Tag 223 | Tagnummern

Nein, da kommt jetzt nicht Anzügliches. Es ist nur passiert, was ich immer befürchtet habe, ich bin durcheinander gekommen mit der Nummerierung der Tage im Jahr 2014. Das geschieht, wenn man mal nicht postet und es am nächsten Tag nachholen will und wieder nicht schafft. Dabei wäre es so einfach. Es gibt nämlich, wie ich jetzt festgestellt habe, im Internet Tabellen für so etwas. Tagnummern also, da kann man sie einfach ablesen. Und so müsste ich heute endlich wieder auf dem Laufenden sein.

Tagnummern

Tag 222 | Wasser

Wenn ich übrigens aus Frankreich wie in jedem Jahr außer Roséwein, Kräutern der Provence, Seife und Olivenöl noch was mitbringen möchte, dann diesen Hinweis an die deutsche Gastronomie: In Frankreich gibt’s in jedem Restaurant zu jedem Essen und selbst wenn man nur einen Kaffee bestellt, automatisch oder in jedem Fall auf Nachfrage eine Karaffe oder ein Glas mit gekühltem Leitungswasser dazu. Nicht dass ein Franzose deshalb darauf verzichten würde, seinen Viertel Wein oder sein Glas Bier zum Essen zu bestellen. Aber Wasser gibt’s immer, nimmt jeder und – kostet nix. Nur mal so als Anregung.

Tag 220 | Musik zwo drei

Das Altstadtfest 1450 Kilometer weg, dafür ein Dorfgemeinschaftshaus in der Nachbarschaft des Ferienhauses und die Erkenntnis: Auf Familienfesten in Frankreich spielen sie auch keine andere Musik als auf Stadtfesten zu Hause. Gerade versucht die Sängerin sich an Adeles  „Skyfall“. Ich geh dann lieber mal schlafen…

Tag 215 | 1914

Hundert Jahre, verdammt lang her. Aber mein Großvater zum Beispiel war erst 15 Jahre alt, als der Erste Weltkrieg begann. Er war zu jung, um mitzukämpfen im „großen Krieg“, wie ihn die Franzosen bis heute nennen. Wenn es von seinen Kriegserlebnissen in Frankreich erzählte, dann vom Zweiten Weltkrieg, der ihn bis an den Golf von Biscaya brachte. Wenn ich heute einmal im Jahr nach Frankreich reise, erinnern mich zwei Schilder an der Autobahn immer kurz an den Schrecken dieser ersten Katastrophe, die vor hundert Jahren ihren Lauf nahm. An der Abfahrt Verdun und bei der Überquerung des Flusses Marne befällt mich jedes Mal ein Gefühl der Beklommenheit. Was für historische Orte. Erst recht in dem Jahr, in dem sich das zum hundertsten Mal jährt. Sonderbar, gerade jetzt in Frankreich zu sein. Die Zeitungen hier sind übrigens voll davon. Vom Ersten Weltkrieg. Und von der deutsch-französischen Freundschaft.

Tag 214 | Europa

Ist diese europäische Richtlinie, wonach Gastronomen keine offenen Öl- und Essigflaschen mehr auf den Tisch stellen dürfen, eigentlich jemals Gesetz geworden? In deutschen Lokalen habe ich nie darauf geachtet, aber bei Momo in St. Pierre la Mer, dem besten Pizzabäcker im Languedoc (weiter darf ich das geografisch nicht fassen, sonst ist mein Lieblingsitaliener in Jever beleidigt) gibt es zur rattenscharfen „Pizza Momo“ kein gewürztes Olivenöl mehr, jedenfalls nicht aus der Flasche, sondern jetzt nur noch aus jenen schmalen Plastiktütchen in der Art jener unsäglichen Senf-, Majo- und Ketchuptüten, die man nicht aufkriegt – und wenn doch, dann mit erheblichen Kollateralschäden für Hemd und Hose. Und was soll ich Euch sagen? Ein Teil Wäsche aus dem Urlaubskoffer müssen wir jetzt also gar nicht mehr mit nach Hause nehmen. Das spart ja auch Platz.

Und wer hat Schuld? Die EU! Hat sie doch immer!

Tag 212 | Friesisch

Touristen erliegen in Friesland (dem deutschen Friesland) ja manchmal dem Irrtum, hier werde Friesisch gesprochen. Dabei ist die Sprache hier längst ausgestorben, nur in wenigen begrenzten Regionen wie dem Saterland ist es noch Alltagssprache, vornehmlich für die Älteren. In Friesland spricht man, wenn überhaupt, noch Plattdeutsch, doch auch das ist auf dem absteigenden Ast. Um so überraschender, wenn dann in einer friesländischen Zeitung, dem Jeverschen Wochenblatt, plötzlich eine Todesanzeige auftaucht, die ganz und gar auf Friesisch gehalten ist. Ich habe sie mal eingescannt, die persönliche Daten natürlich rausgenommen, um ein Gefühl dafür zu geben,welche schöne Sprache die Friesen einst vom heutigen Holland bis nach Dänemark hoch gesprochen haben. Wie kommt so eine Todesanzeige in eine deutsche Zeitung? Durch die Kinder und Enkelkinder, die schon vor Jahren vom niederländischen Friesland ins Jeverland gezogen sind. Schön, dass sie ihre Muttersprache nicht vergessen haben.

