Unternehmer mit vielen Interessen

Jochen Ewald wird 70 / Als Musiker bekannt und für Afrika engagiert / Nach vielen Jahren als Bankdirektor widmete der Jeveraner sich dem eigenen Unternehmen und dem Ehrenamt

Von Brigitte Meiners

Jever – Wie passen unternehmerischer Geist, wirtschaftliches Denken, soziales Engagement, Gemeinsinn, Liebe zur Jazz-Musik, Bescheidenheit und sich Einmischen im besten Sinne des Wortes zusammen? Ganz einfach: Man muss Jochen Ewald heißen. An diesem Mittwoch, 19. Oktober, feiert der ehemalige Vorstandsvorsitzende der Volksbank Jever seinen 70. Geburtstag. Weiterlesen: Hier


Besuch aus Ghana beim Freundeskreis Weser-Ems

Mikrofinanz:  Schon 400 000 Euro Spenden für Ghana aus dem Nordwesten
Tony Fosu spricht auf Veranstaltung von Opportunity International in Jever

Tony Fosu ist Vorstand der Entwicklungsbank Sinapi Aba Trust in Kumasi (Ghana). Foto: Helmut Burlager

Jever – Unterstützung für arme Menschen in armen Ländern hat sich der Freundeskreis Weser-Ems von Opportunity International auf die Fahnen geschrieben. Seit 2007 wirbt ein kleiner Kreis von Aktiven rund um die Gründer Jochen Ewald, Dr. Karl Harms und Rüdiger Möllenberg Spenden für Ghana ein.

Dabei geht es nicht darum, in Afrika Almosen zu verteilen. Die Stiftung Opportunity International Deutschland (OID) widmet sich der sozialen Mikrofinanz. Direkt oder über Partnerorganisationen in den Ländern, in denen die Stiftung tätig ist, vergibt sie Mikrokredite vornehmlich an Frauen aus ärmsten Verhältnissen, die dadurch in die Lage versetzt werden, auf einfachste Weise unternehmerisch tätig zu werden. Sei es als Händlerin, sei es als Friseurin, Schneiderin oder in der Erzeugung landwirtschaftlicher Produkte. Zudem helfen weitere Instrumente der sozialen Mikrofinanz – Mikrosparen, Mikroversicherungen, Mikroschulen, Vermarktungshilfen – die wirtschaftliche und soziale Situation armer Familien nachhaltig abzusichern.

400 000 Euro sind in Weser-Ems in den knapp fünf Jahren seit Beginn seiner Tätigkeit bereits zusammengekommen, dank vieler Einzelspenden, aber auch durch große Zuwendungen von Unternehmen, Einzelpersonen und Organisationen aus der Weser-Ems-Region. „Was ist aus den vielen Spenden bis jetzt konkret geworden?“ – um diese Frage geht es am Donnerstag, 27. Oktober, um 17.30 Uhr in einer Veranstaltung im Audienzsaal des Schlosses in Jever, zu der ein Ehrengast eingeladen worden ist, der die Frage so authentisch beantworten kann wie wenige andere. Tony Fosu aus Ghana ist Vorstand der Mikrofinanzorganisation Sinapi Aba Trust (SAT) mit Sitz in der Großstadt Kumasi. Die aus christlichen Wurzeln entstandene Entwicklungsbank setzt die Projekte von Opportunity vor Ort um. Die Spenden aus Weser-Ems sind dabei im Wesentlichen in die Voltaregion geflossen, ein wenig entwickeltes Gebiet im Osten Ghanas, in dem die Menschen von Fischfang, Landwirtschaft sowie bescheidenem Handel und Handwerk leben.

Moderiert wird der Vortrags- und Gesprächsabend von Stefan Knüppel, Vorstand der in Köln ansässigen Stiftung OID, und von Jochen Ewald. Wer Interesse an der Arbeit von Opportunity International hat und dabei sein möchte, kann sich per E-Mail melden: opportunityweserems@googlemail.com.

Bilder erzählen von afrikanischen Frauen

Ausstellung von Opportunity International wird in der Stadtkirche Jever gezeigt

Mikrofinanzierung hilft Menschen in Ghana bei der Existenzgründung. Ein Freundeskreis wirbt dafür Spenden ein.

