ab 18 Uhr, Eintritt 8,- €. Der Besuch der Ausstellung an diesem und am nächsten Tag ist im Eintrittspreis inbegriffen.
Und für die Fußball-Fans: Die Spiele des Tages werden auch in diesem Umfeld ganz sicher zu sehen sein!
Karten sind ab sofort erhältlich: direkt im Schlossmuseum Jever, telefonisch unter 04461-969350 oder über das Internet unter www.schlossmuseum.de.
Auch im Whisky/Dr. Jack in Wittmund gibt es Karten im Vorverkauf
Mehr als 300 Jahre lang haben Juden in Ostfriesland friedlich Tür an Tür mit ihren christlichen Nachbarn gewohnt. Die Vertreibung und Ermordung der jüdischen Einwohner in den dreißiger und vierziger Jahren des vergangene Jahrhunderts hat nicht nur eine ganze Bevölkerungsgruppe ausradiert, auch die Erinnerung an diese Menschen scheint ausgelöscht zu sein. Nur selten wird noch über die Familien gesprochen, die einst hier lebten, und wer Spuren jüdischen Lebens im Nordwesten entdecken will, muss schon sehr genau hinschauen. Das hat der Autor und Buchverleger Theo Schuster aus Leer getan und vor drei Jahren das Buch „Weet ji wall, wor Löbje wohnt… Spuren jüdischen Lebens in Sprache und Literatur“ herausgegeben. Er trug darin viel Material zusammen, zahlreiche Texte, deren Protagonisten Juden waren. Nach Erscheinen des Buches erhielt Schuster so viele weitere Hinweise, dass er jüngst die Fortsetzung herausgebracht hat. „Aber die Juden sind fort…“ heißt der Band, indem der Autor weitere Spuren jüdischen Llebens in Sprache und Literatur in und um Ostfriesland offenlegt.
Anekdoten und Geschichten, Volkskundliches, Literaturbeispiele aus Lyrik und Prosa hat Schuster zusammengetragen, darunter bemerkenswerte Lesefunde wie das Gedicht eines Juden aus Bunde, der 1933 seine fast hellseherische Klage darüber in Reime fasste, warum Deutschland, dem er Treue und Liebe versprochen habe, ihn ächte und meide. „Ich habe keine Heimat mehr“, schreibt er, „und dennoch lieb ich dieses Land, in dem schon meine Wiege stand.“ Das Buch dokumentiert Vorurteile und Aberglauben im Zusammenhang mit Juden, die zunehmenden Vorbehalte ihnen gegenüber ebenso wie die Verzweiflung mancher Nichtjuden darüber, was ihren Nachbarn in der Nazizeit angetan wurde. Ein faszinierendes Mosaik literarischer „Stolpersteine“, die die Erinnerung an das einst so friedliche und selbstverständliche Miteinander von Christen und Juden lebendig halten soll.
Illustriert ist das neue Buch mit 14 Radierungen von Gerd Rokahr aus Esens, die einzelne Kapitel des Bandes und das jüdische Leben in Ostfriesland veranschaulichen.
Theo Schuster (Hrsg.): Aber die Juden sind fort… 122 Seiten, 14 Illustrationen, gebunden, 19,90 Euro. Verlag Schuster, Leer, ISBN 978-3-7963-0394-4 | Buchbestellung

Eine Bahnstrecke, deren Fahrplan sich nach Ebbe und Flut richtet – diese Besonderheit gaben die Deutsche Bahn AG und der Landkreis Friesland vor 25 Jahren freiwillig und voreilig auf. 1989 wurde die Linie Jever-Harle stillgelegt. Im vergangenen Jahr hätte sie ihr 125-jähriges Jubiläum feiern können. Aber sie „überlebte“ nur gerade mal 100 Jahre. Im vergangenen Jahr, zum 125-jährigen „Geburtstag“ der Bahnstrecke, hat Manfred Terhardt einen Beitrag über die Tidebahn und ihr Ende verfasst, den er dem Friesenblog zur Verfügung stellte. Nachzulesen ist er hier