Das Jeversche Wochenblatt hat die Rede von Prof. Dr. Antje Sander Leiterin des Schlossmuseums Jever, zur 475-Jahr-Feier der Stadt Jever dokumentiert. Der Vortrag der Volkskundlerin über Jevers „ferne Fürsten“ ist hier nachzulesen: http://jeverscheswochenblatt.wordpress.com/dokumentation/ein-weiter-horizont-jever-und-seine-fernen-frsten/
Kategorie: Jever
“Heart of Gold” bei der Jubiläumsparty des Lions Clubs Jever
Der Lions Club Jever feiert am Freitag, 1. April, im Lokschuppen in Jever sein 40-jähriges Bestehen im Rahmen einer Jubiläumsparty mit der bekannten Band „Heart of Gold“ aus Oldenburg. Während des Abends wird der Ehrenamtspreis vergeben, den der Serviceclub aus Anlass seines Jubiläums erstmals ausgeschrieben hat. Mehr als zehn junge, ehrenamtlich tätige Menschen aus der Region sind für die Auszeichnung nominiert worden, eine Jury hat inzwischen entschieden. Der Name des Preisträgers soll aber erst während der Feier bekannt gegeben werden. Für die Jubiläumsparty (Einlass ab 19 Uhr) mit der Band „Heart of Gold“ stehen in begrenztem Umfang noch Eintrittskarten zum Preis von 30 Euro (inkl. kalt-warmem Buffet) zur Verfügung. Kartenbestellung unter Tel. 04461/2211 oder lions-jever@web.de
Jede Menge Jubiläen
Man muss die Jubiläen feiern wie sie fallen, stellt das Hamburger Abendblatt in einer Glosse fest und erwähnt auch 475 Jahre Jever. Dabei vergisst der Kollege allerdings einen ganz wichtigen Geburtstag: 220 Jahre Jeversches Wochenblatt. Zum Artikel: Tausend Töpfe
Mahnwache für Japan, gegen Atomenergie
Mahnwache: Die Grünen, Kreisverband Friesland, veranstalten nach Angaben des Jeverschen Wochenblatts heute um 18 Uhr auf dem Alten Markt in Jever eine Mahnwache. Der Kreisvorstand lädt dazu alle ein, die ihre Betroffenheit angesichts der Naturkatastrophe in Japan und des vermutlich bevorstehenden Super-Gaus in Atomkraftwerken zum Ausdruck bringen wollen. Die Mahnwache ist Teil einer bundesweiten Aktion.
Maria, seit 1575 vermisst…
Um Fräulein Maria, die legendäre Herrscherin im Jeverland, ranken sich Legenden. Als sie starb, wurde ihr Tod zunächst geheimgehalten, damit der Graf von Oldenburg das Erbe antreten konnte, bevor die Feinde vom Ableben Marias erfuhren. Seither gilt die Herrin von Jever als verschollen. Ein sehr schöner, interessanter Beitrag dazu ist bei RTL zu sehen:
Wir können alles, außer..
Ein Viertele
In den Stuttgarter Nachrichten vom 2. März 2011 hat der Leser Hans-Peter Bott aus Backnang unter der Rubrik “Auf gut Schwäbisch” eine schöne Geschichte erzählt, die in den Sechzigern auf einem Fliegerhorst in Friesland, also vermutlich in Upjever, spielt:
„Es war in den frühen sechziger Jahren. Als frischgebackener, stolzer junger Leutnant wurde ich aus dem Schwäbischen bis ans Ende von Deutschland, nach Ostfriesland, geschickt. Am ersten Abend im Offiziersheim, mitten unter Starfighter-Piloten und Technikern, fragte mich die Heimdame Frau H. in ihrem Friesenplatt nach meinem Wunsch: ,Nu, Herr Leutnant, watt kann eck for sei don. Watt wünschen sei syck?‘ Ich antwortete: I hätt‘ gern a Viertele!‘ Erneutes Fragen ihrerseits: ,Watt darf et seyn?‘ Ich: ,Ha, a Viertele!‘
Frau H. ging in die Küche, und eine Ordonanz kam: ,Watt soll eick den Herrn Leutnant bringen?‘ Ich blieb dabei: ,A Viertele, bitte!‘
Kurze Zeit später erschien die Ordonanz mit einer Frikadelle (Fleischküchle), schön garniert mit Petersilie.“
Ehrenamtspreis: Bewerbungsfrist läuft ab
Lions Club Jever will junge Ehrenamtliche auszeichnen
Aus Anlass des 40-jährigen Bestehens wird ein mit 500 Euro dotierter Preis ausgelobt.