Jever – Eigentlich ist es Eulen nach Athen tragen. „Die Leute in Jever wissen inzwischen von der Arbeit von Opportunity International“, sagte Pastor Rüdiger Möllenberg am Montagabend bei der Eröffnung der Bilderausstellung “Kleine Kredite – große Wirkung“ in der Stadtkirche. Doch die Chance, die Ausstellung ein zweites Mal in Jever zu zeigen – eine ähnliche war bereits vor fünf Jahren in der Volksbank Jever gezeigt worden – wollte sich der Freundeskreis Weser-Ems von Opportunity dann doch nicht entgehen lassen. Mehr lesen: Zum Artikel

OID

Foto: Bei der Ausstellungseröffnung in der Stadtkirche: von rechts Jochen Ewald, Bürgermeisterin Angela Dankwardt, Janine Campen, Rüdiger Möllenberg, Jan Binder, Mitarbeiter von Opportunity International, Dr. Karl Harms, Rudolf Hofmeister, Annemarie Hofmeister und Irmgard von Maydell. Foto: Burlager

Ein Senfkorn Hoffnung | Opportunity International Deutschland

Ein Senfkorn Hoffnung | Opportunity International Deutschland. Ein neuer Reisebericht aus Ghana, von Uwe Heimowski und Frank Heinrich.

Ein Benefizkonzert für Ghana

Benefizveranstaltung in Bredehorn (Friesland) für eine Schule in Ghana. Einladung hier: Spende für Schule in Eguafo

Ein paar Bilder zum Internationalen Frauentag

Ghanafrau Frauenquoten braucht es im Mikrofinanzwesen nicht. In Ghana, wo Opportunity International Mikrokredite für Existenzgründungen vergibt und Menschen hilft, wirtschaftlich auf eigenen Füßen zu stehen, liegt der Anteil der weiblichen Kreditnehmer bei über 90 Prozent. Frauen verstehen besser mit Geld umzugehen, sie übernehmen Verantwortung für sich, ihre Familien und das Gemeinwesen. Zum Internationalen Frauentag ein paar selbstbewusste Frauen in Ghana, Afrika: Starke Frauen

Selbsthilfe oder Schuldenfalle – ein Gespräch über Mikrofinanz

Auf Einladung von Oikocredit und Opportunity International trafen sich heute Vertreter aus Wissenschaft und Praxis in Bonn, um aktuelle Geschehnisse im Mikrofinanzsektor kritisch zu diskutieren.  Was dabei herauskam, lesen Sie hier:

Zum Bericht

Social Business könnte viel bewegen…

Die neuesten Links zum Thema soziale Mikrofinanz finden sich hier:

https://friesenblog.wordpress.com/mikrokredite-2/links-zum-thema-mikrofinanzierung/

Gerade frisch reingekommen: Beiträge über die Arbeit der Christoffel Blindenmission in Ägypten und ein Bericht aus dem Donaukurier über Social Business. Wenn jedes Unternehmen nur drei Prozent vom Umsatz dafür ausgeben würde, wäre schon viel geholfen, sagt Hans Reitz, Berater des Friedensnobelpreisträgers Muhammad Yunus.

Was ist ein Einbruch in eine Bank gegen die Gründung einer Bank?

„Was ist ein Einbruch in eine Bank gegen die Gründung einer Bank“, ließ Bertolt Brecht einen seiner Protagonisten in der „Dreigroschenoper“ sagen und hat damit vor über 90 Jahren bereits negative Auswüchse der Finanzbranche kritisiert, wie wir sie in den letzten zwei, drei Jahren wieder einmal erlebt haben. Spekulation auf dem Rücken der Volkswirtschaften macht wenige Leute reich und viele Leute arm. Gerade Menschen in den Entwicklungs- und Schwellenländern bekamen die Folgen der Finanzkrise massiv zu spüren.

Nun sind die meisten von uns eh noch nie in die Verlegenheit gekommen, eine Bank zu gründen, wer hätte schon das Kapital dafür? Doch das ändert sich gerade. Mit der neuen Kampagne der Mikrofinanz-Stiftung Opportunity International Deutschland „Bank mit Herz“ lässt sich schon für die vergleichsweise bescheidene Summe von 5000 Euro eine Bank gründen: eine sogenannte Trust-Bank (Trust ist Englisch und steht für Vertrauen), und Vertrauen ist die oftmals einzige Sicherheit, die Kreditnehmerinnen in Afrika bieten können, wenn sie Geld benötigen, um ein Kleingewerbe auf- oder auszubauen. Bank mit Herz

Eine „Bank mit Herz“ gründen

Mit 5000 Euro also lässt sich eine Mikrobank gründen, die wiederum etwa ein Dutzend Kreditnehmerinnen und -nehmer schult und begleitet und ihnen schließlich Darlehen zur Existenzgründung und -erweiterung gibt. Meist sind es nur Summen um die 200 Euro, die eine Frau braucht, um beispielsweise einen Gemüsehandel, ein winziges Textilgeschäft, einen Friseurladen oder eine Nähstube eröffnen zu können.