Bart

 

Tag 209 | Oase der Ruhe

Lions laden zum Altstadtfest ein

Weinlokal seit zehn Jahren in der ehemaligen Mettcker-Druckereihalle

Jever – Altstadtfest feiern und eine gute Sache unterstützen, das geht auch in diesem Jahr im Weinlokal des Lions Clubs Jever. In der alten Mettcker-Druckereihalle am Elisabethufer, direkt an der Blankgraft, bietet der Serviceclub am Freitag, 8. August, und am Sonnabend, 9. August, jeweils ab 19 Uhr bis nach Mitternacht Weinspezialitäten aus deutschen Landen und kleine Snacks an. Am Sonnabend ist der Lions-Stand auch nachmittags von 13.30 bis 17 Uhr geöffnet, dann gibt es dort Kaffee und ein Kuchenbuffet.

Der Weinausschank für einen guten Zweck gehört fast von Anfang an zu den beliebten Treffpunkten von Einheimischen und Gästen auf dem Altstadtfest, das in diesem Jahr zum 40. Mal stattfindet. In den ersten Jahren war er im Weinhausgang an der Großen Burgstraße untergebracht, der irgendwann aber nicht mehr genügend Platz bot. Vor genau zehn Jahren eröffneten die Lions ihr Weinlokal dann erstmals in und vor der alten Druckerei des Jeverschen Wochenblatts, wo fleißige Helfer alljährlich mit Strandkörben, Bierzeltgarnituren, Lichterketten und Pflanzen eine kleine Oase im Trubel des Altstadtfestes schaffen, in der man in Ruhe ein Glas Wein genießen kann. Traditionell fließt der Reinerlös aus dem Weinlokal gemeinnützigen Projekten in Friesland zu.

Nach mehreren Jahren Pause legt der Lions Club für 2015 erstmals wieder einen Jahreskalender auf, der ebenfalls für einen guten Zweck verkauft wird. Der Kunstkalender, der in Zusammenarbeit mit dem Partnerclub aus Emmen (Niederlande) erstellt wurde, befasst sich mit der dort entstandenen und mittlerweile weltweit populären Kunstbewegung der „Toyisten“. Voraussichtlich werden erste Exemplare des Kalenders bereits während des Altstadtfestes zur Ansicht ausliegen.

Der Lions Club Jever wurde 1970 gegründet und ist damit einer der ältesten Serviceclubs in der Region, er hat rund 40 Mitglieder aus Jever, Wangerland, Schortens, Varel und Zetel.

Tag 198 | Freizeittipp

Falls es Euch jetzt gerade, 8.40 Uhr, schon zu warm ist und Ihr in Sorge seid, es könnte heute nicht zum Aushalten sein mit der angekündigten Hitze, dann tröstet Euch. Es kommen bessere Zeiten. Soeben verschickt der Nabu Oldenburger Land eine Pressemitteilung zum Thema „Irgendwann kommt der Winter: Nabu gibt Tipps zum Bau von Futtergeräten +++ Lange Sommerabende zum Bau nutzen“.

Ihr wisst also, was heute Abend zu tun ist. In dem Sinne: Schönen Sommer und schönes Wochenende!

Tag 197 | Kurztrip

Fünf Minuten vom Start bis zur Landung: Die Inselflieger bieten auf der Strecke Harle-Wangerooge eine der kürzesten Linienflüge der Welt. Foto: Helmut Burlager
Fünf Minuten vom Start bis zur Landung: Die Inselflieger bieten auf der Strecke Harle-Wangerooge eine der kürzesten Linienflüge der Welt. Foto: Helmut Burlager

Die „Welt“ beschäftigt sich in einem Beitrag mit den kürzesten Linienflügen der Welt, und bevor man es gelesen hat, ahnt man schon: Da sind wir doch dabei! Fünf Minuten dauert laut Flugplan der Trip von Harlesiel nach Wangerooge oder von der Insel aufs Festland. Je nach Windrichtung kann es auch mal etwas schneller gehen oder ein wenig länger dauern. Aber sonst kommt in Deutschland keine Airline mit den „Inselfliegern“ mit. International allerdings sehr wohl; der kürzeste Linienflug soll laut „Welt“ nur 47 Sekunden dauern und geht von einer Orkney-Insel zu einer anderen. Tomatensaft wird unterwegs nicht angeboten. Zum Bericht