Jever/Friesland. Letzte Chance, sich zu bewerben oder jemanden vorzuschlagen: Der Lions Club Jever sucht den „Ehrenamtler des Jahres“, und zwar nicht irgendeine/n, sondern eine junge Frau oder einen junger Mann nicht älter als 22. Mit 500 Euro ist der Ehrenamtspreis dotiert, den der Serviceclub ausgelobt hat und der am 1. April im Lokschuppen vergeben soll, wenn der LC Jever sein 40-jähriges Bestehen feiert.
Viele jüngere Menschen engagieren sich – von der Öffentlichkeit oftmals kaum wahrgenommen – in Vereinen, Verbänden, Kirche oder Politik. Dieses Wirken soll gewürdigt und hervorgehoben werden. „Wir wollen bewusst keine Leute ehren, die schon seit 30 Jahren etwas machen, dafür gibt es andere Auszeichnungen. Wir möchten junge Menschen herausstellen, die erst am Anfang ihres Engagements stehen“, erläuterten der Präsident der Lions, Dr. Peter Pietsch, und der Initiator und Organisator des Wettbewerbs, Martin Schadewald. Eine Reihe von Bewerbungen und Vorschlägen sind schon eingegangen, bis zum 10. März können noch Nominierungen eingereicht werden.
Benannt werden können junge Leute, die ab dem 1. April 1988 geboren wurden und ihre ehrenamtliche Tätigkeit im Landkreis Friesland ausüben. Voraussetzung ist, dass das Ehrenamt mit gewissem zeitlichen und persönlichen Aufwand seit mindestens drei Jahren ausgeübt wird. Eine Jury aus Mitgliedern des Lions Clubs Jever trifft dann die Auswahl.
Anmeldungen sind an den Lions Club Jever, zu Händen Martin Schadewald, Ludwig-Meinardus-Straße 17, in 26441 Jever zu richten, per E-Mail an
martin.schade-wald@web.de. Nachfragen werden unter 04461/9151570 oder 0173/6047867 beantwortet. Den Nominierungsbogen kann man auch im Internet herunterladen: www.lions.de/jever
Wir Friesen
Hein Bredendiek – vor 25 Jahren wurde er Ehrenbürger
Aus aktuellem Anlass – am Sonntag, 6. Februar, 11.30 Uhr, wird im Schlossmuseum Jever die Ausstellung “Summa summarum” als Erinnerung an Hein Bredendiek gezeigt – hier ein Foto, das mir wieder in die Hände fiel:
Es zeigt, am 28. September 1986, die Verleihung der Ehrenbürgerwürde der Stadt Jever an Hein Bredendiek. Die Ehrung nahm der damalige Bürgermeister Dr. Heinz Behrends (rechts) vor. Im Foto sind neben anderen noch zu sehen links Marlies Behrends und Dr. Eckart Bode (1994 gest.), rechts neben Hein Bredendiek Hannelore Andrae, in der Trachtenjacke der langjährige Ratsherr Heinz Gabriels.
Hein Bredendiek wurde vor 25 Jahren Ehrenbürger seiner Heimatstadt, die damit
seine Verdienste um Literatur, Malerei, Heimatkunde und die niederdeutsche Sprache würdigte. 1986 war ein Jubiläumsjahr der Stadt und stand ganz im Zeichen der 450-Jahr-Feiern. Das nebenstehende Bild zeigt Hein Bredendiek und seine Frau im Geburtshaus Bredendieks am Alten Markt, dem heutigen Restaurant “Solopaca”, damals war es die “Teestube” der Familie Holzhausen. Das Bild entstand ebenfalls am Tag der Verleihung der Ehrenbürgerschaft.
Mehr über Hein Bredendiek: ein Porträt
Fritz lebt
Der letzte Jude von Jever ist auch knapp 30 Jahre nach seinem Tod unvergessen
Dokumentarstreifen von Elke Baur aus dem Jahr 1994 ist wieder im Handel erhältlich
Jever – „Fritz lebt“ – der Titel des Films
über den letzten Juden von Jever, der 1994 in die Kinos kam, erinnert eigentlich nicht an das Leben, sondern an den Tod von Fritz Levy. In der Nacht nach dem Suizid des 81-Jährigen hatten Unbekannte auf die Wand eines Supermarktes in der Wittmunder Straße den Satz „Fritz lebt weiter“ gesprüht. Die Filmemacherin Elke Baur verkürzte das Zitat, es ist bis heute programmatisch: Auch knapp 30 Jahre nach seinem Tod ist Levy in Jever wirklich unvergessen. Als ob er weiterspukte, als ständige Mahnung, so nicht mit Menschen umzugehen, wie mit dem Juden und dem Jeveraner Fritz Levy umgegangen worden ist.
