Das Fanal – Erinnern an die Selbstverbrennung von Oskar Brüsewitz 1976

Ein Beitrag von Ulrich Kasparick über das Buch "Das Fanal" , in dem es um die Situation von Regimekritikern in der DDR und den Tod des Pfarrers Oskar Brüsewitz geht. Ulrich Kasparick ist Zeitzeuge.

Das Fanal – Erinnern an die Selbstverbrennung von Oskar Brüsewitz 1976.

Klettern für den Regenwald

Auf die Bäume, Touristen!

Der Canopy Walkway bei Cape Coast in Ghana

Mehr als 80 Prozent des Urwalds ist schon abgeholzt. Nur in Reservaten wie dem Kakum-Nationalpark findet man noch ursprüngliche Natur.

Von Brigitte Meiners

Schweigen im Walde. Nur Vogelstimmen sind zu hören, hier Ghana605 und da ein Rascheln im Gebüsch, und sonst nichts als gedämpfte Schritte und das regelmäßige Keuchen der Vorderleute und derjenigen, die auf dem schmalen, nur teilweise befestigten Pfad durch den Urwald im Gästemarsch folgen. Reden wäre zu anstrengend, auch wenn der Weg weder besonders steil noch besonders lang ist. Es ist die Hitze, die jeden Ghana606Schritt beschwerlich macht. Dabei scheint die Sonne gar nicht, und selbst wenn sie schiene, käme hier unten, am Fuß der Baumriesen im tropischen Regenwald, kein Sonnenstrahl an. Es ist dunkel hier, und stickig. Plötzlich sagt doch einer was: „Kann nicht mal einer den Saunaofen abstellen?“ Anstrengung und Anspannung lösen sich in Gelächter auf. Dann wieder Keuchen bei 40 Grad und extremer Luftfeuchtigkeit.    Noch wissen die Wanderer nicht, ob das Schwitzen sich lohnt. Ziel des kaum zwanzigminütigen Fußmarsches ist der Canopy Walkway, eine der wenigen echten Attraktionen im touristisch noch nicht so recht erschlossenen Ghana. Und eine Art Mahnmal zugleich.

1995 ist der Baumwipfelweg im Kakum-Nationalpark in Betrieb genommen worden. Er ist nur für Besucher ohne Höhenangst geeignet, denn der Walkway ist ein System wackliger Hängebrücken; ein Spazierweg, der in gut 40 Meter Höhe auf einer Strecke von 350 Metern von Baumwipfel zu Baumwipfel führt. Ghana621 Doch nicht als Abenteuerspielplatz wurde der Walkway geplant, sondern als Projekt des Ökotourismus. Die Besucher, die Eintritt zahlen und neben dem eigentlichen Baumwipfelweg auch ein Regenwaldmuseum und andere Einrichtungen vorfinden, sollen das Geld bringen, das für die Rettung des Regenwaldes gebraucht wird.

In Ghanas bewaldetem Süden, nicht weit vom Golf von Guinea, liegen die östlichen Ausläufer des großen guineischen Regenwaldes, einem der biologisch vielfältigsten Ökosysteme des afrikanischen Kontinents. In Ghana ist davon allerdings nicht viel geblieben. Durch Holzeinschlag, Ausbreitung der Landwirtschaft, Erschließung von Bodenschätzen und sich ausdehnende Siedlungen sind mehr als 80 Prozent des ursprünglichen tropischen Regenwaldes verschwunden, und nach wie vor wird Tropenholz geschlagen, wird der Boden nach Gold und anderen Schätzen großflächig durchwühlt.

Mit der Unterschutzstellung des 607 Quadratkilometer großen Kakum-Nationalparks ist es 1990 immerhin gelungen, ein wertvolles Stück des ursprünglichen Regenwaldes zu retten. Regierungsstellen und NichtregierunGhana625gsorganisationen arbeiteten eng zusammen, den Nationalpark nicht nur zu sichern, sondern durch seine Erschließung für sanften Tourismus auch eine wirtschaftlich Grundlage für eine nachhaltige Bewahrung dieses Naturerbes zu schaffen.  Am „Earth Day“ 1995 wurde der Canopy Walkway eingeweiht, zwei Jahre später das dazugehörige Besucherzentrum, in dessen Museum die Touristen aus dem In- und Ausland und die Schulklassen auch viel über die kulturellen Bezüge des einheimischen Akan-Volkes zu ihrem ursprünglichen Lebensraum, dem Regenwald, erfahren.