Mikrokredite als Hilfe zur Selbsthilfe, ergänzt um Schulungsangebote, Mikrosparen, Mikroversicherungen, Ausbildung für Kinder und Jugendliche – mit diesem ganzheitlichen Ansatz hilft Opportunity International in Afrika, Asien und Lateinamerika, das Leben von Menschen zu transformieren und Familien Zukunft zu geben.

Es ist nichts Ehrenrühriges daran, eine Bank zu gründen. Schon gar nicht, wenn man es mit 5000 Euro tut. Nicht jeder hat 5000 Euro übrig, deshalb bietet sich natürlich an, sich zusammenzutun: Kirchengemeinden, Vereine, Serviceclubs, Firmen, Belegschaften – gemeinsam werden sie es schaffen, eine „Bank mit Herz“ mit dem Kapitalgrundstock auszustatten, der erforderlich ist, um nachhaltige Entwicklung anzustoßen.

Einer für alle – alle für einen

In Deutschland haben die Ideen von Raiffeisen und Schulze-Delitzsch, die ein ganzes Menschenalter vor Bertolt Brecht lebten und unzähligen Landwirten, Handwerkern und Häuslebauern die Möglichkeit gaben, ihre wirtschaftliche Existenz zu erweitern, viel Fruchtbares bewirkt. Einer für alle, alle für einen – nach diesem Prinzip funktionieren auch die Trustbanks. Spenden aus den Industrieländern geben nur den Anstoß, dass Menschen auf Dauer unabhängig werden können. Helfen müssen sie sich letztlich selbst. Dass sie es leichter schaffen, dazu bedarf es unserer Unterstützung.

Opportunity International

Erfahrungsbericht aus Ghana

Bank mit Herz – eine neue Kampagne von Opportunity International

Gerald Asamoah macht mit

Lampedusa und kein Ende? Banken mit Herz bieten Alternativen!

Nürnberg. Überfüllte Flüchtlingsboote, Menschen, die dem Tod auf See nur knapp entkommen sind – das Flüchtlingsdrama von Lampedusa zeigt, wie dringend eine effektive und nachhaltige Entwicklungshilfe ist. Herz1 Heute fiel auf dem Kongress christlicher Führungskräfte der Startschuss für die Kampagne „Bank mit Herz“. Prominente Unterstützer rufen dazu auf, mit Mikrokrediten in Afrika zu helfen und dafür zu spenden. Das Ziel: In den nächsten Monaten sollen 100 neue Opportunity-Trustbanks in Afrika gegründet werden.
Das Elend der Menschen, die die lebensgefährliche Passage über das Mittelmeer nach Lampedusa überlebt haben, ist unermesslich. Die traurige Wahrheit: In Afrika warten noch Millionen auf ihre Chance, Tausende werden es nicht schaffen.
„Es ist unsere Pflicht, zu helfen. Am besten verhindern wir, dass sich die Menschen auf den Weg machen“, sagt Stefan Knüppel, Vorstand von Opportunity International. „Die Menschen brauchen eine Alternative vor Ort, das heißt Arbeit und Perspektiven. Am besten schafft man diese mit sozialer Mikrofinanz.“
Die gemeinnützige Stiftung um den ehemaligen Topmanager wird deshalb in den nächsten Monaten in Afrika 100 „Banken mit Herz“ gründen, die Opportunity-Trustbanks. Die Liste der Unterstützer von Opportunity International ist lang: Frank-Walter Steinmeier, Rupert Neudeck, Tim Niedernolte, der Verband Christen in der Wirtschaft und der Bundesligafußballer Gerald Asamoah setzen sich für die Arbeit von Opportunity International ein. Speziell der Fußballstar sorgt sich und weiß um die Bedürfnisse seiner Heimat: „Afrika ist weiterhin ein bitterarmer Kontinent. Das sollten wir im reichen Europa nicht vergessen. Mikrokredite können helfen, die Armut in Afrika zu lindern. Helfen Sie den Menschen dort“, so der Derbyheld aus Hamburg.
Damit arme Menschen ein kleines Unternehmen gründen können, erhalten sie Herz2in den Opportunity-Trustbanks Schulungen, Kapital, Unterstützung und Zugang zu medizinischer Versorgung. Soziale Mikrofinanz wirkt somit ganzheitlich und nimmt den Klienten in den Fokus. Der Ansatz funktioniert, da er spendenfinanziert ist. Für jede Bank mit Herz werden 5.000 Euro Startkapital von Förderern benötigt. „Wir maximieren keine Profite, wir helfen Menschen, sich selbst zu helfen“, betont Stefan Knüppel in Nürnberg.

Mehr Infos: www.bank-mit-herz.de und www.oid.org