Kleinkredite durch Spenden aus Weser-Ems

Das Genossenschafts-Magazin Weser-Ems berichtet über eine Veranstaltung von Opportunity International in Jever. Zum Bericht

Unternehmer

Pressesprecher von Opportunity International tödlich verunglückt

JanBinder Köln/Jever – Der Pressesprecher von Opportunity International, Jan Binder, ist am vergangenen Freitag bei einem Badeunfall in der Nähe von Accra (Ghana) ums Leben gekommen. Das hat die Entwicklungshilfeorganisation mit Sitz in Köln am Montag mitgeteilt. Der Tod des jungen Mitarbeiters von Opportunity Deutschland ist auch in Jever mit großer Bestürzung aufgenommen worden. Jan Binder (31) arbeitete eng mit dem Freundeskreis Weser-Ems von Opportunity zusammen, hatte mehrere Veranstaltungen in der Region organisiert, pflegte persönliche Kontakte hierher und war erst kürzlich wieder in Jever gewesen.

Jan Binder  war im Rahmen einer Journalistenreise in Ghana unterwegs. Der tragische Badeunfall ereignete sich am vergangenen Freitag bei einem Hotel nahe der Hauptstadt Accra. Wie Opportunity International auf der Homepage der Stiftung mitteilt, war Binder mit einer Journalistin des Deutschlandfunks unterwegs. Die beiden hatten in der Voltaregion Landwirtschaftsprojekte besucht und dort recherchiert. Sie waren vormittags noch bei Microschools gewesen, um Bilder und Lebensgeschichten mitzubringen.

Es sei der letzte Arbeitstag gewesen, die beiden hätten dann zusammen mit ihrem ghanaischen Begleiter entschieden, noch an die Küste zu fahren und eine ausgefüllte und anstrengende Woche ausklingen zu lassen. Die Strömung des Ozeans sei jedoch so stark gewesen, dass Jan Binder die Kontrolle verlor und vor den Augen des ghanaischen Mitarbeiters ertrank. Ein sofort eingeleiteter Wiederbelebungsversuch am Strand blieb erfolglos. Später konnte im Krankenhaus nur sein Tod festgestellt werden. Die Journalistin, ebenfalls Opfer der Strömung, konnte gerettet werden.

Vorstand Stefan Knüppel sagte am Montag: „Opportunity International verliert nicht nur einen großartigen Mitarbeiter, der seit 2009 für die Stiftung tätig war, sondern auch einen echten Freund. Sein fachliches Knowhow, aber auch sein weit darüber hinaus gehendes Engagement im Kampf gegen die weltweite Armut, werden uns sehr fehlen. Wir sind in großer Trauer verbunden mit seiner Familie und seinen Freunden. Ihnen gilt unser besonderes Mitgefühl.“ Jan Binder hinterlässt eine Frau und zwei Kinder.

Zur Homepage von Opportunity International

(28. November 2011)

Unternehmer mit vielen Interessen

Jochen Ewald wird 70 / Als Musiker bekannt und für Afrika engagiert / Nach vielen Jahren als Bankdirektor widmete der Jeveraner sich dem eigenen Unternehmen und dem Ehrenamt

Von Brigitte Meiners

Jever – Wie passen unternehmerischer Geist, wirtschaftliches Denken, soziales Engagement, Gemeinsinn, Liebe zur Jazz-Musik, Bescheidenheit und sich Einmischen im besten Sinne des Wortes zusammen? Ganz einfach: Man muss Jochen Ewald heißen. An diesem Mittwoch, 19. Oktober, feiert der ehemalige Vorstandsvorsitzende der Volksbank Jever seinen 70. Geburtstag. Weiterlesen: Hier


Besuch aus Ghana beim Freundeskreis Weser-Ems

Mikrofinanz:  Schon 400 000 Euro Spenden für Ghana aus dem Nordwesten
Tony Fosu spricht auf Veranstaltung von Opportunity International in Jever

Tony Fosu ist Vorstand der Entwicklungsbank Sinapi Aba Trust in Kumasi (Ghana). Foto: Helmut Burlager

Jever – Unterstützung für arme Menschen in armen Ländern hat sich der Freundeskreis Weser-Ems von Opportunity International auf die Fahnen geschrieben. Seit 2007 wirbt ein kleiner Kreis von Aktiven rund um die Gründer Jochen Ewald, Dr. Karl Harms und Rüdiger Möllenberg Spenden für Ghana ein.

Dabei geht es nicht darum, in Afrika Almosen zu verteilen. Die Stiftung Opportunity International Deutschland (OID) widmet sich der sozialen Mikrofinanz. Direkt oder über Partnerorganisationen in den Ländern, in denen die Stiftung tätig ist, vergibt sie Mikrokredite vornehmlich an Frauen aus ärmsten Verhältnissen, die dadurch in die Lage versetzt werden, auf einfachste Weise unternehmerisch tätig zu werden. Sei es als Händlerin, sei es als Friseurin, Schneiderin oder in der Erzeugung landwirtschaftlicher Produkte. Zudem helfen weitere Instrumente der sozialen Mikrofinanz – Mikrosparen, Mikroversicherungen, Mikroschulen, Vermarktungshilfen – die wirtschaftliche und soziale Situation armer Familien nachhaltig abzusichern.