Das vermittelt auch der grün uniformierte Wildhüter, der die Gruppe auf dem  Weg zum Walkway begleitet. Immer wieder macht er kurz Halt, weist hier auf einen seltenen Baum Ghana611und dort auf eine besondere Schlingpflanze und erklärt, welche Bedeutung sie für die indigene Bevölkerung hatten und haben, denn: „Der Regenwald gibt uns alles, was wir zum Leben brauchen. Nahrung und Medizin.“ An vielen Beispielen erklärt er, wogegen diese Wurzel, jene Rinde oder dieser grüne Spross hilft. „Der Urwald ist unsere Apotheke“, sagt er.

Über eine Holztreppe geht es schließlich zur ersten Station des Baumwipfelweges. Ohne einen Nagel oder Bolzen, nur geschickt mit schonenden Tauen und gut kaschierten Stahlseilen an den Baumriesen befestigt. schwingt sich die erste Hängebrücke vom Start weg zum nächsten Baumriesen. Nun hilft kein Führer mehr, nun muss jeder sich selbst überwinden und losmarschieren. Auf schmalen Brettern hinüber zur nächsten Plattform, fünfzig Meter entfernt. Die Brücke schwankt und wippt, doch das Betreten ist völlig gefahrlos, schulterhoch wird der Kletterer von einem stabilen, engmaschigen Netz abgesichert. Ghana619 Und die Tiefe – bis zu 40 Meter – lässt sich auch nur erahnen, denn fast nirgendwo schaut der Wipfelstürmer bis zum Boden hinunter. Unter der Hängebrücke dehnt sich undurchdringlich, sattgrün das Blätterdach der niedrigeren Urwaldvegetation aus.

So gibt es bis auf ein paar Vögel und Schmetterlinge auch nichts von der Regenwaldfauna zu sehen. Waldelefanten, Waldbüffel, Meerkatzen, Bongo-Antilopen und Riesenwaldschweine soll es hier geben. Der Tourist wird sie allenfalls bei speziellen Führungen mit erfahrenen Wildhütern weitab vom offiziellen Pfad erblicken.

Dem Erlebnis des Baumwipfelpfades tut das keinen Abbruch. Immer wieder halten die Brückengänger an, blicken in die „grüne Hölle“ hinab, wo warme feuchte Nebel wabern, und lauschen den Vogelstimmen. Und fühlen sich ein bisschen wie Heinz Sielmann auf seinen Expeditionen ins Tierreich.

Dabei ist die Zivilisation nicht weit wegGhana604. Nach der Coast, wo die anderen Touristenattraktionen des Südens, die alten Sklavenforts Elmina und Cape letzten Plattform geht’s über eine Holztreppe wieder hinab auf den Boden, zu Fuß zurück ins Besucherzentrum.  In einer halben Stunde ist man von hier in der Großstadt Cape Coast, liegen.

Unterwegs, am Straßenrand, sehen wir Lastwagen stehen. Die Fahrer machen Pause in einer kleinen Vorort-Raststätte. Sie kommen aus dem Urwald. Geladen haben sie riesige Baumstämme, Tropenholz. Viel wird vom tropischen Regenwald in Westafrika wohl nicht stehen bleiben.

(Der Beitrag erschien am 15. Januar 2011 im Jeverschen Wochenblatt)

Lesen Sie auch: https://friesenblog.wordpress.com/ghana-seite/ unseren Reisebericht über die Besuche bei Klienten von Opportunity International.

Sächsisch-ländisch

Niedersächsisch, niederländisch – ist ja auch alles ein bisschen schwer für Leute, die da wohnen, wo es hügeliger ist als bei uns. Meldete heute doch glatt das Internetforum “Stromtarife.com” folgende News: “Das niederländische Kabinett hat am Dienstag eine internationale Ausschreibung für das Deutsche Windenergie-Institut (DEWI) in Wilhelmshaven und dessen Tochter DEWI Offshore & Certification Centre beschlossen. Das Institut wurde 1990 gegründet und bietet 134 Mitarbeitern einen Arbeitsplatz. Eigenen Angaben zufolge erzielt es drei Viertel seines Umsatzes durch Dienstleistungen für die Windenergiebranche.” Alles soweit wahr, nur dass es das niedersächsische Kabinett war, das unser schönes Institut zu Knete machen möchte. Ist schon ein kleiner Unterschied. Wir haben ja auch keine niederländische Königin wie die Holländer, sondern nur einen (angel-)sächsischen Landesvater.