Der Film, der die Geschichte Fritz Levys erzählt und der zumindest in Jever ein Kinohit wurde, ist jetzt als DVD erhältlich. Angeboten wird er von Filmsortiment und vertrieben im Internet über Amazon, er kostet 21 Euro. Billiger ist er bei der Produzentin selbst zu beziehen: http://bit.ly/goP8gT Das Cover der DVD zeigt, wie damals das Filmplakat, ein Foto von Fritz Levy mit seinem Mischlingshund vor der Ruine seines Wohnhauses in der Bismarckstraße, aufgenommen hat es der Verfasser dieses Beitrags. Ansonsten aber ist es der Blick von außen, der diesen Film so besonders und der das jeversche Publikum im Jahre 1995 so betroffen machte. Schonungslos zeigte die Dokumentation auf, welches Schicksal der Jude Levy erlitten hatte, der den Nazis entkommen, ins Exil gegangen und dann in seine Heimatstadt zurückgekehrt war. Er war wieder zu Hause und fühlte sich doch fremd unter seinen Mitbürgern, von denen keiner ein Täter gewesen sein wollte.
1901 in Jever geboren, war Fritz Levy eines von sechs Kindern des angesehenen Viehhändlers und Schlachters Josef Levy. Er besuchte die Volksschule und das Mariengymnasium, begann ein Studium in Berlin, doch als 1918 sein Vater und sein Bruder tödlich verunglückten, kehrte er zurück, um mit seiner Mutter das Geschäft weiterzuführen. Ein Viehhändler aus Naturtalent – im hohen Alter bezeichnete er sich deshalb als „Viehlosoph“. 1934 gab er den Betrieb ab, wurde 1938 ins Konzentrationslager Sachsenhausen verschleppt, kam nach vier Monaten wieder frei und verließ Deutschland im Jahre 1939 mit dem Ziel Shanghai. Zehn Jahre lebte er in China, danach kurz in San Francisco, schlug sich als Lastwagenfahrer durch. 1950 kehrte er nach Jever zurück. Gezeichnet durch Verfolgung und Flucht, hat er nicht wieder Fuß fassen können, wurde verletzt und geschmäht, eckte aber auch selbst vielfach an. Mehr und mehr wuchs er in seine Rolle als Provokateur hinein, wurde schließlich – vor allem von jungen, unangepassten Leuten unterstützt – in den Stadtrat gewählt. 1982 starb er.
Der Film schildert ihn als Eulenspiegel, der den Mitbürgern, die keine Nazis gewesen sein wollten,
den Spiegel vorgehalten hat. Elke Baur kombinierte historisches Material mit dokumentarischen Bildern und inszenierten Szenen. Gespräche mit Verwandten und Freunden Levys verknüpfte sie mit einer Off-Stimme, die aus dem Leben des Weiberhelden, Weltfahrers, Viehhändlers und ehemaligen KZ-Häftlings erzählt. „Baurs Film ist eine Hommage an Levys Eigensinn und an seinen Mut, immer weiter und weiterzumachen“, schrieb damals die Frankfurter Rundschau. Die Evangelische Zeitung rezensierte: „Die Lebens- und Leidensgeschichte dieses letzten Juden Jevers hat die mehrfach ausgezeichnete Filmemacherin Elke Baur in einem ergreifenden und einfühlsamen Dokumentarfilm nachgezeichnet. Mit Fotos, Stadt- und Landschaftsaufnahmen, mit Aussagen von Bekannten und Freunden, gelang ihr das Filmporträt eines ungewöhnlichen Menschen.“
Zitiert wird in dem Artikel Levys Freund, der Pastor Enno Ehlers, der im Film sagte: „Er war ein Mensch, der nach Deutschland zurückkam, um seine Heimat wiederzufinden, die er nie gefunden hat … Der liebe Gott hat mir einen Freund über den Weg geschickt, verstanden habe ich ihn auch nicht …“
Und Wochenblatt-Redakteur Klaus-Dieter Heimann schrieb nach der Filmpremiere in Jever: „Fritz lebt ist mehr als das Porträt eines Spökenkiekers. Levy steht für viele Menschen, die mit ihrem Witz, ihren Träumen und ihrem Anderssein anecken, auf Widerstand und Ablehnung stoßen. Typen wie ihn gab und gibt es überall. Dass Levy in Jever lebte, ist ein Zufall. Der Film sagt viel über Stimmungen, Strömungen und Neigungen der Nation – vor und nach 1945.
Der Beitrag ist dem Jeverschen Wochenblatt, Ausgabe vom 4. Februar 2011, entnommen. Foto/Copyright: Helmut Burlager
Weitere Fotos zu diesem Beitrag hier: https://friesenblog.wordpress.com/fritz-levy/
Hier habe ich noch ein paar weitere interessante und typische Fotos von Fritz Levy gefunden: http://www.fotocommunity.de/pc/pc/pcat/348733/display/8532735