400 000 Euro sind in Weser-Ems in den knapp fünf Jahren seit Beginn seiner Tätigkeit bereits zusammengekommen, dank vieler Einzelspenden, aber auch durch große Zuwendungen von Unternehmen, Einzelpersonen und Organisationen aus der Weser-Ems-Region. „Was ist aus den vielen Spenden bis jetzt konkret geworden?“ – um diese Frage geht es am Donnerstag, 27. Oktober, um 17.30 Uhr in einer Veranstaltung im Audienzsaal des Schlosses in Jever, zu der ein Ehrengast eingeladen worden ist, der die Frage so authentisch beantworten kann wie wenige andere. Tony Fosu aus Ghana ist Vorstand der Mikrofinanzorganisation Sinapi Aba Trust (SAT) mit Sitz in der Großstadt Kumasi. Die aus christlichen Wurzeln entstandene Entwicklungsbank setzt die Projekte von Opportunity vor Ort um. Die Spenden aus Weser-Ems sind dabei im Wesentlichen in die Voltaregion geflossen, ein wenig entwickeltes Gebiet im Osten Ghanas, in dem die Menschen von Fischfang, Landwirtschaft sowie bescheidenem Handel und Handwerk leben.

Moderiert wird der Vortrags- und Gesprächsabend von Stefan Knüppel, Vorstand der in Köln ansässigen Stiftung OID, und von Jochen Ewald. Wer Interesse an der Arbeit von Opportunity International hat und dabei sein möchte, kann sich per E-Mail melden: opportunityweserems@googlemail.com.

Experten-Beitrag zum Thema Mikrofinanz

Kurze-18.06.08 Mikrofinanz bleibt die kostengünstigste und effizienteste Möglichkeit der Entwicklungszusammenarbeit. Einzelne Missbräuche können daran nichts ändern, sagt Dr. Thomas Kurze, Partner bei der Böhm-Kurze-Zumbrink Capital Management GmbH, Vermögensverwaltungsgesellschaft, Berlin, ehemaliges Vorstandsmitglied einer deutschen Großbank. In einem Beitrag für „die bank“ – Zeitschrift für Bankpolitik und Praxis, analysiert Kurze, der auch Schirmherr von Opportunity International Deutschland ist, die aktuellen Probleme und Chancen der Mikrofinanz. Ein lesenswerter Beitrag. Zum Artikel

Hält Mikrofinanz, was sie verspricht?

Experten diskutierten in Berlin über Mikrofinanz im Spannungsfeld zwischen erfolgreicher Armutsbekämpfung und Fehlentwicklung. In den letzten Jahren wurde Mikrofinanz  zu einem der wichtigsten Instrumente der internationalen Zusammenarbeit. Im Kampf gegen die Armut werden große Hoffnungen mit der Finanzsektorentwicklung verbunden. Jedoch wurde in jüngster Zeit auch Kritik an der Mikrofinanz laut. Zum Artikel

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Susanne Dorasil BMZ Leiterin Referat Wirtschaftspolitik und Finanzsektor. Foto: Thomas Ecke

Auf Armutsbekämpfung zurückbesinnen

OID3 Köln – Der Geschäftsführer der Sparkassenstiftung für internationale Kooperation mit Sitz in Bonn, Niclaus Bergmann, sieht die Entwicklungshilfe durch Mikrofinanz weltweit in einer „Identitätskrise“, hält sie aber keineswegs für gescheitert. Im Gegenteil: Aus einer Phase der Selbstfindung könnten die Institutionen, die sich mit Mikrofinanzierung beschäftigten, gestärkt hervorgehen.

Es sei nicht die erste Krise, die die Mikrofinanz zu überstehen hatte. Wichtig sei eine Rückbesinnung auf die Ursprungsidee der Armutsbekämpfung in den Entwicklungsländern, sagte Bergmann (Foto) auf einer Tagung haupt- und ehrenamtlicher Mitarbeiter der Stiftung „Opportunity International Deutschland“ am Wochenende in Köln.

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Termin in Berlin

Die Erfolgsgeschichte von Mikro­finanz hat jahrelang die entwicklungs­politische Dis­kussion bestimmt. Die aktuelle Bericht­erstattung über Mikrofinanz führt zu Verun­sicherungen in der Öffentlichkeit. Mehrfach ist Kritik an einzelnen Mikrofinanz­institu­tionen laut geworden, die Gefahr laufen, den gesamten Sektor zu diskreditieren. Ein Fachgespräch am 5. Juli in Berlin soll zur Orientierung beitragen und Möglichkeit zur Diskussion bieten. Hier die Details:

Terminankündigung

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