Was ist bloß mit unserer Katze los?

Cat

“Ich will wieder rein!” Was interessiert eine satte Katze schon ein Vogel im Garten? Lieber eine warme Stube als eine wilde Jagd. Unsere Mia hat auch schon mal andere Prioritäten gesetzt. Man wird eben älter…

Originell: Friesisches Brauchtum zum Jahreswechsel

Silvesterbräuche und Neujahrstraditionen gibt es viele, besonders im Nordwesten: Von Neejohrskoken bis Speckendicken, von Bomboisjes bis zu Spökenkram. Zu den ganz alten, nur noch an wenigen Orten gepflegten Traditionen gehört das Beiern.

DSC_9239 In der Silvesternacht werden auf hohen Kirchtürmen die Glocken von Hand geschlagen. Ein merkwürdiges Wummern schallt weit übers Land, unheimlich, geheimnisvoll. Kräftiger Männerarme bedarf es dafür, und natürlich einer Flaschen “Glockensmeer”.

Über das Beiern hat Jürgen Eden einen schönen Film gemacht, er war in der Silvesternacht 2010/11 wieder einmal in Schortens, in einer der ältesten friesischen Kirchen dabei. Hier sein Video:

http://www.youtube.com/watch?v=uhotVuIlVJo

Foto: Helmut Burlager

Als Kind im Land des Erbfeinds

Zu den Dingen, die mir aus meiner frühesten Kindheit in Erinnerung geblieben sind, gehört das alte Nordmende-Röhrenradio meines Großvaters, das auf einem Bord über seinem Lehnstuhl stand. Er saß dort mit dem Ohr am Lautsprecher und der Hand am rechten Drehknopf, auf der Suche nach Kurz-, Mittel- und Langwellenstationen. Und dann lauschte er den rauschenden und knisternden Sendern.
Sobald ich lesen konnte, studierte ich die fremdartig klingenden Namen der Städte, die auf der von hinten beleuchteten Skala aufgeführt waren, Beromünster, Hilversum, Bruxelles, Dunkerque. „Dünkirchen“, sagte mein Großvater, „das ist Dünkirchen, das ist weit weg, in Frankreich.“ Er war im Krieg dort gewesen.
Der erste Ausländer, den ich näher kennenlernte und der mein Jugendfreund wurde, hieß Jean-Marie, er kam aus Dünkirchen. Wir waren dreizehn oder vierzehn, er war wie ich Eisenbahnerkind aus einfachen Verhältnissen, er sprach anfangs so schlecht Deutsch wie ich Französisch, und wir trafen uns auf einer internationalen Jugendfreizeit des Bundesbahnsozialwerks. Eisenbahnerkinder durften damals umsonst durch Europa fahren, und so haben wir uns ein paar Jahre lang Sommer für Sommer gegenseitig besucht. Aus dem armseligen Ostfriesland der sechziger Jahre kam ich also mit dem Zug ins noch armseligere Nordfrankreich, die Familie von Jean-Marie nahm mich freundlich auf. Sie gaben mir Miesmuscheln zu essen und Artischocken, ich durfte Roséwein trinken und am Pastis nippen, der nach Lakritz schmeckte. Es war herrlich.
Merkwürdig waren nur die Ausflugsziele. Sie fuhren mit mir an die Küste und
zeigten mir, wo die Alliierten gelandet waren. Zur Gedenkstätte für die gefallenen
Soldaten des Zweiten Weltkriegs. Trafen wir unterwegs oder in der Stadt Bekannte der Familie, so sprachen sie über mich, den kleinen „Boche“. Ich begriff nicht viel, nur dies: Sie strichen mir übers Haar und staunten, dass so ein kleiner, blonder und unschuldig dreinblickender „Allemand“ sich nach Nordfrankreich traute. Und dass er so vollkommen ungefährlich aussah.
Abends, zu Hause, erzählte der Vater voller Stolz heroische Geschichten von
Krieg und Widerstand. Jean-Marie verdrehte die Augen. Wenn wir seine Freunde trafen, sprachen wir nicht über Krieg, sondern über Musik und Comics und die Unterschiede zwischen französischen und deutschen Mädchen. Soweit wir diese schon beurteilen konnten.
Jean-Marie habe ich später aus den Augen verloren, selbst das Internet hat uns
nicht wieder zusammengebracht. Was geblieben ist, ist meine Zuneigung zu einem Land, von dem man meinem Großvater noch erzählt hat, dort lebe der „Erbfeind“, gegen den er ins Feld ziehen müsse. Wenn ich in ein paar Wochen wieder hinfahre, fahre ich zu Freunden.

Der Beitrag erschien im Juni 2009 im Rahmen einer Serie “Mein Europa” im Jeverschen Wochenblatt (Friesisches Tageblatt)

Etwas Kluges über den lieben Gott

Habe heute in der Berner Zeitung ein bemerkenswertes Interview mit dem Schweizer Schriftsteller Peter Bichsel gelesen. Der sagt: “Ich weiß, dass es keinen Gott gibt, aber ich glaube an ihn.”  “Wie geht das?”, fragt die Interviewerin Lucie Machac. Darauf Peter Bichsel: “Nun, auch wenn es einen naturwissenschaftlichen Gottesbeweis gäbe, könnte ich ja immer noch sagen: Aber ich glaube nicht an ihn. Also kann ich auch sagen, es gibt keinen, aber ich mag ihn. Ich halte Religion für etwas Diesseitiges, eine wunderbare, uralte Erfindung von Menschen, und die Bibel für ein großartiges Buch, weil sie sich dauernd widerspricht. Wenn Gott ein Teil der Natur wäre, wäre mir das zu wenig, als Erfindung ist er viel großartiger.”

Peter Bichsel ist 75, er schreibt vor allem Kurzprosa und Kolumnen. Mit den Kurzgeschichten “Eigentlich möchte Frau Blum den Milchmann kennen lernen” gelang ihm 1964 der literarische Durchbruch. Das Interview erschien in der Berner Zeitung, Ausgabe vom 24. Dezember 2011, Seite 14.

Ein Vorweihnachtswunder in der Nordwestbahn

Eine wahre Geschichte, diese Woche zwischen Oldenburg und Wilhelmshaven erlebt

Von Désirée Warntjen

„Das glaubt uns kein Mensch“, meint der Zugreisende, der gerade mit ein paar Freunden die Nordwestbahn verlässt. Auf seiner Heimfahrt Richtung Wilhelmshaven hatte der Mann eine halbe Stunde zuvor einfach nur ein bisschen adventliche Stimmung im Abteil schaffen wollen – und wurde mitsamt der weiteren Mitreisenden mit einem kleinen Vorweihnachtswunder beschert.

„Heute ist der vierte Advent, wollen wir nicht zusammen ein Weihnachtslied singen?“, hatte der Bahnfahrer vorgeschlagen. Erst zögerlich, dann stimmkräftiger wurde erst einmal sehr passend zur Landschaft, durch die man fuhr, „Leise rieselt der Schnee“ intoniert.

Beim Weitersingen stellte sich heraus, dass das Erste-Strophen-Syndrom auch unter den anwesenden Mitreisenden gravierend verbreitet war: Mehr als die jeweils ersten Zeilen bis zu einem Refrain brachte man nicht zustande. Eine junge Frau konnte helfen und zog ein Notenheft mit Weihnachtsliedern hervor. Nach zwei, drei Liedern tauchte dann die neugierige Frage auf, warum sie Weihnachtsnoten mit sich führte.

„Die Lieder habe ich in Osnabrück gespielt“, sagte sie und zauberte unter Jubelrufen eine Querflöte aus ihrer Tasche. Die nächsten Lieder sangen die Reisenden etwas leiser, damit der Flötenton zu hören war.

Das Ankunftsziel der Flötistin rückte in absehbare Nähe, das Instrument verschwand wieder in der Tasche – doch nun tauchte eine weitere Musikerin auf, mit einem Geigenkasten unter dem Arm. Bettelnde Blicke und Worte erweichten sie: Der Kasten wurde geöffnet, das Instrument ein bisschen nachgestimmt – und weiter ging das kleine Weihnachtskonzert, das zwei Dutzend Menschen, die sich überwiegend fremd waren, gemeinsam singen und lächeln ließ.

Am meisten hat der spontan wachsende Umfang des Konzerts den Initiator selbst überrascht. Und so wiederholt er beim Aussteigen noch ein paar Mal: „Das glaubt uns kein Mensch!“

Aus dem Jeverschen Wochenblatt vom 21. Dezember 2010

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Big Easy: Abschiedskonzert am Sonnabend

Um allen Missverständnissen aus dem Weg zu gehen, sagt Claus Fischer es gleich am Anfang: „Wir gehen nicht im Streit auseinander.“ Das wäre auch schade nach fast 20 Jahren Partnerschaft – auf der Bühne. So lange schon kennen sich Fischer (44) und Ingmar Viertel (44), die am morgigen Sonnabend zum (vorerst) letzten Mal gemeinsam auftreten.

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Claus Fischer, links, und Ingmar Viertel von “Big Easy”

Mit einem Abschieds- und Benefizkonzert ab 20 Uhr im „Café Maria“ bei Maurizio Esposito in der Großen Burgstraße sagt Ingmar Viertel seiner Band und den Fans von „Big Easy Acoustic“ adieu. Er wechselt zur Band „Black Jack“, wo er immer schon mal ausgeholfen hat. „Big Easy“ macht weiter, mit Claus Fischer und Dieter Schoon und ab Januar 2011 verstärkt um Claus Rettkowski und Yvo Herckelrath. Alles so Namen, die man in der Szene kennt, und eigentlich hat sowieso jeder schon mal mit jedem auf der Bühne gestanden.

Kein Wunder also, dass beim Abschiedskonzert morgen Abend Rettkowski und Herckelrath mit von der Partie sind und als Gäste einen Vorgeschmack auf das neue „Big Easy“ geben.

„Wir sind ja alle ein bisschen ruhiger geworden“, sagt Claus Fischer schmunzelnd. Aus seiner wilden Zeit sind die langen Haare geblieben, das ist er seinem Image als Metal-Rocker schuldig, auch wenn’s nicht so hundertprozentig zu seiner bürgerlichen Existenz als kaufmännischer Angestellter passt. 1979 stand er zum ersten Mal auf der Bühne. Heavy Metal war angesagt, und Fischer hatte die Röhre dafür: Er war und blieb ausschließlich Sänger.

Mit der Gruppe „Rave“ nahm er 1981 seine erste Single auf.  In dem Jahr lernte er auch Ingmar Viertel kennen, der im Sommer des Jahres bei „First Aid“ im Mariengymnasium spielte. Zusammen standen die beiden dann schon einmal für ein Jahr lang mit der Formation „Diamond Breaker“ auf der Bühne, unter anderem bei einem ausverkauften Konzert im Pumpwerk in Wilhelmshaven.

1985 gründete sich in Jever im damaligen „Studio Selznick“ (heute „Taverna“) die legendäre Band „Ballermann“, zu der Claus Fischer 1994 hinzustieß, ebenso Ingmar Viertel. Bis 1999 fuhren sie Erfolg um Erfolg ein, dann pausierten beide für eine ganze Weile, musizierten zwar, gaben aber keine Konzerte.</p><p>Ende 2007 gründeten Fischer und Viertel dann mit Dieter Schoon die Band „Big Easy Acoustic“, die in Jever regelmäßig in der Reihe „Treffpunkt Kirchplatz“ anzutreffen ist. Von Metal über Blues-Rock sind die „Dinos“ der friesländischen Musikszene inzwischen bei solide handgemachtem Akustik-Rock angekommen und haben ihr treues Publikum.

Das kriegt Samstagabend alles zu hören, was Viertel, Fischer, Schoon &amp; Co. im Laufe der Jahre so einstudiert und auf die Bühne gebracht haben. Gastwirt Maurizio Esposito serviert dazu einen Beviano Novello Italiano. Von jeder Flasche des roten Primeur-Weines gehen 5 Euro an die Kinderkrebshilfe.

Der Eintritt zu dem gemütlichen Konzertabend im „Café Maria“ ist frei.